Schwanger: Heterozygote Faktor V-Leiden-Mutation, trotzdem kein Heparin?

Hallo ihr Lieben,

nach 2 Fehlgeburten in der 9. und 10. SSW habe ich vor ein paar Tagen wieder positiv getestet und war auch bereits beim Frauenarzt. Obwohl vor zwei Monaten eine heterozygote Faktor V-Leiden-Mutation festgestellt wurde, soll ich kein Heparin spritzen (mir wurde lediglich Utrogest und ASS 100 verschrieben). Ich habe irgendwie kein gutes Gefühl dabei und deshalb bei der Ärztin auch explizit noch mal nachgefragt, aber sie sieht keinen Bedarf und es vorsorglich zu spritzen wäre wohl Quatsch...?
Wie war das denn bei euch? Bin für jeden Austausch dankbar.

Vielen Dank und liebste Grüße
aurora35

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Liebe Aurora,

ich war bei einem Spezialisten für mehrere Abgänge und habe unter anderem auch die Genfaktor 5 Mutation. Er war sich sicher, dass diese nicht verantwortlich für die Fehlgeburten war. Wenn man die heterozygote Form und sonst keine Risikofaktoren (Übergewicht, Thrombose in der Vorgeschichte) hat, muss man Heparin nicht unbedingt spritzen. Er meinte aber zu mir, dass es nicht schadet und eher positive Effekte hat, z.B. bessere Versorgung und Schutz vor Thrombosen, sodass er es mir aufgrund meiner Vorgeschichte (3 Fg) empfiehlt. Nötig wäre es aber nicht.

Du nimmst ja zumindest ASS100. Das wirkt glaube ich anders, geht aber in eine ähnliche Richtung. Deine Ärztin geht vermutlich davon aus, dass dies reicht.

An deiner Stelle hätte ich mir eine zweite Meinung eingeholt, weil ich beim vierten Mal eben auch alles richtig machen wollte. Ich würde zu einem Gerinnungsspezialisten gehen. Meiner hätte mir damals sogar ASS100 in der KiWu-Zeit UND Heparin ab positivem Test empfohlen.

Liebe Grüße

Plobby mit Wurschtl 26+3

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Hi,
also ich leide unter 3 verschiedenen Gerinnungsstörungen und muss auch seit positivem Test Heparin spritzen. Meine Frauenärztin meinte damals es wäre Quatsch 🙄
Zum Glück bin und war ich aber auch in Behandlung in der Gerinnungsambulanz und hatte somit eine super tolle Betreunug durch den Spezialisten.
Frauenärztin habe ich unter anderem auch deswegen gewechselt....längere Geschichte!
Ich kann dir nur raten, dich bitte auch an einen entsprechende Gerinnungsambulanz zu wenden!
Liebe Grüße Karo 30. SSW ❤

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Hallo 😇
Ich habe gar keine Gerinnungsstörung oder irgend nen Anhaltspunkt zum spritzen, habe es aber aufgrund einer stillen Geburt empfohlen bekommen von der gerinnungsambulanz und nehme zusätzlich noch das ASS100.
Mir wurde gesagt dass selbst vorsorglich spritzen Erfolg bringen soll und es besser wäre, komme Donnerstag in die 34. ssw und der kleine entwickelt sich prächtig, die Ärzte und auch ich sind der Meinung dass jetzt dank der Medikamente alles gut ist.

Wünsche dir alles Gute 🍀🥰

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Hallo!
Ich finde, das klingt irgendwie nicht so stimmig.. Ich würde mir da eine zweite Meinung holen.
Ich hatte zwei Fehlgeburten und wurde danach auch auf den Kopf gestellt. Heraus kam keine "richtige" Erkrankung, nur eine sehr leichte Lipoprotein a Erhöhung, weswegen man eigentlich nicht unbedingt spritzen müsste.
Aber sowohl meine Ärztin als auch mein Hämatologe waren der Meinung, dass es nicht schadet. Ende des Liedes, ich habe in der Schwangerschaft bis zur 34. Woche vorsichtshalber spritzen sollen. Nach Absetzen der Spritzen lag ich 2 Tage später im OP und meine Tochter wurde per Not-KS geholt, weil meine Plazenta einen Infarkt hatte und aufgehört hat, sie zu versorgen. Zum Glück hatte ich das irgenwie im Gefühl und bin zum Arzt gegangen. (Alles ist gut gegangen - großes Glück gehabt!)

Ich bin jetzt erneut schwanger und bekomme von Anfang an die Spritzen. Bei mir geht es anscheinend nicht ohne. Und dieses Mal bis zum Schluss. Und ich werde engmaschiger kontrolliert.

Also was ich sagen will: Jeder Körper ist anders. Schaden werden die Spritzen nicht, aber villeicht helfen sie und es geht nicht ohne!

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Normalerweise ist es so: Das Labor, dass die Gerinnungserkrankung erkennt schreibt einen Befund und in dem Befund steht drin, was in welchen Situationen zu tun ist, bspw. bei längerer Immobilität oder während der Schwangerschaft Heparin spritzen.

Wenn ich eine Patientin habe, bei der dies im Befund drin steht, dann bekommt sie ab positivem SST Heparin, nach frühestens 3 Tagen wird die Gerinnungsaktivierung überprüft und geschaut, ob die Dosis ausreichend ist. Wenn das nicht der Fall ist wird die Dosis erhöht und dann wieder kontrolliert, wenn die Dosis ok ist wird bis zu 15. SSW alle 4-6 Wochen geschaut, ob die Dosierung noch passt. Bei manchen Thrombophilien kann man bei unauffälliger Gerinnungsaktivierung in der 15. SSW aufhören zu spritzen und auf ASS umstellen, die Gerinnungsaktivierung wird aber weiterhin alle 4-6 Wochen kontrolliert.

Mein Rat wäre also: Hol dir den Befund und schau, was drin steht.

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Hallöle,
vorab ich bin gerade nicht schwanger. Habe aber schon einen Sohn (1Jahr).
Habe die gleiche Gerrinungsstörung. Musste die komplette Ss nichts einnehmen oder spritzen. Erst nach der Entbindung 8Wochen heparin spritzen. War zuvor bei einem Spezialisten und der hat die Diagnose gestellt u mein FA hatte dann gesagt, dass nicht nötig ist. 😊 Habe darauf vertrau, er kann ja schließlich ein Arztbrief lesen 😂 und dem kleinen ging es immer top! Alles gute

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Ich habe das auch und hatte auch 2 FG. Wenn man sich aber mal intensiv einliest (das haben sowohl ich als auch meine Ärztin getan) stellt man schnell fest, dass Heparin keinen nachweislich positiven Effekt auf die SS bei heterozygoten Faktor V Leiden Mutationen hat. Ich war auch total hin- und hergerissen. Habe mich aber sehr sehr lange in Fachliteratur eingelesen und bin zu dem Entschluss gekommen, dass es für den Kopf vielleicht ganz gut ist was zu tun, aber die Strapazen in keinem Verhältnis dazu stehen. Ich bin derzeit in der 11 SSW mit Utrogestan (das habe ich bei den letzten 2 FG nicht genommen) und sehe das ganze nun positiver. Ich würde mir gut überlegen, ob ich mir jeden Tag eine Spritze für etwas setzen möchte, was absolut umstritten ist. (Es gibt eine sehr große holländische Studie darüber.)

Alles Gute 🍀

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Guten Morgen und ganz lieben Dank für eure Meinungen und Ratschläge. #herzlich

Ich habe nun den ärztlichen Befund von der Gerinnungsdiagnostik gelesen: "Sofern keine zusätzlichen Risikofaktoren vorliegen oder im Verlauf der Schwangerschaft auftreten, raten wir daher zu folgendem Procedere: Ab Beginn der Schwangerschaft sollte Ihre Patientin Kompressionsstrümpfe tragen und auf die Frühsymptome einer Thrombose hingewiesen werden.". Außerdem wird in diesem Schreiben erwähnt, dass sich die alleinige Faktor V-Leiden-Genmutation nicht ursächlich für Frühaborte zeigt und sich kein Effekt einer Herparin-Gabe auf die Lebendgeburtenrate gezeigt hat. Also wird es schon so passen... Wobei mir mir meine Ärztin weder Kompressionsstrümpfe verschrieben noch auf Frühsymptome hingewiesen hat - aber da werde ich beim nächsten Termin einfach noch mal nachfragen.

Jetzt hoffen wir einfach mal, dass ich mit Utrogest und ASS100 bestens versorgt bin und diesmal alles klappen wird...

Noch mal vielen lieben Dank und alles Gute für euch! #klee

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