Scheidung und Job

Hallo,

mein Noch-Mann hat mich heute damit überrascht, dass er mit seiner Neuen bereits auf Wohnungssuche in ihrer Stadt ist. Wir wohnen hier sehr sehr ländlich, er wollte unbedingt zu seiner Familie, damit diese mitbetreuen kann, hier gibt es keine Nachmittagsbetreuung und bei der Trennung (ich bin dann ausgezogen) hat er noch gesagt wir machen weiterhin Wechselmodell und er bleibt hier solange unsere Tochter (bald 7) in die Grundschule geht.
Nun ist das alles hinfällig. Er will knapp zwei Stunden weit weg ziehen und es gibt hier keinerlei Nachmittagsbetreuung. Ich arbeite derzeit Teilzeit in einem Übergangsjob knapp über Mindestlohn (wollte nächstes Jahr meine Umschulung starten). Wenn er wegzieht und das Wechselmodell wegfällt, werde ich den Job nicht behalten können.
Am liebsten wäre ihm, er nimmt unsere Tochter mit zur Neuen und ihren Kindern und ich sehe sie nur noch am Wochenende. Das ist für mich aber keine Option!

Hatte jemand die Situation schon? Wohin kann ich mich wenden? Wenn er wegzieht kann ich den Job den ich derzeit habe nicht mehr ausführen (mal früh, mal spät). Ich kann ja aber auch nicht einfach sagen "oh, jetzt komme ich nicht mehr arbeiten, ich muss mein Kind betreuen".
Ich suche schon händeringend nach einem Job in der Vormittagszeit, aber logischerweise ist da nicht viel zu kriegen. In meinem erlernten Beruf habe ich eventuell eine Chance, muss dann aber weiter fahren.
Nun sitz ich hier, am Popo der Welt, kenne niemanden und weiß nicht was ich tun soll.

Ist das Arbeitsamt für die Beratung bereits zuständig? Mit meinem Gehalt und dem Unterhalt für uns beide habe ich eigentlich derzeit genug Einkommen. Aber wie gesagt, das ist unmöglich, wenn er nicht mehr in der Nähe wohnt.
Ist ein Anwalt der beste Ansprechpartner? Dann müsste ich Beihilfe beantragen.
Ich bin gerade völlig aus der Bahn.

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Total bescheuerte Situation für dich. Tut mir sehr leid.
Könntest du auch in diese Stadt ziehen, damit das Wechselmodell möglich bleibt?

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Könnte, aber hätte dann weder eigene Familie in der Nähe (jetzt schon eine Stunde Fahrt entfernt, dann etwa drei Stunden entfernt + sehr hohe Mieten in der Stadt in die er ziehen will + kein Job), noch irgendwelche Kontakte. Zudem habe ich selber einen neuen Partner, der in der nächstgrößeren Stadt (30 Minuten entfernt) lebt.

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Dem Ex nachziehen weil er gleich mit der neuen zusammen wohnen will? Echt? Ohne Job usw.? Würde ich nicht machen, sorry, ich wäre auch gerne entweder zu meinen Eltern, oder jetzt zum Freund, beides keine Option Wechselmodell und unser Kind sollte beide Eltern eben haben, wenn mein Ex Umzieht und meint 2 h weg zu müssen, sein Bier aber eben ohne Kind, ich würde dann doch noch Richtung meine Eltern oder Arbeitsort ziehen.

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Auch wenn es blöd ist, aber du kannst ihm natürlich nicht verbieten, wegzuziehen.

Wenn du dort nur wegen seiner Familie wohnst, würde ich an deiner Stelle auch wegziehen.
Wäre es eine Option zu deiner Familie in die Nähe zu ziehen ?

Rede mit deinem Ex, ob er damit einverstanden ist. Wenn nicht, dann stehen die Chancen nicht schlecht, gerichtlich das ok dafür zu bekommen, den immerhin schafft dein Ex von sich aus ja schon eine Entfernung von 2 std zu seinem Kind.

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Meinst du sie muss ihn das fragen? Ich meine er zieht ja weg und sie muss jetzt sehen wie sie die Kids betreut bekommt.

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Wenn sie das geteilte Sorgerecht haben, darf sie rechtlich nicht ohne seine Zustimmung umziehen.
Ohne seine Unterschrift kann sie das Kind weder beim Einwohnermeldeamt ummelden, noch kann sie es in der neuen Schule anmelden.
Also ja, sie muss ihn - bei geteilter Sorge - fragen.

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Wie ist es mit seiner Familie zur Betreung? In der Nähe deiner Familie einen Job suchen? Das ist echt doof und sie mitnehmen? Das wäre für mich auch keine Option. Da macht er es sich wirklich einfach.

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Meine Familie siehe Antwort eins weiter oben ; ).
Seine Eltern nehmen sie ab und an und würden das sicher auch weiter tun, können aber nicht täglich mitbetreuen.

Ja, er sieht sich noch als großer Gönner. Wenn sie in der Woche bei ihm lebt, dann könnte ich doch sogar Vollzeit arbeiten.
Sie mitzugeben ist keine Option. Eher verzichte ich auf meine Umschulung und suche mir etwas in meinem Erstjob, in den ich eigentlich nicht zurück wollte.

Ich bin einfach so enttäuscht. Man muss sich ja nicht gern haben, aber wenn beide mit dem Wechselmodell einverstanden sind, dann zieh ich das doch wenigstens durch bis mein Kind groß genug ist. Es war so schön für sie, dass sie jederzeit Zugang zu uns beiden hatte.
Aber die Neue und deren Kinder sind scheinbar wichtiger (dabei zahlt er nichtmal Sprit für die Wege zu ihr: er hat einen Dienstwagen zur freien Verfügung).

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Bei allem Streit was wir haben, dabei geht es ums Materielle, was das Kind angeht sind wir ganz gut.

Anfangs, da war unser Kind 2, meinte er er gehe 2 Jahre nach China beruflich, er müsse!, ich fragte da nur was willst du mit A. machen? Ja er würde ein Jahr mit und dann zu mir wieder, den Zahn habe ich gezogen.

Mittlerweile würde keiner hier umziehen und eine solch große Distanz machen, selbst wenn ich zu meinen Eltern ziehen würde, wären es nur 30 Km aber auch das mache ich nicht.

Ich finde das dein Ex da nicht wirklich mitgedacht hat, drüber nachgedacht hat. Warum zieht sie nicht her?

Nun dann würde ich doch da bleiben wo du bist, dann hast du wenigstens mal jemanden. Ach sie hat auch Kinder, das ist natürlich doof aber wenn man sich Partner mit Kindern sucht ist das eben so.

Wie geschrieben mein Freund wohnt 550 km weg ich würde nicht hinziehen er kann nicht herziehen so ist es eben im Leben, schade das dein Ex nicht so denkt, aber wenn er euer Kind sehen will ist es jetzt an Ihm dann zu sehen wie er das macht, wie oft bei der Distanz. Und die betreuung? Ich würde tatsächlich dann in die größere Stadt, nahe zur Arbeit bessere Betreuung ziehen, ist doch Optimal? Ich habe bei mir wenn mein Kind da ist auch niemanden wenn was ist, ich muss frei nehmen. Aber es ist machbar.

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Ich finde das Verhalten deines Ex wirklich unmöglich. Ich kann es grundsätzlich nicht verstehen, welche Prioritäten manchmal gesetzt werden.

Ich lese aber raus, dass deine Familie keine Unterstützung sein kann, also würde ich schauen, dass ich so umziehe, dass Job und Kind geht.
Zwischen am "Popo der Welt" und gleiche Stadt wie Ex muss es doch noch was geben?
Allerdings muss man da auch gucken. Sollte dein Ex gerichtlich durchsetzen wollen, dass er das Kind zu sich nimmt, ist die gewohnte Umgebung für dein Kind ja dein Argument, dass das Recht auf deiner Seite ist, wird also schwierig, wenn du auch umziehst.
Ich würde dir dringend ein Beratung empfehlen. Caritas oä. und ja, wenn es mit staatlichen Leistungen geht, dann nimm sie in Anspruch.

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Ich persönlich würde dort bleiben oder zumindest in der Nähe, wenn du wenigstens noch die Schwiegereltern hast und der Kontakt mit ihnen funktioniert trotz Trennung.

Eine Bekannte von uns hat sich in einer ähnlichen Situation eine "Leihoma" besorgt. Vielleicht gibts ja bei euch auch jemandem in Dorf, der das übernehmen wollen würde.
Ich denke, du wirst die so oder so ein Netzwerk mit alternativen Betreuungspersonen aufbauen müssen.

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Kann Sie vielleicht an den Tagen mit Spätschicht bei dir zu einer Kitafreundin mitgehen. Du könntest an den anderen Tagen ja anbieten, das andere Kind ggf. zu betreuuen?

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Worin liegt das Problem, dass seine Familie wie geplant, weiterhin Notbetreuung?

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