Kann er mir mein Baby wegnehem?

Hallo zusammen,

Folgende Situation:

Ich (23) und mein Ex-Freund (32) haben einen gemeinsamen Sohn (6M). Ich war bis zum ca. 7. Monat angestellt, nur leider ist mein Vertrag ausgelaufen, der nicht wieder verlängert wurde.
Soweit kein Problem, da er gut verdient hat und es immernoch tut.
Momentan bin ich noch in Elternzeit bis Januar nächsten Jahres.

Vor ca. 1 Woche habe ich dann unsere Beziehung beendet, da er mich seit längerer Zeit psychisch malträtiert hat. z.B hat er mir 70% meines Elterngeldes genommen, um gemeinsame Kosten zu bezahlen, aber mich zusätzlich 24/7 für das Kind hat sorgen lassen und den kompletten Haushalt schmeißen lassen. Als ich von den ca. 300€, die mir dann noch übrig waren meine eigenen Verpflichtungen (Handyrechnung, Zahn-Krone usw.) bezahlt habe, hatte ich noch ca. 150€ für den ganzen Monat übrig. Heißt im Endeffekt, für alles was ich für unser gemeinsames Leben und für unseren Sohn kaufen wollte, musste ich ihn nach Geld fragen und seine Erlaubnis einholen. Damit hatte er finanziell volle Kontrolle über mich. (Er hat ein Jahreseinkommen von ca. 70 000)

Er hat jeden Tag davon geredet, wie schlimm meine Eltern sind und das sie sich pausenlos einmischen (was wirklich ABSOLUT nicht stimmt) und dafür banale Gründe angegeben, wie das meine Mutter in ihrer eigenen Wohnung dan Maxi Cosi woanders hingestellt hat als er, wenn wir zu Besuch waren.

Wenn ich die Spülmaschine einräume, kommt er und stellt das Geschirr um oder steht neben mir und sagt mir, wie ich das machen soll.

Wenn ich den Trockner benutzt habe, musste ich mich rechtfertigen, wieso ich die Wäsche nicht stattdessen aufhänge... und so weiter und sofort.

Ich möchte damit nur erklären, was er für ein Mensch ist. Meiner Meinung nach sehr manipulativ und Kontrollsüchtig.

Vor ca. 2 Wochen habe ich mich dann von ihm getrennt und wir sind so verblieben, dass wir als WG in der Wohnung weiter wohnen, bis wir beide was Neues haben.
Soweit hat das auch funktioniert, bis ich ihn eines Morgens gefragt habe, wie er sich das mit dem Umgang vorstellt. Er möchte gerne das Wechselmodel 50/50 haben. Daraufhin meinte ich dass, das meiner Meinung nach nur funktioniert, wenn wir beide einigermaßen in der Nähe wohnen (wegen Kita), aber selbst dann ist es mir nicht zu 100% recht, da ich finde ein Kind braucht einen Lebensmittelpunkt. Wer möchte schon leben wie ein Nomade..
Daraufhin meint er das Kind könnte doch auch in 2 Kitas gehen.. Ich glaube, darauf muss ich hier nicht weiter eingehen und jedem sollte klar sein, warum das absoluter Blödsinn ist..

Aufjedenfall ist das eskaliert und er wurde laut und hat mich beleidigt (wie Männer eben Frauen auf dem untersten Niveau beleidigen, denke den Wink versteht jeder um jetzt nicht zu wiederholen, wie er mich gennant hat) und hat zu mir gesagt, ich soll Leine ziehen. Daraufhin (und ich bin nicht stolz drauf) hab ich ihm eine geknallt.
Ich muss dazu sagen, ich bin weder aggressiv noch in irgendeiner Form gewalttätig. Mir ist einfach der Kragen geplatzt, da er immer schlimmer geworden ist.
Er hat mir die Watschen zurückgegeben, aber so das ich gegen den Esstisch geflogen bin.
Will mich garnicht daran aufhängen, dass er sie mir wiedergegeben hat, sondern nur so klar wie möglich den Verlauf schildern.

Daraufhin habe ich meinen Vater angerufen, damit er kommt und mich und meinen Sohn abholt.
Mein Vater ist natürlich außer sich gewesen und hat ihn angeschrien, aber ihm NICHTS getan. Gottseidank..
Mein Ex-Freund hat sich aber bedroht gefühlt und die Polizei angerufen. Die ist gekommen und er hat der Polizei erzählt, wie ich ihm angeblich mit Kindesentführung gedroht habe.
Dann wollte er auch noch unseren Sohn da behalten, was ich natürlich nicht zulassen wollte. Leider war einer der Polizisten auf seiner Seite..

Als ich das gehört habe, bin ich zusammengebrochen. Also im Klartext: Ich habe mich nicht gerade vorbildlich vor der Polizei verhalten. (Keine Gewalt oder Angriff, habe nur geschrien und geweint) Wie gesagt, so bin ich normalerweise NICHT, aber das war mein schlimmster Alptraum! War nicht grad mein bester Tag...
Am Ende habe ich das Kind Gottseidank mitnehmen dürfen, weil es wohl einen Fehler in der Gemeinde gab und sie mich als einzige Sorgeberechtigte eingetragen haben.

Jetzt wohnen wir beide bei meinem Vater, der aktuell im Krankenhaus liegt, wegen eines gebrochnen Rückrates.

Jetzt droht er mir damit, mir das Kind wegzunehmen. Seine Argumentation: Ich habe ein sehr begrenztes Einkommen und mein Leben sei nicht geregelt, weil ich noch keine eigene Wohnung habe und nebenbei auch noch an einer Fernuni studiere. Das Kind wäre bei ihm besser aufgehoben.

Heute war ich beim Jugendamt wegen der Unterhaltszahlungen mir und dem Kind gegenüber und es wurde alles soweit ausgerechnet. (Ca. 1200€ für uns beide/Monat)
Ich muss es nur noch titulieren lassen.

Dazu muss ich noch erwähnen, dass wir uns vor 2 Tagen geeinigt hatten dass, das Kind bei mir wohnen wird, ich ihm aber niemals im Weg stehe, wenn er sein Kind sehen möchte und das habe ich auch so gemeint.

Heute meinte er aber dass, das so nicht geht und wir hätten uns angeblich gar nicht geeignet.. also im Grunde erzählt er genau das Gegenteil.
Ich habe WIRKLICH versucht mich mit ihm zu einigen und für uns beide eine gute Lösung zu finden, aber ihm das Kind zu geben ist NICHT VERHANDELBAR!

Meine Frage: Kann er mir meinen Sohn wegnehmen, weil ich finanziell momentan nicht so gut dastehe wie er? Ich nehme weder Drogen, noch bin ich gewalttätig, schon gar nicht gegenüber dem Kind oder tue sonst irgendetwas, was unserem Sohn schaden könnte.

Ich bin eben erst 23 Jahre alt und finanziell noch nicht gefestigt wie er mit 32, aber ist das ein berechtigter Grund? Zumal ich ja mit seinem Unterhalt genügend Geld für eine Wohnung und ein normales Leben hätte und nebenbei sogar noch einen Job auf Basis ausüben könnte.

Ich weiß, dass hört sich alles sehr kindisch und asozial an, aber wenn man wie Eigentum behandelt wird und permanent in die Ecke gedrängt wird, werden Banalitäten eben zu sehr großen Problemen.

Vorhin meinte er sogar am Telefon, ich soll weiterhin unsere Wohnung bezahlen, bis er was neues gefunden hat. Also er will nicht kündigen und dann die dreimonatige Frist einhalten, sondern erst kündigen, wenn er was hat und ab da fängt dann die Kündigungsfrist an.. was theoretisch noch ein halbes Jahr dauern kann. So lange soll ich die Hälfte für eine Wohnung zahlen, obwohl ich nichtmal mehr dort wohne..
Was soll man da noch sagen..

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"Vorhin meinte er sogar am Telefon, ich soll weiterhin unsere Wohnung bezahlen, bis er was neues gefunden hat."

Damit hat er auch absolut Recht. Du kannst dich nicht eifach so aus einer gemeinsamen finanziellen Verantwortung entziehen und ihn weiter & alleine auf den Kosten sitzen lassen, so funktioniert das nicht. Zum schlagen: Da nehmt ihr euch beide nichts. Du hast ihn geschlagen, er hat sich gewehrt. "Keine Gewalt" gilt nicht nur für den Mann sondern auch für die Frau.

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Hallo.

Bitte nehmt eine Mediation / Trennungsberatung in Anspruch ... das müsst Ihr Euch leisten wollen ...

... so wie Ihr beide emotional und charakterlich aufgestellt seid, werdet Ihr eine saubere Trennung alleine nicht hinbekommen ...

... denn weißt Du ... wärt es nur ihr, dann könnt Ihr Euch meinethalben täglich gegenseitig anschreien und die Fresse polieren ... aber es hängt ein Kind dazwischen, das ein Anrecht auf eine gewaltfreie, ruhige und weniger asoziale Umgebung habt ...

... tut es für Euer Kind.

So wird das nix.

Und ja, natürlich kann er Dir, wenn er gute Anwälte und die richtigen Argumente hat, auch das Kind "wegnehmen" ... das kommt dann unterm Strich nur auf Glaubwürdigkeit der streitenden Parteien und den Richter an ...

... und deswegen ... holt Euch Hilfe!

Alles Gute
sisein

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so ein blödsinn! Das der KV der Mutter das kind wegnehmen kann, passiert sososo selten! und das nur wenn sie/das kind total versifft ist, drogen nimmt oder schlimmere dinge. Redet ihr doch bitte nicht so einen schwachsinn ein! Nur weil sie keine Wohnung hat nach einer Trennung oder Finanziell nicht gefestigt ist, ist das noch laaaange KEIN grund warum irgendjemand ihr das Kind wegnehmen würde.

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Hallo und guten Morgen,

Deine Kritik an meinem Beitrag geht doch sicher auch in einem anderen Ton, oder?
Ein bisschen weniger prollig ... Danke.

Ich habe im Übrigen nicht gesagt, dass Finanzen und fehlende Wohnung ein Grund ist, das Kind beim Vater groß zu werden zu lassen (wobei es Obdachlosigkeit natürlich schon wäre, aber die TE ist ja bei ihrem Vater), sondern dass es auf Glaubwürdigkeit und die besseren Argumente ankommt ... und so wie die TE den Vater ihres Kindes beschreibt, blitzen bei diesem narzisstische Tendenzen durch und er wäre nicht der Erste, der einen Richter einlullen konnte, z. B. eben dass die TE labil und gewalttätig wäre. Polizei bekannt ist die Schlägerei ja auch schon.

Fakt ist, dass das Kind ein Anrecht auf beide Elternteile hat, auch beim Vater groß werden kann und die herrschenden Zustände derzeit unterirdisch klingen.

Es macht überhaupt keinen Sinn, die TE in Sicherheit zu wiegen ... sie muss sich aufs Schlimmste vorbereiten ... deswegen auch mein Rat, kooperativ zu sein und sich Hilfe von außen bei der Trennung und allen weiteren Vereinbarungen zu holen.

Gruß
sisein

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Den ganzen emotionalen Kram mal bei Seite gelassen: Es ist euer Kind! NICHT DEINS!

Wechselmodel ist in Ordnung, solange er sich kümmert. Du bist nicht in der Position zu sagen, er muss Rücksicht auf deine Gefühle nehmen und soll deshalb verzichten. Im Prinzip wäre es sogar von Vorteil, da du dann besser wieder beruflich Fuß fassen kannst.

Miete: Hier ist er im Recht, wenn ihr beide im Mietvertrag steht. Was hast du denn erwartet? Das er dir großzügig Unterhalt bezahlt und deine Kosten auch noch weiterhin übernimmt? Das ist ein wenig viel verlangt.

Zum Rest, du hast dich im ersten Teil deines Beitrags großzügig über ihn und seine Fehler ausgelassen, aber nachdem ich mehr gelesen habe muss ich leider sagen, dass ihr euch gegenseitig nichts nehmt. Ihr seit beide egoistisch durch und durch, dabei eher auf euer eigenes Wohlbefinden als auf das Kindeswohl bedacht.
Eine ganz miese Nummer empfinde ich diese Geschichte mit dem Eintrag des Sorgerechts. Überlege mal was wäre, wenn es umgekehrt gelaufen wäre.

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Ich muss dir leider sagen, dass du diesen Beitrag komplett falsch verstanden hast.

1. Ich habe niemals gesagt, ich möchte das Wechselmodell nicht wegen meiner Gefühle, sondern weil unser Sohn einen Lebensmittelpunkt braucht und nicht herumgereicht werden soll wie ein Sack Kartoffeln. Daran ist absolut nichts egoistisch, zumal er sein Kind selbstverständlich sehen darf.

2. Er erwartet von mir unsere gemeinsame Wohnung solange nicht zu kündigen, bis er was Neues hat. Irgendwo muss man nach einer Trennung einen Cut machen und dazu gehört die gemeinsame Wohnung aufzulösen. Für so etwas gibt es ja eine Kündigungsfrist von drei Monaten.
Aber von dem Ex-Partner zu verlangen, auf unbegrenzte Zeit eine Wohnung zu bezahlen, in der er alleine wohnt, ist Quatsch und basiert auf keiner rechtlichen Grundlage.

3. Ich habe mit dem Formfehler in der Gemeinde nichts am Hut und das lasse ich mir auch nicht in die Schuhe schieben.

Hierzu möchte ich noch sagen, dass es mir absolut um unseren Sohn geht, aber natürlich lasse ich ihn mir nicht wegnehmen.
Was das Auslassen angeht: Ich bin der Meinung, dass man mit einem Menschen nicht alles tun darf, nur weil man finanziell am längeren Hebel sitzt. DAS ist eine ganz miese Nummer, wie du es nennst.

Was die Unterhaltsverpflichtung angeht, ist es seine Pflicht sie zu leisten.

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„ zumal er sein Kind selbstverständlich sehen darf“

Oh wie gnädig von dir...

Du solltest dir mal klar darüber werden, dass du nicht in der Position bist, das zu „erlauben“ oder zu „verbieten“

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"Dazu muss ich noch erwähnen, dass wir uns vor 2 Tagen geeinigt hatten dass, das Kind bei mir wohnen wird, ich ihm aber niemals im Weg stehe, wenn er sein Kind sehen möchte und das habe ich auch so gemeint. "

Hast du das schriftlich?

Weitere Anlaufstellen sind Jugendamt Finanziell (1), Umgang (2), profamilie/Caritas und co., Telefon bei Gewalt gegen Frauen, Adressen für Frauenhaus ,- die Anlaufstellen dazu: Telefonnummern stehen in manchen Zeitungen unter den üblichen Rettungsdiensten.

guten Anwalt suchen. Ohne Ersparnisse und finanziellen Problemen gibt es Möglichkeiten.

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Hallo

Du hast keine Ez, da du keinen Ag hast.
Das wiederum heißt, das du nach dem Eg deine Krankenkasse selber zahlen musst.
Du hast Anspruch für dich auf Unterhalt bis das Kind 3 ist und natürlich Kindesunterhalt.

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Wegen Doppelposting geschlossen. Bitte postet ein Thema immer nur einmal und im richtigen Forum. Hier geht's weiter: https://www.urbia.de/forum/20-allein-erziehend/5429610-kann-er-mir-mein-baby-wegnehmen

Viele Grüße

Raffael vom URBIA-Team

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Ich finde ja diese ganzen Muttis toll die hier die Stange für die Väter hochhalten. Die würde ich gern mal in deiner Situation sehen. Ein Kind von 6Monaten im Wechselmodell.. wer Ahnung von Entwicklingspsychologie hat wirs schnell feststellen, dass es nichts Schlimmeres für ein BABY gibt. Es geht dabei nicht um das Recht des Vaters. Sondern um das Kind und das ist nunmal evolutionär bei der Mutter angesiedelt. Einen Vater will ich stillen sehen. Stillkindern die Flasche aufzuzwingen ist ebenso pervers. Nur damit erwachsene zu ihrem vermeintlichen Recht kommen.

Dein Baby ist bei dir. Er hat euch gehen lassen. Kündige die Wohnung für dich am besten jetzt direkt. Egal was dort ist von euch. ... es ist alles ersetzbar oder in deinem Herzen. Fühl dich gedrückt.

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