Erzieherin: Traurig, wenn ich ans Arbeitsende denke! Vorsicht lang!

HAllo Ihr alle!

Ich freue mich ja riesig, dass ich schwanger bin und kann es auch eigentlich kaum erwarten, dass der Kleine endlich da ist.
Vor zwei Wochen ging es mir wegen eines Infektes auch nicht so gut, dass ich mir dachte, oje, noch 6 Wochen arbeiten, das halte ich nicht mehr aus.
Doch jetzt fühle ich mich wieder richtig fit und werde ganz schön traurig, wenn ich daran denke, meine Arbeit zu verlassen.
Ich arbeite seit 7 JAhren als Erzieherin in einem Kindergarten und habe somit täglich Kontakt zu 70 Kindern +Eltern und 8 Kollegen. Das war immer mein Traumberuf und ist es heute auch noch.
Ich habe mich, meine Ideen, mein Herz voll und ganz eingebracht.

So, und nun bin ich natürlich bei vielen Dingen außen vor (rechtliche Veränderungen, Jahresplanung, Organisatorisches,...) und das ist irgendwie komisch, wenn man einfach nicht mehr so der Anprechpartner ist (bin stellvertretende Leitung) und somit viele Infos an einem vorbeiziehen. Ist ja auch richtig so, es wird ja ohne mich weitergehen.

Tja, und das schlimmste war nun, dass am Freitag Vorstellungsgespräche für meine Stelle waren. Alle Kollegen waren aufgeregt, gespannt, neugierig , wer da jetzt wohl so kommt. Und dann kamen die Bewerberinnen alle in den Kindergarten, schauten sich "meine" Gruppe und "meine" super liebe Kollegin an.
Ich war natürlich auch ganz freundlich, will ja auch, dass jemand ganz gutes nachkommt, aber irgendwie tut es verdammt weh. Meine Arbeit war irgendwie auch ein Lebensinhalt und Selbstverwirklichung für mich, aber man ist eben ersetzbar.

Als ich heimkam, habe ich erst mal richtig geheult. Naja, ich muss mich wohl auf den Abschied einstellen. Aber ich werde diese Anerkennung, die intensiven Kontakte, die ich in meiner Arbeit hatte ganz schön vermissen.
Mein Mann hat mich zum Glück ganz lieb in den Arm genommen.

Natürlich wäre es tausendmal schlimmer, in der Arbeit bleiben zu müssen, weil mit dem Kind was passieren sollte.
Aber trotzdem bin ich ganz schön wehmütig.

Geht es euch auch so, wenn ihr ans Arbeitsende denkt?

lg
doris (28 SSW)

Hallo Doris,

das kann ich sehr gut nachvolziehen, mir ging´s genauso.

Ich habe 10 Jahre lang in einer Arztpraxis gearbeitet und konnte mich überahupt nicht damit anfreuden, dass ich da mal weggehe.

Wo die ersten Bewerberinnen kamen, habe ich mich etwas ausgeschlossen gefühlt, weil mich das eigentlich nicht mehr direkt betraff.

Wo ich meinen letzten Tag hatte, haben wir am Ende alle geweint, incl. Chef, wir waren aber auch ein Super-team.
Jetzt bin ich seit 5 Wochen zu Hause, aber ich vermisse meine Arbeit immer noch. Wenn ich mal Zeit habe, gehe ich immer in der Praxis vorbei und gucke rein, wie es meinen Kolleginnen so geht. Alle sind ziemlich traurig, dass ich weg bin, weil es auch mit der Neuen nicht so gut klappt.

Aber das der normale Lauf der Dinge, und ich hoffe spätestens, wenn der Kleine da ist, werde ich meine Arbeit nicht mehr so vermissen. Außerdem möchte ich nach einem Jahr wieder arbeiten gehen, und dann wird wieder alles gut.

Liebe Grüße

Tina ET-6

Hallo Doris,

ich bin auch Erzieherin von Beruf - oder besser gesagt: es ist meine 100 %ige Berufung. Ich liebe die Arbeit mit den Kids. Als ich das 1. Mal schwanger war ging es mir genau wie Dir: Ich hatte eine Kollegin in der Gruppe die perfekt zu mir passte, es war einfach traumhaft. Und die Vorstellung, daß ich nicht miterlebe wie "meine" Kinder in die Schule kommen war grausam. Der Tag meines Abschieds war fürchterlich. Alle Kinder des KiGas schenkten mir eine Rose und es war eine Riesen-Heulerei. Auch mit den Eltern meiner Gruppe hatte ich ein herzliches Verhältnis (Dorf-KiGa). Es ist schön zu sehen, wieviel man den Leuten bedeutet und wie sehr man die Arbeit schätzte. ABER: noch schlimmer als der Abschied, war der Tag, als ich mit meinem Baby die Einrichtung besuchte. Ich kam in "meine" Gruppe und da saß dieses "Mädchen" -20 Jahre jung - auf MEINEM Stuhl und erzählte mit MEINER kollegin und MEINEN Kindern!!! Ich war sooooooo eifersüchtig. Natürlich ging es auch ohne mich weiter - und Du weißt, Kinder haben damit auch keine großen Probleme sich umzugewöhnen, was ja auch gut so ist - aber als meine Kollegin dann bei einem späteren Telefonat äußerte, daß es nicht so dolle klappt und sie mich sehr vermißt - da hat es mir ehrlich gesagt gut getan - auch wenn es für sie nicht so schön war!!
Dieses Mal ist die Situation eine etwas Andere: ich bin zwar noch in der gleichen Einrichtung, aber durch eine Gruppenschließung arbeite ich nicht mehr mit meiner geliebten Kollegin zusammen - wobei ich meine neue Kollegin auch sehr mag - aber es ist einfach nicht das Gleiche. Ich bin jetzt seit September in der neuen Gruppe und das nur noch bis Ende Dezember - es ist noch nicht richtig "meine" Gruppe. Auch bin ich mit vielen Dingen der Arbeit unserer Chefin unzufrieden und mein wichtigster Punkt ist, daß meine "Große" seit letzter Woche in den KiGa geht (nicht meinen - wir wohnen 35 min von meiner Arbeitsstelle entfernt) und es für mich dann einfacher wird und sie nicht 6 Stunden in den KiGa gehen muß! Das war jetzt aber viel #bla aber Du siehst, Du bist nicht alleine! Eine schöne Rest-SS und genieße bald Dein neues, aufregendes Leben mit DEINEM Baby!
#liebdrueck Bianca mit Jana-Marie (22.06.03) und Emma im Bauch 19.SSW

Danke für eure Anteilnahme.

Jetzt weiss ich, dass ich nicht alleine bin. Tja und es muss eben weitergehen. Ich werde halt auch eifersüchtig bei dem Gedanken an meine Nachfolgerin. Vor allem weil die eine Bewerberin echt richtig nett zu sein scheint. Hätte ich mir auch als Kollegin vorstellen können. Ich will ja, dass jemand gutes nachkommt, aber nicht jemand besseres! Das ist zwar egoistisch, aber es ist so schwer das alles aufzugeben.
Vor allem, wenn ich später mal zu Besuch in den Kiga gehen sollte, weiss ich, wie blöd es ist, wenn die neue und ich aufeinander treffen. Für sie, weil sie weiss, dass ich da 7 JAhre gearbeitet habe und für mich, weil sie "mein" Reich übernommen hat.

Natürlich würde ich mich dann auch über Aussagen freuen, dass mich alle vermissen und die neue nicht so gut ist. Doch es gibt so wenige Stellen, dass unter den Berwerberinnen echt Top- Leute waren. Seufz.
Blöd ist nur, dass ich mich so nicht kenne. so egoistisch.

lg
doris

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