Meinungen zum Harmonytest

Hallo liebe Mitschwangeren,

normal bin ich eher stille Mitleserin, aber heute bräuchte ich gerne mal ein paar Meinungen von euch, in der Hoffnung dass es mir und meinem Mann Denkanstöße gibt zu einer Entscheidungsfindung.

Ich versuche mich kurz zu fassen.

Wir (36 & Mann 42) sind zum 4. mal schwanger, haben aber bisher nur aus einer Geburt fast 4jährige Zwillinge an der Hand (davor immer Fehlgeburten aufgrund nicht erkannter Gerinnungsstörung). Überraschend sind wir nun wieder schwanger mit einem Einling und mittlerweile frisch in der 11.ssw und nachdem nun alles stabil läuft und gut aussieht, sollten wir uns Gedanken machen ob wir den Harmonytest machen lassen wollen (nicht zuletzt wurde ich dazu "beraten" da ich die 35 überschritten habe).

Bei den Zwillingen haben wir uns keine Gedanken darüber gemacht, da stellte sich die Frage irgendwie nicht. Diesmal bin ich irgendwie hin- und hergerissen.
Über die Frage "Was ist die Konsequenz wenn ein Test positiv wäre bzw ein erhöhtes Risiko mit sich bringt" sind wir uns einig. Aber die Frage ob wir den Test machen lassen sollen; da kommen wir nicht weiter.

Der Bauch sagt "Nein", der Kopf sagt "naja, vlt kein Fehler, immerhin Mitte 30 und ü40". Andererseits, wir haben auf beiden Seiten keinerlei Vorbelastung - wäre unser Risiko da wirklich erhöht?
Und vlt hat ja jemand noch zu folgendem Aspekt Erfahrung oder Wissen dazu; wenn wir uns gegen einen Bluttest entscheiden würde, könnte man dann beim Organscreening später feststellen wenn etwas nicht stimmen sollte (in Hinblick auf Trisomie 13, 18 u. 21) oder würde uns das eiskalt bei bzw nach der Geburt überraschen?!

Entschuldigt dass es so lange geworden ist und danke schon mal an alle die es gelesen haben und für alle die eine Antwort da lassen.

Alles Liebe

Loewenbaby85

Harmonytest aufgrund Alter und familiär keiner Vorbelastung

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Huhu,
Ich bin auch 36 und wir werden den test definitiv machen.
Es geht dabei nicht um Abtreibung oder so, aber wenn es eine genetische Veränderung gibt, dann möchte ich das wissen und mich darauf einstellen können.

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Das habe ich auch so gemacht. Ich bin erst 35, konnte aber zeitlich nicht zur Nackentransparenzmessung. Da diese sowieso nicht sehr genau ist, haben wir später einfach den harmony test gemacht und auf Trisomie 13, 18 und 21 testen lassen. Es gibt bei uns überhaupt keine Veranlagung dahingehend und ich habe fest mit einem unauffälligen Befund gerechnet, aber ich dachte, warum nicht? Es ist einfach ein Bluttest, also keinerlei Risiken für mich oder das Baby und die Krankenkasse zahlt ihn sogar.
Angenehmer Nebeneffekt: das Geschlecht wurde auch direkt herausgefunden.
Es hätten sogar noch zwei weitere, aber noch viel seltenere Anomalien getestet werden können, aber das haben wir weggelassen, da das Risiko eines falsch-positiven Befundes immer weiter steigt, je mehr Sachen man auf einmal abfragt.

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Ich mache ihn zu 100 Prozent wenn ich schwanger werde.
Jeder muss das für sich wissen.

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Hallo.
Ich sehe das auch so. Ich habe beide male den Harmonytest machen lassen obwohl ich „erst“ 31 bin. Einfach weil wir uns darauf einstellen wollten, wenn etwas nicht ok ist. Ein Baby mit Trisomie 21 kann ganz toll leben - trotzdem hätten wir es wissen wollen. Uns wäre der Schock zu groß gewesen bei der Geburt. Entscheiden muss das trotzdem jeder für sich selbst. Wir hatten im Bekanntenkreis den Fall bei einem jungen Paar - ungeplant schwanger, Mitte 20. Keine Vorbelastungen. Und das Kind kam mit Trisomie 21 zur Welt. Denen hat es die Füße erst mal weggezogen weil sie nie damit gerechnet hätten. Es kann immer etwas sein, auch andere Krankheiten die man nicht vorhersehen kann. Aber mich hat es erst mal enorm beruhigt dass im Harmony alles ok war. Lg

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Bevor ich schwanger wurde, dachte ich mir auch, dass ich den Harmony Test mache. Doch als ich dann schwanger war, hatte ich kein Bedürfnis mehr danach und auch kein schlechtes Gefühl, eben ein Vertrauen in die Natur. Wir sind allerdings auch jünger als ihr.
Wir haben die Nackenfaltenmessung machen lassen bei einem Spezialisten in diesem Gebiet in Deutschland. Er forscht speziell dazu und hat wahnsinnig viele Methoden. Er konnte uns bereits in der 14. SSW sagen, dass ein Herzfehler unter 1% liegt und das dass Herz im Verlauf der Schwangerschaft nicht stehen bleiben wird, dass es keine Kiefern-Lippen-Gaumenspalte haben wird, Trisonomien sind sehr gering, ebenso eine Schwangerschaftsvergiftung und auch keine Geburt vor der 34. SSW. Es wird keine Erkrankungen der Nieren haben. Es sind alle Finger und Zehen dran und das Geschlecht haben wir auch gesagt bekommen 😊
Schon allein für diesen ausführlichen Ultraschall würde ich die Untersuchung nochmal machen lassen. Es war einfach schön, unser Baby so lange zu sehen 🥰 Zur Feindiagnostik gehe ich auch wieder zu ihm. Tatsächlich denke ich, dass ein Großteil von Krankheiten im Verlauf der Schwangerschaft erkannt wird, wenn man diese Untersuchungen bei einem Spezialisten machen lässt. FÄ sind vielleicht nicht für alles genügend geschult.
Der Praenatest soll allerdings noch etwas besser als der Harmonytest sein 😊
Wenn du dich besser fühlst, würde ich einen Test davon machen lassen 😊

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In meinen beiden vorherigen Ss habe ich keine Nackentransparenz geschweige den Harmonytest gemacht. Weil wir die Kinder so oder so behalten hätten.
Aber meine Kleine (1,5 J) kam mit Down-Syndrom zur Welt. Wir haben es erst nach der Geburt erfahren. Selbst bei der Feindiagnostik ist es nicht aufgefallen. Leider rutschen viele Kinder durch diese Untersuchung durch.
Bei dieser Ss werde ich nur die Nackentransparenz machen lassen um zu gucken ,ob Organisch alles in Ordnung ist.

LG

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Hallo,
wir haben einen Bluttest machen lassen. Für uns stand aber fest, dass wir es nicht bekommen falls es einen Gendefekt gehabt hätte. Wir haben bereits einen 7 jährigen Sohn für den wir voll und ganz da sind und wir sind uns sicher, dass er die Aufmerksamkeit die er braucht mit einem behinderten Geschwisterchen nicht mehr bekommen würde.
Bei dir wäre es, dass du dich im Falle eines Falls drauf einstellen könntest. Bei den Tests ist es ja auch ein Ergebnis von 99,9% und das wäre für mich persönlich schon eindeutig und keine Eventualität mehr.
Denkt in Ruhe drüber nach und besprecht es. Bedenkt aber auch, was es für eure Zwillinge bedeuten würde. Aber egal welche Entscheidung ihr trefft, es wird mit Sicherheit für euch die richtige sein!
LG Dorivito 23.ssw

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Sehr schwierig sowas zu beantworten.. Ich versuche mal paar Gedanken zusammen zu schreiben.. Wir haben uns damals bewusst für den Test entschieden, obwohl wir beide paar Jahre jünger und ebenfalls ohne Vorbelastung waren. Wir hätten es wissen wollen, wenn was wäre und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob wir bei jeder Diagnose weitergemacht hätten. Gleichzeitig ist es aber auch so, dass ich bei so einer Diagnose mir Zeit gewünscht hätte, um mich zu informieren und mich am Besten vorzubereiten. Deswegen antworte ich mit ja.

Es ist natürlich so, dass kein Diagnostikverfahren eine genaue Auskunft geben kann, wie es nach einer solchen Diagnose weitergeht (Grad der Behinderng, Überlebensfähigkeit, etc.). Der Harmony würde mit einer fast 100% igen Wahrscheinlichkeit sagen, ob in Bezug auf die 3 Trisomien alles stimmt oder eben nicht. Wie schlimm es ist, falls was sein sollte, kann der Test aber eigenlich nicht beziffern. Wenn man das wissen wollen würde, wären weitere Untersuchungen (heißt nicht unbedingt invasiv) erforderlich. Sicherlich kann auch einiges später über US entdeckt werden, wobei man da aber erstmal körperliche Fehlbildungen erkennt. Diese weisen oft auf eine chromosomale Anomalie hin, aber ob das auch wirklcih eine ist und welche, weiß man allein vom US her nicht. Wenns nur um die Trisomien geht ist der Harmony daher überlegen. Dafür erkennt man im US unter Umständen Sachen, die nicht auf chromosomale Anomalien zurückzuführen sind (z.B. einen Herzfehler, oder eine Fehlbildung. Für mich persönlich ergänzen sich daher die Verfahren (vorausgesetzt natürlich man will es wissen).

Ich verstehe dich so, dass für euch ein Abbruch ausgeschlossen wäre und ihr somit auch die Frage geklärt habt, wie es in eurer Familie weitergehen würde, wenn was wäre. Trotzdem sind aus meiner Sicht zwei Fragen offen:

1. Würde eine schlechte Diagnose etwas bzgl. Schwangerschaft und Geburt ändern?
Würdest du z.B. weiterhin im gleichen KH entbinden? Spontan oder KS? (Neonatologie vorhanden? Evtl. Spezialisten?) Wären weitere Untersuchungen sinnvoll, um z.B. den Grad der Behinderung und somit der erforderlichen Pflege besser einzuschätzen?

2. Was wäre, wenn euch eine schlechte Diagnose bei der Geburt überraschen würde?
Wie schaut es aus mit der Versorgung des Babys, das im Fall der Fälle mehr benötigen würde? Ändert sich was bzgl. Elternzeit (auch vom Papa)? Wie schaut es aus mit den Zwillingen, die ein bisschen zurückstecken müssten? Abgesehen vom Emotionalen, würde ja im Fall der Fälle auch an Organisatorischem einiges zusammenkommen. Es ist eben die Frage, ob man das vor oder nach der Geburt machen wollen würde.

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Hallo meine liebe,
erstmal herzlichen Glückwünsch!

Also, wenn bei euch eh klar ist wie ihr im Falle einer schlechten Prognose handelt finde ich, müsst ihr für euch einfach entscheiden: möchtet ihr wissen, worauf ihr euch einlasst oder nicht?
Ich hatte zwei Fehlgeburten, habe ein Kind an der Hand und eins im Bauch. Beim Kind an der Hand und dem jetzigen haben wir den Harmonytest in vollem Umfang machen lassen. Das Geld spielte bei uns keine Rolle. Die zweite Fehlgeburt wäre ein trisomiekind gewesen. Ich wollte und will einfach wissen, worauf ich mich einlasse. Dafür war es mir das Geld wert. Ein Aspekt der für mich auch wichtig war: der Harmonytest schadet und gefährdet das Baby keinesfalls. Er kostet einfach nur Geld und ein bisschen Blut. Bei weiteren Untersuchungen muss man dann abwägen - Gesundheit des Kindes vs Nutzen des Tests.
Ihr werdet für euch eine gute Entscheidung treffen!
Liebe Grüße

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Gratuliere zur Schwangerschaft 💕
Möchte dir kurz von mir erzählen. Blauäugig wir ich bin, dachte ich es wird schon nichts sein, ich war 32 mein Mann 30. Ich habe den Test nicht gemacht. Ich hatte dann überraschend in der 20.ssw eine Fehlgeburt. Diagnose: Ulrich Turner Syndrom. Stark ausgeprägt, wäre nicht überlebensfähig gewesen. Hätte ich den Test gemacht wäre zwar auch die Schwangerschaft zu Ende gewesen, aber ich hätte mich psychisch darauf vorbereiten können.
Bei der nächsten Schwangerschaft habe ich den Harmonytest machen lassen und es war ein verdammt gutes Gefühl danach zu wissen, dass alles in Ordnung ist.

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