Was macht ihr wenn Kind sich quer stellt?

Hallo,

wie geht ihr damit um wenn eure Kleinkinder eine Nullbock Phase haben und z.b. zum Einkaufen bzw. auch Kleidung kaufen fürs Kind keine Lust haben? Sohn, 5 sagte gestern er kommt nicht mit, er hat keine Lust. Wir hatten im Endeffekt 25 Minuten "diskutiert", was dann auch noch beim Zähneputzen weiterging etc. Nee Freundin ich würde viel zu viel mit ihm diskutieren. Gut, er ist vom Kopf und sprachlich mega weit... vielleicht neigt man dazu, dadurch eher mit ihm "reden" zu wollen... aber was soll ich auch sonst tun?!

Was macht ihr wenn ihr irgendwo hin wollt/müsst und das Kind will nicht? Danke vorab.

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Hallo,

unsere Große ist auch 5 (der Kleine 2) und von ihr kommt auch immer häufiger, dass sie keine Lust auf etwas hat. Solche Diskussionen gab es aber bei uns nicht.

Ich finde es legitim, dass Kinder auf etwas keine Lust haben. Unsere darf das und darf es auch äußern. Ich frage sie dann auch warum sie es gerade nicht möchte - manchmal weil sie lieber weiter spielen möchte (auch wenn ich es vorher rechtzeitig ankündige, dass wir in X Minuten los gehen/müssen), manchmal kommt ich bin müde, manchmal auch nur „ich weiß es nicht, ich hab halt keine Lust“ - so geht es uns Erwachsenen doch auch immer mal wieder!

Es hängt natürlich immer davon ab wo wir hin müssen bzw. ich/wir hin möchten ob ein Kompromiss möglich ist.
Wenn es nur einkaufen ist und nicht absolut dringend weil dann z.B.: kein Abendessen im Haus wäre, verschiebe ich das auch mal und gehe am Abend wenn mein Mann zuhause. Grundlegend geht sie aber gerne einkaufen.

Kleidung kaufen findet sie toll und freut sich immer.
Ansonsten ist die Alternative nur, Mama geht alleine (wenn anderweitige Betreuung des Kindes möglich ist) und man muss eben das nehmen/anziehen was die Mama ausgesucht hat.

Wir hatten letzte Woche die Situation, dass wir dringend zum Gartencenter (am anderen Ortsende) mussten, da etwas kaputt gegangen ist. Ich wusste, dass ich es dort bekomme. Im Auto sagte sie schon „Aber wir fahren nicht nach X (die nächst größere Kreisstadt) da hab ich heute keine Lust dazu!“ Da ich mir sicher war, sagte ich auch, dass wir da nicht hin fahren.
Tja, dumm gelaufen. Das Produkt war im Gartencenter gerade ausverkauft! Wir mussten also doch nach X... und die Laune meiner Tochter war innerhalb von Sekunden im Keller. Für mich auch nachvollziehbar! Es war aber dringend und es musste besorget werden.

Wir haben uns dann an der Kasse ein Eis mitgenommen uns draußen auf die Bank gesetzt und eine kleine Pause gemacht. Danach war es wieder ok und wir konnten nach X fahren.

Es gibt aber auch Termine wo es kein „Ich mag jetzt nicht-Kompromiss“ gibt. Da sage ich ihr, dass ich sie gehört habe und ich weiß, dass sie eigentlich keine Lust dazu hat aber es jetzt im Moment nicht anders geht und wir jetzt zu dem Termin müssen! Das klappt bis jetzt auch echt gut.

25 Minuten würde ich auch nicht diskutieren! Darüber sprechen, sich die Wünsche des Anderen anhören und wenn möglich einen Kompromiss finden - find ich gut und richtig! Aber diskutieren - Nein!
Je nachdem wie langweilig ein Termin für ein Kind ist aber es nicht anders geht und er/sie mit muss würde ich auch etwas schönes in Aussicht stellen, z.B.: danach ein Eis essen gehen oder mit solchen „Wackeldingern“ fahren lassen (wo man 50 Cent reinwerfen muss... kein Plan wie die heißen) usw.

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Wenn er vom Kopf her so weit ist, begreift er doch sicher schon, dass er sich keine Klamotten aussuchen kann, wenn er nicht mitkommt, oder? D.h. meine Konsequenz hierzu ist, mitkommen und selber aussuchen oder anziehen was Mama toll findet.

Was das Einkaufen betrifft, da gibts keine Diskussion, einen Fünfjährigen lass ich sicher nicht alleine zu Hause. Anziehen, nochmal aufs Klo, mitkommen. Punkt.

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Meine Kinder sind groß genug, dass ich sie daheim lassen kann, wenn ihre Anwesenheit nicht erforderlich ist.
Als sie klein waren, hab ich sie bei der Oma oder beim Papa gelassen, wenn es ging, und sonst halt kurz erklärt, dass es mir leid tut, dass ich weiß, dass es blöd für sie ist, versucht, es ein wenig schmackhaft zu machen (da gibts bestimmt auch Eis!), und sie dann halt mitgenommen.

(Und, ja, ich kenn das, mein Ältester war sprachlich auch sehr weit, da kommt man vom Hundertsten ins Tausendste und irgendwann hab ich gesagt, ohne Diskussion wären wir bestimmt schon lang wieder daheim;-).)

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Da habe ich gar nicht diskutiert.
Aber auch gar nicht gefragt!

Klare Ansage: wir machen jetzt. Punkt.

Gefragt habe ich, wenn ich mit der Antwort leben konnte.
Möchtest du ein Eis? Ja. Ok.

Wollte ich, dass sie kein isst, dann habe ich das auch direkt so gesagt. Heute/hier/jetzt gibt es kein Eis.
Egal wie sehr sie diskutierte, ich blieb dabei und ging nicht groß darauf ein.

Wenn mich ihre Argumente interessieren, dann frage ich, was sie dazu denkt.

Sie hat gelernt: gute Argumente höre ich mir an. Die Entscheidung bleibt bei mir, aber ich nehme sie ernst.
"Ich will aber" "die anderen" Beschimpfungen, schreien, endlos diskutieren zieht bei mir nicht. Dann stell ich auf Durchzug und sag ihr das auch.

Wichtige Termine habe ich rechtzeitig angekündigt und kündige es heute noch an.
1x am Wochenanfang
1x am Tagesanfang.
Dann kann sie sich darauf einstellen, überlegt sich schon, was sie vor Ort gerne machen möchte. Lust muss sie keine haben, mitkommen muss sie trotzdem.
Wenn ich gute Laune habe, kann sie mich auch mal zu einem Eis überreden oder eine Idee, die wir auf dem Rückweg machen können.

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Zum Einkaufen würde ich mein Kind nie mitzwingen. Da ich das selbst hasse, erledige ich das schnell allein. Die Größen kenne ich ja und bei "Marken" bin ich nicht experimentierfreudig. Ausnahme: Schuhkauf, da muss sie einmal pro Schuhgröße mit.
Ansonsten diskutiere ich wenig bis gar nicht über Sachen, die sein müssen. Egal ob es schöne Unternehmungen oder wichtige Termine sind, das Zähneputzen oder Umziehen, morgens fertig werden usw... Da setze ich mich durch ohne Diskussion. Ich finde auch, dass das nichts damit zu tun hat, ob das Kind "im Kopf und sprachlich weit" ist. Das ist eher eine grundlegende Einstellungssache.
Dennoch beziehe meine Große ein. Ich lege fest, wir gehen raus (weil die Kleine im Kinderwagen schlafen muss) und meine Große darf entscheiden, wo es hingeht - z.B. zu welchem Spielplatz.

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Das letzte war natürlich nur ein Beispiel von vielen. Sie darf schon mitentscheiden. Aber ich gebe der Sache einen Rahmen. 😅

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Mit 5 ist ein Kind definitiv kein Kleinkind mehr - aber das nur am Rande.
Ich habe meinen Kindern Pflichtaktionen ein paar Tage / Stunden vorher angekündigt. Wenn sie keine Lust hatten,. habe ich zugesehen, das ich den Termin so lege, daß sie nicht mit müssen. War ihre Anwesenheit zwingend nötig, habe ich versucht Nützliches mit Angenehmen zu verbinden: Den Kauf von Sommerschuhen mit dem Kauf von Fussballschuhen kombiniert, z.B. Ging das nicht oder hatten sie immer noch keine Lust, war das für sie halt blöd, aber nicht zu ändern.
Ich habe den volleren Terminkalender und warten bis 2 Kinder die nötige Motivation zum Einkaufen aufbringen, hätte uns Verhungern lassen.

Grüsse
BiDi

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Bei manchen Dingen muss man halt mal durch, das Kind sowie die Mutter.
Der neuste Trend, das Kind in allen Entscheidungen einzubeziehen, dabei wird oft übersehen das die Kinder überfordert sind. Manches kann und sollte ein Kind nicht entscheiden. Klare Ansagen helfen auch oft. Wir fahren jetzt einkaufen! Da wird nicht diskutiert, erst recht nicht mit einem 5 jährigen!
Natürlich haben meine auch mal keine Lust gehabt, tja so ist das Leben. Ich hab auch nicht immer Lust, aber manches muss halt sein und das sollten Kinder lernen.

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Boa ich bin sooooo bei dir!
Ich finde es nur noch furchtbar. Ein Kind ist nunmal kein Erwachsener. Nichts gegen möchtest du Wurst oder Käse auf deine stulle... Aber was willst du heute essen, und das am besten täglich... Ist einfach zu viel für die kleinen. Und sie müssen lernen, dass sie eben manche Sachen im Leben müssen. In der Schule fragt dann auch keiner mehr, ob sie Lust haben...

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Dieses Beispiel mit der Schule später, mag ich immer gar nicht. Schulkinder sind durchaus in der Lage zu reflektieren, wo sie eben „müssen“und wo es Wahlmöglichkeiten gibt. Du weißt doch auch, dass du auf der Arbeit dies und das musst und dies und das nicht darfst, das in deiner Freizeit aber durchaus anders gestalten kannst. Ähnliche Kompetenzen kann man Schulkindern glaub ich durchaus auch zugestehen. Auch 3-4 Jährige wissen sehr schnell, dass sie in der Kita mitziehen müssen und bei Oma und Opa schön umsorgt werden und Extrawürste gebraten bekommen. Manchmal muss man Kindern auch mal was zutrauen und zugestehen. Das endet nicht immer gleich in 25min rum diskutieren.

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Huhu

Bei uns ist es so.

Meine kleine 4 will überall mit hin egal ob zum einkaufen Müll rausbringen oder zum Papiercontainer da klebt sie an einen
Kann nichts alleine machen außer wenn ich Termine habe die länger gehen da schleiche ich mich denn nur mit den kleinen leise raus 10 Monate alt und Papa lenkt sie ab.

Mein großer 12 hat Bock zu nichts kein einkaufen , Klamotten kaufen eben so wenig Und da weiß er auch das ich alles online bestellen für die Kids und was mir gefällt muss er anziehen da gibs auch keine Diskussion von ihn aus er zieht das an was ich kaufe.
So mache ich das auch bei den kleinen 4 und 10 Monate alt.
Bei der kleinen 4 die liebt alles mit Pailletten 😅😅💞 da kann ich nichts verkehrt machen.

Ich habe auch keine Lust und Zeit 5 h Klamotten in der Stadt zu kaufen das mache ich abends wenn alle im Bett sind und ich meine Ruhe habe so sparen ich mir den Stress und es kommt nach Hause geliefert 😙😙

LG Denise

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Hallo!

Ich wrüde Deiner Freundin recht geben - Du lässt Dich zu sehr auf Diskussionen ein.
Ich habe zunehmend versucht, bei Dingen, zu denen es keine Alternativen gab, gar nicht erst Diskussionen aufkommen zu lassen. Wenn es Alternativen gibt, kann man darüber diskutieren und ggf. Kompromisse schließen.
Meine Große war auch immer schon extrem weit für ihr Alter, außerdem konnte sie einen an die Wand reden - da wird es gefährlich, wenn man sich auf Diskussionen einlässt. Als sie drei war, haben wir tatsächlich auch einmal eine geschlagene Stunde mit ihr Diskutiert, warum sie (im tiefsten Winter) eine Hose anziehen sollte und kein Kleid. Das war mir eine Lehre...
Darum mein Rat: Bei wichtigen Dingen keine Diskussion aufkommen lassen und bei unwichtigen Dingen Kompromisse zulassen. Das geht schon mit 3jährigen.

Ach, und was das Kleidung kaufen angeht: Das ist bei uns deutlich stressfreier und geht auch deutlich schneller, wenn ich es alleine mache (gut, mit 11 geht das bei unserer Tochter nicht mehr so ohne Weiteres, aber die geht auch schon mal alleine los, schickt mir dann ein Foto von den Sachen, die sie kaufen würde und kauft sie mit meinem Einverständnis. Wenn sie sie ohne mein Einverständnis kauft, muss ihr Taschengeld dran glauben...

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