Bin soooo enttäuscht von meiner Tochter

Hallo!

Ich habe vor ein paar Tagen schon einmal geschrieben (meine Tochter ist so ängstlich und schüchtern).

Nun ist etwas passiert, was mich irgendwie total enttäuscht. Sie wird nächste Woche 6 Jahre alt. Seit 2 Jahren geht sie (auf eigenen drängenden Wunsch damals hin) einmal in der Woche zum Ballett.

Sie ist ein sehr zartes Kind und das Ballett hat ihr immer gelegen. Nun habe ich mit der Zeit gemerkt, dass sie da irgendwie nicht mehr gern hingeht (MÜSSEN wir heute denn dahin???? usw.).

Da mir die Ballettschule zu teuer ist, um jedes dritte oder zweite mal zu fehlen, habe ich sie dann gefragt, ob sie überhaupt noch Lust dazu hat. Nein, hat sie nicht.
Okay, ich habe den Vertrag dann gekündigt, sie hat ja noch zweimal in der Woche Schwimmen und das reicht ja für den Moment auch.

Nun kam sie heute an, sie möchte nicht mehr zum Schwimmen. Sie würde die Tür nicht aufkriegen, weder wenn sie rein möchte, noch wenn sie rausmöchte.
Ich habe ihr mehrere Vorschläge gemacht, wie man das "Türproblem" lösen kann, aber sie möchte einfach nicht mehr.
Nebenbei hat sie mir noch erzählt, dass sie mit dem Ballett aufgehört hat, weil sie eine bestimmte Übung nicht konnte und diese ihr in den Beinen wehgetan hat.

Alternativ möchte sie Schwimmen, wenn Mama mitschwimmt (also Babyschwimmen) und am liebsten noch Mutter-Kind-Turnen dazu (also für 1-2 jährige). #schock

Mich ärgert das alles ein wenig und ich bin richtig enttäuscht.
Für mich ist das ein Davonlaufen von (für sie zugegebenermaßen größeren) Problemen.
Sie hat gerade ihr Seepferdchen gemacht und ich habe versucht, sie davon zu überzeugen, wenigstens noch ihren Freischwimmmer zu machen. Große Weinerei, NEIN!

Sie kann doch nicht immer weglaufen, wenn sie ein Problem hat!?

1

Sie ist doch erst 6 #schock Gib Ihr Zeit und ausserdem merckt sie das du so fühlst und setzt sie unbewusst unter 'Druck. Die 6 jährige meines Mannes hat niht so dauertermine wie schwimmen oder ballet wöchentlich, die aufgaben fangen früh genug an.....

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Wir könnten uns zusammentun, meine Tochter wird am kommenden Freitag 6 Jahre alt und ist genauso. Ballett hat sie probiert, nach dem zweiten Mal wollte sie da nicht mehr hin - dieselbe Begründung wie bei dir. Sie konnte eine Übung nicht sofort! !Beim zweiten Mal! Nutzt auch nichts, mit ihr zu reden, sie macht dann dicht. Sie will immer alles sofort können. Wenn etwas nicht 100%ig klappt, gibt sie sofort auf.

Ich versuche im Moment sie zu nehmen wie sie ist. Bestärke sie weiterhin (das haben wir aber immer schon gemacht) und schlucke runter, wenn sie mal wieder aufgibt. Ich bin jetzt schon gespannt, wie es wohl in der Schule werden wird.

LG H. #klee

8

Hallo,

ich verstehe Eure Sorgen sehr gut.
Meine Tochter (inzwischen 8 Jahre alt) ist genauso.
Ich warte immer noch darauf, dass der Knoten irgendwann platzt.

Sie findet immer wieder neue Ängste und Sorgen und verbaut sich damit selbst so manche schöne Sache.

Ich versuche inzwischen ganz klar abzuwägen.
Manche Dinge macht sie dann halt nicht.
(Sie fährt ganz toll Einrad, traut sich aber nicht in die AG ---- ihr Problem!)
Und andere Dinge MUSS sie machen.
Unser schlimmstes Thema ist im Moment der Hort.
Ich bin erst um 16:00 Uhr zu Hause und sie hat meistens so gegen 13:00 Uhr Schulschluss. Sie will lieber alleine zu Hause sein, als in den Hort zu gehen (in dem Sie sich allerdings jedes mal wenn sie sich überwunden hat doch wohlfühlt)
Ihre ständigen Ängste und Sorgen saugen mir manchmal alle Kraft aus.
Jeden Morgen will sie diskutieren ob Hort oder nicht.
Wir haben jetzt eine klare Regelung: 3 Tage in der Woche darf sie nach Hause und zwei Tage geht sie in den Hort.

Ich hoffe dieser Kampf hört irgendwann auf.

Erstaunlicherweise ist sie allerdings, wenn Sie sich von uns wegbewegt sehr Selbständig. Stundenlang kann sie draußen unterwegs sein ohne uns zu sehen oder zu brauchen. Aber wehe wir wollen uns mal entfernen!

Ich tendieren also zu einem Mittelweg zwischen Bestärken, manche Dinge sein lassen, aber manche Dinge auch durchziehen.
Schließlich muss sie auch begreifen das man seine Ängste überwinden kann.

Kinderturnen, Ballett o.ä. habe ich allerdings nicht mehr gemacht.
Was man da für Blicke erntet weil es den Eindruck erweckt als zwingt man sein Kind zum Hobby, dabei steht einem hinterher ein strahlendes Kind gegenüber, was unbedingt wieder hinwill, aber eine Stunde vorm nächten Termin wieder in Tränen ausbricht ... dem war ich dann auch nicht gewachsen.

Es scheinen ganz besonders sensible Kinder zu sein.

Liebe Grüße
und ganz starke Nerven!
Sunny
die froh ist das Kind Nummer zwei da ganz anders ist!

3

Huhu,

dieses Verhalten kenne ich von mir, ich war als Kind auch so. Vielleicht ist der Grund bei Deiner Tochter ähnlich?

Ich habe immer Ausreden erfunden, wenn ich vor etwas Angst hatte, damit meine Eltern nicht merken, dass ich Angst hatte. Es war mir mehr als unangenehm, meine Eltern sollten bloss nicht denken, dass mich solche "lächerlichen Dinge" beschäftigen. Ich dachte, wenn ich ihnen das sage, dann lachen auch sie mich aus. :-(

Ich hatte immer Angst, dass mich die anderen auslachen. Dass ich etwas falsch mache, und alle auf mich gucken und denken "wie doof ist die denn!?". Und dazu gehörte gerne auch soetwas, dass ich eine Tür nicht gut aufbekomme und dann die anderen Kinder mich deswegen auslachen. Das habe ich mich aber nicht getraut, meinen Eltern zu sagen, und bin also tapfer immer zum Schwimmen, zum Musikunterricht, etc. Mit Ausreden (Bauchweh, Training fällt aus, Bus ist nicht gekommen, Türe war abgesperrt,...) habe ich es auch öfter mal versucht.

Ich weiss erst, seit ich erwachsen bin, dass das nicht normal ist, als Kind war mir das natürlich gar nicht bewusst und ich habe mich täglich gequält.
Es war mangelndes Selbstbewusstsein, ich hatte Angst, mich zu blamieren. Ich dachte allen Ernstes immer, alle starren mich an und lachen über mich. Ich kann mir erziehungstechnisch bis heute nicht erklären, warum ich mir selbst so eine grosse Wichtigkeit zugeschrieben habe, ich war nicht mal ein Einzelkind...

Wenn es bei Deiner Tochter ähnlich gelagert ist, muss sie lernen, mit "Fehlschlägen" umzugehen, und, dass es gar nicht schlimm ist, wenn man Fehler macht, wenn einem mal ein Missgeschick passiert, etc. Die Angst ist bei mir durch Überwinden (sprich: weiterhin hingehen) nicht weggegangen, denn die Ursache (will mich nicht blamieren) war ja immer noch da.

Ehrlich gesagt weiss ich leider nicht, wie das konkret gehen kann, aber es ist ihr Selbstbewusstsein, welches etwas Aufbau vertragen kann. Loben und Bestärken hat bei mir z. B. gar nicht geholfen, denn ich habe eh kaum etwas falsch gemacht, bei dem Anspruch, den ich an mich selbst hatte.

Wie Du sagst, sie ist zart, ängstlich und schüchtern. Dann unterstütze sie und gib ihr noch etwas Zeit! Ärgere Dich nicht, sie ist doch noch kein fertiger Mensch, der an seinen Problemen aktiv aus sich heraus arbeiten kann. Da musst Du ihr schon helfen. Fangt doch einfach kleiner an.

LG

Hanna

4

Mein Gott, wieso soll das Kind denn bitteschön DEINE Erwartungen erfüllen?
Wieso muss eine knapp Sechsjährige stramm irgendwelche Programme durchziehen?
Sie hat Sachen ausprobiert und sie gefallen ihr nicht mehr. Sei doch froh, dass sie es überhaupt versucht hat.
"Sie kann doch nicht immer weglaufen, wenn sie ein Problem hat!?" Das würde ich nachvollziehen können, wenn es sich um wichtige Dinge wie Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben, soziale Probleme oder ähnliches handeln würde. Aber es geht hier nur um Freizeitangebote. Sie wird mit Sicherheit bald etwas finden, was ihr mehr liegt.
LG,
Sandra

6

Sehe ich auch so!

LG,
J.

5

Sorry, ich finde DEIN Verhalten eher krass....Sie ist 6Jahre alt.

Mein Großer, MUSSTE auch das Seepferdchen machen....konnte sie aber danach aussuchen, ob er weiter Schwimmen möchte ODER lieber Fussball,Karate o.ä!

Mehr als eine sache in der Woche finde ich viel zu stressig.

Da kommen erst die Hausaufgaben und gleich danach wieder los, um dem einen oder anderen Hobby nach zu gehen.

Mein Großer spielt Fuba...das reicht.

Gruß

7

Interessant das du das schreibst, denn vor nicht mal einer halben Stunde hab ich diesen Artikel gelesen:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,721984,00.html#ref=nldt

Laut dieser Studie hat man festgestellt, dass ängstliche Menschen bereits so geboren werden und auch immer "ängstliche" bleiben. Es somit eine genetisch definierte Charaktereigenschaft ist. Allerdings sollte man SANFT die Kinder mit ihren Ängsten konfrontieren, damit sie Strategien lernen diese zu überwinden.

Bei dir ist es im Moment scheinbar aber andersrum. Je höher dein Erwartungsdruck ist, desto größer ihre Versagensängste. Wenn du nicht aufpasst, kann es auch passieren, dass sie dir bald nicht mehr die Wahrheit über das "warum" sagt, weil sie Angst vor deiner Reaktion hat. Kein Kind will seinen Mama enttäuschen, jedes Kind will das die Mama stolz ist!

VG
Tanja

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Enttäuscht vom eigenen Kind welches man grad erst 6 ist???

Himmel herjeee.....Dein armes Kind.......lass sie das bitte nicht spüren oder so!
Die geht ja dran zu Grunde.

Und ein kleines Kind läuft sicher nicht irgendwovor weg, nur weil sie keine Lust auf Sport hat

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Mh, ich kann Dich einerseits verstehen, andererseits ist Deine Tochter erst knapp 6 und muss ihre "Passion" vielleicht erst noch finden. Ich bin aber auch der Meinung, Kindern deutlich zu machen, dass man nicht von einem zum anderen springen kann, sondern auch mal etwas durchhalten muss. Diese Kinderhobbys sind oft sehr teuer und es ist einfach schade, wenn sie alles anfangen, man viel Geld bezahlt und letztendlich können sie nichts richtig.

Wenn sich meine Kinder nach einer Probestunde für etwas entscheiden, dann müssen sie eine gewisse Zeit dabei bleiben, das wird ihnen vorher gesagt. Temporär mal keine Lust zu haben, bedeutet keineswegs, dass sie nicht mehr hingehen.

Einen Rat kann ich Dr nicht geben, vielleicht solltest Du Deine Tochter in einem Sportverein anmelden. Meine Kinder haben ab ca. 3-4 Jahre Leichtathletik gemacht, meine Tochter blieb auch dabei, mein Sohn hat den Sport gewechselt.

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zu früh abgeschickt:

Bei den meisten Hobbys ging es bei meinen Kinder eben nicht um Leistumg, sondern um Spaß!So sehe ich es heute noch. Gerade wenn sie ängstlich ist, ist es viellecht gut, mit anderen Kindern gemeinsam etwas zu machen, wo sie nicht vorgeführt wird.

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Hallo

ich hatte dir ja schon im letzten Beitrag geschrieben, daß ich mich fragen würd, welchen Vorteil deine Tochter aus ihrem Verhalten zeiht.
vielleicht war der begriff vorteil zu wertend dabei.
Ich denke aber nach wie vor, daß es bei ihrem verhalten in großen teilen um die Wirkung geht.
Und offenbar ist es so, daß sie mit ihrem Verhalten eine sehr starke Wirkung bei dir erzeugt.
offenbar weckt dieses ängstlich- vermeidende Verhalten etwas in dir.

meine frage wäre also nach wie vor: was weckt das in dir- und wie hast du in der Vergangenheit darauf reagiert?

Das andere, was ich rauslese ist, daß sie offenbar den Wunsch hat, ihre Freizeit mit dir zusammen zu verbringen und mit dir gemeinsam etwas zu unternehmen.
wenn ich mir vorstelle, daß deine tochter an 5 tagen die woche den Vormittag über (bis 13 uhr?) im Kindergarten ohne dich ist und du hier schon von 3! fixen Terminen schreibst, die sie am nachmittag ohne dich wahrnimmt (2 mal schwimmen ein mal Ballett- ist das so richtig? gibt es noch andere Termine?) und sie vielleicht ja auch ein mal pro Woche eine Freundin besuchen möchte ohne dich, dann bleibt euch nach meiner Rechnung unter der Woche maximal EIN tag für eine GEMEINSAME Aktivität.
vielleicht ist ihr das einfach auch zu wenig?
zu viel verplantes?

Da ich eben einfach nur sehr begrenzt einblick in eurer Interaktion habe, kann ich da wenig "raten".
spontan würde ich jedoch dir empfehlen, mal in dich zu gehen und zu schauen, was das verhalten deiner Tochter in dir auslöst und wie deine Reaktionen bisher den verlauf evtl. mitbestimmt haben könnten
und zum anderen würde ich schauen, welche Aktivitäten ihr gemeinsam machen könnt, bei denen sie immer ein BISSCHEN Selbstständigkeit zeigen muß, ohne jedoch ganz alleine zu sein und so ihr Selbstbewusstsein zu stärken (mit dir in den wald gehen und auf einen Baum klettern- mit dir eis essen und das eis selbst bestellen, mit dir schwimmen und die Übungen machen, die für den Freischwimmer nötig sind und erst wenn sie diese beherrscht, die Prüfung ablegen lassen, mit zur zusammen sich etwas vornehmen, wovor sie im Moment noch angst hat und dann eine sitaution herstellen, in der sie Erfolgserlebnisse hat- in kleinen Schritten)

ich glaube, daß du sehr viel von ihr verlangst und sie immer das gefühl hat, nicht zu genügen- nicht den Anforderungen zu entsprechen.
das zermürbt auf dauer.
wenn sie nicht Ballett machen will- ist das doch o.k.- wenn sie lieber mit dir schwimmt als im schwimmkurs- ist das doch o.k.- wenn es dir ums schwimmen lernen geht (wenn es dir um die Kindergruppe geht, dann überlege, ob nicht der Kindergarten am Vormittag schon ausreicht. ICH persönlich mag auch den wechsel zwischen "in einer Gruppe sein" und "in der familie sein". ich finde das leben in einer Gruppe sehr anstrengend und brauche einen ausgleich dazu. - vielleicht kommt der ausgleich zu kurz?)

alles liebe
lisasimpson


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