Elterngeld nach drei Jahren Elternzeit?! *laaaang*

Hallo Ihr Lieben!

Nun habe ich auch mal eine Frage zum Elterngeld. Und zwar an alle, die im nächsten Jahr ihr zweites/drittes/x-tes Kind bekommen und zwar direkt im Anschluss an die dreijährige Elternzeit!

Am 18.02. bin ich ausgezählt, meine Mutterschutzfrist beginnt am 07.01., meine drei Jahre Elternzeit für die Große enden Ende Januar.

Da meine Mutterschutzfrist vor Ende der Elternzeit beginnt, bekomme ich von Anfang Januar bis zum Geburtstag der Großen den Krankenkassenbetrag (13 Euro am Tag) und danach ebenfalls den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld - und somit fast mein altes Gehalt.

Also werde ich beim Mutterschutz wie eine verdienende Erwerbstätige behandelt.

Nicht ganz klar ist mir allerdings, in welcher Höhe ich nun Elterngeld bekommen werde.

Denn einerseits bin ich ja erwerbstätig (da in Elternzeit und in ungekündigter Position - und hätte somit Anspruch auf 67% meines bereinigten Nettogehalts, siehe auch Mutterschaftsgeld), werde aber dennoch zum Zeitpunkt der Geburt keine 12 Monate Einkommen vor der Geburt nachweisen können.

Beim Elterngeld heißt es, dass "neben Zeiten des Mutterschaftsgeldbezugs insbesondere auch Zeiten des Elterngeldbezugs ausgeklammert" werden. Nun habe ich aber kein Elterneld erhalten (gab es ja bislang noch nicht), außerdem erhält man es nur maximal zwei Jahre (Aufsplittung des monatlichen Betrages auf zwei Jahre), aber Elternzeit habe ich drei Jahre in Anspruch genommen.

Wenn man also nun zwei hypothetische Jahre ausklammert, bleibt immer noch ein Jahr ohne Gehalt, aber in Erwerbstätigkeit.

Könnt Ihr mir folgen? #gruebel

Und nun mal etwas Gesetzestext, besonders Satz 3) ist wichtig:

§2 (4) - Höhe des Elterngeldes - aus dem Gesetzentwurf für das Elterngeld:

"(4)
1) Ist das Elterngeld, das sich nach den Absätzen 1, 2 und 5 ohne Berücksichtigung eines im Bezugszeitraum erzielten Einkommens aus Erwerbstätigkeit errechnet, geringer als das Elterngeld, das nach Absätzen 1 und 2 nach der Geburt eines älteren Kindes bezogen worden ist, so wird die Hälfte des Unterschiedsbetrages zusätzlich zu dem nach den Absätzen 1 bis 3, 5 und 6 zustehenden Elterngeld gezahlt, wenn zwischen den Geburten nicht mehr als 24 Monate vergangen sind.

2) Bei mehr als einem älteren Kind ist der Unterschiedsbetrag zu dem höchsten nach den Absätzen 1 und 2 bezogenen Elterngeld maßgeblich, wenn zwischen den einzelnen Geburten jeweils nicht mehr als 24 Monate vergangen sind.

3) Ist für ein älteres Kind Elterngeld unter Anwendung der Absätze 3 oder 6 bezogen worden oder ist für ein älteres Kind kein Elterngeld bezogen worden, so ist das Elterngeld zu Grunde zu legen, das ohne Berücksichtigung eines im Bezugszeitraum erzielten Einkommens aus Erwerbstätigkeit und ohne Anwendung von Absatz 6 hätte bezogen werden können.

4) Satz 3 gilt entsprechend, wenn ein älteres Kind vor dem 1. Januar 2007 geboren ist."

Heißt das, dass ich nun den Sockelbetrag bekomme plus die Hälfte der Differenz zwischen ebendiesem und dem Elterngeld, das ich bekommen hätte, wenn es das bei der Großen schon gegeben hätte?

Oder bekomme ich doch 67%?

Oder nur den Sockelbetrag von 300 Euro?

Nun denn, anscheinend wurden Elternzeitler in diesem Gesetz komplett vergessen. Oder habe ich etwas Wesentliches übersehen? Beim Ministerium habe ich schon angefragt, aber keine Antwort bekommen... *grummel*

Zu Hiiiilfe!

Lieben Gruß,

Tanja mit der Großen an der Hand und der Kleinen inside (26.SSW)

1

hallo du,

habe mich auch schon son bissl übers elterngeld informiert, habe eine tochter die bei der geburt unseres 2. kindes dann 2 1/2 jahre alt ist...
habe dann bei der l-bank angerufen ( die ja für daas neue elterngeld zuständig sind ) und der sachbearbeiter hat mir erzählt, dass vor mitte dezember noch gar keine definitiven regeln vorhanden sind, sind also alles nur entwürfe die bis dahin noch geändert werden...

woher weisst du, dass du von deinem arbeitgeber den differenzbetrag zu deinem früheren gehalt bekommst???
habe nämlich ebenfalls bei dem zuständigen verband am do angerufen und die haben mir versichert, dass man in der elternzeit nur den betrag von der kasse kriegt...

wäre schön, wenn du mir schreiben würdest woher du das mit dem mutterschaftsgeld weisst, dann kann ich auch nochmal nachhaken...


viele grüsse melanie

3

Hallo Melanie!

Hallo Nina,

hier ein Auszug aus dem Heftchen "Mutterschutzgesetz", siehe auch

http://www.bmfsfj.de/Kategorien/Publikationen/Publikationen,did=3156.html

"Beginnt wegen der Geburt eines weiteren Kindes eine neue
Mutterschutzfrist noch während einer Elternzeit,
besteht trotz Anspruch auf Mutterschaftsgeld grundsätzlich
kein Anspruch auf den Arbeitgeberzuschuss,
solange die neue Schutzfrist mit der laufenden Elternzeit
zusammenfällt, es sei denn, die Frau übt eine zulässige
Teilzeitarbeit aus.

Endet die Elternzeit während der Schutzfristen,
ist für den nach Ende der Elternzeit verbleibenden Zeitraum
die Zuschusspflicht der Arbeitgeberin bzw. des
Arbeitgebers gegeben. Die Höhe des Zuschusses richtet
sich in diesen Fällen nach dem Arbeitsentgelt für das
Arbeitsverhältnis, das nach Ablauf der Elternzeit wieder
aufgelebt wäre, wenn nicht die neue Mutterschutzfrist eingetreten wäre."

Meine Schutzfrist beginnt vor Ende der Elternzeit, daher bekomme ich bis zum Ende der Elternzeit nur die 13 Euro von der Krankenkasse und danach die 13 Euro von der KK plus die Differenz zu meinem alten Gehalt von meinem Arbeitgeber.

So sieht das Gesetz es vor.

Ich habe also "Glück", da unser zweites Kind erst nach Ende der Elternzeit geboren wird.

Wenn Du also noch IN der Elternzeit (wenn Du drei Jahre genommen hast, aber nach zweieinhalb das zweite Kind kommt) entbindest, bekommst Du nur den KK-Satz.

Ich hoffe, ich konnte helfen!

Lieben Gruß,

Tanja

2

Hallo liebe Tanja!

Bei mir ist es fast genauso wie bei Euch...:-D

Soweit ich es in Erfahrung gebracht habe - ich habe auch den Gesetzentwurf gelesen und versucht es zu verstehen - dann wird das Elterngeld (also die 67 % des Nettos) aus den durchschnittlichen "erwerbstätigen" Einkünften der letzten 12 Monate vor der Geburt unserer Kinder gezahlt. Du siehst also, dass das "alte" Erziehungsgeld wohl nicht als erwerbstätige Einkunft gerechnet werden kann - ist ja auch logisch :):):)

Bei mir liegt der "Fall" übrigens noch etwas komplizierter wie bei Dir: Habe seit über 1 Jahr einem sogenannten "Mini-Job" bei meinem Arbeitgeber in der Elternzeit gehabt und seit 01.10.06 jetzt diesen Mini-Job (immer noch IN DER ELTERNZEIT) auf 50 % Arbeitszeit (knapp 20 Stunden in der Woche) erhöht, da Flo mit 2 1/2 schon in die Kita kommen konnte (seit Sept.06)... und ich die Chance zum "dazuverdienen" nutzen wollte...

Der Minijob wird aber in dem neuen Gesetz zum Elterngeld als sogenannte "Geringverdiener" NICHT angerechnet - also werde ich für diese Zeit so behandelt wie eine "Hausfrau", die kein Einkommen hatte...

Meine Frage an das Familienministerim per E-Mail konnte mir dahingehend nun auch niemand beantworten, WIE das Elterngeld dann jetzt im neuen Jahr bei mir berechnet werden sollte - ich nehme an, dass ich auch "nur" diesen "Sockel-Betrag" von 300,-- Euro erhalte und nicht mehr... haben wir halt mal eben wieder "Pech" gehabt..., weil ich halt dann nur 7 Monate mit 50 % Gehalt gearbeitet habe und nicht 12 Monate...

Vor der Geburt unseres 1. Kindes wurde ja gerade das "Erziehungsgeld" neu geregelt und dessen Bezugsgrenzen heruntergesetzt - da hatten wir (als stinknormale Arbeiter und nicht als "Krösus") dann auf einmal "zu viel Einkommen" und erhielten noch nicht mal die ersten 6 Monate diese "300,-- Euro"... ab dem 7. Monat dann gar nix mehr - daher ging ich ja dann auch wieder im Mini-Job für 320,- Euro netto arbeiten an 2 Tagen in der Woche als Flo dann 1 Jahr "alt" war - und es war auch nicht gerade witzig ihn immer bei der Oma zu parken... (aber ich konnte mich glücklich schätzen - meine Freundin musste ihr Studium wegen ihres Sohnes unterbrechen und kann es immer noch nicht fortsetzen, weil sie keine Omi hat...)

Also: Ich mag mich nicht "beschweren" diesmal bekommen wir wenigstens als mindestes diese 300,-- Euro im 1. Jahr und danach muss ich halt auch wieder mit "ran"... freuen können sich die Muttis, die aus dem vollen Gehalt die 67 % Netto erhalten (ein Traum für uns wäre das gewesen) - :-p

Alles Liebe von Manu (mit Flo 2 1/2 und Bauchzwergi, 20. SSW)

4

Hallo Manu!

Wir haben bei der Großen auch kein Erziehungsgeld erhalten. Von daher können wir uns glücklich schätzen, wenn wir die 300 EUro "kassieren" können. ;-)

Was hättet Ihr den bekommen, wenn der Mini-Job angerechnet würde? Mit diesem Thema hab ich mich jetzt nämlich noch nicht beschäftigt. 67% davon? Das wäre ja weniger als der Sockelbetrag. #gruebel

Was ich nicht verstehe: Das Gesetzt ist seit dem 3.11. in Kraft, also müssten doch nun auch verbindliche Aussagen getroffen werden können... Naja, die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam...

Oder gibt es keine Antworten, weil man die Lücke im Gesetz noch nicht gefunden hat? ;-)

Lieben Gruß,

Tanja

Top Diskussionen anzeigen