Sie kriegt den bösen Blick und kratzt und kneift drauf los

Hallo,

meine Tochter ist 11 Monate alt geworden und hatte eine neue Marotte.

Sie kriegt den bösen Blick und kratzt und kneift drauf los. Ich habe es mit schimpfen versucht, mit einem deutlichen Nein und mit weg setzen.

Aber es wird irgendwie immer schlimmer. Irgendwas passt ihr wohl nicht und dann legt sie los. Meistens passiert das völlig unvermittelt. Sicher 30 mal am Tag! Ist das eine Phase? Wie soll ich reagieren?

LG dudelhexe

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Hallo,
meist ist für Deine Tochter das interessant, was eine deutliche Reaktion auslöst...
Wenn sie kneift,reagierst Du mit action...
Wenn sie Dich weiterhin kneift, nimmst Du ruhig ihre Kneifhand, hältst sie kurz fest und sagst ruhig, aber ernst: Wir kneifen uns nicht!
Dann wird es langweilig...je ruhiger Du bleibst.
LG, sternchen#stern

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Ahhh, ist ein Versuch wert!

DANKE

3

Hatte mein Sohn auch und egal was ich tat er gab es nicht auf; ich habe ihn dann einmal zurück gekniffen (so dass es ihm unangenehm war, aber habe ihm natürlich NICHT fest weh getan) und er hat es nie wieder getan.

Wie soll sie wissen was in dem Fall ´weh tun´heißt?
Erzählungen helfen ihr da nicht.
Das ist wie mit heiß und kalt, das ist ein Gefühl, da kann ich noch soviel aus Fachbüchern oder á la Supernanny erzählen; selber fühlen macht es.

Viel Erfolg

4

Huhu,

alle Menschen haben einen gewissen angeborenen Aggressionstrieb, bei manchen ist er stärker, bei anderen schwächer ausgeprägt. Normalerweise ist das eine Phase, die wieder vorbeigeht.

Es ist deshalb m. E. das falsche, mit Aggression auf Aggression zu reagieren. In diesem Alter machen Kinder das nicht bewusst und mit Absicht, sondern einfach nur, weil sie es können, und um zu erfahren, was dadurch passiert. Und, weil sie sich halt noch schwer anders mitteilen können.

Eltern sind hier Vorbilder. Überleg doch mal: wenn Kinder zur Welt kommen, wissen sie nichts von der Welt. Regeln über das soziale Zusammenleben etc. bekommen sie durch die Erfahrung, die sie im Laufe der Zeit machen. Dadurch machen sie sich mit der Zeit ein Bild von der Welt, quasi wie ein leeres Buch, was mit der Zeit gefüllt wird. Sie können aber erst einmal nur das lernen, was sie vorgelebt bekommen und was sie tagtäglich erfahren.

Wenn Du also zurückkneifst, wird das Kind lernen, dass es OK ist, zu kneifen. Denn was Mama macht, ist prinzipiell erst mal richtig (in der Pubertät sehen Kinder das dann sicher anders, aber bis dahin ist es ja noch lang. ;-))

In dem Alter ist es am besten, auf solche Ausbrüche nur kurz mit "Nein, das tut weh" und einem missbilligenden Blick zu reagieren, und das war es dann.

Schau auch mal hier:
http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/stichwortsuche.htm?stichwort=Aggressivit%E4t+bei+Kleinkindern

"Stichwort: Aggressivität bei Kleinkindern
Hallo, manche Kinder entdecken schon sehr früh ihren angeborenen aggressiven Trieb. Gewöhlich sind die Kinder eher 1 1/2 bis 2 Jahre. Allerdings bleibt es bei den gut 1-jährigen meist bei zeitweiligen und kurzen Temperamentsausbrüchen. Der attackierte Adressat ist machmal auch das Kind selbst, was sich bei den ersten Widerständen und der aufkommenden Wut zuweilen unangenehm bemerkbar macht.
Viel erklären können Sie ihrer Tochter aber noch nicht. Sie können sich nur selbst und auch Ihre Tochter vor Kratzern im Gesicht und ausgerissenen Haaren schützen. Sie dürfen auch ein böses Gesicht machen und sich unerfreut zeigen. An der Mimik kann Ihre Tochter dann zunehmend ablesen, dass Sie ein solches Verhalten missbilligen. Sie können sich auch demonstrativ von ihrer Tochter einen Augenblick abwenden, aber mehr ist nicht nötig und auch nicht sinnvoll. Viele Grüße"

LG

Hanna

5

Danke, dann handele ich bisher ja genau richtig. Und ich würde niemals! meinem Kind gegenüber handgreiflich werden! Auch nicht zur Demonstration!

Du hast mir geholfen mich in meinem Tun zu bestärken und ich hoffe, es ist wirklich nur eine Phase.

trotzdem bin ich davin überzeugt, dass meine Tochter das sehr wohl bewusst und beabsichtigt einsetzt. Den sie setzt auch den passenden Blick dazu auf und wartet gespannt ab, was passiert.

6

>> trotzdem bin ich davin überzeugt, dass meine Tochter das sehr wohl bewusst und beabsichtigt einsetzt.

Naja, mit "Absicht", um herauszufinden, was passiert. Aber nicht mit Absicht, um Dir weh zu tun.

Dinge herunter werfen ist ja das gleiche Spiel. Das machen die Kinder nicht, um uns zu ärgern, sondern um zu erfahren (und über die ewige Wiederholung zu lernen), was dabei passiert. Deswegen lachen sie dabei ja auch immer so, sie freuen sich, wenn etwas passiert, bzw sie freuen sich, dass immer wieder das gleiche passiert. Toll - ich kann was! ;-)

LG

Hanna

7

Zurückkneifen finde ich grundverkehrt. Christina macht das auch, ich sag dann schonmal laut "Au", tut ja wirklich weh. Aber verstehen können sie das noch nicht, auch nicht, wenn man Ihnen "erklärt", dass das weh tut. Ich setz sie dann kurz runter, um mich einfach zu schützen und gut ists... Ich glaube auch, je mehr Du abgehst, desto mehr wirds künstlich interessant für sie.

Andrea

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Also mein Sohn kneift niemanden und den juckt es auch nicht mehr, was ein Kappes also #augen

Ach so und ein Trauma hat er auch nicht davongetragen #winke

Vielleicht ist meiner da auch einfacher zu händeln, mag ja sein.

Viel Erfolg bei eurer Methode

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Aber das, was DU "vorschlägst"(???) und wie DU es gemacht hast, ist dann wohl besser, oder?!?!#klatsch#klatsch#klatsch

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&tid=2794054&pid=17683367&bid=21

Von daher kannst du deinen Zynismus und Sarkasmus auch gerne stecken lassen!#augen

9

Hallo,

du, mit schimpfen nutzt es nicht so viel. Denn sie versteht mit 11 Monaten durch das Schimpfen höchstens, dass du auf sie reagierst und somit deine volle Aufmerksamkeit hat.

Darf ich fragen, was für ein "Animations-"Repertoire du deinem Kind bietest? Beschäftigst du dich viel mit ihr direkt oder lässt du sie längere Zeit auch mal alleine spielen? Bei meinen Kindern war es so, wenn ich viel mit ihnen gemeinsam gemacht habe, gar keine derartigen Marotten aufgetreten sind. Als ich meinen Sohn bekommen hatte und somit viel mit dem Neugeborenen beschäftigt war, hatte ich damit auch weniger Zeit für meine Tochter, die darauf hin ziemlich bockig wurde. Erst nach und nach wurde mir klar, dass das schlichtweg an mir lag und ich mir Extra-Zeit für sie ganz allein nahm. Da hörten diese Bock-Phasen nach und nach auf.

Als mein Kleiner dann rd. ein Jahr war und Emélen in den KiGa kam, während er zur Tagesmutter ging, gabs auch bei Stephan kurze Bock-Attacken am Nachmittag, wenn ich ihn abholte (er sah immer Emélen mit mir zur Arbeit fahren und dachte wohl, ich unternehme nur mit ihr etwas, während er "abgeschoben" wird). Dem bin ich wiederum begegnet, indem Emélen nach der Arbeit von mir mit "Aufträgen" belegt wurde (male doch mal dieses schöne Mandala für mich aus; puzzle doch mal diese Prinzessin zusammen; bürste doch mal deiner Püppi schön die Haare und zieh' ihr was tolles an, ja?), während ich mit Stephan schmuste und kuschelte.

Ich glaube, wenn Kinder - egal, wie klein sie sind - mit Aggression reagieren, hat das ganz viel mit Aufmerksamkeit-haben-wollen zu tun (ich schließe jetzt mal Krankheiten aus, ja?). Sie wollen um jeden Preis die Mama zu 100% bei sich wissen und machen das notfalls auch mit Gewalt. Mit noch nichtmal einem Jahr ist dein Kind noch nicht soweit, dass es Grenzen austesten will. Das glaube ich einfach nicht. Von daher würde ich bei einem Kind in dem Alter so reagieren, dass ich mich bei Kneifen und bösartigem Verhalten mir gegenüber es böse anschauen und den körperlichen Kontakt verweigern würde. Nach ein paar Minuten würde ich aber gleich wieder kommen, beruhigend mit ihm sprechen, es streicheln und ihm sagen, dass Kneifen weh tut und auch auf die gekniffene Stelle zeigen. Sagen: "ja - DA hast du Mama weh getan; das ist nicht schön. Schau, ich hab dich lieb (und würde dann das Kind dort streicheln, wo es mich zuvor gekniffen hat) ..." ... Schau mal, wie dein Kind dann reagiert :-).

Alles Liebe von Emestesi

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Hallo,

meine Tochter kann sich sehr gut alleine beschäftigen, erkundet die ganze Wohnung und spielt oft sehr konzentriert. Immer wieder mal will sie mich mit einbeziehen, worauf ich auch sofort eingehe! Wir spielen aber auch ganz viel gemeinsam. Da ich Erzieherin bin, habe ich viele tolle Ideen, was ich meinem Kind anbieten kann, und sie saugt alles förmlich auf. Wir gehen jeden Tag bei Wind und Wetter auf den Spielplatz, oftmals 2 Stunden. Auch dort sitze ich mit im Sand und in der Matsche, oder sie kapselt sich von mir ab und geht alleine auf Entdeckungsreise.

Zusammengefasst denke ich, dass ich gut erkenne, wie der Bedarf meines Kindes ist und handele dementsprechend. Also kann es nicht an zu wenig Aufmerksamkeit liegen, denn die bekommt sie zu jeder Zeit. Es passiert ja auch nicht in Situationen, in denen sie auf sich aufmerksam machen will, sondern dann, wenn sie diese gerade voll hat, nämlich im Spiel, beim Essen...

Selbstverständlich testen Kinder in dem Alter ihre Grenzen aus. Meine Tochter hat schon ganz früh das Wort nein kennengelernt und auch verstanden und akzeptiert. Sie ist in Dingen wie Robben, Krabbeln und Laufen ehr im hinteren Mittelfeld was den Zeitpunkt betrifft. Dafür war sie im kognitiven Bereich schon immer recht weit. Sie sagt mit ihren 11 Monaten schon Papa, Mama, Lissy, Oma, Opa, bum, aa... Wenn ich sage, mach mal aa, dann drückt sie. Sie zeigt mir, wo Apfelmus steht, wo die Schnullis liegen, zeigt mir ihre Füße, die Nase und und und. Also, ich bin davon überzeugt, sie sucht ihre Grenzen! Sie lacht ja nicht, so wie Kinder das tun, wenn sie das Wörtchen nein Erforschen. Sie guckt richtig grimmig in dem Moment.

Ach, ich weiß auch nicht. #schwitzIch glaube, ohne dass man so eine Situation mit erlebt, ist das schwer zu glauben oder zu beurteilen. Meine Mutter ist auch ganz erstaunt und meinte, ich hätte diese Phase erst mit knapp 2 Jahren gehabt.

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Hallo!

So kleine Kinder können die Wirkung ihres Tuns noch nicht richtig einschätzen. Klar, sie müssen langfristig lernen, dass kneifen usw. anderen weh tut. Es kann gut sein, dass sie gar nicht weiß, dass es weh tut und macht es aus Übermut. Mamas Reaktion zu erleben, kann ja auch Spaß machen.
Versuch vielleicht, möglichst "gleichmütig" und langweilig zu reagieren. Sag ihr immer wieder im gleichen Tonfall, dass sie streicheln soll, anstatt zu kneifen, viel schimpfen bringt nichts. Aber bewerte es nicht über. Solche Phasen sind normal.

LG Silvia

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Das hab ich versucht. Und das macht sie dann auch, kommt schmusen und gibt Küsschen. Aber wie gesagt, in dem Moment, in dem sie aggressiv ist, ist auch ihr Gesichtsausdruck aggressiv. Sie lacht nicht. Als sie heute beim Papa so war und der ganz ernst nein sagt, hat sie geweint.

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Hallo!

Du schreibst, dass Du es AUCH versucht hast. Daraus verstehe ich, dass Du mal so und mal so reagierst. Und genau das kann für Kinder spannend sein. Versuch vielleicht, über zwei, drei Wochen immer das gleiche Verhalten zu zeigen. Dann wird es langweilig. Jedenfalls war es bei meinen beiden Söhnen bisher so.
Deine Tochter ist 11 Monate alt und bemerkt immer mehr, dass sie einen eigenen Willen und eigene Wünsche und Vorstellungen hat. Verbal kann sie ihre Bedürfnisse und ihren Frust noch nicht äußern. Es geht nur körperlich. Sie muss lernen, ihren Frust zu "kanalisieren" und damit umzugehen. Das ist ein Prozess, der über viele Jahre anhält und immer wieder zu Problemen unterschiedlicher Art führen kann.
Dass Kinder Gefühle zeigen, ist prima, auch wenn es für uns Erwachsene unter Umständen schwer ist, Wut und Aggression bei unserem Kindern zu akzeptieren. Sie müssen lernen, ihn "sozialverträglich" zu äußern. Selber dann mit Aggression, also z.B. viel schimpfen oder zurückkneifen zu reagieren, finde ich nicht so gut. Das zeigt den Kindern, dass der Stärkere wütend sein darf, der Schwächere aber nicht.

Mein großer Sohn hat zeitweise auf ein bestimmtes Kissen gehauen, wenn er wütend war (hab ich ihm gezeigt). Nach ein paar Wochen war das Thema erledigt.

LG Silvia

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Kneif doch mal zurück!

Meine Oma hatte mal nen Kind inner Tagespflege, die hat die anderen Kinder immer gebissen. Sie hat dann mit der Mutter abgesprochen, dass meine Oma zurück beißen darf, wenn sie das tut!

Drei Tage, dann hat sie die anderen nicht mehr gebissen!

Vielleicht muss sie erst mal merken, dass das weh tut. Sie denkt sich wahrscheinlich auch: "Ach, die Alte kann ja viel sagen, wenn der Tag lang ist" ;-)

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#aerger#contra

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Boooaaah - noch so eine!#klatsch:-[#contra#contra

Kannst dich ja gleich mit dieser Vorschreiberin zusammentun, die in das ein und dasselbe Horn wie du tutet:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&tid=2794054&pid=17683367&bid=21

und

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&tid=2794054&pid=17688378&bid=21


Also manchmal glaub' ich es wirklich nicht, was man da so zu lesen bekommt!#schock#contra#contra

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Hallo,

diesen Tipp finde ich - mit Abstand - von allen am allerbesten:

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=21&tid=2794054&pid=17684336

Besser hätte man es gar nicht schreiben können!#pro#pro#cool:-(

Das ist doch was ganz, ganz anderes als der "Tipp"(???) zurück zu kneifen!#augen#klatsch#contra#contra:-[
Lass' dich von denjenigen, dir dir solch Ungeheuerliches(!) "raten"(???), bloß nicht ins Boxhorn jagen!!!


Gruß

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Schlechtes Verhalten ignorieren, gutes mit Lächeln und Aufmerksamkeit belohnen. Fokussier Dich nicht so sehr auf das unangenehme Verhalten deiner Tochter.
Sie versteht ein "Nein" noch nicht so richtig. Bestimmt "Nein" sagen und dann zeig ihr lieber Alternativen. "Ei" und wie schön streicheln ist. Nimm ihre Hand sanft und zeig ihr wie schön sanfte Berührungen sind. Ansonsten Ablenkung...
Je ruhiger und sanfter du bleibst umso besser. Flüstern hilft oft auch, da müssen sie sich konzentrieren und schon denken sie an was anderes.

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