Finanzielle Teilung in Schwangerschaft - selbstverständlich?

Hallo!

Mich würde sehr eure Meinung interessieren.
Wir sind ein Akademikerpaar, nicht verheiratet, ich habe bereits ein 5-jähriges Kind, das ich alleine groß gezogen habe und fuer das ich vom Vater kaum finanz und auch sonstige Unterstuetzung bekam. Ich lebe mit dem Kind zusammen, mein jetziger Freund lebt in eigener Wohnung, was sich auch erstmal nicht ändern soll.
Wir sind beide über M30.
Nun bin ich in der 16. Woche schwanger. Mein jetziger Partner hat sich gefreut, und mir zuerst seine Unterstuetzung zugesagt nach dem Motto: 'Wir schaffen das zusammen'.
Ich habe vor der jetzigen SS ca. 46 Stunden gearbeitet, teilweise angestellt, teilweise selbständig. Auch in meinem Angestelltenjob habe ich leider keine Sicherheit langfristig (befristet). Ich musste also immer hoffen, dass alles so bestehen bleibt.
Und als das so war, ging es uns sehr gut, ich konnte prima fuer mich und das Kind allein sorgen.

Nun kann ich aufgrund von Schwangerschaftskomplikationen einen Teil meiner Selbstaendigkeit nicht mehr ausüben.

Dies stürzt mich in finanzielle Probleme, ich habe ja noch ein Kind zu versorgen.
Mein Partner hat zuerst so reagiert, dass er zusagte, dass er mir einen Teil des Ausfalls (ca50%) erstattet.

Er verdient gut, hat einen sicheren Job, Firmenwagen und andere Annehmlichkeiten, kann (ohne uns)große Urlaub machen und plant sein Geld fuer sich selbst später einzusetzen.
Seit einer Weile - es bestehen auch noch andere Streitpunkte bei uns, wie unterschiedliche Naehe-Distanz-Beduerfnisse. Ich bin ein Familienmensch mit dem Wunsch nach Zusammenleben und Fuereinander- da -sein, er ist der, der Autonomie und Alleinleben stark präferiert. Ich kann sehr gut allein sein, war es jedoch viel zu lange und sehne mich nach Familienleben. Hier fühlt er sich superschnell total eingeengt und ergreift relativ schnell die Flucht.
Seit einer Weile zieht er nach und nach immer mehr mit der Unterstuetzung, so wie auch mit jeglichem Interesse fuer uns als Paar zurück.

Meine Inteerpretation ist: Angst - doch auch hier bekomme ich auf Nachfrage nur Verweigerung der Aussage oder Angriff auf mich.

Manchmal erschrecke ich direkt vor der totalen Wandlung früherer Aussagen und jetziger.
Trotz Streit ist das doch irreparabler Wahnsinn, wenn man sich nicht zusammen um gemeinsame Loesungen bemüht, oder?
Von mir geht aus: Redebereitschaft, Signale, dass ich gerne meinen Teil, den ich schaffe, zu allem beitragen möchte. Auch habe ich mir Unterstuetzung in Form von Paartherapie gewünscht. Da kommt nur Verweigerung, Gespraeche werden abgebrochen, sowie alles andere auch.
Natürlich hab ich auch Fehler, ich will mich nicht einseitig darstellen. Ich bin da jedoch dran und arbeite intensiv, sogar mit Unterstuetzung an Verbesserung, damit es fuer uns als Paar und Eltern eine Chance gibt und ich meinen Anteil gut mache.

Ich kann verstehen, dass er viell Angst hat vor den Veraenderungen, aber dass er deshalb alles kaputt gehen lässt zwischen uns macht mich seit Wochen sehr fertig und ich bin am Rand mit allem, kaum mehr leistungsfähig.
In mir ist auch viel Angst, dass ich wiederholt mit einem Kind allein bleibe und dem Partner das mit der Verantwortung zuviel wird.

Fuer die gesamte Kindausstattung kann ich sorgen, das hab ich alles allein angeschafft. Auch ist geplant, dass das Kind in meiner Wohnung wohnt, er richtet sich gerade neu ein und dies ohne, dass das Kind auch nur minimal zur Sprache kommt.

Ich werde also mit zwei Kindern nach der Geburt erstmal nicht arbeiten können und ein dann noch groesserer Teil meines Gehalts fällt dann fuer das Jahr der Elternzeit flach.

Seine Aussage: es wäre total ungerecht, dass er fuer mein unzureichendes finanzielles Konstrukt aufkommen müsse, das fehlende Geld müsse ich woanders her beschaffen. Ich hätte total über meine Verhaeltnisse gelebt (!) und mir keine Pufferzone geschaffen. (-wie sollte ich das allein erziehend tun?)
Zudem hätte ich mir laengst (zusätzlich zu den ca 40h, die ich pro Woche immer noch arbeite), einen anderen Job suchen können (Kellnern, Bäckerei...Aushilfsjobs).

Mein Argument, dass ich durch die SS zunehmend unritterlich werde und eigentlich froh bin, nicht mehr über 40 Stunden zu arbeiten, es aber in 2 Monaten wieder tun würde um des lieben Friedens Willen,
wurde von ihm sehr verächtlich kommentiert mit: Aha, da liegt also der Hase begraben, ich soll fuer alles aufkommen, und du tust gar nichts (!!!).
Ich hätte mir nur einen Dummen gesucht, der meinen Sch...... bezahlt.

Das hat irre weh getan.

Meine Frage: bin ich da zu anspruchsvoll, indem ich erwarte, dass wir uns gegenseitig mit unseren uns möglichen Beiträgen durch die Situation durch helfen?

Es handelt sich ja alles um eine begrenzte Zeit, ich habe niemals vorgehabt, nicht zu arbeiten. Wie denkt ihr - vielleicht auch vor allem die Männer, die Vater werden, über das alles?

Ich bin traurig, ich hatte gehofft, wir würden das schaffen, aber ich erkenne meinen Partner nicht mehr wieder.

Moechte nichts Ueberirdisches fordern, fuer mich ist es durch meine Herkunftsfamilie eigentlich eine Selbstverstaendlichkeit, dass ein Paar Dinge aller Art gemeinsam trägt. Hier bin ich immer verhandlungsbereit....habe aber derzeit null Chance.

Danke fuer eure Einschaetzung der Lage....-und sorry wg. des langen Textes.

Wolkenspringerin#gruebel

1

Erstmal würde ich den Typen in den Wind schießen!
Was bitte willst du mit dem? So wie du ihn und seine Einstellung/Aussagen hier beschreibst....

Und zum Rest... Schon in der SS kannst du Unterhaltsanspruch haben. Ich würde mich da mal ans Jugendamt/Unterhaltsheranziehung wenden. Nach der Geburt steht zumindest dem Kind ja auf jeden Fall Unterhalt vom Vater zu. Dir ggf auch. Das berechnet aber wie gesagt dann das Amt.

Alles Gute!!

2

Menschlich versagt dieser Mann für mich gerade auf voller Linie. Mag sein das er Bammel hat aber er ist nach deinen Beschreibungen ein Erwachsene Mann der mitten im Leben steht und Finanziell unabhängig.

Sorry, er sollte die Verantwortung annehmen. Dieses wird er aber nach deiner Beschreibung nicht tun.
Ich würde mich in dieser Unsicherheit Anwaltlich beraten lassen, oder zumindes mal einen Blick auf die Düsseldorfertabelle werfen.

Da ist doch genau aufgestaffelt was dir und dem Kind dann seinerseits zusteht.
Denn bis zum 3 Geburtstag des Kindes ist er nach seinen Möglichkeiten auch dir Unterhaltspflichtig.

Mach dich nicht so klein. Aufstehn und Krone richten.

Cloti

3

ganz eindeutig kein partner mit dem man Familie/kinder haben sollte.... sieh zu, dass du die vaterschaftsanerkennung von ihm bekommst und dann weg mit dem!!!!

4

#winke

Ich entnehme deinem Text irgendwie zwischen den Zeilen, dass das Kind nicht geplant war, oder?

Dein Partner freut sich offenbar nicht darüber und ein 'richtiges' Elternpaar seit ihr auch nicht.

Ihm muss doch klar sein, das getrennte Kassen bei einer gemeinsamen Familie nicht hinhauen?! Du gehst in Elternzeit und hat weniger Einkommen - logisch.

Ist es nicht für einen werdenden Vater schon vorher klar, das sein Geld dann eher zum tragen kommt?

Ich finde schon dieses 'mein Geld - dein Geld' sehr seltsam! #kratz

Auf eine solche Beziehung hätte ich mich nie eingelassen und der Vorwurf, ich hätte nur einen gesucht, der für meinen Sch**** aufkommt, wäre für mich ein Trennungsgrund!

Alleinerziehend bist du doch sowieso - er wird weiter in seiner frisch renovierten Designerwohnung leben und du kannst zusehen, wie du mit zwei Kindern klar kommst.#schock

Schieß den Idioten in den Wind - schnellstmöglich!

Lg und alles Gute für die Zukunft

Nina 37+5

5

Ich würde mich von ihm trennen - ohne grosses wenn und aber.
Dann siehst du auch recht schnell ob ihm was an euch liegt oder nicht.
Und auch ich würde aufs Jugenamt gehen wegen Unterhalt, danach wohngeldstelle usw usw.
Entschuldige bitte, aber so ein arsch.... hatte ich in meiner ersten Ss auch und ich habe mich viel zu spät von ihm getrennt....

6

Liebe Wolkenspringerin (schöner nick),

das hört sich nicht sehr gut an und tut mir sehr leid für dich. Deine "ansprüche" sind absolut nicht überzogen, das Verhalten deines Partners dagegen unreif, verletzend und unentschuldbar. Auch wenn er Angst vor der Veränderung hat, was verständlich ist, sollte er doch wenigstens Gesprächsbereitschaft zeigen. Ich kann Deine Angst, alleine mit deinen Kindern da zu stehen, verstehen, aber vielleicht wäre das immer noch besser, als sich von diesem Mann wie ein klotz am Bein behandeln und demütigen zu lassen.
In einer wirklichen Partnerschaft sollte Geld nie eine rolle spülen, zumal du dich ja nun auch in ganz besonderen umständen befindest.
ich hoffe sehr, dass du dich trotzdem noch auf dein Baby freuen kannst!?

Alles gute und liebe Grüße

tranquile

7

Kann mich den anderen nur anschließen. Lass dich beraten und den Typen vergiss ganz schnell.

Er hat seinen Teil dazu beigetragen, dass du schwanger bist und wird jetzt Vater. Da hat er die Pflicht, dich in jeder Hinsicht zu unterstützen. Aber er ist ja weder finanziell noch emotional für dich da.

8

Puuuuuh, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich hab das Gefühl,ihr lebt in einer völlig anderen Welt... Hattet ihr ein weiteres Kind geplant?

Ich frage deshalb, weil man doch das Beste für seinen Kleinen haben will und dazu zählt für mich das seelisch zusammen zu stemmen, zusammen zu wohnen und es finanziell meistern... Dem kleinen eine Familie zu bieten, mit Vater und Mutter zusammen zu leben etc. Den Wurm in dir hast ja auch nicht du allein gemacht, sondern er ebenso zu 50%. Wieso hält er sich jetzt so raus? Alt genug müsste er doch sein, um zu wissen, was das bedeutet. Ich wär echt sehr enttäuscht über sein Desinteresse dem eigenen Kind gegenüber.

Wie oft seht ihr euch denn? Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie so eine Beziehung in Zukunft mit Baby weitergehen soll. Kommt er dann zwischendurch als Papa vorbei und du stemmst alles andere, seelisch/finanziell? Ich finde, er macht es sich da ganz schön einfach und klotzt dann auch noch so Aussagen dir gegenüber. Große Klappe, aber sich der eigentlichen Verantwortung zu stellen, kann er nicht. Nein, er macht stattdessen dich runter... #nanana

An deiner Stelle würde ich versuchen auf dich zu hören. Was willst du? Wie stellst du dir die Beziehung vor? Wie möchtest du deine Zukunft mit einem weiteren kleinen Wurm?

LG #blume

23

Hallo Lollo,

Ja, schlimmstenfalls im Falle einer Trennung wird es ein 'Besuchspapa', der seine Freiheiten alle genießt und weiterlebt wie bisher.
So einen hab ich schon;)

Ich fände es schön, wenn man das alles so planen könnte, dass es super läuft.
Ein wenig Glueck ist dabei, oder?
Und gut ist, wenn man sich evtl mehrere Jahre gut kennenlernt. Das Vergnuegen hatten wir leider nicht.

Jede Mutter wünscht ihrem Kind eine stabile, gesicherte Zukunft.
Doch dazu gehören wirklich zwei, die es so meinen.

Ich war zuerst sehr mutlos in letzter Zeit.
Ich habe schon ein Kind seelisch/finanziell allein gestemmt.
Dass das nun wieder passieren soll, kann ich kaum akzeptieren und im Moment wünsche ich mir Seelenfrieden fuer mich und das Baby, mit dem ich kaum eine Verbindung hinbekomme, so durcheinander und aufgewühlt, wie ich bin.

Dank dir fuer deine Mail!
LG wolkenspringerin#klee

9

Hey das tut mir ja wirklich leid für dich .......

Er will also nach der Geburt so weiter leben und du sollst dich uns Kind kümmern und alles bezahlen habe ich das richtig verstanden ? Das ist wirklich traurig.... Zumal er ja scheinbar genug verdient ....

Geld steht dir aufjedenfall zu mach ihm das mal klar ob er es dir von selber gibt oder übers Amt ist seine Entscheidung .... Aber traurig das er noch so denkt und das in dem Alter 0.0 .....da solltet ihr wirklich nochmal drüber sprechen ..... Wenn er das Familienleben nicht will tust du dir auch keinen gefallen ihn alles tun zu lassen was er will denn dadurch wirst du auch nicht glücklich ...... Du tust und machst & er hält sich in seiner Wohnung schön aus allem raus ?!
Da bist du als Single besser dran mit dem Unterhalt der dir zu steht ....
Ich wünsche dir alles gute

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