20. SSW und neue Arbeit! Dringender Rat gesucht

Hallo meine lieben, ich brauche dringend euren Rat da ich gerade sehr verzweifelt bin.

Ich habe, auf Drängen des Arbeitsamtes, eine neue Stelle in einer Apotheke als PKA gefunden. Dieser Herr wollte sich eigentlich, nach 2 mal Probe arbeiten, bei mir melden ob es zu den Vereinbarungen über zu einem Vertrag kommt, er weiß nicht das ich schwanger bin, naja er hat sich bis heute nicht gemeldet.

Jetzt ist das Problem das ich am Wochenende wegen Schmerzen an der Gebärmutter im Krankenhaus war, die Ärztin sagte ich soll viel Ruhe jetzt beibehalten, da es alles zu eng ist und wenn das Kind jetzt wächst mir große Schmerzen macht. Jetzt weiß ich nicht, falls ich diesen Vertrag überhaupt bekomme, ihn annehmen soll da ja die Gefahr besteht das ich in ein bv gehen muss oder so. Was würdet ihr tun? Würdet ihr es vorher dem AG sagen das ihr schwanger seit?

Also klar, verpflichtet bist du ja nicht, etwas zu sagen. Aber da du schon in der 20. Woche bist und schon Komplikationen da sind, wäre es doch nur fair, den AG über deine Schwangerschaft zu informieren.
Ist doch auch blöd, wenn du gleich so in ein neues Arbeitsverhältnis startest.

Klar kann es dann passieren, dass der AG dich gar nicht erst haben will, aber es ist ja auch für ihn blöd, denn er stellt jemanden ein und muss gleich nach einer Vertretung suchen.

Ich würde es erzählen und die Karten auf den Tisch legen.

LG Killifish

Ganz ehrlich... Ich würde ihn unterschreiben und dann erst sagen das ich schwanger bin. Man muss einfach so egoistisch sein, andere würden es auch so mit dir machen. Dann gehst du arbeiten und schaust, wie es geht.

Schon allein wegen dem elterngeld würde ich es tun, so bekommst du ja mehr

"Ganz ehrlich... Ich würde ihn unterschreiben und dann erst sagen das ich schwanger bin. Man muss einfach so egoistisch sein, andere würden es auch so mit dir machen. Dann gehst du arbeiten und schaust, wie es geht."

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Ganz unehrlich wäre passender gewesen. Der nächste Thread den sie starten wird, ist dann etwa so: "Werde bei der Arbeit gemobbt und mein Chef ist ein A*** - wie bekomme ich ein BV?"

Man braucht sich doch nicht zu wundern, wenn der Chef sich hereingelegt fühlt, weil er jemanden anstellt, der die Arbeit nicht ausführen kann, und das schon wußte, und noch dazu Komplikationen im KKH hatte oder hat. Der Chef hat dann außer einer Menge Papierkram (Vertrag, Krankenkasse, BV-Erstattungen, Mutterschutzfrist, Elternzeit .....) noch die Schererei dass er einen Ersatz befristet suchen muss, für den der die Arbeit dann wirklich ausführt, sonst bleibt die Apotheke ja unterbesetzt. Das Arbeitszeugnis, das die Schwangere dann irgendwann bekommt, möchte ich nicht haben. Irgendwo müssen es dann auch die Kollegen mit ausbaden, und werden evtl. entsprechend sauer sein. Und beim nächsten Mal stehen junge Frauen dann unter Generalverdacht und bekommen deshalb nur noch befristete kurze Arbeitsverträge.

Es ist dein Recht, die SS zu verschweigen - aber willst du so behandelt werden wie du den Chef behandelst? Du kannst nicht davon ausgehen, dass dies positiv zu deinem Arbeitsklima beiträgt und dass du dich dort wohlfühlen wirst.

Also da es um eine Stelle als PKA in einer Apotheke geht ist das ja nicht so einfach mit dem "nicht sagen". Du bist nämlich verpflichtet die Schwangerschaft mitzuteilen, wenn deine Tätigkeit gegen das MuSchuG verstösst.

Hier ist ein guter Artikel speziell zu Apotheken: http://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=4590

Ein Auszug: Der Umgang mit giftigen und potenziell gesundheitsschädlichen Substanzen ist auch der Arbeitsbereich, der für Schwangere in der Apotheke die größten Risiken birgt. Das Mutterschutzgesetz und auch die Arbeitsschutzempfehlungen der Bundesapothekerkammer legen fest, dass werdende Mütter nicht mit Gefahrstoffen umgehen dürfen, ebenso wenig mit biologischen Arbeitsstoffen und Substanzen, die Krankheitserreger übertragen können oder die potenziell krebserregend, fruchtschädigend oder erbgutverändernd sind oder sein können (CMR-Stoffe aller drei Kategorien). In der Apotheke sind das etwa Vitamin A-Säure, Zytostatika und Virustatika, Lebendimpfstoffe oder Blut. Schwangere dürfen also auch keine Blutzuckermessungen durchführen.

Ebenfalls schädlich ist für Schwangere das Heben von schweren Lasten, etwa von Lieferungen für die Apotheke. Das Mutterschutzgesetz hat genaue Grenzen dafür festgelegt, wie häufig und wie schwer eine schwangere Arbeitnehmerin heben darf. Regelmäßig dürfen Frauen von Hand dann nicht mehr als 5 Kilogramm anheben, gelegentlich sind Lasten bis 10 Kilogramm zulässig.

Ganz ehrlich finde ich es von dem Arbeitsamt total fahrlässig Dich zum Probearbeiten in einer Apotheke zu schicken. Und ich hätte da auch nicht einen Tag gearbeitet...

Viel Glück - wie auch immer Du Dich entscheidest!

Wow das ist ein super artikel, unter dem Aspekt sehe ich dies auch anders.. Ich hab halt nur Angst aus der finanziellen Sicht .. Danke :)

Das verstehe ich total! In anderen Jobs hätte ich Dir auch geraten nix zu sagen, zu unterschreiben und gut ist... Aber in medizinischen Berufen ist das wirklich heikel... Das geht dann soweit, das es die unterlassene Mitteilungspflicht gibt und damit der Arbeitsvertrag wiederum nichtig, also ungültig, wird.

Als Erstes würde ich noch einmal mit dem Arbeitsamt telefonieren warum die das so angeboten bzw. Dich dazu gedrängt haben und ob die das Mutterschutzgesetz kennen. Eigentlich dürften sie Dir in einer Apotheke keine Stelle mehr anbieten...

Viel Erfolg!!

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