Beschäftigungsverbot

Guten Abend,
ist jemand von euch im erzieherischen Bereich tätig? Ich arbeite in einer OGS (Ganztagsgrundschule) mit Kindern zwischen 6 und 10 Jahren. Bis heute war ich in einem vorübergehenden Berufsverbot, da ich auf die Blutergebnisse vom Amtsarzt warten musste. Dort wurde mein Impfstatus ermittelt. Ich habe keine Antikörper gegen Mumps, Ringelröteln und Hepatitis B.
Heute kam der Anruf meiner Chefin, dass ich ab Morgen wieder arbeiten kommen darf. Ich habe mich auch erst gefreut, meine Kollegen wieder zusehen und wieder etwas zu tun zu haben und es freudig meiner Mutter erzählt, die dann doch sehr erschrocken war und mir einige Berichte über Ringelröteln schickte. Diese sind in den ersten 20. Wochen der Schwangerschaft sehr gefährlich und kommen bei Kindern bis zum
10. Lebensjahr vor. Der Verlauf ist schleichend und äußert sich bei Kindern oft nur durch grippeähnliche Symptome.
Ich arbeite in einem sozialen Brennpunkt, wo die Eltern ihre Kinder mit allen möglichen Krankheiten in die Schule schicken und und auch meldepflichtige Krankheiten oft nicht mitteilen. Ich habe jetzt totale Panik mich damit anzustecken und dem Baby zu schaden und es dann noch nicht einmal mitzubekommen. Laut einem Leitplan für Angestellte in NRW, ist die Entscheidung rechtens. Ich bekäme nur ein Berufsverbot bis zur 20. Woche, wenn ich mit Kindern unter 6 Jahren arbeiten würde. Ich weiß jetzt schon, dass ich die Kinder bei jedem Husten oder Nießen auf Abstand halten werde, aus Angst mich mit etwas anzustecken. Vor der Schwangerschaft war ich wirklich entspannt und habe da nie viel drum gegeben. Hatte jemand von euch schon mal einen ähnlichen Fall? Ich gehe wirklich gerne dort arbeiten und habe ab der 20. Woche damit auch kein Problem, weil es dann dem Baby nicht mehr schadet. 🙈🙈🙈

Lg Julchen

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Ich bin Grundschullehrerin und habe keine Anrikörper gegen Ringelröteln und Keuschhusten. Ich muss auch wieder arbeiten, wären wir im Kindergarten tätig, wären wir bis zur 20. Woche raus. Ich finde das auch sehr gefährlich, da Ringelröteln nicht meldepflichtig sind und eine siebenwöchige Inkubationszeit haben.

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Guten Morgen,
ich kann das auch nicht verstehen. Wenn es doch Kinder bis über das Grundschulalter hinaus bekommen können, warum dann nur Erzieher im Kindergarten ein Verbot bekommen. Jeder Arzt sagt mir, ich soll mich vor Infektionen schützen, was bei 110 Kindern in 4 Räumen überhaupt nicht umzusetzen ist. Ab der 20. Woche ist das ja überhaupt kein Problem mehr, bis dahin werde ich bei jedem Infekt wohl Angst haben.

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So geht es mir auch, sonst spreche deine Angst beim Arzt an, er kann dir auch ein BV aussprechen

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Die immunität gegen ringelröteln muss der Arzt mit testen. Findest du unter pavovirus b19 im Befund . Evtl hast du das ja schon gehabt

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Ich bin Erzieherin und seit der 7. Woche im beschäftigungsverbot und das auch bis zum Ende. Da mein Träger kein Risiko eingehen will

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Hallo,

bei mir ist es ähnlich. Bin Ergotherapeutin und arbeite überwiegend mit Kindern. Mir fehlt der Schutz gegen CMV und Ringelröteln.
Darf nun nicht mehr in die Kindergärten gehen und keine U3 Kinder mehr behandeln.
Ansonsten allerdings alles wie gehabt. Bei mir ist allerdings ein zusätzliches "Problem", dass ich bereits ein Kind habe, das den Hort besucht. Sprich, ich kann leider die Risiken nicht wirklich minimieren. Und prompt ist bei meiner Tochter am Di ein Schild mit Ringelröteln aufgetaucht #zitter Echt typisch. Nun hab ich nochmal Blut bestimmen lassen und lasse sie vorerst 3 Wochen aus dem Hort. Allerdings kann sie immernoch in der Schule damit in Berührung kommen, deswegen muss ich jetzt regelmäßig zum Test (ich hoffe ich hab mich nicht eh schon angesteckt).

Was mir momentan wirklich hilft, ist mir immer wieder Vorzusagen, dass ich mich 30 Jahre nicht angesteckt habe und dass man es sich im Prinzip überall (Einkaufen, Nachbarn, Spielfreunde vom Kind, Kinder meiner Freunde etc.) holen kann.
Dennoch bleibt immer ein mulmiges Gefühl, wenn einem ein erkältetes Kind über den Weg läuft- leider. Also ich verstehe dich auf jeden Fall.
Ich habe es jetzt so gehandhabt, dass ich den Eltern meiner Therapiekinder klar gesagt habe, dass sie nicht kommen dürfen, wenn bei ihnen in der Kita/Schule Ringelröteln auftauchen und dass sie bei Husten und stärkerem Schnupfen nicht von mir behandelt werden. Ein Restrisiko wird halt immer bleiben. Tja, das gestaltet sich aber in der Einzelsituation grundsätzlich einfacher, als im Gruppengeschehen. Da stell ich es mir auch noch weitaus blöder vor.

Grüße Emilia-Mami (11.SSW)

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