Wo Freude sein müsste, ist plötzlich Traurigkeit

Hallo liebe Community,
ich weiß gerad nicht so recht wohin mit mir, darum stoss ich nun zu euch... 😥
Ich hoffe, ihr habt ein offenes Ohr für einen längeren Ausheul-Thread.

Kurz zu mir: ich bin 23 Jahre alt, glücklich verheiratet mit meiner Langzeitbeziehung und jetzt Ende 37. SsWoche - ein absolutes Wunschkind, an dem seit Frühjahr 2019 gebastelt wurde, bis ich anfang dieses Jahres positiv testen durfte.
Meine Schwangerschaft verlief zum aller größten Teil komplikationslos. Ich fühlte mich immer gut und tue es auch noch, bis auf die "typischen Mimimi-Wehwehchen" wie Rücken und durch die derzeit ungeschickte Lage des Babys sind die Kindswegungen oftmals sehr unangenehm, aber nichts, was nicht auszuhalten wäre.🤷🏼‍♀️🙈

Die Pläne (soweit machbar) zur Entbindung stehen (Hausgeburt) und mein Mann bleibt dann zwei Monate mit uns Zuhause und kann Elternzeit genießen. Ich bin eigentlich sehr dankbar dafür, wie alles klappt (finanziell mit der Elternzeit als auch mit der Hausgeburt, weil das eine recht spontane Entscheidung gewesen ist und das ja gewiss nicht immer möglich ist).
Baby scheint auch bereit für die Welt hier draußen zu sein, so sitzt das Köpfchen schon wirklich tief.

Tja, und plötzlich habe ich irgendwie den totalen Gefühlsabsturz...

Vor wenigen Wochen war ich mir so selbstsicher und auch zuversichtlich, was die Geburt und die Zeit danach angeht! Eigentlich hab ich mich bisher immer so stark und sicher gefühlt, dass ich mich regelrecht auf die Geburt gefreut habe trotz aller Schmerzen und unschönen Dinge, die da so passieren... Und jetzt sitze ich hier, weiß gar nicht wo die letzten Wochen hin sind und denk mir nur so "F*ck, du bist ja nicht nur schwanger, sondern presst bald ein Baby aus dir raus und das ist dann halt DA" 🤯

Alles geht auf einmal so schnell und meine (Vor)freude ist wie von einer Lavine verschüttet... Und dann fragt auch noch jeder im Umfeld, wie es mir geht, ob wir denn schon sehr aufgeregt sind ect., denn es ist ja bald soweit... 😪 das setzt mich wenn ich in einem ruhigen Moment drüber nachdenke noch mehr unter Druck. Aber was soll ich daraufhin sagen - "Ach, ich würd gern noch verlängern, ein bisschen Zeit für mich haben, bis ich mich wieder freuen kann"? 🙈😅😕

Klar, dass die Gefühle Achterbahn fahren bei so einer großen Veränderung im Leben und in der Partnerschaft, aber ich hätte nicht gedacht, dass mich das so kurz bevor es ernst wird so erwischt 😣 Auf einmal ist irgendwie alles "komisch", ein Teil von mir findet das Kinderzimmer nicht mehr soo schön und und und...

Ich komme mir ein wenig schrecklich vor, denn der Teil von mir, der sich so auf dieses Blinddate freut und schon so bedingungslos verliebt ist, ist gerad irgendwie offline...

Mir ist zur Zeit echt nach heulen zumute, erkenne mich gar nicht wieder. Eigentlich passt alles und ich kann/wir können in Bezug auf unsere kleine Familie wunschlos glücklich sein.. Ich versteh gar nicht, was da gerad in mir abgeht und hoffe, das geht so schnell wieder weg, wie's kam..😖

Kommt mir hier gerad auch etwas SILOPO vor, aber tat gut, das mal aufzuschreiben und loszuwerden 😳🙈

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Hey du,

fühl dich erstmal gedrückt und vor allem verstanden. Deine Gefühle sind völlig normal. Ein eigenes Kind ist eine der größten und einschneidensten Veränderungen im Leben.
Euer Kind ist dann auf euch angewiesen und ihr tragt die Verantwortung für ein Leben.
Mit 23 bist du auch eine junge Mama, die allerdings schon komplett im Leben steht und auf mich absolut klingt, als wär sie sicher eine tolle Mama :)
Lass die Überforderung und die Unsicherheit ruhig zu, rede viel mit deinem Mann darüber und schau, was dir die nächsten Tage/Wochen noch gut tut.
Ich selber bin mit 22 das erste Mal Mama geworden. Mittlerweile bin ich 31, habe zwei wunderbare Töchter und bekomme im Februar unseren ersten Sohn.
Glaub mir, es ist immer wieder ein Abenteuer und absolut verrückt! Aber es ist das schönste Abenteuer der Welt!
Wünsche dir alles Liebe :)

2

Achje du Arme! Mach dich nicht verrückt!
Ich glaube solche Gefühle sind voll normal.
Mir kamen bisher während der Schwangerschaft auch immer mal wieder solche Gedanken. "Scheiße, jetzt gibt es echt kein Zurück mehr - bin ich überhaupt bereit?!" Ich denke auch manchmal bestimmt könnten wir ja auch kinderlos glücklich werden.
Das sind ganz normale was wäre wenn Gedanken. Ja da bekommt man erstmal ein schlechtes Gewissen.
Ich denke ich deiner Schwangerschaftswoche so kurz vor der Geburt ist es auch nochmal verstärkt wie du schon erkannt hast, weil die Vorfreude weg geht. Wahrscheinlich ist es die große Ungewissheit was als nächstes kommt. 9 Monate lang ist alles so theoretisch, ein Kind ist das größte Geschenk, schwanger sein so ein Glück, bis man in der Mitte erstmal von innen spürt, dass da tatsächlich ein Lebewesen drin ist! Dann kommen die Wochen wo man immer runder wird, Fremde einen anlächeln, ansprechen, ach wie schön. Man kauft schöne Anziehsachen und denkt einfach die ganze Zeit nur an das positive. Und dann fällt einem irgendwann auf ohje, es gibt ja auch noch die unangenehmen Momente und es gibt kein Zurück mehr.

An deiner Stelle würde ich versuchen mehr zu entspannen. Sprich mit deiner Hebamme darüber, die hat das sicher schon von ganz vielen Frauen gehört. Echt toll, dass du eine Hausgeburt machen kannst, dann nutze dieses Vertrauen zu deiner Hebamme. Vielleicht schafft sie es ja, dass du dich auf die Geburt freust.

Es ist jetzt halt wieder so eine komische Zeit des Abwartens. Das merken ja viele vor der 12. Woche, da sind Aufregung und Sorge oft viel größer als Freude. Dann wartet man auf Bewegungen und macht sich Sorgen und bei dir kann jetzt jederzeit die Geburt losgehen, also kommt wieder Sorge und Aufregung hoch. Du merkst einfach, dass bald etwas passiert und du weißt nicht wie genau das wird.

Aber hab kein schlechtes Gewissen, bereite dich mit positiver Haltung weiterhin so gut es geht auf die Geburt vor, vielleicht hilft es dir gerade auch das Ganze sachlicher und weniger emotional anzugehen.

Alles Gute!

3

Hey 😊
Zum einen würde ich dir raten: sprich mit deiner Hebamme 😊 sie kann dir bestimmt helfen 😊

Zum anderen kann ich persönlich dich sehr gut verstehen. Ich bin ebenfalls mit 23 das erste mal Mama geworden, das zweite mal mit 25. mir erging es bei beiden Kids ähnlich. Ich kann dir nur den Rat geben, mach dir kein schlechtes Gewissen. Da sind so viele Hormone im Spiel und so kurz vor Schluss fragt man sich, wie das alles ablaufen soll. Aus eigener Erfahrung: du kannst dich nicht darauf einstellen. ABER sobald das Würmchen da ist, bist du Mama. Alles andere kommt von ganz allein. Du hast sicher eine tolle Hebamme an deiner Seite, die dich auch im Wochenbett unterstützt. Blende deine Gedanken so gut es geht aus und lass es einfach auf dich zukommen. Wir haben schon oft festgestellt, dass man jemandem ohne Kind gar nicht erklären kann, wie es mit Kind ist. Sobald das Baby da ist, bist du Mama und dein Lebensmittelpunkt ist das Baby. Es ist toll, dass finanziell alles geregelt ist und ich finde, darauf kann man in dem jungen Alter auch stolz sein. Und wenn du dich jetzt noch einmal auf dich konzentrieren möchtest, dann mach das 😊 mach dir ein schönes Bad, guck im TV was du möchtest, shoppe nochmal online... und auch wenn viele sagen, dass die Zeit für dich nach der Geburt vorbei ist, lass dich da nicht einschüchtern. Dein Partner ist die ersten zwei Monate zu Hause (war bei uns auch so) und das ist Gold wert.
Ihr macht das sicher ganz toll 🍀

4

Völlig normal 🤗

Aber keine Sorge, das vergeht nachdem das Baby da ist bei den meisten wieder. Ich habe zB das komplette Wochenbett von 19-20 Uhr geheult aus keinem Grund, einfach weil ich musste. Ich glaube in der Schwangerschaft und im Wochenbett sind wir oft in einem Ausnahmezustand unserer Gefühle.

Alles Gute für die Geburt 😊

5

Hej du :)
Ich glaube die allermeisten Mamas können dich sehr gut verstehen.
Wenn ich mal auf mich (1. KIND 20 Monate, mit dem 2. Kind frisch schwanger) und auf meine Freundinnen schaue, die auch Mama sind, dann würde ich sagen, dass genau das was du gerade durch machst bei vielen nach der Geburt eintritt. Also genau diese Gedanken, aber wenn das Kind dann da ist. Ich bin also versucht dir zu gratulieren, dass du anscheinend weniger naiv bist, als ich zum Beispiel. Die ersten Wochen mit Baby waren bei mir einfach hart. Teilweise auch weil man auf das danach einfach nicht vorbereitet ist. Man freut sich so und will so gerne glücklich sein, aber es ist einfach anstrengend alles... also vielleicht ist es ganz gut, dass du jetzt so eine Phase hast. Ich hoffe und wünsche dir, dass die Vorfreude in ein paar Tagen wieder da ist. Denn selbst wenn ich sage es war mega hart so war es doch auch einfach toll. Die Geburt war so cool, trotz starker Schmerzen ein wunderschönes Erlebnis. Und dann das Baby im Arm zu halten. So richtig große Liebe kam erst mit der Zeit, aber es war einfach schön zu kuscheln, zu stillen (als der anfängliche Schmerz weg war), und einfach nur für ihn da zu sein.
Also freu dich ruhig. Ja, du hast recht, es wird nicht alles rosa Sonnenschein, aber es wird auch richtig toll! Es muss nicht immer durchgehend alles super fantastisch sein um als sehr sehr glückliche Zeit zu gelten. Und darauf bereitet dich dein Stimmungstief gerade vor.
Alles Liebe
Lillemor

6

Hey,
Ich drück dich! Mir geht es auch immer mal wieder so, obwohl ich den süßesten Sohn überhaupt habe.. Manchmal ist einfach alles kacke! Und du darfst dann auch traurig sein! Mir hilft es mich dann zuerst einmal auszuweinen und dann erzähl ich meinem Mann was mich alles belastet..
Wenn du findest, dass du genug geweint hast, kannst du dir überlegen was du jetzt in den letzten Wochen noch für dich selbst tun möchtest! Nimm dir so viel Zeit wie du willst zum entspannen, egal ob Serien bingen oder shopping.. nochmal schön Essen gehn zu zweit, etc.
Und wenn du wieder Kraft hast, kannst du dich bestimmt wieder auf die Geburt fokussieren. Du hast dich für eine wundervolle Art der Geburt entschieden, gerade mit dem ganzen Coronawahnsinn in den Krankenhäusern, kannst du dich zu Hause voll auf dich und deine Bedürfnisse konzentrieren. Keiner kann dich drängen oder stören, du bestimmst den Ablauf und deine Hebamme wird voll und ganz auf deine Bedürfnisse eingehn können 😊
Meine Hebamme hatte ein ganz tolles Mandra dass mir durch die Geburt geholfen hatte (ich öffne mich, ich mach mich weit, ich will, dass du kommst) das hat mich durch die ganzen Phasen der Geburt begleitet und mir persönlich unglaublich geholfen. Zuerst fand ich es lächerlich, aber dann ging es mir nicht mehr aus dem Kopf 😊

Du findest deine Stärke wieder!🍀❤️

7

Fühl dich auch ebenfalls mal gedrückt, und das ist völlig normal das so ist.

Ich bin mit 16 mama geworden, und auch ich stand da und war einfach überfordert und alles.
Heute ist meine grose bald 15 Jahre und ich hab noch einen Sohn 14 Monate und bin überglücklich.

Spätestens wenn du dein Kind nach der Geburt siehst ist es weg... und du geniest es in vollen Zügen.

Dir noch alles alles gute 🍀 für dich als tolle mama und Familie und eine wunderschöne Geburt.
Lg

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