Taufen lassen?

Hallo,

Heute mal grau, da ich wegen meiner Meinung zu dem Thema schon oft angefeindet wurde.

Also, kurzer Überblick. Ich bekomme das 3. Kind. Die beiden Großen sind 13 und 7. Beide getauft. Kind 1 hatte natürlich auch eine Kommunion. Kind 2 ist nächstes Jahr dran.

Meine Kinder sind getauft, weil das in der Familie meines Mannes so Tradition ist. Sie sind Polen und absolut mit der Kirche verbunden. Daher haben wir damals beschlossen die Kinder katholisch taufen zu lassen. Ich habe das damals hingenommen, um den Familienfrieden (damals war das Verhältnis seeehr angespannt, wir sind sogar weit weg gezogen damit sie nicht weiter in unserer Beziehung hantieren können, nach 13 Jahren weg ist aber das Verhältnis inzwischen total okay) zu wahren.

Wir, also Mann, die Kinder und ich, leben absolut atheistisch, es glaubt keiner an Gott, es ist einfach kein Thema hier, dennoch lassen wir den Kindern da absolute Freiheiten, es gibt sogar Kinderbücher zu dem Thema. Kind 1 möchte eigentlich auch aus der Kirche austreten.

Heute beim Lerngespräch mit Kind 2 kam raus, dass es auch absolut kein Interesse an Religion hat. Es ist mit Abstand das schlechteste Fach. Auf Nachfrage der Lehrerin warum das so ist, antwortete es, dass es nicht interessiert und das alles nicht stimmt.

Jetzt kommt ja bald Kind 3.... Ich habe schon am Anfang der SS gesagt, dass ich nicht taufen lassen will. Mein Mann möchte das aber, denn es gehört dazu in seiner Familie. Mir ist aber wirklich unwohl dabei, einfach weil wir das nicht leben und keiner an Gott glaubt von uns. Und ich finde, seiner Familie damit was Gutes tun müssen wir auch nicht mehr...

Was soll ich machen?

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Oh das ist schwer. Vom Gefühl her würde ich sagen, alle austreten und gut ist.
Aber alle getauft und kirchenzugehörig, außer das jüngste Kind fände ich persönlich seltsam.
Andererseits kann man ja immer noch sagen, wenn Kind 3 will, kann es sich ja später bewusst taufen lassen. (Gerade weil ihr die Erfahrung mit dem Mittleren gemacht habt- dass er überhaupt kein Interesse an der Materie hat)

Lg

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Ich werde am Montag auch austreten, geht ja schnell beim EWO.

Danke für deine Antwort :)

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Ich würde es taufen lassen. Das schadet ja nicht. Es ist Tradition, dein Mann möchte es und ihr seid auch alle getauft.

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Ich persönlich finde schon dass es schadet, denn es presst mein Kind in etwas, was ich selbst nicht vertreten kann.

Mein Mann ist nur dafür weil er sich die Diskussionen mit seinen Eltern sparen will, die uns übrigens offen 'verboten' haben Kirchlich zu heiraten, weil wir eben atheistisch leben.

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Schwierige Frage.

Bei uns ist es ähnlich. Ok, ich bin nicht atheistisch, aber ich brauche keine Kirche zum glauben. Da es Tradition ist und Taufe mir irgendwie schon wichtig (warum weiß ich selbst nicht so wirklich), wurde meine getauft.

Zu meiner Überraschung ist ihr Kirche sehr wichtig. Glaube mit Kirche verbunden und mag auch Reliunterricht.

Ich bin damals in Reli geblieben, weil andere meiner Jahrgangsstufe aus dem evangelischen Unterricht wegen des vielen Lernstoffs gestöhnt haben und wer konnte von Ethik zu irgendeiner Konfession gewechselt sind, weil die vorhandenen Lehrkräfte .... nun ja .... mit vielen kollidierten ...

Für mich war Reliunterricht spannend, weil wir offene Lehrer hatten, andere Religionen kennen lernten und viel über menschliches sprachen.


Was wären denn die Alternativen des Mittleren?
Ok, hierum geht es nicht. Aber man sollte jedes Kind einzeln betrachten, ohne es auszustoßen.

Beim Mittleren würde ich so oder so nach Lösungen suchen: Könnte er trotz Taufe in den Ethikunterricht wechseln? Kann man ihn abmelden?

In einigen Schulen ist es so, dass konfessionslose Schüler: schulfrei haben, an an deren Schulen müssen sie im Ersatzunterricht teilnehmen.


Beim Jüngsten würde ich an eurer Stelle auch überlegen.
Wäre es ein anderer Vater, könnte ich es für mich dem Kind gegenüber damit begründen, dass ihr euch als Eltern einig seid.

Bei gleicher Familie, alle getauft, nur das Jüngste nicht. Schwierig.
Warum durften die alle und ich nicht?
Was, wenn das Kind auf Grund dessen gerade deswegen in Richtung Kirche tendiert?

Ehrlich gesagt würde ich in eurem Fall vermutlich taufen lassen, gucken wie es läuft
und dem Kind die Möglichkeit lassen, dass es später nicht am Religionsunterricht teilnehmen muss oder ihr dann als Familie gemeinsam austretet.

Alternativ: ihr tretet vorher aus, zumindest ihr Eltern oder ein Elternteil und vermittelt so eurem Jüngsten: wir haben zu unserer Entscheidung gefunden, wir stehen dazu. Die Großen sind zwar getauft, aber du bist nicht alleine.

Wenn alle vorerst in der Kirche bleiben, austreten wollen würden, aber nicht tun (weil doch irgendwas am Austritt hindert und sei es nur die Bequemlichkeit), dann würde ich das Jüngste schon taufen lassen. Denn sonst kommt es so rüber: ich darf nicht rein, aber die sagen zwar, sie wollen raus ... aber tun tun sie es doch nicht. Hätte was von Scheinheiligkeit.
Da bin ich als Nesthäkchen aber auch geprägt (in anderen Punkten) und komme mit klaren Handlungen/Tun besser klar als mit groß reden ... aber doch nicht tun .. und ich bin dann nix halbes und nix ganzes.

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Danke für deine sehr ausführliche Antwort.

Wir hatten das Thema gestern Abend noch am Tisch. Natürlich besonders auf den Mittleren und seinen Bezug zum Reliunterricht. Mein Mann würde befürworten, dass er in den Ethikunterricht geht, das ist das, was unser Mittlerer möchte. ABER: damit würde er auch bei der Kommunion ausfallen, da der Kommunionsunterricht hier Teil des kath. Religionsunterricht ist. Das will mein Mann auch nicht, weil (jetzt kommt's, ich hab ihn ungläubig angeschaut und das unkommentiert gelassen): Da gibt's Geschenke und Geld!

Mein Mann und ich wollten schon längst aus der Kirche ausgetreten sein, nach dieser ganzen Misere hier, werde ich am Montag zum EWO und austreten. Vielleicht liegt es an der Schwangerschaft, aber dieses Thema belastet mich gerade einfach zunehmend.

Berührungspunkte zur Kirche gibt es bei uns auch nicht wirklich, wir gehen auch zu den Feiertagen nicht in die Kirche, Feiertage erklären wir eher mit Windersonnenwende und 'Ist halt so' als mit religiösem Hintergrund.

Ach man, das Thema ist nervlich gerade einfach aufreibend.... :(

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Geht bei Euch ein Wechsel zu Ethik, wenn man katholisch oder evangelisch ist?
Das ist hier (BW) nicht möglich.
Konfessionslose Kinder KÖNNEN am Religionsunterricht teilnehmen, getaufte Kinder MÜSSEN am Religionsunterricht teilnehmen.
Ethik ist im Lehrplan der Grundschulen in BW nicht vorgesehen, dafür gibt es das Fach Soziales Lernen.
Dein Mann ist wenigstens ehrlich - getauft wird, weil man es so macht und Kommunion ist wichtig, weil man da Geschenke abgreifen kann.
Mir war das Geld zur Kommunion damals auch wichtiger als der Empfang der Hostie - so ne pappige Oblate schmeckt halt nicht :-p
An Eurer Stelle würde ich konsequent einen Schlussstrich ziehen - alle raus aus der Kirche und Kind Nr. 3 nicht taufen.
Das müssen die buckligen Verwandte doch erst mal überhaupt nicht mitbekommen. Und selbst wenn, wir leben in D, da gibt es Religionsfreiheit und keiner wird benachteiligt, wenn er konfessionslos ist - Ausnahme vielleicht der AG ist ein kirchlicher Träger.
LG

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An eurer Stelle würd ich eher nicht taufen lassen.
Ich steh da hinter dir und kann deinen Mann nicht verstehen. Ihr seit Erwachsen!
Kind 1 ist ja eh nicht interessiert. Wenn Kind 2 in den Ethikunterricht kann oder ähnliches, wär das doch super. Kommunion nur der Geschenke wegen und Geld is völliger Quatsch.

Bei uns ist es etwas anders, aber doch ähnlich: ich bin katholisch getauft, die Kinder auch, wir haben katholisch geheiratet. Mein Mann ist nicht getauft, hat aber sowohl die kirchl. Hochzeit als auch die Taufe der Kinder befürwortet.
So, mittlerweile bin ich soweit, das ich die Traditionen usw der kathol. Kirche zu altmodisch finde und ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen kann, unsere Kinder zur Kommunion gehen zu lassen. An Gott ist zumindest die Grosse (fast 6) teilweise schon interessiert, und ganz aus der Kirche austreten find ich für mich persönlich auch irgendwie, tja befremdlich. Deswegen würde für mich eher ein Übertritt in die evang. Kirche in Frage kommen.
Gäbe es bei uns ein drittes Kind würde ich es evangelisch taufen lassen und wir würden alle übertreten.

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Mich nervt dieses "Aber taufen muss man, weil es alle erwarten!" Nichts muss man!

Eurer Leben, eure Entscheidung. Außerdem finde ich es unmöglich einem Kind so einen Stempel aufzudrücken! Es soll im entsprechenden Alter selbst entscheiden, was es möchte.

Ich bin sehr dankbar, dass mir meine Eltern dieses Stempel nicht aufgedrückt haben und ich selbst entscheiden konnte. Jedoch als sehr realistischer Mensch, hat sich mir der Glaube an ein imaginäres Wesen nicht erschlossen und ich hab Religion für mich abgehakt.

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Ich würde es nicht tun.
Wir haben schon den ersten nicht taufen lassen, obwohl meiner Schwiegermutter das sehr wichtig gewesen wäre, aber sie konnte dann auch damit leben.

Gut, ihr habt jetzt den SE zuliebe die ersten beiden taufen lassen, aber wenn die Gründe für euch nicht mehr bestehen, sehe ich keinen Grund für "Gerechtigkeit".
Der Große ist eh fast religionsmündig, er könnte austreten, wenn er wollte. Dem jüngeren würde ich zumindest die Teilnahme an der Kommunion freistellen.

(Meinen Kindern hab ich allerdings immer gesagt, sie müssen nichts glauben, was ihnen in Religion erzählt wird, aber wissen sollten sie es schon, Grundkenntnisse in Religion (in D Christentum mehr als andere) gehören für mich zur Allgemeinbildung. Einer hat Religion bis zum Abi behalten, zwei haben in Ethik gewechselt.)

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Wenn ich das richtig verstanden habe, dann möchte der Vater das Kind taufen lassen, um seiner Familie einen Gefallen zu tun, deine Schwiegermutter wollte aber nicht mal, das ihr kirchlich heiratet, weil ihr nicht religiös seid?

Hast du deine Gedanken mal mit deiner Schwiermutter geteilt?
Vielleicht sieht sie ja gar keinen Sinn darin, euer Baby taufen zu lassen 🤔

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Wir haben unsere Tochter (mittlerweile 6) auch taufen lassen, aber auch nur "weil man das so macht". Ich dachte damals sie könne ja dann später entscheiden ob sie konfirmiert werden möchte oder nicht. Ich fand das bei mir damals nämlich ungünstig, dass die nicht getauften Kinder einen Tag vor der Konfirmation vor allen anderen getauft wurden.
Mittlerweile finde ich wir hätten es auch lassen können.
Wir Eltern sind beide letztes Jahr aus der Kirche ausgetreten weil wir A nicht dran glauben und B mein Mann teilweise Unsummen an Kirchensteuer zahlen musste.

Unsere Tochter war in einem privaten Kindergarten einer freien Kirche, dafür war die Taufe schon ganz gut. Sie haben viel über Gott gesprochen, aber der Kindergarten war absolut top (kein Vergleich zu den städtischen). Vielleicht war das ja der Sinn der Sache #rofl.

Wie gesagt, unsere Tochter darf dann selber entscheiden, wurde aber erstmal getauft. Sie hat einen schönen Taufspruch bekommen den ich nicht mit Glauben verbinde, sondern eher mit der inneren Einstellung. Ich war richtig froh, als ich ihn gefunden hatte.
Es ist dieser geworden: "Tue deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind."

Bei euch würde ich wohl auch taufen lassen, wenn beide Geschwister getauft sind. Erstens bleibt so der Frieden mit der Familie und zweitens kann sie ja später immernoch austreten.

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Ich würds nicht machen....ich lebe nicht das Leben für andere.
Und das wird und muss mein Mann dann auch so akzeptieren...aber er teilt da Gott sei Dank eh meine Ansichten.

Für uns war das von anfang an klar, wir sind selbst nicht in der Kirche, die Kinder sollen und dürfen ihre Religion selbst entscheiden und somit auch ob sie getauft werden, das geht als Baby ja nicht also sind sie logischerweise ungetauft.

Hat meine Schwiemu vllt net grad toll gefunden, war mir aber egal, zumal ihr einziger Gedanke ja war das sie in einen kirchlichen Kiga soll mit weniger Ausländern....richtig assi, wegen sowas tauf ich sicher nicht mein Kind.

Letzlich war sie ja trotzdem in nem evangelischem Kindergarten, mit ganz vielen Kindern mit Migrationshintergrund und das ist auch gut so gewesen :D
Ja da gabs auch Gottesdienst, den wollt meine Maus auch mitmachen...aber mit Gott hat sie keinen Vertrag...jetzt in der schule wird sie in Ethik gehen.
Sohnemann wird es genauso laufen.

Letzlich denk ich mir, wenn meine Familie mich wegen sowas meidet oder nicht mehr mag, dann soll mir meine Familie den Buckel runter rutschen und mir meine Ruhe lassen ^^ Sowas brauch ich nicht.

LG

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