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>> Er will sich weder morgens noch abends umziehen und Zähne putzen ... bis einer von uns nachgibt. <<

Das Zauberwort heißt Konsequenz - und zwar in Ruhe. Keine Hektik, kein Schreien, keine Dauerdiskussionen mit einem Zweijährigen. Das ist eine Bockphase, da muss man Ruhe, Sicherheit und eine klare Linie zum Ausdruck bringen.

>> Egal ob mit oder ohne Ankündigung. Er weint, schreit, läuft weg und das ganze ist am Ende immer mit Überreden dann Schimpfen verbunden, <<

Zu viel Gedöns. Er weiß, dass man sich anziehen und Zähne putzen muss, das brauchst du nicht jeden Tag wieder anzukündigen und zu erklären. Eine Ankündigung und dann durchziehen.

>> habe Haksschmerzen vom Schreien.... <<

Wenn du schreien musst, dann hast du die Situation absolut nicht mehr unter Kontrolle. Du darfst das verhalten deines Kindes nicht persönlich nehmen und musst vor allem darauf achten, ihn nicht wie einen Erwachsenen zu behandeln. Mitbestimmung funktioniert eben nur in einem gewissen Maße und je mehr mein Kind bockt, desto weniger Mitbestimmung kann es erwarten.

>> Frühstück gibt es nicht mehr, er isst ohne hin immer wie ein Spatz und ich habe keinen Hunger mehr.... <<

Rituale und feste Rahmenbedingungen sind - insbesondere in solchen Phasen sehr wichtig. Jetzt alles einreißen zu lassen, weil ER etwas nicht möchte und es dir zu stressig ist, ist meines Erachtens nach der falsche Weg.

>> Es gibt so gut wie keine gemeinsame Essenszeiten, da er nie mit am Tisch sitzen möchte und lieber spielt <<

Du bist die Erwachsene und für die Erziehung zuständig. Du lässt dein Kind aber machen, was es will. Er hat in dem Moment nicht zu entscheiden, ob er essen oder spielen möchte, sondern du gibst das vor. Weigert er sich zu essen, dann lass ihn aber zumindest am Tisch sitzen.

>> Ich weiss schon gar nicht mehr was ich ihm anbieten soll, denn er will eh nichts außer Obst und Brot in den letzten Monaten essen. <<

Das, was ihr auch esst. Kein gesundes Kind verhungert am gedeckten Tisch und irgendwann wird er Hunger haben und wer Hunger hat, der isst auch.

>> Ich mag nicht mehr mit ihm raus zu gehen, denn er hört NIE auf mich. Das Wort NEIN heisst für ihn du darfst machen was du willst. Er läuft draußen immer weg, wenn ich ihn in der Karre anschnall um schnell irgendwohin zu gehen, schreit er und versucht sich zu befreien. <<

Ja dann schreit und bockt er halt, aber das darf doch auch kein Grund dafür sein, dass du euch zu Hause einsperrst. Er muss lernen, dass gewisse Erledigungen (Einkäufe) und Termine zum Alltag gehören. Dann läuft man eben mit einem bockenden Kind herum. Wenn du willst, dass er im Wagen sitzt, dann immer wieder reinsetzen, anschnallen und dann eben sitzen lassen.

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Kommt mir alles ausgesprochen bekannt vor. Meine beiden jüngeren Söhne waren in dem Alter ähnlich drauf (der Große ganz anders).

Und ich schließe mich philsoos Text an, es gibt einfach konsequenzenresistente Kinder, mit denen es andere Strategien als sture Konsequenz braucht.

1. Entrümpeln: alle Baustellen, die verzichtbar sind, schließen. Zähneputzen muss halt (meistens; wenn es mal gar nicht geht, geht es halt nicht; Gewalt anwenden würde ich nicht, aber alle Tricks wie die genannten Kariesmonster etc.) sein, aber Erledigungen machen kannst du vielleicht, wenn er bei den Großeltern ist, und wenn ihr zuhause seid muss er auch vielleicht nicht angezogen sein. Alles, was dich stresst, reduzieren und die Kräfte nur für wirklich Notwendiges einsetzen.

2. Lass ihn essen, was er will, wann er will (Wenn er zur Essenszeit nicht will, kann er sich später Obst oder Brot oder was aufgewärmt haben, rund um die Uhr kochen würde ich natürlich nicht), aber nur am Tisch, bzw. dort, wo du es erlaubst. Hunger macht nur noch schlechtere Laune.

3. Im Wagen anschnallen oder beim Essen am Tisch sitzen lassen sagt sich so leicht, wenn man ein Kind hat, das das macht;-). Ist aber nicht lustig, ein brüllender Kind rumzuschieben oder am Tisch festzuhalten, gell;-). Wo es sein muss, geht es halt nicht anders, aber wenn es ohne geht, zu es die nicht an.

Was jetzt nicht klappt, ist halt jetzt so. Das lernt er alles später, wenn er besser versteht, warum er etwas machen muss.

Meine sind jetzt 10 und 11, im Grundschulalter würde ADHS diagnostiziert, vielleicht war das ja auch damals schon für das Verhalten mitverantwortlich. Mittlerweile sind sie durchaus einsichtig, mit Argumenten kommt man recht weit bei ihnen. Aber immer noch konsequenzenresistent.

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Also ich denke ein "du musst dies und du musst das" hilft dir wirklich nicht weiter.
Und erst recht kein "du musst konsequent sein" - auch wenn viele das hier sagen, ich kann dir nur raten, dich da nicht zu festzufahren. Denn das meiste tust du dann denke ich einfach aus den falschen Gründen.

Was du brauchst ist ZEIT, RUHE und KRAFT. Dass dein Kind nicht mitarbeitet, wenn du so am Ende bist, ist absolut kein Wunder. Oft drücken Kinder genau das aus, was die Mütter fühlen. Der Unwille darüber, so fremdbestimmt zu sein, einfach mal ausbrechen wollen, schreien, toben..
Du brauchst Hilfe. Am meisten kann ich dir eine Erziehungsberatungsstelle empfehlen. Da kriegst du meist schnell, anonym und kostenlos einen Termin. Schau mal über Caritas oder Pro familia vielleicht. Da kannst du auch mit der Beraterin überlegen, wie du dir mehr Entlastung verschaffen kannst. Denn das ist erst mal das Wichtigste, dass du dich um dich selbst kümmerst, damit du dich dann auch wieder um dein Kind kümmern kannst.

Wenn du mal ein wenig Kraft hast könntest du zu deinem Kind etwas sagen wie "Ich weiß, dass du eine Mutter brauchst, die dich führt. Das habe ich nicht getan und es tut mir Leid. Ich will dir damit nur sagen, dass es nicht deine Schuld ist, dass es zurzeit nicht gut bei uns läuft und dass ich mich bemühe, es zu ändern."
Es geht hier nicht darum, sich selbst als "Schuldigen" darzustellen. sondern nur darum, die Verantwortung zu übernehmen. Denn die liegt niemals beim Kind. Und leider suchen Kinder fast immer zuerst bei sich die "Schuld" und denken, sie sind nicht okay so wie sie sind. Um das zu vermeiden, solltest du so etwas in der Art einfach mal geradeheraus sagen. Auch wenn dein Kind nicht alles versteht oder gar nicht reagiert - die Botschaft kommt mit Sicherheit an.

Ich empfehle das Buch "4 Werte, die Kinder ein leben lang tragen" von Jesper Juul. Sehr einfach zu lesen, nicht sonderlich lang und es ist voller Geschichten von Müttern, die genau solche Probleme haben wie du und Ideen, wie man sich helfen kann.

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Hatte jetzt noch philsoos Beitrag gelesen, den solltest du dir echt zu Herzen nehmen!

Achja was bei mir auch noch klappte, wenn ich wirklich schon mit den Nerven am Ende war und sowieso quasi Hopfen und Malz verloren: Ehrlich sein und das Kind fragen. Vorsicht: Nicht die Verantwortung abgeben!
Also zB beim Anziehen: Du musst angezogen werden. Ich bin erschöpft und habe wirklich keine Idee mehr. Also sag du mir bitte: Wie machen wir das?!
Mein Sohn hatte da schon die tollsten Ideen und nachdem er ganz alleine über das WIE entscheiden durfte, hat er toll mitgearbeitet! zB sagt er beim Windel wechseln oft, ich soll einen Wecker stellen. Wenn der dann klingelt, springt er schon auf, um sich wickeln zu lassen!
Natürlich nicht immer und das ist auch kein Allheilmittel, aber so kriegt man das Kind aus der Defensive, wo es immer nur "Nein nein nein" sagt und es ist auch erstmal kurz Ruhe, wenn das Kind wirklich darüber nachdenkt.

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ich musste gerade lachen, entschuldige bitte und fühl Dich nicht angegriffen. Von der Idee her finde ich es sogar gut aber mir kommt es schon seltsam vor, wenn ich einem 2jährigen sage:
"Ich weiß, dass du eine Mutter brauchst, die dich führt. Das habe ich nicht getan und es tut mir Leid."
Wenn ich das zu meinem 13jährigen Sohn sage, begreift er dieses aber ein 2jähriger ? Aber vielleicht bin ich zu alt und zu altmodisch. Ich für meinen Teil habe nur gemerkt, dass ich wenig Probleme mit den Kindern hatte, wenn ich konsequent und liebevoll mit ihnen umgegangen bin.

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Zu dem Beitrag von philsoo ist nichts hinzuzufügen.
Das Zauberwort heisst nicht „Konsequenz“ sondern „Kooperation“ und das ist keine Einbahnstrasse. Geh auf dein Kind ein, lebe ihm vor, hab Geduld und werde nicht müde, immer neue Wege zu suchen. Es lohnt sich!

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Hallo traurige Eule,

hey, der Kleine ist nicht 27 Monate alt, sondern 2 Jahre und 3 Monate!! Was ich sagen will, du hast ein willensstarkes Kleinkind. Ja aber nicht alles was man will, bekommt man...und da kann er dann Krokodilstränen weinen, soviel er will. Er wird nämlich merken, wenn ich weine, erhalte ich es auch nicht und dann wird er wütend werden und Du bleibst cool und ja, deine Nerven werden blank liegen und du wirst dir alles mögliche wünschen aber halt dies einfach mal ein paar Tage konsequent durch und auf einmal wird sich die Richtung ändern....denn wenn eine Sache solange funktioniert hat, dann benötigt der Kleine ein paar Tage um zu begreifen, es dreht sich nicht immer alles nur um ihn.
Das hört sich gut an ? Ich glaube jede Mutter hat irgendwann mal das Erlebnis gehabt, dass ihr Kind nicht so wollte wie es sollte....es sind halt eigenständige Wesen.
Mit dem Frühstück finde ich nicht so gut. Zumindest sollte man es ihm anbieten und dann ruhig wegräumen.

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Ich wünsche dir ganz viel Kraft😘

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Ich werde es mal überspitzt ausdrücken:
Für mich hört sich das an wie ein Dienstleistungsbetrieb bei dir.

Er darf essen was ER will, er darf spielen wann ER will und darf ins Bett wann ER will.


Thema essen, ich kenne kein Kind dass verhungert wäre weil es was neues nicht essen wollte.
Ganz normales essen kochen, wenn er es nicht einmal probieren mag, o.k.
Dann fällt das Mittagessen eben einmal aus.
Dafür wird er dann abends mehr Hunger haben;-)
Und keine Süßigkeiten zwischendurch wenn er normales schon nicht essen will.


Das mit dem draußen weglaufen ist oft eine Phase.
Ignorieren hilft da oft Wunder.
Wenn er merkt Mama rennt nicht hinterher wird's langweilig.:-p
Suche dir eine Gegend aus wo es keine Autos ect. gibt. z.b. Feldwege dort kann man wunderbar üben und geht kein Risiko ein

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