Kindsvater kümmert sich nicht um Umgang

Hallo liebe Alleinerziehende!

Ich muss etwas aushohlen, damit der Sachverhalt auch verstanden wird. Ich habe jetzt im Juli meinen Partner mit unserem gemeinsamen Sohn (wird Ende November 2) verlassen. Er hatte sofort das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragt. Wir hatten Gespräche beim Jugendamt und dem Verfahrensbeistand unseres Sohnes. Es stand auch schon ein Termin fest bei Gericht und dieser wurde abgesagt, da er den Antrag zurücknahm.
Wir leben nun 200km weit weg voneinander, da ich wieder in meine Heimatstadt zurückgezogen bin. Wir hatten eine Umgangsregelung vereinbart, die besagt, dass unser Sohn 3 Wochen bei mir ist und dann eine Woche bei seinem Vater. Das hat auch eine Zeit lang funktioniert, bis ich ihm sagte, ich werde unseren Sohn ihm nicht mehr bringen, da nun mal er in der Verpflichtung steht sich um den Umgang zu kümmern. Hatte mich auch beim Jugendamt informiert, ob das so stimmt. Und das Jugendamt sowie meine Rechtanwältin stimmen mir da zu, dass er sich kümmern muss, wenn er den Jungen sehen will. Ich hatte ihm das alles so gesagt und er ist natürlich ausgeflippt und meinte, ich würde in der Pflicht stehen ihn zu bringen, da ich Kindergeld bekomme (so ein Quatsch, habe ich noch nie gehört).
Da er kein Führerschein und Auto hat, ist er auf seine Mutter angewiesen, die im Haus neben an wohnt. Auch mit dem Zug will er nicht fahren, weil er das unserem Sohn nicht antun wolle, solch eine lange Fahrt. Er weigert sich nun schon seit Wochen, den Jungen abzuholen. Er könne nicht über das Leben seiner Mutter bestimmen und sie habe nicht das Geld zum Fahren (was einfach nicht stimmt, wenn sie Teamleiterin einer Bäckerei ist). Er weiß aber schon im Vorfeld, wann der Umgang stattfinden soll und schafft es einfach nicht, mit seiner Mutter das auszumachen. Seit fast 2 Wochen meldet er sich auch nicht von alleine um zu fragen, wie es mit dem Umgang aussieht oder sonst was. Jetzt weiß ich nicht, was ich machen soll, da unser Sohn eigentlich einen geregelten Umgang auch zu seinem Vater braucht.
Ich habe mir auch schon vorgenommen nochmals mit dem Jugendamt darüber zu reden, was ich da jetzt tun kann.

Nach langer Rede meine Frage: habt ihr Erfahrung mit Väter die keinen Umgang pflegen? Was habt ihr da gemacht? Kann man ihn zum Umgang "zwingen"? Wäre das auf langer Sicht ein Grund für das alleinige Sorgerecht?

Sorry für den langen Text, aber ich bin leider etwas Ratlos...... Männer eben... ;-)

LG
Sabrina #winke

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ähm. Um das nochmal klar zu stellen: Du ziehst 200km weit weg, weißt dass er weder Führerschein noch Auto hat und erwartest aber dass er sich bitte kümmern muss dass er das Kind holt und wieder bringt?

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Möchtest du, dass sie Umgang haben und stehst du dahinter?

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Hab ich das richtig verstanden das Du die 200 km weg gezogen bist?
Dann bist Du zum bringen verpflichtet.

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Ich denke du bist falsch beraten worden.

Du hast diese Entfernung geschaffen, also bist du auch dafür verantwortlich ihn zu bringen und zu holen. Ist doch logisch oder? Der Vater kann nichts dazu, dass du weggezogen bist.

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Was kann denn dein Mann dazu, dass du weggezogen bist? Natürlich musst du DEINEN Sohn bringen, dazu bist du verpflichtet. Das was du gerade machst, nämlich dem Papa das Kind vorenthalten ist strafbar 😬🤯 wer Distanz von über 50km (meine ich, kann auch 30 sein) schafft, ist zum bringen/abholen verpflichtet.

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Also 1. bin ich 200 km weit weg gezogen, weil ich wieder nach Hause bin. Ich hab hier Familie und Freunde. Die hatte ich dort nicht. Ich war da 2,5 Jahre lang und musste mir so einiges antun. Ich war verheiratet und habe aus dieser Ehe auch 2 Kinder. Die wurden so nie wirklich akzeptiert und wir waren auch nie eine richtige Familie.

Ich glaube ihr habt alle keine Ahnung von Recht oder??? Wenn ihr damit keine Erfahrung und schon gar keine Ahnung habt, dann lasst doch diese Hasskommentare!!!!! Ich bin alleinerziehende von zwei kleine Kinder. Ich hab genug um die Ohren und kann dann nicht auch noch sowas fahren.....

...... ich muss mich schon wieder rechtfertigen, das ist wirklich schlimm..... Ich wollte Erfahrungen mit ähnlichen Situationen und keine dummen Aussagen, von Leuten die keine Ahnung haben. Egal ob ich weggezogen bin oder nicht, er muss sich kümmern. Wenn das sogar meine Anwältin zu mir sagt und es auch oft so vor Gericht beschlossen worden ist, dass Mann sich nun mal zu kümmern hat......

Ich bin entsetzt, sowas hier lesen zu müssen.... dabei mochte ich diese Foren hier wirklich sehr ......... #aerger#aerger#aerger

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Wo genau liest Du denn Hasskommentare?

Wäre die Situation anders herum, der Vater wäre einfach mit dem Kind 200km von der Mutter weggezogen (offensichtlich hattest Du ja vorab das Einverständnis des Kindsvaters nicht), dann wäre Dir als Mutter vermutlich geraten worden, das Kind von der Polizei beim Entführer abholen zu lassen.

Wenn Du zuviel Stress mit zwei kleinen und einem größeren Kind hast, dann gibt es ja auch die Möglichkeit, das Kind, um das es jetzt geht, beim Kindsvater leben zu lassen. Das wollte er ja eh.

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Verdammt noch eins... Wenn man keine Ahnung von der genauen Situation hat oder wie alles abgelaufen ist, sollte man sich keine Meinung bilden und so einen scheiß schreiben!!! Ich bin weder überfordert noch sonst etwas. Ich wollte Erfahrungen und kein dummes gelaber von Leuten die keine Ahnung von Situation und Lage haben. Ist das so schwer zu begreifen??? Bereue schon dass die Frage gestellt zu haben.....

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Nun, ich habe ihm die Möglichkeiten offen gehalten: Zeit, Ort
Kompromisse habe ich angeboten soweit machbar (mehr als ich hätte müssen; aber so, dass es dem Kind nciht geschadet hätte, so, dass es auch für mich machbar war)

Er wollte zwar einiges, aber eingehalten hat er es nicht. Warum es nicht ging, nannte er viele Gründe!
Bei realistischen bin ich darauf eingegangen (mehr als ich hätte müssen; einfach weil es menschlich ist und ich umgekehrt auch froh bin, wenn ich ernst genommen werde)

Bei unrealistischen habe ich das Jugendamt hinzugezogen und nachfragt.

Noch während der Schwangerschaft brach er den Kontakt ab und hat kein Interesse an seinem Kind.

Auf Fragen des Kindes antworte ich ehrlich ohne wertend zu sein.
Sie kennt seinen Namen, alte Kontaktdaten kann ich ihr geben, falls sie je nach ihm suchen sollte, bzw. sie weiß auch, dass ich mich informieren würde, wenn sie Interesse entwickeln würde.
Kontakt zu ihren Großeltern/seinen Eltern hat sie. Diese haben Interesse und dienen dem Kindeswohl. Fragen, die ich nicht beantworten kann, bekommt sie von ihnen.

Bisher hat sie zwar mal nach ihm gefragt, aber kein Interesse ihn kennen zu lernen.
Sie weiß, dass sie dürfte.

Ihn zwingen ist keine Option und sieht das Jugendamt auch nicht als sinnvoll an.
Würde er sich je wieder melden, dürfte ich mich dort melden, damit wir eine Lösung finden könnten, wie eine "Wieder"herstellung des Kennenlernens möglich wäre.

Das Jugendamt sieht es locker: da ich ihm keine Steine in den Weg lege
und er selbst Termine absagte, die er unter hoher Dringlichkeit ausmachte und das immer wieder, brauche ich mich nicht überanstrengen.


Würde ich den Kontakt verweigern oder ihm Steine in den Weg legen, könnte es im Einzelfall auch anders entschieden werden, als es sonst üblich ist.

Bspw. einer hat keinen Führerschein, stimmt aber zum Wohles des Kindes der Distanz zu und die Mutter erwartet dann, dass der Vater sich um alles was den Umgang betrifft kümmert
oder er fährt eine lange Strecke und sie sagt ihm erst an der Haustür, dass das Kind krank ist oder ist dann spontan nicht da.

Oder sie stellt Forderungen, von denen auszugehen ist, dass er sie nicht einhalten kann. Z.B. eine Uhrzeit, die mit seiner Arbeitszeit nicht passt.
Da ist es dann im Ermessen des Gesprächs zu klären, wie die Uhrzeit geregelt werden kann.
Wer wessen Arbeitszeit umstellt, damit es passt, ob es eine Betreuungsperson in dem Zeitraum gibt (er schafft es freitags erst um 19 Uhr anzukommen, sie muss aber um 18 Uhr los zur Nachtschicht, da sie am Wochenende arbeitet).
Das sind dann individuelle Lösungen und hängen von verschiedenen Faktoren ab.


Was ist zumutbar, was ist nicht zumutbar?

In eurem Fall ist die Frage, ob es der Mutter zumutbar ist, dass sie ihn jedesmal fährt. Nur weil es bei anderen möglich ist, muss es bei euch nicht auch so sein.
Das Einkommen seiner Mutter spielt hierbei keine Rolle, egal welche Position sie inne hat.

Zug wäre zum Beispiel ein Vorschlag. Will er nicht, obwohl machbar.... sieht es für ihn schon schwieriger aus.

Jugendamt teilte mir auch mit, manchmal liegt es im Ermessen der Möglichkeiten; unabhängig davon wer Recht hat.

Bspw. eine Person bringt das Kind häufiger, obwohl sie es nicht müsste. Dafür einigt man sich auf eine Fahrtenpauschale pro Strecke (Benzinaufwand). Man trifft sich in der Mitte.
Man trifft sich nicht im Wohnort des Kindes, sondern zwei Orte weiter am Bahnhof, um die 1,5 stündige Busfahrt + Taxi zu umgehen.


Wenn beide auf ihre Sicht beharren und es zum gerichtlichen geht, kann es passieren, dass die "Lösung" so aussieht, dass sie für einen oder für beide Elternteile noch sehr viel umständlicher wäre, als der Kompromis.

Wenn einer nicht will, muss der andere aber auch nicht für dessen "nicht-wollen" ein Paradies an Lösungen auffahren.
Entgegen kommen, ja. Kompromisse vorschlagen, ok. Menschlich auch mal Umwege gehen, die vom Recht (haben wollen) abweichen.

Und nicht abwertend über den anderen reden.
Möglich machen, was möglich ist und da ein gutes Maß finden, was menschlich sinnvoll ist. Und dem Kind vermittelnd, dass die Erwachsenen zu der Entscheidung stehen.

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Vielen Dank für deine tolle und ausführliche Antwort.
Genau so eine Antwort habe ich gehofft und leider zu selten bekommen.
Ich habe ihm geschildert, warum ich diese Fahrten nicht auf mich nehmen kann. Es gibt so einige, dass ich schnell müde werde und Konzentrationsprobleme habe, dass das Auto zu alt ist um solche Strecken zu fahren und noch dazu dass es nicht meins ist. Ich habe ihm auch schon gesagt, dass wir es individuell machen können, dass es ihm überlassen ist, ob er nun Freitag, Samstag oder Sonntag fährt. Darauf hin kam nun mal keine richtige Antwort oder dass man andere Möglichkeiten nimmt. Ich verwähre ihm den Umgang mit seinem Sohn nicht. Überhaupt nicht, er darf ihn sehen und haben in dem Rhythmus wie wir das ausmachen. Aber ich kann nun mal nicht fahren. Das ist das einzige was eben der Haken ist. Und auf alles andere geht er nicht drauf ein. Er hat sich nun eine Weile nicht mehr gemeldet und ich frag mich nun, was ist los? Hat er kein Interesse mehr? Und das macht mir halt Kopfzerbrechen.....
Nochmals Danke für deine Antwort.

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Naja.
Und er kann auch nicht fahren.
Genau wie du.
Exakt gleich.
Was nun?
Ihr müsst euch in der Mitte treffen, abwechseln etc

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Ich weiß, dass du danach nicht gefragt hast. Trotzdem finde ich es sehr rücksichtslos deinem Kind gegenüber so weit weg von seinem Vater zu ziehen. Sehr schade, mir tun Vater und Kind sehr leid. Du hast dieses Problem geschaffen.

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Das sieht man so, wenn man nicht weiß, was gelaufen ist. Man geht immer erst mal davon aus, dass man eine Bilderbuchfamilie war und ich einfach so für mich entschlossen habe, och, ich zieh jetzt mal aus, hab keine Lust mehr. Leider ist es nun mal nicht so einfach. Es war sehr kompliziert und einige Details sind euch nun mal nicht bekannt. Ich finde es auch nicht so toll, dass diese Distanz da ist oder er nicht so seinen Sohn sehen kann. Aber es ist nun mal wie es ist. Ich zog von meiner Heimat weg zu ihm und wurde schwanger. Es hat nicht funktioniert und nun bin ich wieder wo ich her kam. Mein Sohn hat eine Schwester und auch noch Großeltern, eine Tante. Natürlich geht das Kindeswohl vor, aber das heißt nicht sofort, dass ich da bleibe wo sein Vater ist ...

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Da du den Umzug über seinen Kopf hinweg entschieden hast und dies nicht gerichtlich entscheiden lassen hast, würde es nach RECHTSLAGE schlecht für dich aussehen sollte er klagen ! Ob dir das nun passt oder nicht !!
Er meldet sich nicht mehr ? Nun ich gehe mal stark davon aus, da er vorher auf das Aufenthaltsbestimmungsrecht klagen wollte, dies aber wahrscheinlich nur auf Grund der Tatsache zurück gezogen hat weil du ihm bisher entgegen gekommen bist und den Umgang weiterhin gewährleistet hast in dem du das Kind gebracht hast, wird das jetzt die Ruhe vor dem Sturm sein. Ich denke er reagiert nicht mehr weil er nun tätig wird oder glaubst du er lässt das so auf dich beruhen ?!
Es war ihm vorher wichtig, so wichtig das er klagen wollte und ich denke er wird jetzt den richtigen Weg gehen und sein Recht durchzusetzen wissen und bis dahin hält er sich jetzt vermutlich einfach nur ruhig !
Er hat nach Rechtslage gute Karten und dessen wird man ihn mit Sicherheit schon belehrt haben !!!

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Und hier auch noch ! Dein Rechtsanwalt hat dich vllt BERATEN , dass ist klar er bekommt sein Geld dafür aber das Urteil fällt ein Gericht und nicht das Jugendamt oder Anwalt !

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Auch dir möchte ich sagen, wenn man die ganze Situation nicht genau kennt und auch die Personen nicht kennt, sollte man sich leicht zurückhalten was die Kommentare angeht. Ich habe um ERFAHRUNGEN gebeten und nicht um "du böse du".
Sorry, aber ich bin es müde, nur sowas zu lesen, nur weil jetzt alle meinen, sie haben Recht.
Was kommt und was nicht kommt, bleibt abzuwarten. Ich werde mich definitiv nochmals mit dem Jugendamt in Verbindung setzen und dann schauen wir mal was künftig passiert.

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