Meiner Tochter fehlt der "Ernst"

Hallo ihr Lieben!

Ich wende mich heute mal an euch weil mich meine 7jährige Tochter zur Zeit echt fordert und ich oft mit meinem Latein am Ende bin :-(
Jetzt meine Frage, ist es wirklich normal dass ein Kind in diesem Alter keine Sache wirklich ernst nimmt und konzentriert dabei ist? Egal ob Schule (geht in die 2. Klasse) oder Hobbys (Cello spielen, Voltigieren und Ballett). Sie blödelt so oft herum und scheint sich für alles andere zu interessieren, nur nicht für das was sie gerade macht. Anmerken möchte ich gleich dass sie ihre genannten Hobbies bereits das zweite Jahr lang betreibt und das auf ausdrücklichen Wunsch ihrerseits. Z.B. in der Schule: laut Lehrerin ist sie 50% der Zeit geistig abwesend (was ich durchaus glaube) und nur ihrer Klugheit ist es zu verdanken dass sie trotzdem problemlos mitkommt und sich die "verpasste" Information einfach selbst dazureimen kann.
Oder beim voltigieren: die anderen Mädels dort schauen was die großen für Übungen machen, und versuchen sich da was abzuschauen und nachzuturnen. Meine Tochter rollt während dessen lieber mit dem Gymnastikball im Sand herum und macht ihr eigenes Ding. Ich schau ihr schon gar nimmer zu weil mich das sooo wütend macht :-[:-[:-[

Also sie ist einfach noch so kindlich für ihr Alter (im Vergleich zu ihren gleichaltrigen Freundinnen). oder ist sie einfach so eine Träumerin und das bleibt ihr? (was ich nicht hoffe) #zitter#zitter

Auf der anderen Seite ist sie bockig wie eine Pubertierende, zickt herum wenn ich was verbiete und Konsequenzen wie Hausarrest, Nintendo-Verbot usw. scheren sie nicht im geringsten. Dann sitzt sie halt stundenlang im Zimmer, malt und hängt ihren Tagträumen nach oder liest.

Bitte bitte sagt mir dass mein Kind in den nächsten 1-2 Jahren lernt mit ein bisschen mehr Ernst bei der Sache zu sein denn sonst werde ich ihr wohl alle Aktivität (bis auf Schule ;-)) streichen :-(

#winke
Daniela

1

#winke

Das klingt für mich eher nach "Freizeitstress" und "Überforderung".
Klar, dein Kind hat sich seine (anspruchsvollen) Hobbys selber ausgesucht.
ABER: Kein Kind kann es abschätzen, wie sehr einen gerade solche Hobbys (gerade Cello und auch Ballett sind ja sehr übungsintensiv!) doch auf die Dauer fordern, wenn man darin gut sein möchte.

Die Folge (in Musikerkreisen, nennt man das Übungskrise!): Deine Tochter schaltet einfach ab!
Und zwar überall.

Mein Rat wäre: Überlegt zusammen, welches Hobby (eines reicht in dem zarten Alter!) sie behalten möchte, die anderen streiche.

Lass ihr dafür mehr Freiraum zum träumen, spielen und Kind sein.

LG
Eichkatzerl

2

Hallo,

ich kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen:

" Anmerken möchte ich gleich dass sie ihre genannten Hobbies bereits das zweite Jahr lang betreibt und das auf ausdrücklichen Wunsch ihrerseits"

Und? Wenn deine Tochter sagt, es ist ihr "ausdrücklicher" Wunsch, den Mount Everest zu besteigen (ohne Eltern), dann erlaubst du es ihr auch?

Kinder wünschen sich soooooooooooo Vieles "ausdrücklich". ohne zu ahnen, welche Konsequenzen das hat.

Es ist Aufgabe der Eltern, den Wunsch nach Hobbys zu filtern, so dass der Aufwand für die Hobbys (mit Übungs-/Trainingszeit) in einem altersgerechten Maß bleibt.

Und DREI Hobbys (vor allem so übungsintensive) für eine 7Jährige schaut mir schon sehr nach überehrgeiziger Mutter aus.

Streich Cello oder Ballett, je nachdem, was deiner Tochter nicht so wichtig ist.
Und mehr als zwei zeitinsensive Hobbys sollten es nie sein.

LG,
J.

3

warum muss man mit 7 etwas so ernst nehmen, was doch eigentlich spaß machen sollte? und was ist verkehrt daran, mit 7 kindlich zu sein?

ich finde, schule und drei zeitintensive hobbies sind ein ganz schön straffes programm, so viel konzentration könnte nicht mal ich aufbringen und ich bin 40.

4

Hallo.

>>> warum muss man mit 7 etwas so ernst nehmen, was doch eigentlich spaß machen sollte? <<<

Warum sollte sich das ausschließen.
Meine 5-jährige Tochter geht u.a. zum Ballett ... in einer sehr strengen Ballettschule mit Kleidervorschrift, Disziplin etc ... und man hat im Unterricht nicht zu blödeln und sich auf die Stunde zu konzentrieren, sprich sie soll es ernst nehmen ... und dennoch macht es ihr Spaß.

LG

5

eben - deiner tochter macht es spaß. ich hab mit 6 mit dem reiten angefangen und es hat mir so viel spaß gemacht, dass ich, ohne es als "konzentration" zu empfinden, mitgemacht hab. da herrschte ein ordentlicher kasernenhofton, aber das gehört eben so, das war auch ok.

wenn ein kind so viel rumblödelt und offensichtlich keinen richtigen bock hat, dann ist es entweder einfach nicht das richtige oder das programm ist zu voll. ich finde 3 aktivitäten plus schule echt viel. wann ist da noch zeit zum klein sein (denn mit 7 ist man ja nun mal auch noch klein...), zum albern sein, zum freunde treffen, zum spielen ohne zielvorgabe?

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Naja, wenn sie 'trotzdem problemlos mitkommt' wieso sollte sie 100% Konzentration aufbringen? Was ist denn die Steigerung von 'problemlos mitkommen'? 1+ statt 2? Die Beste statt einer guten Schülerin? Wofür? Was ist ihr Ziel? Vielleicht ist schon da.

Hobbies: Nimmt sie an Wettbewerben teil? Hat sie ein Ziel?

Und nein, man braucht nicht ständig ein Ziel. Voltigieren kann sehr viel Spass machen, auch wenn man nicht die Beste ist. Wieso willst Du es ihr streichen? Weil sie Dein Ziel (was ist das eigentlich?) nicht teilt?
Ich verstehe durchaus, das Du Deine blödelnde Tochter siehst und denkst 'Für das was sie jetzt tut, braucht sie keine teuren Reit-/ Cello- / Ballettstunden' und vielleicht braucht sie die wirklich nicht. Vielleicht findet sie es nur ganz 'nett', während Du Begeisterung erwartest.

Grüsse
BiDi

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Hallo Daniela
Meine fast 6-Jährige Tochter möchte auch -ausdrücklich-: Reiten, Schwimmen, Fussball spielen und zum Judo, Singen und Ballet. Musikinstrumente hat sie noch nicht für sich entdeckt, aber sie möchte als 13. Mensch auf dem Mond landen (vor allem letzteres ganz unbedingt).

Sie darf im Moment: Schwimmen (weil ich es wichtig finde und sie es liebt) und zum Singen. Bei beiden Sachen kaut sie auf Ihren Haaren rum und schaut zwischendurch Löcher in die Luft. Bei kleinen Konzerten mit Ihrem Chor zuppelt sie auch immer mal wieder an ihrer Kleidung rum und verpasst den Einsatz.

Na und???? Das ist doch super-süss :-). Sie liebt diese Sachen, sie geht immer gerne hin, sie hat schon viel gelernt, aber sie ist ein kleines Mädchen, keine Profi-Schwimmerin und auch kein Musical-Star.
Vielleicht braucht Deine Tochter aber wirklich mehr Zeit zum Träumen? Hausarrest scheint ihr ja nichts auszumachen (Gott-sei-Dank, denn diese Strafe hat ja nicht sonderlich viel Sinn ;-)), hätte es mir als Kind auch nicht, solange man mir mein Buch gelassen hätte.
Lass sie Kind sein.
LG Paula

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"Also sie ist einfach noch so kindlich für ihr Alter"
Sie IST noch ein Kind.

Cello+Voltigieren+Ballett muss nicht sein.
Deine Tochter scheint ein Mensch zu sein, der Probleme aussitzt, da machst du nichts.
"Bitte bitte sagt mir dass mein Kind in den nächsten 1-2 Jahren lernt mit ein bisschen mehr Ernst bei der Sache zu sein"
Das kann dir niemand vorhersagen, wenn deine Tochter so eine LMA-Einstellung hat, kann es sein, dass sie diese die nächsten 20 Jahre beibehält. Dann hast du eben Pech, nichts mit Abitur, kannst dann froh sein, wenn sie einen mittelmäßigen Realschulabschluss macht und irgendeine Lehrstelle findet, wenn es bei ihr nicht beizeiten klickt.

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Ist nicht böse gemeint, aber da kommt mir grad ein Zitat von Jan-Uwe Rogge in den Sinn:

Der da oben hat es so eingerichtet, dass Kinder und Eltern zu einander passen. Da sind Eltern, immer so hopphopp, zackzack. Aktiv, dynamisch und immer auf Draht. Und was kriegen die: Eine Schnecke. Die schleicht dann die Treppe hinunter und guckt Löcher in die Luft.

Die Schnecke bleibt eine Schnecke, da kann man nix machen. Und in zwanzig Jahren findet die Schnecke einen Mann. Dann dauerts noch 7 Jahre, bis die beiden endlich zusammen kommen. Schliesslich ziehen sie zusammen, kriegen ein Kind. Und das ist dann eines von der Sorte Hopphopp, zackzack

lg thyme

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Erwischt ;-)

das werde ich mir auf jeden Fall merken!

Es grüßt, die Schnecke, die immer wieder gefragt wird, wie sie/ich soooo ruhig bleiben kann #rofl

(wobei als Kind war ich auch hopp hopp zack zack und meine Mutter die ruhigere. Je mobiler mein Kind wurde, desto ruhiger wurde ich #kratz aber das Mischungsverhältnis passt wiederum zu deiner geposteten Theorie) #winke

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ERNST kann sie noch das ganze Leben sein... Lass ihr doch eine unbeschwerte Kindheit. Warum ist es denn so wichtig. Dass sie beim Voligieren hochkonzentriert zukuckt, solange sie ihren part achtsam meistert? Ich glaube es fehlt eher dir die Lockerheit als ihr Der Ernst!

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Guten Morgen!

Vielen lieben Dank für eure Antworten.
Ich möchte nur noch schnell ein paar Sachen anmerken.
Zeitintensiv sind die Hobbys meiner Tochter nicht wirklich. Gut, Cello sollte sie täglich 15-20 Minuten lang üben (was wir aber eh nicht jeden Tag schaffen), Ballett hat sie 1x wöchentlich 50 Minuten da gibt es nichts zu üben und genauso ist es mit voltigieren 1-2x 1,5 Stunden pro Woche je nach Lust und Laune.
Freizeit die sie mit ihren Freunden verbringt hat sie auch genug. Sie ist eigentlich (bis auf Mi. wo sie ihren Hobbys nachgeht) jeden Nachmittag draußen mit Freunden beisammen.
Ich glaube sie ist vom Charakter her einfach jetzt schon ein kleiner "Lebemensch" und noch ziemlich verträumt #schwitz
Es ärgert mich halt ein bisschen weil sie eben ihr Potential nicht ausschöpft. Aber was solls, drängen lässt sie sich sowieso zu nichts und wie viele von euch bereits sagten. Sie ist ja "erst" 7 Jahre alt geworden.

lg

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Hi.
Kennst Du meinen Mittleren? Er ist neun und ganz genauso wie Deine Tochter...#cool
Für uns wars ungewohnt; mein Mann und ich sind auch ganz-oder-garnicht-Menschen, unser Großer und der Kleine auch...
Aber unser Rumpel und die Lütte leben nach dem Motto "komm ich heut' nicht, komm' ich morgen"...
Damit mußten wir uns erstmal anfreunden - Lehrer, Trainer (erst Judo, jetzt Handball) auch!
Wir wissen inzwischen, wo Motivation und auch ein bißchen (wohlgemerkt nur sanfter) Druck nötig sind, ansonsten lassen wir ihn.
Er ist halt jemand, den man als zerstreuten Professor bezeichnen kann und diese Sache mit dem Potential....
Naja, seine Lehrerin meinte, er wäre cleverer, als er sich gibt - aber halt auch (noch) ohne großen Ehrgeiz, ausser etwas interessiert ihn!
Und was ihn interessiert, lernt er blitzschnell (er liebt zb Axolotl - und hat so ziemlich alles darüber gelesen, sich über Haltung, Herkunft etc toll informiert; wir könnten theoretisch eines kaufen und er wüßte, wie man sich richtig um sie kümmert) -aber wehe, ihn interessiert das Thema nicht#schwitz
Oder man gibt ihm eine Rolle Klebeband, ein Blatt Papier und drei Klorollen und er bastelt einem eine Roboter mit beweglichen Armen und Beinen (MacGyver-mässig)
Tja, wir lassen ihn... Wir achten darauf, dass die Schule nicht vernachlässigt wird, Lehrer und Trainer kennen ihn auch und motivieren ihn und ansonsten - es muß auch Künstlerseelen geben **gg**
GlG, Locke

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Hallo,

"Es ärgert mich halt ein bisschen weil sie eben ihr Potential nicht ausschöpft."

muss man denn immer sein Potential ausschöpfen?

Das habe ich in der Grundschule gemacht. Dann gemerkt, dass es mir nichts bringt und letztlich hab ich das Abi vergeigt :-p

Hätte ich es in der Grundschule mal lieber laufen lassen und mein Potiential dann ausgeschöpft, als es wirklich darauf ankam, hätte ich beruflich heute mehr davon ;-)

Meine ist jetzt 5 Jahre alt. Ob sie ihr potential ausschöpft, weiß ich nicht.
Aber so lange sie sehr gerne zum Vor-Judo und die Musikschule geht, werde ich sie lassen. Einfach weil es für sie ein Stück Lebensqualität durch Freude ist und ich es finanzieren kann.

Ob sie später bei Meisterschaften teilnimmt oder ein Instrument auf Konzertniveau lernen wird oder wie ich einfach ein paar Töne zu Weihnachten klimpern wird, weiß ich nicht.

Die Frage, die ich mir DANN stellen werde ist, ob ich einem Wettkampf zustimmen werde. DA ist dann die Frage: nimmt sie es ernst und trainert dafür, weil sie SELBST das Ziel erreichen möchte! oder soll der Sport für sie Ausgleich zur leistungsfordernden Schule sein, wo sie sich zwar an die Regeln halten soll, aber gar nicht erst ihr potential ausschöpfen möchte, sondern einfach ein Hobby als Ausgleich haben.

Meine Hobbys betreibe ich inzwischen auch nur noch als Freizeit, als Ausgleich.
Mein Potential habe ich durch Leistungsdruck im Beruf auszuschöpfen und in der Organisation mit Kinderbetreuung und Arbeitszeit (da flexible Arbeitszeiten). Da kommt mir ein entspannendes Hobby, wo ich könnte, aber nichts LEISTEN will, sondern es zum Reinen Vergnügen mache, gerade recht.

Und deine scheint ja mehr Potential zu haben, das sie auch mal ruhen lassen kann.

Ehrlich gesagt fände ich es anstrengender, wenn sie täglich sich sehr anstrengen MÜSSTE, um mit den anderen mitzuhalten. So hat sie den Vorteil, dass sie auch mal gut aufholen kann.

Vorsicht ist allerdings da geboten, dass sie es in der Schule nicht zu sehr schleifen lässt und die Lücken nicht mehr aufholbar werden.

was mich auch interessieren würde: schöpfst du denn DEIN Potential täglich aus? ;-)
ich jedenfalls nicht und erwarte es auch nicht von meinem Kind. Anstrengen bei wichtigen Aufgaben, die sein MÜSSEN, und probieren ja. Aber nicht das Potential ausschöpfen.

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