Diese Wutanfälle machen mich fertig! Ist das noch normal?

Hallo!
Unsere Tochter (wird im Juni 4) ist eigentlich ein echter Sonnenschein. Aber ihre Wutanfälle bringen mich echt an meine Grenzen. Ich weiß ja, dass das in gewisser Weise dazu gehört, aber ihc mache mir schon Sorgen, dass das nicht mehr normal ist bzw. frage ich mich, ob ich anders damit umgehen könnte!

Ein Beispiel: Freitag wollten wir zum Tanzkurs und haben draußen die Nachbarstocher getroffen, die gerade mit ihrer Mama auf dem Weg zum Einkaufen war. Meine Tochter wollte dann unbedingt zu ihr nach Hause und mit ihr spielen. Als ich ihr dann gesagt habe, dass wir jetzt los müssen und dass ihre Freundin jetzt auch wegfährt, ging das Theater los! Sie brüllte mich an, schrie, schmiss sich auf den Boden. Sie läuft dann fast blau an und brüllt wie von Sinnen! Sie wollte spielen gehen! Das Angebot, am nächsten Tag zusammen zu spielen, hat sie überhört, damit kommt man dann gar nicht an sie ran.

Das ist echt ein klassisches Beispiel. Oft reichen Kleinigkeiten, um sie zum Ausflippen zu bringen. Ich biete ihr dann zwei bis dreimal eine Alternative an und dann lasse ich sie bocken, weil man mit ihr in dem Moment eh nicht reden kann. Auf ihre Forderungen gehe ich nicht ein, denn ich möchte nicht, dass sie meint, sie kommt mit diesem Verhalten auch noch durch. Und in den meisten Fällen hat man in dem Moment auch einfach keine Alternative, wie eben am Freitag.

Diese Anfälle kommen natürlich öfter vor, wenn sie müde ist. Ich versuche dann natürlich, Verständnis aufzubringen, aber es ist schon heftig!! Gibt es irgendwas, was ich tun könnte, um ihr da raus zu helfen??? Oder ist bocken lassen echt die einzige Möglcihkeit???

Irgendwann möchte sie dann in den Arm und getröstet werden. Das mache ich dann. Auch, wenn ich mich oft dazu durchringen muss, weil ich dann selber total aufgewühlt bin. Wir haben noch eine kleinere Tochter (9 Monate), die schreit dann oft gleichzeitig, weil sie wahrscheinlich gar nicht weiß, was da los ist. Und dann werde ich natürlich auch noch wütend, wenn die Große dann hier wie von Sinnen rumbrüllt. Aber wie gesagt, wenn sie dann getröstet werden möchte, mache ich das. Und dann ist meist irgendwann wieder gut. Freitag hat das allerdings eine halbe Stunde gedauert! Sie ist dann komplett durchgeschwitzt, dass ich sie oft umziehen muss!!!!!! Ist das echt normal?? Wie kann ich ihr helfen, dass es gar nicht erst so weit kommt?

Bin für jeden Tipp dankbar, ich würde uns das echt allen gern ersparen!

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hallo,

ich bin da vermutlich recht rabiat. Ich hätte sie wieder reingebracht ins Haus und tanzen wäre gestrichen gewesen. Solch ein Affentheater würde ich vermutlich nicht mitmachen. Natürlich habe ich Verständnis, wenn meinem Sohn das eine oder andere nicht passt, aber solchen Wutanfällen habe ich ganz klare Grenzen gesetzt. Zum Glück hat es Wirkung gezeigt udn solche Ausraster gibt es bei uns nicht. vllt habe ich aber auch nur "Glück" gehabt. Meine kleine Tochter muss ja noch "groß" werden.;-)

vg, m.

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sie hat ja die ganze zeit gerufen, dass sie nicht tanzen gehen will! da hätte ich ihr im zweifel sicher noch nen gefallen getan! ;-) na gut, sie hätte natürlich dann trotzdem nicht zur nachbarin gehen können! und hätte dann hier den nachmittag mit ihr rumsitzen dürfen! ;-)

nee, aber mal spaß bei seite. ich habe sie erst draußen toben lassen und bin einfach rein gegangen. wie gesagt, ich biete ihr was an und lasse sie dann in ruhe. was soll ich da groß drauf eingehen. dann kam sie irgendwann rein und ich habe sie in ihr zimmer geschickt, damit sie da rumschreien kann. ich gehe da ja schon nicht drauf ein. deswegen weiß ich einfach nicht, warum das trotzdem noch so oft vorkommt!

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Sorry, aber das wird sich in der Pubertät rächen!

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Gute Tipps ohne das es nötig ist Kinder zu demütigen!

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Tja leider kann man da nicht viel tun. Ist doch eben auch doof wenn Mama zum Tanzkurs will (wovon sie 5 min davor sicher auch begeistert war) wenn sie doch jetzt aber lieber mit der Freundin spielen möchte.
Raushelfen kann man ihnen da leider nicht .... das einzige was hilft ist Geduld und abwarten. Ich meine wir habem gelernt unsere Wut anders auszudrücken ... die kleine noch nicht.

Meine Söhne sind da nicht anders .... nur der Grosse (bald 7) bockt inzwischen anders als der Kleine. Er geht in sein Zimmer und im schlimmsten Fall knallt die Tür hinter ihm zu .... da bleibt er 5 min drin und dann ist es wieder ok. Meist kann er dann auch schon akzeptieren warum ich so gehandelt habe. Aber wie gesagt das dauert seine Zeit und dagegen etwas tun würde es nur verschlimmern.

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Hallo,

deine Tochter lernt jetzt, dass das Leben kein Wunschkonzert ist.

Sie hat ihre Vorstellungen vom Leben - du hast deine. Leider richtest du nicht dein ganzes Leben nach ihren Vorstellungen aus. Das ist frustrierend für deine Tochter - aber auch wichtig.

Wenn du immer dran denkst, dass ihr Verhalten Ausdruck ihres wachsenden Gehirns ist, wirst du besser damit umgehen können.

LG

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Wir haben auch so eine "Prinzessin": meinen Stiefsohn Justin (7). Mal funktioniert es richtig gut über Tage hinweg und dann gehts Theater los.

Beispiel gestern:
Er war vormittags echt lieb. Hat seine Hausaufgaben gemacht ohne Bocken und hat anschließend auch sein Zimmer aufgeräumt mit meinem Sohn zusammen. Er wollte kurz zum Frühstück diskutieren, dass ein halbes Minibrötchen reicht, aber er hat das Brötchen dann doch gegessen.

Mein Freund war mit ihm dann noch kurz unterwegs. Als sie gegen 16:30 Uhr wiederkamen, sah ich meinem Freund schon an, dass was vorgefallen war. Er wollte unten im Hof mit uns (und ihm) unbekannten Jungs spielen, die bereits ca. 12 Jahre alt sind. Hat mein Freund ihm nicht erlaubt. Normalerweise darf er unten spielen, aber dann nur, wenn wir die Kinder auch kennen (im Hof wohnen 3 Kinder, die mit Justin in die Klasse gehen.). Justin bockte, wurde uns gegenüber frech. Dann gabs ne Auszeit. Er brüllte, schmiss Spielzeug gegen die Glastür, schrie und und und. Ich bin dann rein, um ihm zu erklären, dass es heute einfach nicht geht. Aber nix dagegen spricht, wenn er morgen mit seinen Freunden unten spielen kann. Er brüllte nur weiter und verneinte alles, was ich sage. Hab dann abgebrochen. Als er sich wieder einigermaßen beruhigt hatte, konnte er wieder spielen gehen. Er warf aber alles zusammen, schmiss es durch die Gegend. Mein Sohn ging in der Zeit in die Wanne und ich kümmerte mich dann um unsere Tochter. Ich hörte es nur brüllen und dann plautzen. Mein Stiefsohn kam mal wieder mit dem Spruch "Ich will zu meiner Mama" (er lebt bei uns, weil seine Mama es psychisch nicht mit ihm schafft und er lieber beim Papa leben wollte. Er ist aber regelmäßig dort). Der Spruch kommt immer, wenn etwas nicht nach seinem Kopf geht. Mein Freund hat seine Jacke und Mütze genommen, ihm in die Hand gedrückt und die Türe aufgemacht mit den Worten "Du weißt ja, wo sie wohnt." fand Justin gar nicht komisch, schmiss die Türe zu und warf seine Sachen auf den Fußboden. Mein Freund hat seine Sachen dann draußen aufs Regal getan.

Und es ging weiter: Er will nicht baden, er will keine Haare waschen, Haare waschen tut weh, er will keinen Schaum, er will mehr Wasser (darf er selbst mehr einlassen), er will dieses Handtuch nicht, er will diese Musik nicht, er will raus aus der Wanne (ohne Haare waschen), er will drinnen bleiben.

Wir haben den Abendbrottisch fertig gemacht. Es gab Nudeln mit Wurstgulasch. Justin sollte aus der Wanne raus, damit wir anfangen können. Nein, er will nichts essen. Er isst keine Nudeln. Wir sollen gefälligst warten. Und so weiter. Dann saß er im Bademantel endlich am Tisch und das Gebocke ging weiter: Die Nudeln sind zu hart. Er will nur Sosse. Er will diesen doofen Käse (normaler Reibekäse). Ihm schmeckt die Limo nicht. Er will während des Essens TV schauen (gibts bei uns nicht). Er will nicht neben meinem Sohn sitzen (Die Beiden sitzen uns immer gegenüber. Jeder hat seinen Platz). Da ist meinem Freund der Kragen geplatzt. Erst gabs eine Faust auf dem Tisch und dann hat er Justin auf dem Zimmer geworfen, der natürlich heulend rausgerannt ist. ein bisschen später hat mein Freund nochmal im Kinderzimmer das Gespräch gesucht. Immerhin vergeblich. Er motzte meinen Freund weiterhin hat: Er will dies. Er will jenes. da hat ihm mein Freund sein Teller auf den Tisch gestellt und gesagt, dass er ihn heute nicht nochmal sehen will. Ich habe dann alles soweit geregelt: Fingernägel geschnitten, seine Zahnbürste fertig gemacht, das Telefonat mit seiner Mama arrangiert, hab ihn zusammen mit meinem Sohn ins Bett gebracht und das Gute-Nacht-Ritual gemacht.

Meinem Freund tats sehr leid, dass er so reagieren musste, weil er seinen Sohn liebt, aber irgendwann ist halt auch mal Schluss. Heute morgen war Justin wie ein Lämmchen, aber sein Papa hat nicht viel mit ihm gesprochen. Morgens will er das nicht regeln, weil nicht viel Zeit ist. Aber heute Nachmittag gibts - wieder mal - ein Gespräch.

Ich denke, man muss da wohl auch mal hart sein. Gebocke gehört dazu, aber es muss im Rahmen bleiben. Ansonsten muss man den Kindern die Grenzen zeigen. Ob in Form von Nichtbeachtung oder sonstiges muss jeder selbst wissen. Deine Tochter ist erst 4, aber auch sie muss in solchen Situationen merken, was sie getan hat. Nichtbeachtung wirkt bei uns meistens Wunder, weil die Kinder merken, dass sie etwas falsch gemacht haben. Und sie denken mal nach, was das gewesen sein könnte. ;-) Als wir nur geredet haben, haben sie da teilweise ja schon nicht mehr zugehört. Es war sinnlos. Wie bei Deiner Tochter auch, wenn Du ihr Alternativen vorschlägst. Bei uns gibts also entweder Auszeit geben und danach Gespräch suchen oder - wenns so heftig wird wie gestern - erstmal mit Nichtbeachtung handeln. Später gibts dann auch noch ein Gespräch.

Weiterhin gute Nerven
Franzi

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Hallo

wenn mein Kind so bocken würde, würde ich Konsequenzen aufzeigen, aber sicher nicht noch Alternativen anbieten.

>>>Irgendwann möchte sie dann in den Arm und getröstet werden. Das mache ich dann. Auch, wenn ich mich oft dazu durchringen muss, weil ich dann selber total aufgewühlt bin<<<

Warum "tröstest" du sie? Was lernt dein Kind - ich tobe um ev. meinen Willen durch zu setzen (vielleicht schafft sie es auch dann und wann) und wenn es nicht klappt, ist Mama ja wegen meinem Verhalten nicht böse, ne sie tröstet mich sogar noch...

Ich finde einem 4-jähriges Kind kann man erklären, dass es mit seinem Verhalten bei Mama nicht gerade Punkte sammelt, dass dich das ärgert und sie damit gar nichts erreicht - im Gegenteil, eher mit Konsequenzen zu rechnen hat.

Das Tanzen hätte ich auch gestrichen. Klar wollte sie dort nicht hin, weil sie lieber mit ihrer Freundin gespielt hätte. Aber ich vermute, sie wäre dennoch lieber tanzen gegangen, als alleine in ihrem Zimmer zu sitzen und über ihr Verhalten nachzudenken.

lg bambolina

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Deine Sichtweise kann ich gar nicht teilen.

Auch Erwachsene sind mal frustriert oder enttäuscht oder wollen etwas anderes als sie tun müssen.
Und dann darf man keinen Trost haben?
Oder darf man nur Trost haben, wenn man schon so groß ist, daß man auch geistig in der Lage ist, besser damit umzugehen?
Aber ein kleines Kind, daß in der Hinsicht noch reifen muß, soll man links liegen lassen und die Unfähigkeit als böses verhalten abstempeln?

Naja, das ist eben deine Ansicht ohne jedes Verständnis für den reife- oder Fähigkeitsgrad eines kleinen Kindes.

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>>>Auch Erwachsene sind mal frustriert oder enttäuscht oder wollen etwas anderes als sie tun müssen.
Und dann darf man keinen Trost haben?<<<

Wenn du schon mit Erwachsenen vergleichst - wenn ich bei meinem Chef rumheule und mich auf den Boden werfe, weil ich eine Arbeit nicht machen will, wird er mich garantiert nicht noch trösten.

Der einzigste Unterschied ist, dass ich als Erwachsene inzwischen gelernt habe, dass man nicht alles im Leben haben kann oder auch mitunter Dinge machen muss, die weniger Spaß machen.

>>>links liegen lassen und die Unfähigkeit als böses verhalten abstempeln<<<
Wie das gleich wieder falsch interpretiert wird. Ich habe nichts von abschieben geschrieben, sondern davon dem Kind zu erklären, was es falsch gemacht hat. Dabei kann es auch auf dem Schoß sitzen und muss nicht in der Ecke stehen. Aber ich werde es ganz sicher nicht kommentarlos in den Arm nehmen und trösten, als wenn nichts gewesen wäre.

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Bei uns war das in dem Alter normal.

Sie können es noch nicht akzeptieren, wenn es nicht nach ihren plötzlichen eingebungen geht.
Ja, schade ist es, daß man in dem Moment auch nicht zu ihnen durchdringen kann, ging bei meiner Tochter auch nicht, da kann man nur abwarten.

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Das Angebot, am nächsten Tag zusammen zu spielen, hat sie überhört, damit kommt man dann gar nicht an sie ran.
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Ja, in dem Moment und die Geduls hat sie sicher auch noch nicht, aber du hast ihr ein gutes Angebot gemacht, finde ich :-)

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Gibt es irgendwas, was ich tun könnte, um ihr da raus zu helfen??? Oder ist bocken lassen echt die einzige Möglcihkeit???
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ich hatte damals nicht gefunden, tut mir leid.
Ich habe abgewartet und sie ab und zu mal angesprochen, so ganz allgemein.
Hinterher haben wir dann auch gekuschelt, vorher war nichts zu machen.

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Aber wie gesagt, wenn sie dann getröstet werden möchte, mache ich das.

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Das finde ich gut.
Ich denke, sie leiden dabei ja auch selber. Sie sind enttäuscht, sauer und kommen mit ihren Gefühlen auch nicht klar, wissen auch nicht, wie man Enttäuschungen verarbeiten soll. Das kommt alles später, also das verstehen und auch die Einsicht.

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Ich finde mache Antworten hier wirklich schlimm.
Da frag ich mich wie sich diese Eltern/Mütter fühlen würden wenn es ihnen schlecht geht und dann noch nach ihnen "getreten" wird.

Niemand würde auf die Idee kommen, einem Freund dem es schlecht geht noch mies zu behandeln aber hilflose Kinder werden auch noch fertig gemacht.

Selbst wenn man kein FAcebook Fan ist, so ist allein diese Seite ein Grund sich anzumelden:

https://www.facebook.com/#!/pages/familylabde/167571786609273
Ich finde, der täglich Newsletter bringt einem jeden Tag tolle Tipps.
Die ich selber sehr oft sehr hilfreich finden.

Ansonsten finde ich es wichtig, sein Kind ernst zu nehmen.

Solche "Anfälle" bekommen Kinder nicht aus Jux und Dollerei sondern weil sie einfach völlig hilflos und überfordert sind.

Soll man sie dann auch noch bestrafen?

Wenn mein Sohn solche Ausraster hat, nehme ich ihn in den Arm.
Wie Du auch schon beobachtest hast, kommt das meistens wenn er müde ist.

Genau das sag ich ihm dann auch:
"Schatz, ich weiß dass Du gerade müde bist und wütend und nicht weißt wie du dich verhalten sollst. Aber auch wenn Du noch so müde bist, es ist nicht ok herum zu schreien und zu toben. Wenn Du willst nehm ich dich in den Arm und dann sehen wir weiter!"
Ich finde es immer wieder erstaunlich zu sehen, wie sich schon ein 3Jähriger entspannt, wenn er merkt, dass er ernst genommen wird.

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#pro

Ja, Müdigkeit ist sowieso immer ein schlechter Ausgangspunkt, ist bei Erwachsenen auch so, sie reißen nur besser zusammen, das ist alles.

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Niemand würde auf die Idee kommen, einem Freund dem es schlecht geht noch mies zu behandeln aber hilflose Kinder werden auch noch fertig gemacht.
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Ja, das kapiere ich hier auch nie.

Jedenfalls kann ich nur sagen, daß meine Tochter nun mit fast 8 schon lange in der Lage ist, auch Situationen, die sich nicht mag, die vor 4 Jahren zu Wutanfällen geführt haben, gut zu meistern. Wutanfälle gibt es schon lange nicht mehr. Und wenn man dem Kind beibringt, daß man auch mal nach Alternativen suchen kann, so wird auch selber Kompromisse vorschlagen.

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Grundsätzlich gebe ich Dir Recht und die facebook Seite habe ich mir gleich angesehen :-D

Aber bei allem Verständnis, kann man auch den Kleinen nicht alles durchgehen lassen. Ich habe einen Sohn, der ist 5 Jahre alt und hat einen sehr starken Willen. Diesen Willen möchte er auch oft mit Wutanfällen durchsetzen. Würde ich ihn dann noch tröstend in den Arm nehmen, könnte er niemals lernen, dass er auf diesem Weg nicht das gewünschte Ziel erreicht...

Es ist wahnsinnig schwer die Balance zu finden. Und ganz ehrlich, ich glaube, es gibt überhaupt kein Patentrezept. Jede Situation ist neu und natürlich muss man sich darauf einstellen, wenn das Kind beispielsweise müde ist oder wenn es gerade total durcheiander ist. Aber es git auch Situation, wo das Kind einfach nur bockig ist und da finde ich es falsch, wenn man immer mit reinem Verständnis reagiert. Ich versuche auch immer irgendwie souverän zu reagieren und jede Aufruhr in mir (und ja, ich bin ein Mensch und auch mich belasten ca. 10 Wutanfäll / Tag - gerade morgens vor der Arbeit) runterzuschlucken. Ich gehe meistens den Weg, dass ich ihn ignoriere, wenn er grundlos ausrastet (weil ich einen Schlumpf nicht mitgenommen habe, wo er mir doch vorher "befohlen" hat ihn mitzunehmen). Nein, ich lasse mich darauf nicht ein, weil es nicht sein kann, dass ein 5-jähriger meint, er könne mir Befehle erteilen... Wenn er dann wieder runter kommt, rede ich auch ganz normal mit ihm.

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein extrem liebevoller Mensch bin. Ich bin immer für Familie und Freunde da, ich helfe wo ich kann und ich habe auch riesen viel Verständnis für Kinder... Aber dennoch brauchen Kinder Grenzen, auch um sich sicher zu fühlen.

Liebe Grüße

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Also man sagt, dass die Trotzphase zwischen 2 und 4 geht; von daher lässt sich das sicherlich unter "Trotzphase" subsumieren.

Mich würde hier aber mal Ihr Eindruck interessieren, warum Ihre Tochter diese Wutanfälle bekommt: Haben Sie eher das Gefühl, dass Ihre Tochter das bewusst steuern kann und absichtlich macht (um eben ihren Willen durchzusetzen und Mama zu foltern)? Oder haben Sie eher das Gefühl, dass sie das einfach (noch) nicht unter Kontrolle hat, weil sie dann - in so einem Moment - einfach (noch) dermaßen von Wut/Frust aufgefressen wird und sich dagegen gar nicht mehr wehren kann?

Was das mit den "Kleinigkeiten" angeht ... ich denke, aus dem Horizont eines 3-Jährigen Kindes war das jetzige Beispiel gar keine Kleinigkeit. Kinder haben in den Alter kein sonderlich großes Verständnis von Zeit; auch nicht von Wochentagen oder verpflichtungen oder ähnlichen "Erwachsenenwelt"-Dingen. Ein 3-Jähriges Kind steht also nicht morgens auf und sagt: "Cool, heute ist Freitag, um 15:30 Uhr habe ich endlich wieder meinen Tanzkurz". Tanzkurz für dieses Alter findet immer dann statt, wenn Mama sagt: "Jetzt ist Tanzkurz", was für ein Kind in diesem Alter erstmal absolut willkürlich erscheinen muss. Denn das Wissen "Naja, heute ist nun mal Freitag, wir haben es jetzt 15 Uhr, ich habe diesen Tanzkurz immerhin bezahlt..." der Erwachsenenwelt fehlt dort einfach. Ich denke, Kleinkinder fühlen sich dort sehr oft wie Josef K. aus Kafkas "Der Prozess": "Mama verbietet mir jetzt das Spielen, aber, ich hab doch gar nichts schlimmes getan."

Das "Sprechen" mit trotzenden Kindern ... kann funktionieren, wenn ein Kind ganz bewusst trotz, um seinen Willen durchzusetzen ... ist m.E. zum scheitern verurteilt, wenn ein Kind hier seine Gefühle einfach noch nicht unter Kontrolle hat und die Reaktion eher so eine Art "Reizüberflutung/Kurzschluss" ist. Das Gehirn ist dann vollständig damit beschäftigt, diese Wut und den Frust zu verarbeiten, dass für andere Umwelteinflüsse (die redende Mama) überhaupt kein Platz mehr ist. Das lässt sich auch recht leicht erklären, weil der Part im Gehirn, der dafür sorgt, diese Gefühle (Wut/Agression/Frust etc.) zu "filtern", sich erst ab dem 3. Lebensjahr langsam zu entwickeln beginnt, und, solange dieser Filter noch nicht entwickelt ist, schlagen diese Gefühle halt ungefiltert auf ein Kind ein. In dem Falle ... also ich hatte damals bei meinem Kurzen auch keinen besseren Weg gefunden, als, sich da einfach mal danebenzusetzen und zu warten, bis der Spuk vorbei war und ihn dann zu trösten. Wenn hier ein Verstärker bei Ihrer Tochter "Müdigkeit" ist, würde ich ferner versuchen, dass sie dann Mittags einfach erstmal noch einen kleinen Mittagsschlaf hält ... oder zumindest mal eine ruhige halbe Stunde im Wohnzimmer auf der Couch bei einer leiser Hörspielkasette. Haben Sie denn hier eher das Gefühl: "Diese Trotzreaktionen werden stärker/bleiben gleich; treten häufiger/gleichbleibend", oder eher, dass es schon ein wenig weniger/besser wird? Kennt der Kindergarten so ein Verhalten auch von Ihrer Tochter, oder, ist das eher ein Mama-Tochter-Phänomen?

Wenn Sie hingegen eher das Gefühl haben: Das macht meine Tochter schon sehr bewusst, um mich zu zermürben, würde ich zunächst mal versuchen, zu eruieren, warum sie sich dann überhaupt so verhält. Also ob es dann überhaupt noch um "Ich will jetzt aber spielen und nicht tanzen" geht, oder, vielleicht um "Meine Mutter hat meine kleine Schwester viel lieber als mich" oder "Ich bekomme viel zu wenig Aufmerksamkeit" etc. Denn m.E. sollte so ein Tanzkurz ja irgendetwas sein, was dem Kind sehr viel Spass macht und wo sich ein Kind auch drauf freut. Was sind denn so andere "Kleinigkeiten", wo sich Ihre Tochter so verhält?

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Sorry, dass ich jetzt erst antworten kann! Ich antworte jetzt erstmal nur Ihnen und hoffe, vielleicht noch die eine oder andere Frage der anderen zu beantworten.

Erstmal habe ich das Gefühl, dass sie das nicht unter Kontrolle hat! Ich denke nicht, dass sie das macht, um mich zu ärgern oder um Aufmerksamkeit zu erhaschen. Sie wird davon überrollt und hängt darin fest. Daher ja meine Frage, ob es eine Möglichkeit gibt, ihr da rauszuhelfen.

Eine andere Situation war zum Beispiel, dass ich sie mit dem Auto vom Kindergarten abgeholt habe, sie aber lieber laufen wollte. Sie hat sogar zu Hause noch geschrien, dass sie lieber laufen möchte. Sie nimmt dann wirklich gar nichts auf. Nicht einmal, dass die Situation schon längst nicht mehr besteht.

Ich versuche wenigstens, ihr etwas anzubieten, aber nur zwei bis dreimal, dann lasse ich es. Es kommt nicht bei ihr an. Aber ich hoffe eben immer, dass sie dann zumindest ein bißchen versteht, dass ich weiß, warum sie jetzt wütend ist und dass ich jetzt nicht willkürlich irgendwas entscheide. Gerade weil sie eben erst drei ist und solche Geschichten wie den Tanzkurs sicher nicht einordnen kann.

Ich versuche also kurz, die Situation zu erklären und lasse sie dann bocken. Wenn sie dann aber zu mir kommt, oft sogar mit 'mama, du sollst mich trösten', dann werde ich sie nicht zurückweisen. Denn ich denke, sie ist wirklich mit dieser Wut überfordert. Ich gehe wegen eines solchen Anfalls sicher nicht auf ihre Forderungen ein, aber ich bestrafe sie nicht, weil sie wütend ist. Ich nehme sie dann in den Arm und erkläre ihr, dass es wirklich nicht okay ist, so ein Theater zu veranstalten. Auch, wenn man wütend und enttäuscht ist!

Das mit der Mittagsruhe haben wir schon probiert, dazu ist sie nicht zu bewegen. Es gibt auch immer Phasen, in denen mehrere Tage lang gar nichts in dieser Art passiert. Sie hatte jetzt starken Husten, hat schlecht geschlafen und dann kommt sowas eben wieder gehäuft vor.

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Ach ja, wir hatten einen Hausbesuch vom Kindergarten, das wird bei allen neuen Kindern nach ein paar Wochen gemacht. Dort wusste man gar nichts von solchen Anfällen!Ich habe extra danach gefragt, weil ich wissen wollte, ob sie sich auch dort so aufführt. Es passiert also hauptsächlich bei meinem Mann und mir. Bei meinem Mann allein ist das allerdings auch noch nicht vorgekommen, glaube ich...

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