Selbstbewusst erziehen

Hallo,

Nachdem ich so manche Kinder/Jugendliche in meiner Familie beobachtet habe oder im Bekanntenkreis, ist mir aufgefallen das sehr wenige selbstbewusst sind. Dabei ist es egal aus welchen Verhältnissen sie stammen.

Und nun stell ich mir die Frage, wie erziehe ich meine Tochter, damit sie eine gute und gesunde Portion Selbstbewusstsein entwickelt. Kann man das steuern? Wenn ja wie?
Versteht mich nicht falsch oder haltet mich für blöd, aber ich finde es erschreckend das es so viele Kinder gibt die eben diese gesunde Portion nicht besitzen.

Lieben Gruß

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Hi,

ich denke es ist aber auch eine Typ- Sache.
Wir haben Zwillinge (m/j) die unterschieldicher nicht sein können, obwohl ich beide gleich erzogen habe#schwitz naja, wenigstens versucht.

Er ist total der Bühnen- Typ, ohne scheu stellt er sich auf die Bühne und spielt sein Programm ab. Unser Mädel ist seeehr schüchtern, die wir auch immer bestärken....

Es muss halt beide Sorten von Menschen geben, wäre ja auch furchtbar, wenn alle selbstbewusst sind.

Lisa
P.S. tu Dein Bestes aber krempel Dein Kind nicht um!

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Einen Tip habe ich:

Lasse die Gefühle Deines Kindes zu und bestärke es darin, allerdings heisst das nicht, dass es machen kann, was es will.

Beispiel:

Meine Tochter war verabredet. Kurz vorher sagt ihre Freundin ab.
Sie ist sauer und wütend und wirft mit Spielzeug und schreit rum.

Ich knie mich zu ihr (Augenhöhe!!) und sage ihr, dass es vollkommen in Ordnung ist, dass sie traurig und auch wütend ist, dass es aber nicht in Ordnung ist, wenn sie mit Sachen rumwirft oder schreit.

Ich merke dann immer, dass ihr das gut tut, wenn ich sie in ihren Gefühlen bestärke und unsere Tochter ist auch nicht sonderlich schüchtern.

Bei den ganz kleinen mache ich es auch schon so, ausserdem helfen sie immer so gerne und das lasse ich dann auch zu, auch wenns dann ewig dauert oder etwas zu Bruch geht.....

Unser Sohn (2) hat heute sämtliche Schrauben aus seinem alten Bettchen geschraubt (wir haben es abgebaut und er wollte helfen), er war stolz wie Oskar.
Ich ging zu ihm und sagte, dass ein Kinderfilm läuft.
Zitat: "Nein, geht nicht, ich arbeite!"

Naja, ansonsten halt das übliche, was uns die Supernanny bis vor einiger Zeit jede Woche gepredigt hat, Umarmungen und so ;-) :-p

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Im Grunde genommen gebe ich Dir ja Recht, aber: Du sagst Deinem 2-jährigen Sohn, der sich gerade intensiv mit etwas beschäftigt, daß ein Kinderfilm läuft??????

- Was hat ein 2-Jähriger vor dem Fernseher zu suchen?
- Warum versuchst Du ihn zu unterbrechen in seinem Spiel?

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Weil wir da mit vielen Werkzeugen am hantieren waren und ich Sorge hatte, er verletzt sich daran.
Wir hatten eigentlich noch vor, Bretter aufzuhängen und andere Möbel abzubauen.

Und ein anderen Kinderzimmer haben wir leider nicht.
Ich finde es übrigens nicht schlimm, wenn fast 3-jährige mal einen Kinderfilm schauen, solange sie nicht täglich vor der Flimmerkiste hängen.....

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Hallo,

ich denke, dass es auch wichtig ist, den Kindern einen höflichen und freundlichen Umgang zu anderen Menschen vorzuleben. Ich kenne so viele Kinder, die nichtmal grüßen können.
Wenn es an solch grundlegenden Dingen schon hapert, dann frag ich mich, wie man so selbstbewusst durchs Leben gehen will.
Meine Kinder sin zu Fremden höflich und offen, dabei aber nicht vertrauensselig.
Sie grüßen überall freundlich, wollen selbst die Brötchen beim Bäcker kaufen und bezahlen, fragen im Geschäft nach, wenn man etwas sucht. Sie trauen sich das eben selbst zu.
Denke, das es antürlich auch auf den Charakter ankommt, wer total schüchtern ist, der traut sich das eben nicht so schnell, aber mit Mama an der Seite kann man sowas ja gut einüben.

Meiner Vorschreiberin stimme ich auch zu, Gefühle zuzulassen ist total wichtig für die Entwicklung.
Gleichzeitig versuch ich meinen Kids zu vermitteln, das es gut und richtig ist, nein zu sagen, bei Sachen, die man nicht möchte (fängt bei der Umarmung von Oma an) und auch zu Hause seine Meinung zu vertreten, da muss man als Eltern auch mal Diskussionen zulassen und wenn das Kind gute Argumente hat, auch mal die Meinung des Kindes gelten lassen und seine eigene zurückstellen. Soll nicht heißen, das alles restlos ausdiskutiert werden muss, aber bei Unternehmungen/Tagesabläufen etc. kann es für das Kind sehr aufbauend sein, wenn es mit einbezogen und ernstgenommen wird. Es merkt dann, wenn ich erkläre, warum und es ist für alle nachvollziehbar, dann machen wir das vielleicht so wie ich das will.

LG,
Andrea

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Wie genau definierst du denn Selbstbewusstsein? Bzw. wie äußert sich das deiner Meinung nach?

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Hallo,
also in der Regel sind ja die Kinder anderer Mütter sehr viel leichter zu erziehen ;o).

Deshalb würde ich nicht auf andere Kinder und ihre angeblichen "Defizite" achten. Ich würde lieber mein eigenes Kind genau beobachten und es unterstützen, so wie es ist. Es gibt häufig schüchterne und extrovertierte Kinder innerhalb ein und der selben Familie. Wer einen schüchternen Charakter hat, mit dem kann man noch so viel üben, der wird niemals so rüber kommen, wie ein extrovertiertes Kind.

Schau dein Kind an und liebe es mit all seinen Stärken und Schwächen, damit es sich selbst lieben kann. Ein gesundes Selbstwertgefühl finde ich persönlich viel wichtiger. Ob es nach außen Selbstbewusst wirkt ist mir nicht so wichtig (solange es selbst nicht darunter leidet). Wichtig ist in meinen Augen, dass es mit sich und der Welt im Reinen ist. Oder kurz gesagt in seiner Mitte ist und sich nicht verbiegen muss, um andern zu gefallen.

Viele Grüße
J.

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Ich denke, es ist schon viel damit getan, die Gefühle des Kindes ernstzunehmen.

Gruss
agostea

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Hallo,

also ich glaube, dass vielen Kindern zuviel abgenommen und zu wenig zugemutet wird. Ich denke nicht, dass der Weg des geringsten Widerstands immer der Beste ist und ich glaube, dass die meisten kinder sher viel mehr bewältigen könnte, wenn man sie müssten. Und eben das macht Selbstbewusst, dass man weiß, dass man was kann.

ich denke, oft liegt es daran, dass sich die Eltern zu spät oder gar nicht aus dem Leben der Kinder zurückziehen und eher eine beratende als eine entscheidende Rolle übernehmen. In Situationen, in denen die Eltern nicht für das Kind agieren können, ist es dann aufgeschmissen.

Man muss halt einmal selbst vor die Wand gelaufen sein, um zu wissen, dass man aus eigener Kraft wieder aufstehen kann.

#winke

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Du solltest wissen, dass Kinder/Jugendliche kein gefestigtes Selbstbewusstsein haben wie wir Erwachsene. Es kann noch schwanken: Mal sind sie vorlaut, mal sind sie ganz schüchtern, je nach Situation.

Wichtiger als das Selbstbewusstsein ist das Selbstwertgefühl. Aus einem gesunden Selbstwertgefühl entwickelt sich auch Selbstbewusstsein, wobei auch junge Erwachsene in besonderen Situationen noch schüchtern sein können (und dürfen).

Selbstbewusstsein hat auch viel mit Erfahrungen zu tun. Wer zum ersten Mal eine Rede hält, der kann schon mal rot werden, wenn er sich verhaspelt. Das ist menschlich und normal. Wer das zweite Mal eine Rede hält, der hat Erfahrung gesammelt und wird sicherlich nicht mehr ganz so unsicher sein.

Jedenfalls ist es entscheidend, mit welchem Selbstwertgefühl ein Kind groß wird. Und darauf haben die Eltern einen entscheidenden Einfluss. Wenn sie das Kind bestärken, es liebevoll großziehen, hier und da mal über das Köpfchen streicheln, loben und wenn nötig respektvoll tadeln, dann wird daraus ganz bestimmt ein gesunder Erwachsener.