Meine Tochter 1 Jahr 4 Monate lehnt mich ab

Meine Tochter 1 Jahr 4 Monate lehnt mich ab
Ich bitte um Hilfe. Meine kleine Maus ist jetzt 16 Monate alt. Seit Monaten weist sie mich und meine Nähe zurück. Sie hat auch noch nie gekuschelt... wenn sie mal auf Mir drauf liegt, dann höchstens 1 Sekunde und schon will sie wieder aufstehen.
Wenn ich mit meinem Gesicht an ihres komme, dreht sie sich sofort weg und sagt „nein“ oder sie schlägt mein Gesicht weg. Das ist leider schon immer so. Außer einmal vor etwa 4 Wochen, da habe ich sie hochgenommen und mit einmal umarmt sie mich und gibt mir ein Küsschen. Das war so wunderschön! ich dachte, dass es sich jetzt bessern würde... leider nicht.
Mit Papa ist sie etwas enger.

Heut darf ich sie noch nicht einmal hochnehmen, sie drückt sich sofort weg und schreit und will runter. Das war mir jetzt zu viel! Mir kommen einfach nur die Tränen. Ich bin so verzweifelt mittlerweile. ich kann es mir nicht erklären und es einfach so anzunehmen, das schaffe ich auch nicht, denn es tut wirklich sehr schlimm weh. Haben wir ein Bindungsproblem ? Wie kann man dieses lösen?

Ich danke schon im Voraus für die Antworten
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Ich glaube du erdrückst deine Tochter. Es ist ihr zu viel, es gibt einfach Menschen die mögen Nähe nur in geringen Dosen. Das hat nichts mit schlechtet Bindung zu tun. Du schadest deiner Tochter je mehr du sie unter Druck setzt, eventuell ist sie dem Papa näher, weil er weniger Druck ausübt und ihr Luft zum Atmen lässt.

Wenn du so schwer damit zurechtkommst, dass dein Kind ein anderes Nähebedürfnis hat, würde ich mir an deiner Stelle dringend Hilfe suchen - eventuell hast du was aus deiner Kindheit aufzuarbeiten.

Meine Mama zB brach bei jedem Streit mit mir in Tränen aus, sie ist mehrfach zusammengebrochen, das hat mich als Kind absolut überfordert. Als ich erwachsen war sprach ich sie darauf an, sie entschuldigte sich bei mir mehrfach, ihre Eltern haben sie vernachlässigt und bei den Streits kam alles aus ihrer Kindheit hoch und sie fühlte sich von mir ungeliebt. Es tut mir sehr Leid für meine Mama und ich bin ihr nicht böse, aber meinem Kind würde ich sowas nicht zumuten wollen.

Mein eigenes Kind war nie ein "Kuschler", schon als Baby: War er zu lange auf dem Arm windete er sich und meckert, weil er runter will. Für mich ist das absolut okay, denn ich will, dass mein Kind glücklich ist und es soll nicht mich glücklich machen. Das ist zu viel Druck für ein Kind, ich bin für mein Glück verantwortlich nicht mein Kind.

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Hey,

Mein erster Sohn, mittlerweile 12j war ganz genauso, ich hab gedacht ich hätte was falsch gemacht, durfte ihn nie küssen oder kuscheln, es war hart, eben weil ich zu der Zeit auch jung und alleinerziehend war.
Als er 4j war lernte ich meinen heutigen Mann kennen und wir bekamen 2j später unseren mittleren und der ist komplett anders, er kuschelt und küsst mich heute mit 6j noch, das hat er von Anfang an gemacht er ist schon immer so verkuschelt und ich liebe es.
Ich Weiss jetzt das es anscheinend nicht an mir lag sondern das er einfach so ist, er ist heute noch so, er kommt nie an, er braucht anscheinend einfach keine Nähe, er ist aber ich in anderen Lebenslagen sehr gefühlskalt, ich habe es akzeptiert das es eben Menschen gibt die so sind und er dazu gehört.
Ich Weiss wie du dich fühlst und das es weh tut aber du wirst da nicht viel machen können.

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Hallo xislandx,

setze dich selber nicht unter Druck. Aus meiner Erfahrung gibt es Kinder, die gar keine körperliche Nähe brauchen um sich akzeptiert zu fühlen. Ebenso drücken Sie die Akzeptanz anders aus, als über körperliche Nähe oder körperlichen Kontakt. Wie sie es tun, hängt vor allem von ihrem eigenen Kommunikationstyp. Diesen haben wir alle seit Geburt.

Hier ein kurzer Abriss der Kommunikationstypen und ihrer Bedürfnisse:

Ist das Kind ein Bilder-Typ, reicht es ihm, wenn es angeschaut wird. Diese Kinder bevorzugen den Augenkontakt vor der körperlichen nähe. Oft laufen die (wenn sie schon etwas älter sind) auf uns zu, bleiben kurz vor uns stehen und kucken uns an. Wenn wir den Blickkontakt erwidern, laufen sie wieder weg. Das Kind wurde gesehen - bekommt dadurch Sicherheit und fühlt sich akzeptiert.

Ist das Kind ein Gehör-Typ, muss es gehört werden. Diese Kinder wollen vor allem gehört werden. Sie sind oft laut, weil sie über die eigene Stimme die Sicherheit bekommen (Schreibabys). Diese Kinder müssen nicht angeschaut werden, sie wollen gehört werden und wollen, dass wir mit ihnen sprechen. Beim reden schauen sie uns nicht in die Augen, sondern drehen das Ohr in die Richtung des Redners. Sie mögen keine lauten Geräusche und Streitigkeiten. Sie können für sie sehr traumatisierend sein.

Ist das Kind ein Verstandes-Typ, zählt der körperliche Kontakt überhaupt nicht. Körperliche Nähe kann für sie sogar sehr unangenehm sein. Diese Kinder wollen verstehen und verstanden werden. Sie sind eher pragmatisch, mögen logische Spiele und brauchen Daten, Fakten, Informationen. Wenn Sie verstanden werden und die Möglichkeit haben, ein Prozess durchzulaufen, fühlen sie sich akzeptiert. Sie brauchen Routine und Prozesse und vor allem logische Erklärungen und Zusammenhänge. Sie neigen dazu, Angst vor Zukunft zu haben (aufgrund von fehlenden Informationen).

Ist das Kind ein Gefühls-Typ, braucht es Gefühle - körperlichen Kontakt. Gefühle sind für sie sehr wichtig - Sicherheitsgefühl, Zugehörigkeitsgefühl etc. Sie haben großes Streichel- und Kuschelbedürfnis.

Natürlich gibt es auch Mischformen. Das hier war nur ein kurzer Abriss von den Grundprinzipien der Kommuniaktionstypen bei Kindern und deren Art und Weise, die Akzeptanz wahrzunehmen.

Es kann sein, dass das Bedürfnis nach Nähe dein eigenes ist aber nicht eins von deiner Tochter. Sie kann es als Drück von deiner Seite spüren (du machst mit ihr etwas, was sie nicht möchte und nicht braucht).
Nehme Sie wahr und beobachte, wie sie sich verhält. Daraus wirst du merken, welcher Kommunikationstyp sie ist und was sie von dir braucht. Gib es ihr so, wie sie es braucht und du baust wieder Vertrauen mit deiner Tochter auf.

Ich wünsche Dir viel Erfolg und viele schöne Momente mit deiner Tochter.

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Meine 2 Kinder kuscheln seit jeher immer mehr mit ihrem Papa. Er strahlt aber auch endlos Ruhe aus. Ich hab mehr Hummeln im Hintern und bin die Spaßigere.
Das spüren Kinder. Meine Kinder sind so gut wie nie mit Körperkontakt zu mir eingeschlafen, außer sie waren wirklich schon hundemüde. Bei meinem Mann klappte das ohne Probleme.
Kann es sein, dass es bei euch auch so ist?
Papa der Ruhige?

Oder erwartest du von ihr zuviel Nähe und bedrängst sie damit, dass du es immer wieder versuchst?

Ist es nur in diesem Bereich oder lehnt sie dich sonst auch ab. Beim Spielen z. B.?

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Hat meine Schwägerin auch gehabt das Problem ABER es war meine Schwägerin die eine sehr ungesunde Art hatte und das Kind Gottseidank einen gesunden Instinkt.
Heute lebt das Kind bei Vater und will mit der Mutter nichts zutun haben.
Du solltest schauen vielleicht mit Hilfe ob es da ein Problem bei dir gibt.
Was sagt der Vater?

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Ich bin auch so. Ich bin in einem liebevollen Elternhaus groß geworden und definitiv nicht geschädigt. Ich bin einfach so. Küssen mag ich nicht wirklich nur ab und an mal und genauso kuscheln kann ich auch nicht lange

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