Ich werde meinem Kind nicht gerecht!

Huhu... dann melde ich mich nun also zum ersten mal im "Allein erziehend - Forum" ... ich gehore nun auch zu dieser Spezies #schock

Ich bin zur Zeit irgendwie ziemlich traurig, weil ich das Gefühl habe, meinem Kind einfach nicht genug geben zu können....
Seit jetzt zwei Wochen leben wir alleine, und ich sehe meinen Kleinen (4 Jahre alt) nur noch abends und morgens.
Ich muss Arbeiten - bin noch in der Ausbildung, daher kann ich nicht halbtags arbeiten...
Finn geht in den Kindergarten, danach wird er von der Tagesmutter abgeholt, wenn ich von der Arbeit komme, nehme ich ihn abends mit.

Jedes zweite Wochenende ist er zudem noch beim KV, danach kommt er so überdreht wieder, dass ich erst einmal eine Woche brauche, um ihn "gerade zu biegen" (Er guckt dort rund um die Uhr fern usw. :-[ ).

Eigentlich ist es doch paradox, oder?
Wenn ich mir unter diesen Bedingungen einen Hund anschaffen wollte, würde es doch sofort heißen "das kannst Du dem Hund nicht antun, Du hast ja gar keine Zeit für ihn" usw.
Aber meinem Kind muss ich das antun. Und mir auch. Denn es tut mir einfach weh, ihn so wenig zu sehen, zumal mich ab und zu das Gefühl beschleicht, dass er z.B. zur Tagesmutter eine tiefere Beziehung hat als zu mir
(Das ist wirklich hauptsächlich Einbildung, denn insgesamt gesehen sind Finn und ich ein super Team!)

Aber obwohl Finn bei der Tagesmutter super aufgehoen ist, und sie wirklich ein Goldstück ist, fühle ich mich einfach mies....
Als mein Lebensgefährte noch da war, war Finn wenigstens in der Familie aufgehoben sozusagen.... sorry, ich kann nicht besser ausdrücken, was ich meine....

Kennt Ihr dieses Gefühl?
Wie macht Ihr das denn? Allein erziehend, arbeiten, und dann noch dem Kind gerecht werden?



Beansidhe

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Hallo du,

ich find es ja erstmal super, dass du dir so nen Kopf machst, über deine/eure Lebenssituation.

Aber ich glaube, du setzt dich selber viel zu sehr unter Druck.

Wenn dein Sohn gut bei seiner Tagesmami aufgehoben ist, dann kannst du doch völlig unbesorgt sein. Du lebst deinem Kind vor, wie es ist, wenn Mama arbeitet...und ihren Verpflichtungen nach kommt.

Das ist was absolut Gutes, denn du bist ihm damit ein super Vorbild. Leider sehen es heute viel zu viele Kinder nicht mehr, dass die Eltern arbeiten und Geld verdienen.

Sei glücklich drüber, dass das Verhältnis zur Tagesmutter so gut ist. Das ist auch häufig im Kindergarten so, dass die Erzieherin mehr zu sagen hat als die Mama...hab ich selber auch häufig so erlebt...da bekommt man als Mama gesagt...nein, das mach ich so oder so...das hat Frau XYZ gesagt...#schwitz

Aber das ist doch nichts Schlimmes. Stell dir vor, wie übel es wäre, wenn er da nicht gerne hin ginge. Da hätteste doch keine ruhige Minute während du tagsüber weg bist.

Ihr habt die Abende...das Wochenende...Kinder kommen damit klar...wenn die Sachen an sich geregelt sind...die Abläufe immer gleich...dann gewöhnen sich Kinder auch an solche Situationen.

Was du jetzt erlebst, sind die ganz normalen Gefühle, die viele berufstätigen Frauen haben....es ist der Spagat es allen Recht machen zu wollen. Das kann niemand. Und deine Sorge ist völlig unnötig. Deine Ausbildung ist wichtig für dein Leben...und es kommt im Endeffekt auch deinem Sohn zugute.

Setz dich nicht so unter Druck...das ist schon alles gut so, wie das läuft bei dir. Deinen Kind gehts gut...red dir nichts anderes ein. #blume

2

Hallo,
ich kann Dich gut verstehen, mir ging es auch während der Ausbildung so. Meine Tochter war von Morgends bis Abends bei der Tagesmutter und ich habe sie (fast) nur geweckt und Schlafen gelegt.
Sie hat(te) auch ein super Verhältnis zur Tagesmutter, damit hast Du schon mal ein Problem weniger. Wenn der Kleine jeden morgen Weint, dann ging es Dir bestimmt noch Schlecher.
Mir und meiner Tochter haben Rituale geholfen, jeden Abend ein Buch Lesen, Singen, Schmusen und Beten. Unsere Beziehung war und ist immer sehr innig gewesen.

Mit den Wochenenden solltest Du eine neue Regelung mit Deinem Ex finden. Vielleicht das euer Sohn nur jedes 2 Wochenenden den Papa über Nacht besucht und die anderen Wochenenden nur für ein paar Stunden. Dann hast Du zeit die Du mit Deinem Sohn verbringen kannst. Bei uns hat es gereicht.

Und mach Dir keinen Sorgen, weil Dein Sohn nicht mehr von Familienmitgliedern betreut wird, er hat die Tagesmutter bestimmt ins Herz geschlossen und fühlt sich nicht abgeschoben wenn er bei ihr ist.

Alles gute Dir!!!

Isa

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