Traumatische 1. Geburt // Angst vor der nächsten // achtung trigger

Liebe Community,

Wenn ich an die Geburt meines 1.Kindes denke, wird mir schlecht und schwindelig, sodass ich mir jetzt schon, in ssw 9, viele Gedanken machen muss. Es folgt ein knapper Bericht der damaligen Ereignisse:

Ich wollte bei der Geburt meines 1. Kindes keine Geburtseinleitung, keine Schmerzmittel, keinen Kaiserschnitt. Ich fühlte mich selbstbewusst, vorbereitet und stark.

Ich hatte morgens 3 uhr den Blasensprung ohne Wehen. Das Kind war spät dran. Meine Begleithebamme war am Vortag in den Urlaub gefahren.

Im Krankenhaus dann gewährte man mir 3 Stunden ohne einleitende Maßnahmen, dann begann man mir Cytotec zu geben. Dabei schickte man mich immer ums Krankenhaus spazieren. Ich hatte keinen Ort zum ausruhen, weder Zimmer noch Kreißsaal. Als 19 uhr, nach 16 Stunden Stress, endlich die Wehen einsetzten, war ich schon sehr erschöpft. Mein Körper war voller Cytotec, die Wehen wurden zu Sturmwehen ohne Pausen, ohne dass sich der Muttermund öffnete. Man beantwortete wenig Fragen, weder meine, noch die meines Partners.

Ich bekam dann die PDA. Zu dem Zeitpunkt war es der nächste Tag 5 uhr früh, seit dem Blasensprung waren 26 Stunden vergangen, ca 5 Hebammenschichtwechsel.
Das PDA-Gerät fing an zu piepen, als ich eine weitere Dosis brauchte. Wir waren allein mit dem Apparat. Später erfuhr ich, dass die Batterie alle gewesen war.
Die Ärztin kam, sagte "sectio", ohne uns anzusehen, und schon ich lag im OP. Der Anästhesist sagte mir vertrauensvoll, er sei seit 36 Stunden im Dienst. Dann schnitt man mir den Bauch auf. Da die PDA noch nicht (wieder) wirkte merkte ich alles. Sie rissen am Schnitt herum, ich schrie wie am
Spieß. Dann gab man mir gnädigerweise eine Vollnarkose.
Eine der ca 5 Hebammen antwortete in der Zeit nach der Geburt auf meine Fragen und Klagen über diese Geburt mit "Naja, jeder hat halt ein anderes Schmerzempfinden"

Die Zeit im Krankenhaus war grässlich, meine Stillfähigkeit wurde angezweifelt, es war eine permanente Zeit der Grenzüberschreitung.
Sobald ich während der Geburt oder in den ersten Tagen im Leben meiner Tochter Zweifel ob der fragwürdigen Handlungen äußerte, wurde mir Angst gemacht.

Hat jemand im Umgang mit Geburtstraumata Tipps?

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Ich habe mich schon vor einer SS therapeutisch mit meiner traumatischen Geburt auseinander gesetzt.

Know-how hat mir sehr viel Angst genommen. Dieses Mal habe ich mit einer Beleghebamme, einem Geburtshaus und vielen Optionen vorgesorgt.

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Das klingt gut!
Ich glaub, die geburtshäuser im Umkreis werde ich auch inspizieren.
Was sind die zahlreichen optionen?

Therapeutische hilfe hatte ich damals angedacht, doch dann starb 8 wochen später plötzlich mein papa, ein jahr darauf begleitete ich die oma auf ihrem letzten weg und vor lauter Trauma, arbeit, trauer und baby, hab ich wohl die arbeit an meiner geistigen gesundheit vergessen 💩

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Ich fand meine Geburt auch sehr verstörend, werde im April im Krankenhaus beim Gespräch auf einen Wunschkaiserschnitt bestehen. Ich möchte keine natürliche Geburt mehr, ich fand diese schmerzen unmenschlich und man hat mir jedes schmerzmittel verweigert (trotz das ich öfter mal komplett weggetreten bin)

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Das ist ja eigenartig... Wechselst du das KH?

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Ja werde diesmal ein anderes Krankenhaus wählen, dort gehe ich definitiv nicht noch einmal hin 😅

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Ich hatte eine ähnlich traumatische Geburt mit 48 Stunden Wehen und einem fast bösen Ende.
Ich habe mich viel damit auseinandergesetzt und wurde mit einer wunderschönen-nur etwas flotten-2. Geburt belohnt.
Nun bin ich in der 20. Woche mit dem dritten Kind schwanger und freue mich tatsächlich auf die Geburt....
Versuch es von dir abzuschütteln und dich frei zu machen. Gibt viele Entspannungen,Bücher etc, um diese Ängste zu nehmen. ❤️
Von Herzen alles Liebe 🍀

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Danke vielmals, kannst du mir direkt ein Buch empfehlen? Hast du nach Geburt 1 das KH oder das "Team" geändert?
Ich hab das Gefühl, ich muss mich ab sofort umprogrammieren. Ich will nicht nochmal so ausgeliefert sein.

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Letzten Endes konnte das Krankenhaus nicht viel ändern. Habe den zweiten Kleinen auch dort bekommen. Das war okay.
Ich habe mich eher für eine andere Frauenärztin entschieden,weil dort vorher schon sehr viel schief gelaufen war.
Puh... Bücher ist schwer,da das 12 Jahre her ist 🥴

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War bei mir ähnlich. Ich ging positiv und gut vorbereitet in die Geburt. Kurz gefasst: nach einer Nacht mit Wehen musste morgens ein KS gemacht werden, ich wurde überrumpelt und es ging einfach viel zu schnell. Glücklicherweise saß die PDA schon... aber es war grausam. Ich wurde in den OP geschoben und niemand war da, niemand war ansprechbar. Mein Mann musste sich umziehen und es hat gefühlt ewig gedauert bis er da war. Der KS an sich war einfach nur schlimm...
Aufgrund dieses Erlebnisses wird es jetzt ein geplanter KS. Ich will vorher wissen was auf mich zukommt. Es wird sicher wieder die Hölle, aber das Kind muss ja irgendwie raus. Und bevor es nochmal so kommt, lieber direkt in den OP.
Ich kann dir leider keinen guten Tipp geben, ich weiß auch nicht was man gegen diese Traumata tun kann :-(
Ich wünsche dir alles Gute!

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😕 Und gehst du dazu uns selbe krankenhaus?
Ich hab auch irre angst, aber ich wünsch mir so sehr eine natürliche Geburt zu erleben. Und ich glaube auch daran, dass ich dazu imstande bin, wenn ich das umfeld so gestalte, dass ich mich dabei sicher fühle.
Ich denke z. B., dass wenn meine hebamme dabei gewesen wäre, es nicht so katastrophal und kalt abgelaufen wäre.
Andererseits: geplanter KS und fertig. In anbetracht der angst definitiv eine option.

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Das weiß ich noch nicht. Kommt auch auf die Corona Situation an bis dahin. In den letzten Wochen durften in dem KH die Väter nicht beim KS dabei sein und das wäre für mich die Hölle. Ich könnte mir trotz dem Erlebten vorstellen, wieder ins gleiche KH zu gehen, die Umstände sind ja dann ganz anders.
Aber schlimm wird es auf jeden Fall, ich versuche, nicht oft daran zu denken... bin jetzt in der 25. Woche und habe noch etwas Zeit

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Ich kann dir direkt zu einer traumatischen Geburt keine Tipps geben, möchte dir aber auf den Weg geben, wieder so selbstbewusst und mit der Erfahrung die du nun hast in die nächste Geburt zu gehen. Im KH werden leider oft Grenzen aus diversen Gründen überschritten. Das geht gar nicht! (Bin selbst Pflegekraft und war 6 Jahre aus dem Beruf raus, aus diesen Gründen) .
Ich habe direkt bei der Anmeldung meinen Standpunkt klargemacht. Gerade was Medikamente und Interventionen angeht. BEVOR man mir etwas gibt hat man mich aufzuklären und mich zu fragen und vor allem, auf meine Antwort zu warten! Das gleiche gilt für Maßnahmen an meinem Kind!
Wir sind Schwangere und Gebärende aber nicht unzurechnungsfähig!
Genau das habe ich im Gespräch auch gesagt.
Ich möchte z.B auch nicht ewig am CTG hängen... Ob denen das passt oder nicht🤷🏻‍♀️

Setze dich mit der Geburt nochmal auseinander, vielleicht nochmal mit einer Hebamme oder einem Therapeuten.

Drücke dir die Daumen und wünsche dir eine schöne 2. Geburt 🍀

Lg junisternchen

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Vielen dank!
Ich bildete mir eigentlich ein, absolut selbstsicher zu wissen, was ich will. Aber man redete mich mit horrorszenarien klein. Ich find es furchtbar, dass im KH selten positiv kommuniziert wird. Immer nur Argumentation mit angstnachenden Umständen...

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Guck mal, ob es in deiner Nähe jemanden gibt, der sich auf die Aufarbeitung traumatischer Geburten spezialisiert hat. Meine FÄ ist zB so jemand.
Das war unser erster Schritt.
Dann habe ich viele Artikel zu ausserklinischen Geburten samt Statistiken durchgelesen.
Dann habe ich mich nach einem Geburtshaus erkundigt, und hatte dort ein Vorstellungsgespräch in der 12. Woche. (Muss man aber schnell sein, die Plätze sind begehrt.)
Da viel extrem von mir ab, da ich nicht als Problemfall, sondern als mündige Person wahrgenommen wurde, die in der Lage ist, ihr Kind zu bekommen.
Ich fühle mich dort extrem sicher, habe 2 Hebis, die spezialisiert sind auf Geburten nach KS und die mich voller Ruhe und Zuversicht begleiten.
Ich höre "Die sichere Geburt" auf Spotify, mache einen Hypnobirthing Kurs und halte mich ansonsten sehr zurück mit dem Lesen von Horrorstories.
Im KH war ich einmal und dort war es wirklich so furchtbar, wie meine Erinnerung es mir sagt. Mein Körper macht total dicht. Ärzte, die dich nicht kennen, irgendwelche Diagnosen stellen, Panik verbreiten.. Nein. Ich möchte das nicht.
Ich bin dankbar, dass es für den Notfall ein KH ganz in der Nähe hat, aber so lange es mir und dem Baby gut geht, werden mich keine 10 Pferde mehr in ein KH bringen.
Du musst dir ein Umfeld schaffen, in dem du dich sicher fühlst. Such dir dazu die richtigen Leute. Gib dich nicht zufrieden, wenn du merkst, dass du Angst bekommst oder dich unwohl fühlst. Das kann im Übrigen für dich auch ein KH sein, da gibt es keinen gültigen Weg für alle. Wichtig ist, dass du wieder Vertrauen in deine Fähigkeiten bekommst.

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Vielen dank für die vielen tipps. Ich glaub die hypnobirthing-sache werde ich dieses mal mit einbeziehen!

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Ich würde mir auf jeden Fall ein anderes Krankenhaus suchen und den Geburtsbericht anfordern. Es klingt ja so als seien da Dinge passiert die man schon als Kunstfehler bezeichnen kann.
Auch ohne ein intensives Geburtstrauma hat es mir nach meinem Kaiserschnitt während meiner ersten Entbindung geholfen den Geburtsbericht anzufordern und mich dann auch mit Rückfragen an die Klinik zu wenden. Ich wollte damals nur verstehen welche Faktoren den Verlauf hin zum Kaiserschnitt, zu dem ich nach Abwägung der Umstände aus eigenen Stücken entschlossen habe, begünstigt haben. Die beiden weiteren Geburten erfolgten vaginal, im gleichen Krankenhaus, ohne Schmerzmittel jedoch auch einmal nach Einleitung.

Ein Geburtshaus würde ich persönlich generell nach einem Kaiserschnitt nicht wählen, weil es eben ein Risikofaktor ist. Man kann hinsichtlich einer Uterusruptur in einem Krankenhaus einfach besser überwacht werden und leider habe ich Erfahrungen aus dem Freundeskreis bei denen die Entbindung im Geburtshaus nach Kaiserschnitt mit dem Tod des Kindes endete.

Ich hoffe dass du das Vertrauen in Geburtshelfer allgemein wiederfindest, auch wenn es nach einer solchen Geburt sicher schwer ist. Ich empfinde es als geradezu schicksalhaft dass deine Beleghebamme nicht da war und glaube es könnte schon einen großen Unterschied machen, wenn dies beim nächsten Mal anders wäre.

Ich muss sagen ich hab in drei Geburten nie eine Grenzüberschreitung erleben müssen, ich war immer in der Entscheidungsgewalt, daher möchte ich dir Hoffnung machen dass es nicht überall so ist. Ein Tipp vielleicht noch: Meiner Erfahrung nach sind Geburten sehr komplexe Erlebnisse. Wenn unvorhergesehene Ereignisse einen zu stark irritieren, weil man einen sehr genauen Plan davon hat wie es ablaufen sollte wirft einen das total aus der Bahn und somit aus der Konzentration und Ruhe, die man für die Geburt braucht. Lieber nicht zu viel planen und mehr auf seinen Körper in der Situation hören.

Ich wünsche dir von Herzen eine heilsame Geburt. Alles Gute #klee

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Vielen dank für deine lieben worte.
Im geburtsbericht stand nur sectio nach geburtsstillstan und regelrechte schädellage des kindes. Die ärztin deutete an, das kind hätte nicht richtig gelegen.
Ich vermute es war zu viel cytotec und vertuschung.
Seit diesem jahr wird glaube ich strenger auf die vergabe dieses Medikaments geachtet.
Ich hab in bezug auf dieses krankenhaus keine chance.
Man sonografierte sogar meine nieren, weil irgendwas weggeschnippelt wurde, wobei niemand meine fragen in der richtung beantwortete. 🤷‍♀️

Meine ganze hoffnung liegt auch in meiner hebamme. Wenn sie mir zum KS rät, vertrau ich ihr

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Meine Liebe, ich kann dir nach dieser Erfahrung wirklich nur ein Geburtshaus ans Herz legen! Dort wird nicht in die Natur eingegriffen und man ist nur für DICH da! Die Hebamme kennt dich und deine Ängste und du lernst, der Hebamme zu 100% zu vertrauen! Ich hatte eine Geburt im KH und 2 Geburten im Geburtshaus! Ein himmelweiter Unterschied und die Geburten im Geburtshaus waren bei toller Atmosphäre sehr unkompliziert und trotz fehlender Schmerzmittel wirklich auszuhalten!
Ich wünsche dir alles alles Gute!

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Ähm, hast du die Möglichkeit in einem anderen Krankenhaus zu entbinden? Das hört sich ja schrecklich an 🙈 meine erste Geburt war auch keine Traumgeburt, aber ich habe mich in jeder Sekunde durch die Hebammen und Ärzte gut behandelt und unterstützt gefühlt

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