Eure Meinung : Kind stört Krippenspiel

Hallo zusammen und frohe Weihnachten! :-)

Mich würde eure Meinung zu folgender Situation interessieren...ich kann nicht einschätzen, ob das diese selbstbestimme Erziehung auf Augenhöhe ist, oder gar keine Erziehung oder was auch immer - wie seht ihr das?

Ich war gestern bei einem Krippenspiel der Nachbarschaft, das von Erwachsenen und Kindern (ca 5 bis 12 Jahre alt) gemeinsam draußen aufgeführt wurde. Wetterbedingt gab es ein paar Pannen, aber insgesamt haben sie es wirklich schön gemacht. Es waren bestimmt 40 Leute da, darunter logischerweise viele Kinder, auch sehr kleine. Die meisten Kinder waren bei ihren Eltern auf den Arm oder an der Hand, fragten ab und an etwas, riefen auch mal laut, aber das stört ja nicht, ich finde das auch völlig normal und ein erstauntes "Mama, guck mal, der Engel ist doch Frau Schmitz!" hat für viele Lacher gesorgt. Insgesamt wirklich eine schöne, lockere Stimmung.

Störend fand ich allerdings ein Kleinkind (geschätzt 2 Jahre alt), das nicht nur hin- und herlief - was dazu führte, dass der ca 2m-große Papa ständig durch die Reihen stiefelte - sondern auch einfach mal direkt ins Krippenspiel reinrannte (zwischen Stall und Zuschauern waren ungefähr 5 Meter freie Fläche), die Maria anquatschte, den Esel streichelte...einige Zuschauer schmunzelten, ich zuerst auch. Nach einigen Minuten fand ich das gar nicht mehr lustig, es störte mich. Papa stand schräg neben mir mit dem älteren Kind und lächelte seelig. Ob das ältere Kind (geschätzt 4 Jahre alt) jetzt auch Aufmerksamkeit wollte oder das Benehmen der kleinen Schwester peinlich fand, weiß ich nicht, jedenfalls lief es dann einfach auch mal in die Szene und brüllte mehrfach den Namen des Kleinkindes und "komm jetzt!", das wiederum führte dazu, dass die Hirten, die gerade zum Stall kamen, total irritiert waren. Die Hirten-Schauspieler waren allesamt Kinder, eins war so verunsichert, dass es den Text vergaß und deswegen die Tränen in den Augen stehen hatte...seine Mutter kam schnell und tröstete und flüsterte den Text, das Kleinkind und die ältere Schwester, immer noch mit im Stall stehend, wurden dann von dieser Mutter freundlich aber bestimmt mit an die Seite genommen. Papa nimmt sie lächelnd und grinsend in Empfang und sagt "Wo warst du denn? Beim Christkind?"...
Wenig später steht das kleine Kind bei mir und zieht an meiner Hose, ich habe mich gebückt, kurz mit ihm geredet, das Kind fasst mir ins Gesicht, ich halte sein Händchen fest und lächel und will gerade nett sagen, dass ich das nicht möchte, da sagt die Oma (vermute ich) "Ja, xy, mach mal Möööp bei der Frau, mach mal Möööp an der Nase!" Ja, ich bin dann wieder aufgestanden, das ging mir zu weit. Habe das Kind dann ignoriert bis ich scheinbar uninteressant wurde und es woanders hinlief.

Was sagt ihr dazu? Bin ich zu streng und "kinderfeindlich"? Ich finde nämlich, das geht gar nicht! Klar, die Story von dem "Theaterstück" kenne ich, daher ist es nicht so schlimm, dass ich nicht alles mitbekommen habe. ;-) Aber so insgesamt...wie würdet ihr euch verhalten, wenn ihr mit eurem Kind / euren Kindern zum Krippenspiel geht oder zu einer ähnlichen Veranstaltung, die extra für Kinder stattfindet? Macht ihr das vom Alter abhängig? Ein Baby schreit, wenn's schreien will, logisch, ein Kleinkind versteht auch nicht immer, dass es leise sein soll - wie verhaltet ihr euch dann? Bin gespannt auf eure Meinungen und Ansichten!

Liebe Grüße und schöne Feiertage noch, Truly

(übrigens, bevor man mich fragt, wieso ich denn zum Krippenspiel gehe, wenn mich Kinder stören und ich selber ja keine habe: 1. stören mich Kinder grundsätzlich nicht, es waren nur diese zwei, der Rest war super! und 2. war ich da, weil meine Mutter es mit organsiert hat und ich einige Kinder auch kannte)

1

Hallo,

hätte mich auch gestört und Mööp an meiner Nase mag ich auch nicht.

Ist so doof wie manche im Zoo: Na Julius?Mach ma ey bei der Mäh und tu ma die Omma winken!#augen

Ich mag Kinder,hab selbst eines.
Ich mags aber auch wenn sie erzogen sind und an meiner Nase mag ich kein fremdes Kind.

l.G

2

Hallo,

ich würde meine Tochter nehmen und mich etwas vom Geschehen entfernen. Sollte sie wieder zurück wollen dann nur, wenn sie bei mir bleibt. Ich würde sie nicht (mehr) einfach laufen lassen. Auch würde ich ihr sagen, dass sie fremden Leuten nicht ungefragt ins Gesicht fassen soll. "möööp" geht in meinen Augen gar nicht.

vg, m.

3

Also das hätte mich auch gestört vorallem wenn das so unfähige Eltern daneben stehen.Und ich hab selbst ein Kind ;)
Mir geht es auch oft beim Kinderarzt so dass ich mit dem Kopf schütteln muss.Neulich war da ein Junge (ca 3-4Jahre) und war am klettern,unter ihm ein Kleinkind am krabbeln (ca 1 Jahr) und der Junge tritt ihr mehrfach (nicht sehr doll,aber egal) gegen den Kopf.Der Papa vom Jungen steht auf und sagt mit einer Engelszunge "Ach Süßer,nicht machen"...na das hat bestimmt Wirkung gezeigt.Wäre mein Kind getreten worden wäre mir der Kragen geplatzt.Es ist leider noch der Trend der antiautoritären Erziehung und dass die Kinder immer im Mittelpunkt stehen müssen und am besten alles bekommen was sie wollen...

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Wenn das Baby schreit oder das Kleinkind stört, würde ich gehen. Bzw. dem kleinen Kind nochmal sagen, dass das nicht geht und wenn es dann weiter macht: gehen.
Das Verhalten der Eltern/Verwandten finde ich nicht angebracht!

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Hallo,

ich finde das Verhalten des Kindes nicht ungewöhnlich. Ich kann verstehen, dass ein 2-jähriges Kind (bzw. manche 2-jährigen Kinder) noch nicht so lange stillstehen und einem Krippenspiel folgen können.

Mein Sohn ist auch zwei. Ich wäre mit ihm einfach ein Stück weiter weg gegangen oder hätte ihn anderweitig beschäftigt und erklärt, dass die Kinder beim Aufführen des Krippenspieles nicht gestört werden möchten (z.b. weil sie sonst den Text vergessen).

Im Prinzip finde ich es völlig normal, dass solche Situationen mit Kind nicht immer nach Plan verlaufen. Aber irgendwo wäre dann die Grenze für mich erreicht (z.b. wenn ich das Gefühl hätte, die anderen Kinder oder Eltern fühlen sich dadurch gestört).

Mir ist Erziehung auf Augenhöhe übrigens sehr wichtig. ;-) Rücksichtnahme gehört da aber auch dazu. Man muss einem Kind in so eine Situation nicht mit Strafen oder Konsequenzen drohen, sondern man muss einfach akzeptieren, dass es in diesem Moment noch nicht reif genug ist so einem Krippenspiel ohne Störung zu folgen (vielleicht war das Kind auch nur an diesem Tag so aufgedreht, das weiß man ja nicht. War letztendlich nur eine Momentaufnahme).

Viele Grüße

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Das Verhalten des Kindes finde ich auch nicht ungewöhnlich! Das Verhalten des Vaters und der Oma aber umso mehr. Und das ältere Kind möchte dann eingreifen und stört ebenso, auch komisch.
Wie du sagtest - du würdest kurz gehen. Selbiges haben die anderen hier geantwortet. Und genau das würde ich auch tun und von Eltern erwarten. Kinder schreien, laufen, verhalten sich manchmal "unangebracht" und ich finde es ist die Aufgabe von Eltern, dann entsprechend einzugreifen. Was heißt denn Strafe für dich? Die Ansage "Wenn du nicht still sein kannst und immer weglaufen willst, müssen wir nach Hause gehen" ist ja auch eine negative Sanktion oder Erpressung, aber in meinen Augen absolut korrekt.

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Naja, ob das so korrekt wäre... Damit würdest du das ältere Geschwisterkind ja auch bestrafen. Und warum muss man hier strafen? Einfach etwas weiter weg gehen, mit der Erklärung, dass man sonst stört, reicht doch völlig.

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Eindeutiges Fehlverhalten des Vater,das geht garnicht
Sowas kann einmal passieren ABER normalerweiße wird das Kind von den Eltern dann "eingefangen" und es wird aufgepasst das es nicht wieder wegläuft,wenn es garnicht geht geht man halt
Der Vater scheint einer der "Es ist ein Kind (da kann ich nichts machen)" Sager zu sein die somit jedes Verhalten des Kindes begründen und sowelche kann ich garnicht hab

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Die "interessanteste" Stelle dieser "Geschichte" finde ich die, bei der ein 4jähriges Geschwisterkind den Erziehungsauftrag am 2Jährigen versucht wahrzunehmen (statt Vater und Oma, die offensichtlich ja anwesend waren...)

DAS ist irgendwie alles ziemlich erschreckend!

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Hallo,

naja, mit der Erziehung zum still sitzen und ruhig sein, klappt das in dem Alter eher selten. Dann muss man aber mit dem Kind raus/woanders hin gehen, um die anderen Leute nicht zu stören.

Dass das Kind noch aufgefordert wird, fremden Leuten auf die Nase zu drücken, geht natürlich gar nicht. Da braucht wohl die Verwandtschaft dringend bessere Erziehung.

LG

Heike

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Ja, die nette Großmutter hat sehr irritiert geguckt, als ich dann einfach wieder aus der Hocke hochgekommen und mich wortlos umgedreht habe. Dass ich in die Knie gegangen bin und dem Kind freundlich lächelnd "Hallo" gesagt habe, machte wohl den Eindruck, dass ich keine Grenzen kenne?! Das hat mich sehr geärgert...
Aber wer nicht merkt, dass ein Kleinkind, das ins Krippenspiel rennt und den Stall aufmischt, stört, der versteht wohl auch nicht, warum man nicht von fremden Kindern ins Gesicht gefasst werden will...sowas ist für mich nicht nachvollziehbar, gar nicht. Es beruhigt mich, dass ihr alle das auch so seht! :-)

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ich hätte mir mein 2jähriges geschnappt und wäre eine runde um den block gegangen (vorausgesetzt, es gab einen "aufpasser" für das 4jährige kind, die oma war ja anscheinend noch da).
"möööp" von fremden kleinkindern finde ich auch nicht angenehm....
lg

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