Wie konsequent seid ihr?

Hallöchen,

mich interessiert wie konsequent ihr seid. Mein Mann und ich haben da anscheinend öfter mal verschiedene Ansichten.

Während bei mir (meistens) nach dem Satz "Jetzt ist Schluss!" auch Schluss ist, gibt mein Mann den Kindern oft noch 1-2 Chancen bis er sich durchsetzt.

Vor allem unser kleiner (fast 3) nutzt das gerne mal aus. Bei ihm merke ich richtig wie das "Schluss" dann 1-2 mal überstrapaziert 😉. Im Moment nimmt sich der große (5 J.) immer öfter ein Beispiel an ihm. Ich vermute es liegt an der momentanen Situation.
Wobei unser Kleiner auch mehr Willensstärke hat als sein Bruder.

Wie sieht das bei euch aus?

Liebe Grüße
Binasti

1

Ich bin schon sehr konsequent und überlege vorher, ob es mir wichtig ist, ansonsten schlage ich gleich einen Kompromiss vor, Kompromisse gibt es aber erst, seit sie aus dem Kleinkindalter raus sind.
Mein Mann könnte in der ein oder anderen Situation durchaus kosequenter sein, hält sich aber meist im Rahmen.
Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass die Kinder durchaus lernen, bei wem sie sich was leisten können.

2

Das hängt auch von meiner Tagesverfassung ab. Mal mehr, mal weniger.
Als unsere Kinder klein waren, war ich tatsächlich so klar, dass sie meine Ansagen ernst genommen haben. Also kein unnötiges Genöle bei uns, soweit ich mich erinnere.

Jetzt sind sie in der Pubertät (10 bis 17), und da geht es weniger um's Verbieten als um's Antreiben. Und da man sich als Jugi problemlos aus dem Blickfeld verkrümeln kann, bedeutet "konsequent sein" regelmäßige Kontrolle. Das mache ich schubweise, wenn sie es zu sehr drauf anlegen sich durchzumogeln. Fällt mir nicht immer leicht, sie ihre eigene Suppe auslöffeln zu lassen, aber sie müssen zwangsläufig auch ihre eigenen Erfahrungen machen.

Ach: mein Mann war/ ist auch immer deutlich softer, um nichts sagen bequem. Das stresst mich zwar, aber die Kinder verstehen schon den Wert des "Kümmerns" im Vergleich zum "lass mich in Ruhe/musst du selber wissen".

Auf der andere Seite hat mein Mann Recht, wenn er sagt, dass manche Auseinandersetzungen einfach komplett unnötig sind, auf die Beziehung zum Kind kommt es an. Und dafür ist jeder Elternteil einzeln verantwortlich, und dafür gibt es auch unterschiedliche Wege. Zum Glück.

3

Ich halte wenig von Konsequenz um der Konsequenz willen.
Ein gefährlicher Gegenstand wäre sofort weg und gefährliches Tun sofort beendet. Was anderes kann auch mehrere Aufforderungen brauchen. Das hat für mich aber auch wenig mit Konsequenz zu tun, sondern eher mit Machtgehabe.

4

Ich schrieb es hier schon oft: Ich bin konsequent inkonsequent. Das bin ich seit 17 Jahren und meine Kinder sind ganz gut geraten.

Wenn dein Dreijähriger 1-2mal überstrapaziert, dann ist das doch berechenbar und somit vollkommen okay. Da musst du doch kein Machtspiel eingehen. Dann sagst du eben schon etwas eher Bescheid, dass das jetzt so nicht weitergehen kann.

Wenn mir etwas total wichtig ist und ich das für mich und damit auch für meine Kinder begründen und erklären kann, dann ist ein NEIN ein NEIN. Das gibt und gab es eher selten, aber wenn, dann wurde das meist sofort befolgt, weil sie es verstehen konnten. Dann war es was wichtiges.

Willensstärke ist nichts Schlechtes.
LG

12

Das hat doch nichts mit Machtspielen zu tun. Konsequenzen sind ja nicht mit Strafen gleichzusetzen.
Und ich sage meinem kleinen schon eher Bescheid. Immer so, dass er sich darauf einstellen kann. Ich lasse auch mit mir verhandeln. Aber irgendwann ist auch mal Schluss. Beispiel ins Bett bringen: er versucht es natürlich hinauszuzögern. Typische Dinge wie: ich will noch was trinken, ich will noch ein Buch, ich will Papa nochmal Gute Nacht sagen... er darf alles einmal machen und dann ist auch gut. Und ja, er ist müde genug. Natürlich testet er Grenzen aus und versucht alles noch einmal öfter.
Kinder sind eben unterschiedlich und so muss man auch verschiedene Wege finden.
Ich finde auch nicht, dass Willensstärke etwas Schlechtes ist.

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Guten Morgen!

Dann verstehe ich nicht, warum du hier nachfragst. Dann hast du doch für dich die Lösung.

Die Gefahr des Machtspiels sehe ich in Bezug auf deinen Mann, der es offenbar anders macht als du. Du möchtest gern, dass er es genauso macht wie du. Wenn da ein Fass aufmachst, wird dein Sohn das "ausbaden" müssen und das kann sich gegen euch wenden.

Dein Mann hat andere Ansätze als du. Mein Mann macht es anders als ich. Unsere Kinder kommen damit gut klar. Ja, natürlich wissen sie, wen sie besser zuerst fragen, wenn sie was wollen. Sie wissen sehr genau, in welchen Situationen sie eher von mir oder von meinem Mann ein JA bekommen. Bei großen Dingen sagt keiner von uns spontan JA, das besprechen wir erst als Eltern oder als Familie. Bei kleinen, alltäglichen Dingen kann ich verschmerzen, dass die Kinder mal was dürfen, was ich evtl. nicht erlaubt habe. Da kann sich mein Mann gern auch mal an Dingen abarbeiten, die ich vielleicht sehr abgekürzt hätte. Und umgekehrt.

"Kinder sind eben unterschiedlich und so muss man auch verschiedene Wege finden. "

So sieht das aus. Nicht nur deine Kinder testen ihre Grenzen (Diesen Satz finde ich jedesmal wieder bescheuert. Welche Grenzen?), du und dein Mann, ihr tut das auch. Es muss irgendwie passend gemacht werden.

LG

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Ist hier genauso und das schlimmste ist das mein Mann schon ne Weile im krankenstand ist und somit zum vollwertigen miterzieher geworden ist und die Kinder sich leeeeeeeeider mehr nach ihm anfingen zu orientieren.

Das hatte zu Folge das ich konsequenter wurde, aber auch dem Papa die Leviten lesen muss :x

Mittlerweile wars soweit das wir, bzw ich, entschieden haben das er in Erziehungsfragen nichts zu sagen hat (klingt jetzt hart,weiss grad nicht wie ich es netter formulieren kann) und alles ist wieder wunderbar.

Die Kids, vor allem unser kleiner, brauchen da einfach klare Linien und Ausnahmen sind dann auch mal ok (zb ist die Regel das erst ab spätem Nachmittag Medien erlaubt sind 1std...bei schlecht wetter usw kanns auch mal früher sein und das ist ok)

Mein Mann ist da eher so "macht mal, ist ok, alles easy,hauptsache ruhe :x" und da drehen die Kinder eben irgendwann frei und denken sie können machen was sie wollen.

Jetzt läuft wieder alles deutlich entspannter und wenn ich sage "jetzt noch nicht" wird das nichtmehr mit theatralischem aufn Boden fallen lassen und heulen, boykottiert.

Hier läuft alles recht auf Augenhöhe ab, Entscheidungen werden überwiegend gemeinsam getroffen...aber es gibt Dinge da diskutiere ich nicht und da will ich eben auch das drauf geachtet wird.
Papa merkt nichtmal wenn sie sich morgens weder zähne putzen noch anziehen und das kanns halt nicht sein, daher will ich mich drauf verlassen können das meine Kinder das hinbekommen ohne das ich ihnen noch zig mal erklären muss wieso das einfach wichtig ist und Sinnvoller (von mir aus können sie gern mal schlafanzug gammeltage machen, aber beim Zähne Putzen bin ich strenger und meine Kids wissen auch wieso, verstehe zur zeit eh nicht wieso sie so larifari geworden sind, aber wenn Papa natürlich nicht drüber schaut kann ich mir denken wieso...Kinder testen halt immer aus ^^)

Für sowas gibt es natürlich keine Konsequenzen ansich...die kriegen sie dann beim nächsten Zahnarzt Besuch zu spüren, denn dort wird es angesprochen und wenn sie was haben kriegen sie es auch nochmal gesagt woran das wohl liegen könnte.

Im Großen Ganzen machen meine Kinder nicht so gravierende Dinge die groß Konsequenzen brauchen, da gehts eher um das Zwischenmenschliche, respektieren von Grenzen anderer usw.

Alles hat meist seinen Hintergrund und den erörter ich...wenn meine Kinder meist frei drehen liegt es daran das ich bei den Medien nicht genauer auf die Uhr geschaut habe oder sie nicht ausgelastet sind mental.
Ansonsten Grenzen neu austesten usw finde ich gehört dazu, da ist es dann eben wichtig das man an einem Strang zieht, daher gilt in dem Fall eben nur noch was ICH sage, dann klappt das hier auch ganz gut und mein Mann versteht es auch...er wünscht sich mehr kooperation von den Kindern und Verständnis, dann muss er eben auch verstehen das es meist daran liegt das er "nichts" tut das sie eher ausm Ruder laufen.
Bei Inkonsequentem dauerhaften verhalten merken Kinder eben eher nur das auf die Person kein Verlass ist und somit wird sie auch nicht mehr ernst genommen, denn wenn man sich auf jmd nicht verlassen kann, bringt er einem auch keine Sicherheit.
So einfach ist das eigentlich :D

LG

6

Hallo,

ich kündige es an. Zum Beispiel:

„Mit Autos wird nicht geworfen. Sehe ich das noch einmal, kommt das Auto für heute weg.“

Das Kind erhält also noch eine Chance, aber macht es das noch einmal, folgt das Angekündigte auch.

Alles andere würde zu Unsicherheiten führen, die das Kind wiederum zum Testen nutzen würde 😉

LG

7

Ich denke fast alle würden sich als ein Musterbeispiel von konsequenter Erziehung bezeichnen, denn wir merken doch alle, dass Dinge androhen, die man gar nicht umsetzt, total dämlich ist.

Aber zur Wahrheit gehört auch, dass man dazu auch fit genug sein muss.
Je gestresster ich bin, desto inkonsequenter werde ich. Das fällt uns dann auch irgendwann wieder auf die Füße, aber manchmal geht es halt nicht anders.

Langfristig will ich aber ehrlich gesagt auch von dieser "Wenn-Dann"-Erziehung wegkommen. Gerade mit meinem Großen reden wir da oft drüber. Wenn er zu laut ist, dann will ich, dass er aus Rücksicht auf mich leiser wird und wir suchen nach einen guten Kompromiss für uns beide ohne irgendwelchen negativen Konsequenzen.

8

Hallo,

Was sinnvoll ist, kommt immer auch auf die Kinder an.

Hier schreiben ja immer einige, dass sie recht locker sind und nur wenige Regeln haben und dass das funktioniert. Das glaube ich denen auch. Nur würden die bei weniger leicht lenkbaren Kindern mit ihrer Methode scheitern.
Manchmal sind das die kleinen Geschwister. ;-)

Unsere Kinder brauchten früher absolute Konsequenz. Anders hätten sie Oberwasser gehabt. Das haben uns im Kindergarten und in der Schule auch Pädagogen bestätigt.

Wenn Eure Kinder mit Papas Methode nicht total aus dem Ruder laufen, ok.
Ansonsten müsst Ihr das mal besprechen.

LG

Heike

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So sehe ich es auch. Mit dem großen brauchten wir auch nie wirklich Regeln oder Konsequenzen. Bei dem kleinen geht es nicht ohne. Ich erteile auch keine Strafen sondern versuche sinnvolle "Folgen" also Konsequenz zu ziehen. Heißt: Wird ein Auto kaputt geschmissen, geht es in den Müll und ich kaufe kein neues. Ich habe das Gefühl, dass hier alle das Wort Konsequenz mit Strafe verbinden.

9

bei manchen sachen bin ich konsequenter, bei anderen weniger. was gar nicht geht ist andere verletzen, dinge kaputt machen, sich selbst gefährden. da bin ich schon konsequent, allerdings nicht mit bestrafungen. die konsequenz ist dann, dass wir heim gehen, ich etwas wegnehme, bevor es ein weiteres mal geworfen wird, etc... bei anderen dingen wie: es gibt nur ein schokokeks, dann ist schluss, gibts einen überziehungsramen :) da lasse ich mich dann schon auf eine verhandlung ein :D ich hab jetzt keine zahlreichen starren regeln die ich auf biegen und brechen durchsetzen mag, nur damit ich beweise, dass ich das sagen habe.

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