Kind ist immernoch traurig. 2 Jahre nach Trennung

Hallo zusammen.

Ich mache mir Sorgen um meinen Sohn (5).
Mein Mann und ich haben uns vor fast 2 Jahren getrennt. Es lief alles harmonisch ab und unser Sohn hat zu beiden ein sehr gutes Verhältnis. Er sieht seinen Vater unter der Woche mindestens 1-2 Tage und jedes 2. Wochenende.

Ich mache mir so Sorgen um ihn, da er ist immernoch so traurig und verzweifelt ist. Er sagt er vermisst mich so sehr, wenn er bei ihm ist und umgekehrt.
Er weint herzzerreeißend und wirkt richtig verweigert und todtraurig.
Ich dachte dass es Mal "Normalität" wird irgendwann und er es akzepziert. Aber leider bisher keine Spur davon...

Ist das normal? Wie lange dauert das bis das ein Kind akzeptieren oder "verarbeiten" kann?

Wir versuchen unser Möglichstes und dass beide viel Zeit mit ihm haben (zb auch Urlaube). Wir verstehen uns gut und es gab nie vor dem Kind Streit oder böse Worte.

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Vielleicht ist das das Problem. Wie soll er begreifen, dass ihr nicht mehr zusammen sein wollt, wenn ihr euch nie streitet? Keine Ahnung, ob es sein kann.
Wir haben uns getrennt, als der kleine drei war, bei uns gab es Streit, Streß und Ärger. Wenn mein kleiner sagt, dass er möchte, dass wir als Paar wieder zusammen kommen, sage ich ihm ganz klar, dass ich es nicht möchte.
Alles Gute für euch

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Wir haben es ihm ganz klar gesagt und das immer wieder. Dass sie nur wieder zusammen kommen werden. Man muss ja nicht vor dem Kind streiten, um ihm klar zu machen, dass es keinen Wert mehr hat. Ich finde Streit vor dem Kind schadet dem Kind und hilft nicht "zu verstehen"

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Ich glaube fast, es ist auch das Alter.
Sohnemann war noch nicht mal 2 bei der Trennung. Er lebt im Wechselmodell.

Inzwischen ist er 6 und ihm schmeckt das nicht, dass er immer nur ein Elternteil sieht. Das er sich quasi ja doch immer entscheiden muss bzw. die Entscheidung ihm vorgegeben wird.
Am liebsten wäre es, wenn wir alle locker in einer WG leben würden.

Das Verhältnis zwischen meinem Ex und mir ist sehr abgekühlt in den letzten Jahren, wir streiten nicht, haben wir noch nie, aber ich kann auf jeden unnötigen Kontakt verzichten. Ich bin entsprechend schon deutlich, wenn mein Sohn solche Wünsche äußert, aber verständlich sind sie auch.

Habt ihr einen klaren Cut? Also wirklich? Ich finde, dass er immer noch so weint schon krass. Oder weint er nur kurz? Dann wenn Wechsel ist? Wie ist es denn sonst? Schläft er gut, spielt er gut, ist er fröhlich? Wenn er im Alltag "normal" ist, dann würde ich es so hinnehmen und nicht groß thematisieren.
Was wir (bis Corona) gemacht haben: Wechsel über die Kita. Diese direkten Übergaben, sind ätzend: für mich, fürs Kind, das merken wir gerade sehr.

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... ja wir haben einen klaren Cut. Er wohnt in einer eigenen Wohnung und wir sagen dem Sohn beide, dass wir nicht mehr zusammen kommen werden.
Übergabe findet meistens über den kiga oder bei uns daheim statt. Mein Exmann ist sonst aber klar getrennt von uns. Anfangs hat er ihn manchmal noch ins Bett gebracht aber das hat ihm die Abgrenzung sehr schwer gemacht. Daher haben wir das eingestellt.
Unser Sohn ist schon immer sehr sensibel. Ich habe Angst dass ihn dir Trennung auf Dauer kaputt macht.

Zum Vater habe ich ein gutes Verhältnis was den Sohn angeht. Wir können über das Kind reden, sonst haben wir aber keinen Kontakt und Grenzen des klar ab. Nur zu feiern wie Geburtstag oder wiehnachten machen wir ein Fest für unseren Sohn alle zusammen.
Wir haben auch beide neue Partner, die unser Sohn sehr mag. Diese lehnt er zb nicht ab. Es geht rein um das schreckliche vermissen des fehlenden Elternteils

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Ich finde, je mehr ihr dieses Erleben so hochgradig thematisiert, desto schlimmer wird es.

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Mein Sohn ist elf und lebt seit dreieinhalb Jahren im Wechselmodell. Das lief von Anfang an ziemlich gut und ohne größere Probleme - aber er findet es bis heute blöd, dass er sich immer von einem verabschieden muss und den dann vermisst. Warum sollte das auch weggehen? Sie wollen ja am liebsten beide Eltern um sich haben, jedenfalls ist das meine Erfahrung.

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Ja ich denke auch... Wirklich damit abfinden wird sich das Kind leider nie damit können. Aber ich finde es immer so traurig zu sehen wie er leidet. Er findet es nicht nur doof sondern weint richtig herzzerreeißend in manchen Momenten. Er will oft ein trennungsbuch lesen für Kinder. Da weint er dann richtig immer und ist sehr traurig...

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Ja, es ist hart, das auszuhalten - ich denke immer, dass der Preis, den man als getrennte Eltern bezahlen muss. Uns hat immer ganz gut geholfen, dass er mich oder meinen Ex jederzeit anrufen kann, wenn er beim anderen ist. Also das Wissen, dass Kontakt immer möglich ist und die Welten nicht abgeriegelt sind.

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