Vater verhält sich plötzlich so komisch und will sogar den Kontakt abbrechen

Guten Morgen!

Folgende Situation:

Ein Paar hat eine 3jähriges gemeinsamen Kind (Mädchen). Das Paar trennt sich und der Vater zieht aus, das Kind bleibt bei der Mutter. Anfangs läuft es noch relativ gut und der Vater kommt oft nach Feierabend vorbei, bleibt zum essen und bringt sie dann auch ins Bett. Er hat die Kleine auch einen kompletten Tag am Wochenende (über Nacht noch nicht, da die Kleine Einschlafprobleme hat und noch ausschließlich im „gewohnten Umfeld“ schlafen soll – war von beiden im Vorfeld so abgesprochen. Wenn es sich gebessert hat, sollen aber auch Übernachtungen drin sein). Dann – von einem Tag auf den anderen – zieht sich der Vater mehr und mehr zurück. Er verkürzt die Treffen immer mehr, kommt nicht mehr vorbei ohne abzusagen, sagt die Papa-Tage am Wochenende teilweise kurzfristig oder von vornherein komplett ab oder hält bis Freitag Abend/Samstag Abend offen ob er die Tochter am Samstag bzw. Sonntag Morgen überhaupt holen kann (Wochenenddienst hat er nicht, das kann also nicht der Grund sein!). Auf Nachfrage warum das plötzlich so ist, kommt nur ausweichendes Gerede und keine Begründung.

Letzten Samstag war eigentlich wieder ein Papa-Tag. Der Tag war abgesprochen und am Samstag Morgen sollte er die Kleine um 9 Uhr abholen. Um 9:30 Uhr rief ich ihn an und fragte nach – er meinte, er kommt gar nicht weil es „nicht geht“ (eine Begründung nannte er also trotz Nachfrage nicht wirklich). Außerdem meinte er, dass es für die Kleine besser wäre, wenn sie mehr Zeit mit mir verbringen würde. Auch einen gemeinsamen Tag wollte er nicht. Im Laufe des Gesprächs sagte er außerdem, dass er der Kleinen als Papa nicht gerecht werden kann und er sich deshalb zurückziehen möchte (also eine andere Umschreibung für „ich will den Kontakt zu ihr abbrechen“). Als ich ihn fragte, ob er zukünftig gar keinen Kontakt mehr möchte, druckste er rum, sagte er weder ja noch nein, aber ich denke im Grunde war das seine Aussage im Gespräch.

Ich verstehe das alles nicht, ich hatte den Eindruck, dass es nach unserer Trennung mittlerweile gut läuft und dass wir normal miteinander umgehen können. Ich war sehr bemüht ihm so viel Zeit wie möglich mit unserer Tochter zu geben, also dass wir es möglichst ausgeglichen aufteilen. Ich bin selber ohne Papa aufgewachsen und gerade deshalb liegt mir viel daran, dass die beiden trotz der Trennung sich nicht verlieren. Jetzt hänge ich total in der Luft, weiß nicht was ich denken soll und wie es weitergeht und weiß vorallem nicht was ich unserer Tochter sagen soll. Ist das Zurückziehen nur vorübergehend? Oder für immer? Will er überhaupt mal wieder vorbeikommen oder nicht? So viele Fragen und auf alle habe ich nur die eine Antwort: Keine Ahnung! Und von ihm kommt auch nichts.
Auch sich der Kleinen gegenüber erklären möchte er nicht und generell nicht mit ihr sprechen wie er mir am Telefon sagte.

Was mache ich denn jetzt? Soll ich unser weiteres Leben ohne ihn planen? Also ihn bitten mir das vollständige Sorgerecht zu geben (bisher haben wir ein gemeinsames und müssten uns bei vielen Dingen die die Kleine betreffen absprechen)? Es klang halt doch relativ endgültig von ihm…oder doch besser abwarten ob er noch zur Vernunft kommt, aber was der Kleinen dann sagen (lügen ist nicht – eher die kindgerechte Wahrheit)?

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Für mich klingt das nach einem gemeinsamen Gespräch beim Jugendamt darüber, wie es weiter gehen soll.

Was nicht geht ist, daß Du weiter in der Luft hängst. Klare Absprachen sind für alle wichtig, letztendlich auch für die Kleine.

Daß er ihr nicht gerecht wird, ist eine faule Ausrede.

Kann es sein, daß er eine neue Freundin hat? Darum die kurzfristigen Absagen, darum das Rumgedruckse?

Wie gesagt, ich würde ein gemeinsames Gespräch beim Jugendamt anstreben. Und daraus sollten klare Termine hervorgehen, die nicht kurzfristig abgesagt werden, oder er gibt Dir das alleinige Sorgerecht zurück, würde Dein Leben zumindest erleichtern. Eigentlich wäre aber die erste Option die gewünschte.

Ich finde es bei sowas auch wichtig, daß klar ist, daß das von ihm ausgeht. Nicht, daß es in 5 Jahren heißt, Du hättest ihm das Kind vorenthalten. Oft wünschen Väter sich später dann ja doch wieder Kontakt, wenn die aktuelle Freundin passé ist, oder sie wieder gesettled sind, oder das Kind "aus dem Gröbsten raus" ist.

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Ob er eine neue Freundin hat weiß ich natürlich nicht sicher, ich vermute aber nicht. Zumindest gibt es keine Hinweise darauf und auch gemeinsame Freunde/Bekannte haben nichts in der Richtung mal angedeutet. Aber vielleicht hat er es auch noch nicht ihnen gegenüber "offiziell" gemacht oder sie sagen es mir einfach nicht... So oder so, kann es aber nicht sein, dass er dann nichts mehr von unserer Tochter wissen will. Jetzt will er keinen Kontakt, wenn die Beziehung in die Brüche geht dann vielleicht wieder schon, wenn er dann wieder eine Neue hat lässt er unsere Tochter wieder links liegen usw. - oder wie soll das dann werden? Ich bin ja wirklich tolerant und möchte unbedingt, dass unsere Tochter weiterhin Mama und Papa hat und wir beide Bezugspersonen sind, aber so ein hin und her ist ein NoGo für mich!

Einen Termin beim Jugendamt werde ich vereinbaren und ihn dazu hinzubitten bzw. vielleicht macht das Jugendamt das auch selber (wäre mir sogar lieber in der aktuellen Situation). Aber was passiert denn, wenn er den Termin ablehnt oder einfach nicht erscheint? Also was wären die Konsequenzen?

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Ich glaube, daß das Jugendamt ihn dann selbst einlädt, wenn Du sie um Unterstützung bittest. Aber das werden sie Dir auch selbst sagen.

Keiner kann ihn zwingen zu kommen, ist ja kein Gerichtstermin. Aber wenn er nicht kommt, ist das auch eine klare Aussage für das Jugendamt. Konsequenzen hat es erstmal nicht für ihn. Trotzdem ist damit klar gezeigt, daß er kein Interesse hat. Das wäre langfristig für Dich wichtig, damit es da nicht später zu anderen Aussagen kommen kann.

Und ich kenne aus meinem Umfeld einen Vater, der sich jahrelang nicht um sein Kind gekümmert hat, und als sie dann so 3. Klasse war, ist sie ihm plötzlich wieder eingefallen. Und ja, so ein Vater bekommt dann auch Umgang. Erstmal begleitet, aber ist so. Darum finde ich es sehr wichtig, jetzt auch an den richtigen Stellen bekannt werden zu lassen, daß das klar von ihm so ausgeht und nicht von Dir gewünscht ist.

Ich würde ihn, wenn er wirklich den Kontakt abbrechen will, freundlich um die Rückgabe des Sorgerechts bitten. Zwingen kannst Du ihn nicht. Meiner Meinung nach wäre er auch doof, es zurück zu geben, kostet ihn ja nichts, es zu behalten. Aber wäre für Dich angenehmer, dann brauchst Du keine Unterschrift, wenn Du mit dem Kind zB ins Ausland in Urlaub fliegen willst, oder wegziehen willst, oder sonst was.

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"druckste er rum, sagte er weder ja noch nein, aber ich denke im Grunde war das seine Aussage im Gespräch. "

Das klingt eher so, als würde er es sich offen halten.
Er hat jetzt wichtigeres, anderes zu tun. Wenn er dauerhaft keinen Kontakt will, fällt ihm das auf die Füße.

Nicht ja, nicht nein, macht eher den Eindruck:
- jetzt auf keinen Fall
- irgendwann wieder
- dann wenn es gerade passt
- auch kurzfristig
- er will ja den Kontakt, also dann auch bereit stehen.

Wenn er um 9 Uhr nicht kommt und gnädigerweise dir das Feld überlässt
dann will er das irgendwann nach holen. Spontan. Dann hat er gerade Zeit. Weil er es netterweise dir überlassen hat, spontan.... kannst du ihm ja dann auch entgegen kommen.

Für das Kind natürlich sch* und planbar ist dann auch nix.

Wenn er was besseres vorhat, soll er das sagen. Nicht im Detail. Nur soweit, damit du planen kannst.

Lass dich vom Jugendamt beraten.
Dokumentiere jede Absage. Kurzfristige, langfristige.
Wenn er dann doch irgendwann wieder will, ist das ja möglich. Planbar.

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Ich hatte eher den Eindruck, dass er gar keinen Kontakt mehr möchte - auch wegen seinem "er kann der Kleinen als Papa nicht gerecht werden" (und sie ist jetzt nicht schwierig oder so!!!). Ich denke er wollte vor mir und vielleicht auch vor sich selber nicht knallhart sagen "ich will den Kontakt zur Tochter abbrechen" weil er sich dann wie ein mieser Mensch vorkommt - sowas spricht ja nicht gerade für einen netten und tollen Charakter. Ähnlich wie wenn man mit jemandem ein paar Dates hatte, aber dann weitere Treffen mit Ausreden vermeidet und den Kontakt letztendlich einschlafen lässt anstatt zu sagen "sorry, aber gefunkt hat es bei mir leider nicht" oder einfach klar zu sagen was Sache ist.

Nein, parat stehen und dass er kommen und gehen kann wann er will, das kommt nicht in Frage. Ich bin ja wirklich sehr tolerant und verstehe es auch, wenn mal was dazwischen kommt oder er spontan die Kleine sehen will, aber er kann nicht erwarten dass ich bzw. meine Tochter unser ganzes Leben nur nach ihm richten und springen sobald er ruft. Die Kleine muss doch wissen, dass sie sich auf ihn und seine Aussagen verlassen kann - wie soll das denn gehen wenn er sagt "ich komme Samstag" und ich ihr am Samstag dann sagen muss "sorry, Papa kommt nun doch nicht - keine Ahnung wieso wann er wieder auftaucht". Das ist doch sch*** und noch schlimmer wie gar kein Kontakt!

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Ja besser gar keinen.
Wenn er einmal "abbaut" Dann ist das auch nochmal möglich. Dann soll er gleich ganz verschwinden.... Die Maus bekommt es bald mit. Wird es nicht verstehen. Auf sich beziehen. Schwierig. Ist wirklich nicht schön. Ich sage mir immer "mein Kind hat sich Mutter und Vater bewusst gewählt" Trotzdem will man das Kind beschützen. Würde mich mit ihm zur Aussprache treffen und ihm ohne Druck deine Ängste mitteilen und entweder er wacht auf oder er soll dann verschwinden. Entültig. Er scheint ja da ein psychisches Problem zu haben zwecks gerecht werden. Er muss nicht gerecht werden. Er soll nur da sein. Das reicht dem Kind schon... Weiss er das? Hatte er vielleicht auch keinen Vater und dieses Thema holt ihn ein?

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