Ich weiß mit meiner Tochter nicht mehr weiter!

Hall, guten Morgen!

Es geht um meine Tochter. Sie ist 6 Jahre alt, wird dieses Jahr noch 7.
Letztes Jahr wurde sie als Kann Kind eingeschult.
Ich hatte schon zwei reguläre Elterngespräche. Es läuft alles gut. Sie kommt gut mit, kann lesen, rechnen, schreiben.
Es war also die richtige Entscheidung, sie in die Schule zu schicken.

Es gibt aber auch Dinge, die nicht so gut laufen.
Sie vergisst sehr oft Dinge. Hausaufgaben zu machen, oder sie vom Klassenraum mit in die Hausaufgabenbetreuung oder nach Hause zu nehmen. Ihre Hausschuhe. Arbeitsmaterialien usw....

Ich habe mich auch schon auf sie eingestellt, das heißt, ich kontrolliere auch ganz viel.
Ich frage sie, ob und was sie auf hat, gucke mir das an. Ich frage sie, ob irgendwas fehlt, ob sie was neues braucht...
Es scheint aber nicht 100%ig zu funktionieren, weil ich immer mal wieder einen Zettel von der Lehrerin habe.
Zu Hause ist es so, dass sie es nicht schafft, ihr Zimmer in Ordnung zu halten und mir dann erzählt, es wäre alles ok, was aber nicht so ist.
Wahrscheinlich ganz normal für eine 6jährige.

Meine Frage ist: Wie kann ich das am besten regeln, dass sie ihre Sachen nicht ständig vergisst? Sie hat nur spielen im Kopf. Wahrscheinlich auch wieder ganz normal...
Ich möchte sie ja nicht dauernd bestrafen, das hat ja auch keinen Sinn.
Sie macht ihre Hausaufgaben 2 mal die Woche in der Schule und zweimal zu Hause. Freitags gibt es keine.
Wir haben jetzt schon die Regel, dass sie erst die Aufgaben machen muss und erst dann spielen kann.
Eine Bekannte hat mir jetzt vorgeschlagen, dass ich mit einem Belohnungssystem arbeiten soll. Aber Hausaufgaben sind doch normal, da muss ich sie doch nicht belohnen, wenn sie die gemacht hat, oder?
Wie seht ihr das? Ich bin gerade überfordert...

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Och komm, sie ist 6 !!!! Jahre alt #zitter
Ich dachte bei Deinem Text, naja wenn sie jetzt 12 wäre ok, aber 6 :-(
Versuch Dich mal ein bisschen locker zu machen, das was Du schreibst ist kein Weltuntergang und muss halt über lange Zeit erlernt werden.
Strafen find ich total übertrieben, versuch sie so gut es geht zu unterstützen und den Rest lernt sie so oder so, wenn es immer mal Einträge gibt und wenn nicht, mein Gott, sie vergisst halt ab und zu mal was, aber sie lernt, kann lesen, rechnen, schreiben...

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Bei uns gibt es einen Zettel für die Eltern wenn die Hausaufgaben 3 mal vergessen/nicht gemacht wurden.

Wie würdest Du auf so einen Zettel reagieren?

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Naja die Frage ist doch, wie reagiert Deine Tochter? Was sagt sie dazu?

Also wir hatten die Situation so, dass unser Sohn, zu diesem Zeitpunkt aber schon 11, einen Zettel aus dem Gymi brachte, auf dem stand, dass er 28 !!! Mal Hausaufgaben und/oder Arbeitsmaterialien vergessen hat #zitter
Er saß heulend auf der Couch... das war am Anfang vom Gymi, mittlerweile kommen keine Zettel mehr, die Kinder wissen, dass sie selbst verantwortlich sind, Jungs tun sich nochmal schwerer als Mädchen, aber mittlerweile läuft es.

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Ich denke dass das was du beschreibst völlig normal ist.
Mein Sohn ist mir auch schon ohne Jacke entgegengekommen- die hatte er beim Sport vergessen.
Dasselbe war mit seinem Sportbeutel- auch der blieb in der Umkleidekabine liegen.
Mal ist es die Federmappe, die Brotdose , dem Hut....

Meist denkt er aber am Folgetag daran und wird dann dafür sehr gelobt!
Morgens beim Abschied sage ich ihm nochmal woran er denken muss...

Prozentual denkt er an mehr , als was er vermißt.
Das ist für mich in Ordnung, denn er bemüht sich an alles zu denken.

Bedenke es passiert in der Schule so viel Neues udn Aufregendes. Die Kinder lernen so viel und müssen bei ihren Aufgaben soviel denken, dazu das Spiel mit den Freunden in der Klasse usw, dann kann das Eine oder Andere in Vergessenheit geraten.

Ich würde es mit Geduld probieren.

Ggf ins Hausaufgabenheft ein Bild von den vergessenen Dingen malen lassen, damirt sie (wenn sie HA einträgt erinnert wird, dass sie ja noch dies und das einpacken muss)

LG
Karna

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Hallo!
Vielleicht hilft es feiner Tochter, wenn du in ihr Haushaufgabenheft bestimmte Symbole malst für Dinge, an die sie denken muss.

Ein Belohnungssystem kann bei manchen Kindern durchaus sinnvoll sein. Aber für mich klingt es eher so, als ob deine Tochter nicht aus Desinteresse ihre Sachen vergisst, sondern weil sie mit diesen organisatorischen Dingen noch überfordert ist. Dann bringt auch ein Belohnungssystem wenig.
Eine Bekannte von mir hat ihre Tochter vorzeitig eingeschult. Das Mädchen hat auch dauernd ihre Materialien in der Schule vergessen, die Hausaufgaben nicht notiert (Symbolsystem in der 1. Klasse) usw. Die Mutter hat ihre Tochter monatelang jeden Mittag abgeholt und mit ihr in der Klasse geschaut, ob alles im Ranzen ist. Wie sinnvoll das ist, sei mal dahingestellt... Phasenweise hat dann die Lehrerin jeden Mittag kontrolliert, ob das Kind alle Materialien dabei hat.

Ich denke, eine engere Anleitung könnte sinnvoll sein. Zum Beispiel indem deine Tochter sich jeden Mittag das Haushaufgabenheft von der Lehrerin kontrollieren und abzeichnen lässt (sogar an der Realschule meines Sohnes wird in der 5. Klasse ein Mal wöchentlich das Haushaufgabenheft aller Kinder kontrolliert).
Wenn sie etwas vergessen hat, lass sie selbst bei einer Freundin anrufen und das Buch ausleihen/kopieren. Auch vom anderen Kind bereits ausgefüllte Arbeitszeiten lassen sich kopieren und die Lücken anschließend überkleben. Wichtig ist aus meiner Sicht, dass sie mit Unterstützung die Übernahme der Verantwortung lernt, aber eben auch eine engere Anleitung in der Schule hat.

LG Silvia

7

Hallo, zunächst mal vorneweg: Deine Tochter benimmt sich ganz normal :-) Manchen Kindern fällt es leicht sich selbst zu organisieren, anderen schwer, manche schaffen es nie. Mein Sohn war auch immer eher chaotisch. Konsequenz für mich: Ganz nah dran sein, auch wenn es nervt. Zwischendurch habe ich immer wieder lockerer gelassen, um zu überprüfen, ob es klappt, wenn nicht, zurück zur Ausgangssituation. Jetzt ist er 12 und so langsam klappt es... Die Betonung liegt auf langsam ;-)

Ich habe viel mit Konsequenzen gearbeitet, die Grundschule lag bei uns in Laufnähe, sprich, wenn er etwas für die Hausaufgaben vergessen hatte, musste er zurück zur Schule und jemanden suchen, der ihm das Klassenzimmer aufschließt um das fehlende Material zu holen.
Täglich Kontrolle Hausaufgabenheft, evtl. stichprobenartiges Abgleichen mit Freunden.
Das mit den Spielverabredungen hab ich ähnlich gehalten, erst die Arbeit, dann das Spielen.
Zimmer aufräumen? Da muss ich heute noch schwere Geschütze auffahren, aber es wird besser. Schmutzwäsche landet in einem Wäschesack, der an der Tür hängt, da wird abends Unterhosenbaseball gespielt. Wenn er meinte, sämtlichen Müll in seinen Papierkorb zu werfen, durfte er diesen ausleeren und den Müll sortieren, das musste er zweimal machen, seither klappt der Gang in die Küche ausgesprochen gut.
Ja, das ganze könnte ich jetzt fortführen, aber da muss jeder seinen eigenen Weg finden. Wichtig ist, dass Du Dir immer nur ein Thema nimmst, bei dem der (Dein?) Leidensdruck sehr hoch ist, um daran zu arbeiten.

Zum Thema Belohnungssystem denke ich wie Du. Generell arbeite ich sehr gerne mit diesen Systemen, aber hier ist es nicht angebracht, da sich Deine Tochter absolut altersgerecht verhält, ich wüsste nicht, welches Verhalten Du belohnen solltest #kratz

Das wird schon, gib ihr einfach etwas Zeit, sie ist noch so klein und braucht, auch wenn sie "schon" Schulkind ist, einfach noch Deine Unterstützung.

LG Dani

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Danke für Deine Antwort!

Ja, so muss ich es wohl machen.
Ich bin es von meiner großen Tochter anders gewohnt und ich dachte, es läuft weiter so gut :-)
Aber jedes Kind ist anders und darauf muss ich mich jetzt einstellen.

Lg paula

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Hallo,

ich sehe in deinen Ausführungen nun kein allzu großes Problem. "100% ig funktionieren" na welches Kind macht das schon, bzw. erwartet man das wirklich von seinem Kind??
ICh denke es ist doch alles noch im normalen Bereich. Wenn sie hin und wieder die Hausaufgaben vergisst, ob absichtlich oder nicht, dann wird sie dafür i-wann Konsequenzen spüren. Muß sie diese denn trotzdem nachholen? Das würde ich für sinnvoll halten, dann merkt sie bald: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

Ich glaube, das spielt sich alles noch ein. Sieh es nicht ganz so eng!

Ein Belohnungssystem für HAusaufgaben würde ich definitiv nicht einführen!!
LG

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Hallo,

wenn sie letztes Jahr eingeschult wurde, ist sie jetzt in der 2. Klasse. Halte dir bitte vor Augen, dass sie nicht automatisch größer und reifer ist, nur weil sie 1 Jahr eher eingeschult wurde. Sie ist erst 6 !!! Das ist eigentlich noch verdammt klein und keine 6jährige muss perfekt sein und darf auch noch Dinge vergessen.

Das musst du mit der Lehrerin klären.. sprich: wenn sie was Neues braucht, soll die Lehrerin ihr das ins Heft schreiben. Dann soll die Lehrerin kontrollieren, ob die HA aufgeschrieben wurden! Und du bist dafür verantwortlich, dass sie die HA erledigt - wo ist also das Problem? Wenn sie ein Heft vergisst, dass sie für die HA braucht, schreibt ihr sie auf einen Zettel, kopiert sie bei einem Klassenkamerad o.ä.

"Es läuft alles gut. Sie kommt gut mit, kann lesen, rechnen, schreiben." genau das macht eben keine Schulreife aus... da vergessen viele Eltern, dass da viel mehr zu gehört, um schulreif zu sein!!!!

Vielleicht ist das nun einfach die Konsequenz fürs zu frühe Einschulen und es war doch nicht so gut wie ihr dachtet! Da könnt ihr nun nichts mehr dran ändern, aber ihr könnt eure Tochter ein wenig unterstützen und dran denken, dass sie normalerweise gerade mal eingeschult worden wäre!

lg

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mit knapp 6 eingeschult zu werden ist hier in berlin völlig normal (wir schulen den ganzen jahrgang ein) und die allermeisten kinder sind zu diesem zeitpunkt schulreif.

wenn kinder zurückgestellt werden, dann ist es meist unabhängig davon, in welcher jahreszeit sie geboren wurden.
eine freundin meiner tochter ist auch mit 6 in der zweiten klasse (wird dieses jahr noch 7) und wesentlich umsichtiger und ordentlicher als die meisten 7- und 8-jährigen, die dort sind.

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Das ist definitiv nicht der Fall!!!
Das war genau die richtige Entscheidung, sie in die Schule zu schicken.
Sie hätte ein Jahr später genau die gleichen Probleme gehabt.
Es haben mir 5 Erzieher dazu geraten, sie einzuschulen, obwohl die eigentlich gegen zu frühe Einschulung sind.
Meine Nachbarin ist GS Lehrerin und kennt mein Kind sehr gut. Sie hat mir auch dazu geraten.
Daran liegt es nicht.

Wenn sie ein Heft vergisst, dann ist das alleine ihr Problem. Ich fahre nicht durch die Gegend und kopiere Dinge für sie - Sorry!!!
Ich habe noch andere inder und auch noch andere Sachen zu tun.

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habt ihr kein hausaufgabenheft?

bei uns plant die lehrerin am ende der stunde die zeit ein, damit alle kinder ihre hausaufgabenhefte rausholen und von der tafel abschreiben, was zu tun ist. dauert ja nun wirklich keine ewigkeit.

meine tochter macht die hausaufgaben teils im hort, teils zu hause. so oder so kontrolliere ich nach dem abholen, was im hausaufgabenheft steht und was sie getan hat. so ist es absolut unmöglich, dass sie die hausaufgaben vergisst.

ich finde nach dem schreiben von dir, dass eigentlich nicht du überfordert bist, sondern deine tochter. mit 6 hat man halt noch nicht den überblick, was alles zu tun ist. ja, meine 7jährige KANN alleine aufräumen, aber wenn mehr als ein, zwei sachen ausgeräumt sind, fällt es ihr irre schwer. da breche ich mir keinen zacken aus der krone, mich dazu zu setzen und ihr anweisungen zu geben, was zuerst zu tun ist. ihr fällt es so deutlich leichter.

die "jetzt schon" regel, erst die arbeit, dann das spielen halte ich für selbstverständlich. meine tochter darf sich erst eine halbe stunde ausruhen, aber dann gehts an die aufgaben. wenn die tasche für den nächsten tag vorbereitet ist, kann sie spielen.

ich finde sowohl belohnungen als auch strafen in dem zusammenhang nicht angemessen. ich würde lieber ursachenforschung betreiben. wieso ist es nicht möglich, ein system zu finden, mit dem du als mutter herausfindest, was dein kind auf hat?

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Jetzt antworte ich nochmal auf Dich direkt (habe ja schon in einem "Nebenstrang" geschrieben).

Ich kann Dich total verstehen, weil es mir mit meiner Tochter eben auch so geht. Nur dass sie schon 9 ist.
Ich kenne das alles, was Du beschreibst, inkl. Chaos im Kinderzimmer.

Ich kann es mir nur so erklären: dass auch entsprechndes Chaos im Kopf herrscht.
Bei meiner Tochter kommt hinzu, dass sie eine LRS hat. Vielleicht ist sie in der Schule so konzentriert auf andere Dinge, dass sie bestimmte Sachen einfach vergisst. Anders kann ich es mir nicht erklären.
In der 1. Klasse hatte sie eine gaaaanz ordentliche Freundin neben sich, die hat immer mit aufgepasst, dass meine Tochter auch ja alles aufschreibt. Das hat sie jetzt leider nicht mehr.

Ich halte auch nix von Belohnungen für gemachte Hausaufgaben. Allerdings auch nichts von Strafen. Ich denke, die "Quittung" für nichtgemachte Hausaufgaben sollte von der Schule kommen und dann aber an den Schüler gehen (bisher geht sie immer an MICH!).

Nochmal an alle: der Knackpunkt liegt hier m.E. NICHT an der Mutter!

Es gibt doch ein Hausaufgabenheft! Es wird genügend kontrolliert!
Man kann aber nur das kontrollieren, was da ist bzw. aufgeschrieben wurde, von dem man weiß! Steht nix im Hausaufgabenheft (was sicherlich vorhanden ist), kann man auch nicht fragen, ob die HA erledigt wurde! Ist das Blatt/Heft nicht da, kann man auch hier die Erledigung nicht kontrollieren!

Eine wirklich hilfreiche Lösung bzw. ein Tipp wäre auch mir sehr willkommen.

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Hallo!

Vielen Dank für deine Antwort!
Heute, als ich ihr Zimmer aufgeräumt habe, wusste ich, dass es sich in den nächsten 5 Jahren nicht ändern wird.
Ich muss einfach öfter kontrollieren und mit ihr zusammen aufräumen.

Das wird mit der Schule ähnlich sein.
Trotzdem werde ich nachmittags nicht in der Gegend rum fahren, um Blätter zu kopieren.
Vergisst sie ein Heft oder Buch, hat sie Pech gehabt.

Sie ist eben anders als ihre Schwester. Bei der hat alles geklappt, ich musste nichts kontrollieren. Ordentliches Zimmer, ordentlicher Ranzen, Mappen usw.
Hausaufgaben immer gemacht, gute Noten, immer alles dabei...
Tja, man kann nicht alles haben :-)