Kinder wollen zum Vater - Ergebnis der Rechtsberatung

Zuerst nochmal der Link zur Ursprungsdiskussion:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=20&tid=503898

Und hier für alle Interessierten das Ergebnis der Beratung bei der RA:

Ich habe ihr den Fall geschildert, auch die Briefe der Freundin meines Ex mitgebracht, in denen sie mich beschimpft und beleidigt und die ÜBER DIE KINDER an mich weitergeleitet wurden – und meine RA konnte nur den Kopf schütteln. Vor allem, als sie die angekokelten Zeugnisse gesehen hat.

Hatte ich euch noch gar nicht erzählt: Im Sommer 2005 sind die Kinder zum Papa-WE gegangen und wollten die Original-Zeugnisse mitnehmen, um sie Papa zu zeigen. Ich bat darum, sie Sonntags wieder mitzubringen. Sonntag abend kamen die Kids zurück, ohne Zeugnisse – der Papa wollte sie noch kopieren und sie Montag zurück geben. Hm, na gut.

Montag abend – Kinder waren wegen Musikprobe beim Papa, ich holte sie dort ab – kamen sie ans Auto, und haben gesagt: „Äh, also, da ist was Dummes passiert… Die Zeugnisse lagen auf dem (Garten-?)Tisch zusammen mit dem Altpapier und – ja, also – das wurde im neuen Gartenkamin verbrannt. Und, also – SOOO!!! sehen unsere Zeugnisse jetzt aus…“ und überreichten mir angekokelte…

… wirklich gut gemachte Farbkopien der Zeugnisse.

O-Ton der Kinder: „P. (=Freundin des Ex) meinte, das sei lustig!)

Nun, also meine RA meint auch, ich soll versuchen, die Kinder von einer unabhängigen Stelle (z.B. Evang. Beratungsstelle in… ) zu ihren Vorstellungen und Wünschen befragen zu lassen – unabhängig voneinander! Und ich soll dem Gespräch beim JA gelassen entgegen sehen. Das JA hat keine Entscheidungsbefugnis, was den Aufenthalt der Kinder betrifft, das kann nur ein Gericht festlegen, und eine Klage bzgl. ABR muss mein Ex einreichen, bis zur Entscheidung bleiben die Kinder bei mir, in der gewohnten Umgebung. ES SEI DENN – er behielte sie widerrechtlich nach einem Papa-WE bei sich… dann müsste ich umgehend per einstweiliger Verfügung tätig werden… Hoffen wir mal, dass es SOWEIT nicht kommt.

Im übrigen habe ich die Möglichkeit, einen anderen Sachbearbeiter vom JA zu wünschen, wenn ich das Gefühl habe, er sei nicht objektiv, sondern würde nach einer Seite tendieren und meine vorgebrachten Ängste und Bedenken bzgl. der Freundin nicht entsprechend ernst nehmen.

Also, nächste Woche habe ich einen Termin bei der Beratungsstelle, erst einmal allein, am 6. August kommen die Kinder (hoffentlich..!!) vom Papa-Urlaub zurück, dann werden wir weiter sehen. Mit den Kindern werde ich selbstverständlich auch reden, versuchen ihnen zu erklären, dass sie zwar frei entscheiden können, ich aber noch eine Chance haben möchte (so, wie sie das auch immer von mir gefordert haben, wenn sie irgendwas angestellt haben ;-) ).

Ich vertraue auf die Zeit und auf die Liebe meiner (bitte nicht schimpfen, ich weiß, einige möchten hier „unserer“ lesen…) Kinder zu mir und meiner Liebe zu ihnen !!!

Zum Unterhalt ist zu sagen, dass ich – wie ja einige schon angemerkt haben – den Kindern gegenüber unterhaltspflichtig werde, sollten sie zum Vater gehen. D.h., er stellt sofort alle Zahlungen ein, fordert im Namen der Kinder von mir den Mindestunterhalt und bekommt das Kindergeld. Ein finanzielles Desaster für mich, aber darüber mache ich mir Gedanken, wenn es soweit ist. Am wichtigsten sind und bleiben für mich die Kinder!!! (Meine RA vermutete allerdings monetäre Gründe auf der Gegenseite…)

Danke für Eure Ermutigungen und guten Wünsche!! Melde mich nach dem JA-Termin wieder.

Gruß, Mecki67

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Alles möchte ich (schon aus Zeitgründen) nicht kommentieren, aber das:

"Ein finanzielles Desaster für mich... (Meine RA vermutete allerdings monetäre Gründe auf der Gegenseite…) "

Es ist das gute Recht (und die Pflicht) deiner RA für dich Position zu beziehen, allerdings eine solche Bemerkung ist sicher nicht geeignet einen objektiveren Blick auf die Situation zu bekommen.

Aber, die Kinder nur zu sich zu nehmen, um finanziell besser dazustehen, halte ich für reichlich kurzsichtig und funktioniert ja nur unter bestimmten Rahmenbedingungen.

Glaubst du nicht, als Vater hätte er (wie du als Mutter ja auch) andere Beweggründe seine eigenen Kinder bei sich großzuziehen? Wenn nein, dann ist nicht nur er arm dran, sondern du auch...

"Ein finanzielles Disaster" ist es übrigens auch für die meisten Männer, aber da hört man zu Recht den Spruch: "Dann geht doch arbeiten" - gleiches muss umgekehrt genauso gelten, oder?

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Hallo schimmelreiter,

ich möchte meinem Ex nicht "nur" monetäre Beweggründe unterstellen, er liebt die Kinder, das weiß ich. Und wenn ER es wäre, der halbtags zu Hause bleiben und die meiste Zeit mit den Kindern verbringen würde, wäre mein Problem auch geringer.

Ich möchte einfach nicht riskieren, dass die Freundin die Kinder gegen mich aufbringt, und da habe ich größte Bedenken und Zweifel, dass sie sich fair verhält. Nachdem was in der Vergangenheit gelaufen ist.

Im übrigen: Er ist Beamter Höherer Dienst, ich habe z.Zt. eine Teilzeitstelle, klar würde ich auch gerne mehr arbeiten (und mehr verdienen), ist aber leider nicht so einfach. Aber das finanzielle Problem steht hier NICHT im Vordergrund (was du sicher auch erkennst, wenn du die gesamte Diskussion liest.)

Nix für ungut.

Gruß Mecki67

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"Ich möchte einfach nicht riskieren, dass die Freundin die Kinder gegen mich aufbringt, und da habe ich größte Bedenken und Zweifel, dass sie sich fair verhält"

Das kann ich sehr gut verstehen. Dennoch meine ich, dass Du auf die Liebe Deiner Kinder vertrauen solltest und darauf, dass solch ein Versuch, sie gegen Dich aufzubringen, in der Regel nach hinten losgeht.
Wenn die Kinder bei ihrem Vater leben wollen und werden, hast Du nun die Chance, ihnen eine wirklich gute Freundin zu werden. Ich denke, Du solltest diese Chance positiv nutzen.

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Hallo Mecki,
keep cool#cool! Du bist die Mutter und niemand kann deine Position einnehmen. Geh nicht in Konkurrenz!
Scheidungskinder haben manchmal solche Anwandlungen, es ist immer schöner beim Wochenendpapa, weil da halt kein Alltag stört. Ich glaube, alle Kinder würden manchmal gerne das Abenteuer "Elterntausch" erleben...
Ich bin selber eine Next und kann dir garantieren: Die neue Frau wird als Full-Time-Stiefmutter nach spätestens einem halben Jahr genau den gleichen Stress mit den Kids haben wie du und die mit ihr. Jetzt ist da noch der Reiz des Neuen - alle Kinder sind dafür empfänglich. Aber mit Stiefmüttern ist es wie mit Haustieren: Nach einer gewissen Zeit ist der erste Reiz weg, sie fangen an lästig zu werden und tragen einem den Arsch nicht mehr hinterher.
Ich rate dir, lass die Kinder ziehen, damit sie zurück finden können, oder zumindest lernen, dass überall nur mit Wasser gekocht wird und man vor Problemen nicht weglaufen kann.
Nach der Sache mit dem Zeugnis solltest du allerdings weder am ABR noch am gemeinsamen Sorgerecht etwas ändern. Lass dich auf nichts ein. Damit die Kinder eine gewisse Konstante haben, solltet ihr eine schnelle Rückkehr zunächst ausschließen, sonst könnte ein "Familiy-Hopping" losgehen. 6 Monate sollten sie mindestens bleiben, besser 1 Jahr, damit sie (und die Papafamilie) so richtig in den Genuß des Alltags kommen (incl. Präpubertät;-))und du deinen Jobeinstieg angemessen planen kannst.
Vielleicht findest du ja eine schöne Vollzeitstelle? Darum musst du dich natürlich bemühen. Bis dahin kann dir niemand deinen Selbstbehalt nehmen, also mache dir keine Geldsorgen.
Und dann sei eine entspannte, gutgelaunte Wochenendmutti, die die schmutzige Wäsche der Kids ordentlich in die Reisetasche räumt, Lieblingsessen kocht und ein Auge zudrückt, wenn Handtücher auf dem Boden liegen - ist ja nur bis Sonntag...Sieh es als Chance für dich und deine Kinder.
Ach ja: Kein böses Wort über die Neue, du stellst dich nicht auf eine Stufe und bleibst immer fair. Kinder merken sich sowas, das fällt alles irgendwann auf einen zurück.
Nur Mut
Mariella

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Hallo Mariella,

"Und dann sei eine entspannte, gutgelaunte Wochenendmutti, die die schmutzige Wäsche der Kids ordentlich in die Reisetasche räumt, Lieblingsessen kocht und ein Auge zudrückt, wenn Handtücher auf dem Boden liegen - ist ja nur bis Sonntag..."

Jetzt ist es so, dass die Kinder für zwei Wochen beim Papa u.a. 14 Unterhosen (PRO Kind) und 4 große Handtücher (ebenfalls PRO Kind) mitbringen sollen - weil die Freundin ja Urlaub hat und nicht waschen will. Stelle mir gerade vor, was sie dann macht, wenn die Schmutzwäsche ordentlich in der Reisetasche liegt - grins ;-).

Ihr habt Recht, loslassen ist der Weg zurück, soweit bin ich auch.
(Wenn du etwas liebst, lass es los - kommt es zu dir zurück, liebt es dich auch, kommt es nicht - hat es dir nie gehört! - hab ich irgendwo gelesen...)

Allerdings möchte ich vorher ganz genau die Gründe der KINDER wissen, von unabhängiger Seite befragt...

Wir werden sehen, nächste Woche ist erstmal Termin bei der ev. Beratungsstelle. Dann folgt Teil 3...

Grüße, Mecki67

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Hallo Mecki67,

ja da sieht man mal wieder es gibt diese Fälle doch mehrmals als man denkt. Ich dachte auch ich wäre jetzt allein und die einzige die dies durchmachen muss. Die Zeit wird sicher zeigen wie es weiter geht, auch wenn es uns noch so sehr schmerzt. Ich hatte vorgestern den Ex und seinen Bruder hier. Junior natürlich mitten drin( ganz cool). Keines Blickes der Mama. Das tat sehr weh....in dieser Nacht konnte ich kaum einschlafen so sehr tat mir das Herz weh. Ich kenne ja nicht einmal den wahren Grund für seine Action Auszug. Natürlich wird einem von hier und da was zugetragen, Mein Freund seih Schuld bzw. weil wir doch heiraten werden hätte er schon vor einem halben Jahr zur Oma gesagt er ziehe dann aus. Obwohl er wirklich immer ein gutes Verhältnis zu meinem Freund hatte. Kumpelmäßig würde ich sagen.
Dieser Spruch ist wirklich schön:Wenn du etwas liebst, lass es los - kommt es zu dir zurück, liebt es dich auch, kommt es nicht - hat es dir nie gehört! Hoffe es trifft bei uns ein.
LG Sonja

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Ich kenn das, hab das auch alles durch. Eine Weile habe ich auch gedacht, der Vater würde die Kinder angeln und sie zu sich holen. Das hat er aber falsch angepackt. Und seine neue Frau auch.

Auch sie hat immer wieder über mich geschimpft und gelästert. Ich, da schließ ich mich der Vorrednerin an, habe das tunlichst unterlassen.
Wenn die Kinder sich bei mir über die Neue beschwert haben, sagte ich: Dazu kann ich nichts sagen, ich kenn sie kaum, war nicht dabei. Wendet euch an euren Vater.

Er hat die Kinder entführt, ist mit ihnen untergetaucht, hat so manches andere Ding gedreht, hat immer wieder Umgangsrecht bekommen.

Inzwischen gehen sie nicht mehr zu ihm bis auf den jüngsten und der nur noch sporadisch. Es läuft jetzt das X-te Gutachten. Der X-te Antrag auf Sorgerechtsübertragung (ich habe das alleinige Sorgerecht). Alles ohne Aussicht auf Erfolg für ihn.

Wenn meine gewollt hätten, ich hätte sie ziehen lassen. Sie wären wiedergekommen.

Nun hat er sich arbeitslos gemeldet und zahlt nicht mehr. Wird ne Weile dauern bis ich Geld sehe und das ist für uns gerade nicht so einfach. Aber auch das schaffen wir.

Aufhören wird es nie, das weiß ich nach zehn Jahren inzwischen.

Halt die Ohren steif, versuch fair zu bleiben. Du bist die Mutter, deine Kinder lieben dich. Vertrau ihnen.

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>>Ich vertraue auf die Zeit und auf die Liebe meiner (bitte nicht schimpfen, ich weiß, einige möchten hier „unserer“ lesen…) Kinder zu mir und meiner Liebe zu ihnen !!! <<

das ist ein höchst persönliche sache zwischen dir und deinen kindern. das unsere ist da fehl am platz;-)

ansonsten - weiterhin gute entwicklung.

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