Panik und Angst in der Schwangerschaft

Hallo zusammen,

kennt Ihr das auch, dass Ihr in der Schwangerschaft Ängste entwickelt bzw. Panikattacken bekommt?
Ich kenne das von meiner ersten Schwangerschaft nicht. Da war alles super und ich habe mich gerade im zweiten und dritten Trimester pudelwohl gefühlt.
Und nu..... bekomme ich ständig zu unterschwellige Angst und Panik. Ich kann das zum Teil nicht einmal erklären, warum das so ist. Das ist ein Gefühl und von Woche zu Woche werden diese Attacken intensiver und schlimmer.

Es ist nicht so, dass ich Angst um das Baby habe oder so. Ich habe einfach Panik und weiß zum Teil nicht wovor bzw. weswegen. Ich mache mir dann einen Kopf um total harmlose Dinge. Das ist ganz komisch.

Aktuell habe ich auch wieder so eine Attacke. Der gesuchte Grund (diesmal kann ich es ein bisschen erklären) liegt im Mittagessen. Die Kartoffelsuppe, die ich gestern gekocht habe, schmeckte heute anders wie sonst. Das kann aber daran liegen, dass ich mehr Kartoffeln genommen habe wie sonst und das ich den Speck weggelassen habe, da mein Sohn den nicht mag. Sie schmeckte einfach nur cremiger und im Geschmack ein bisschen fade. Wenn die gekippt wäre hätten wir das alle ja wohl gemerkt. Mein Mann hat nur gesagt, sie ist nicht so gut gewürzt wie sonst - also ein bisschen fad.

Mein Kopf fängt dann irgendwelche allein Gänge an und kam dann darauf das die Suppe gekippt ist - ist sie aber nicht (denke ich, wenn ich denken kann). Und da kommt dann so eine Panikattacke hoch.

Wie gesagt, meist kommen diese Attacken völlig unvorbereitet und ohne das ich einen Gedankengrund dazu habe.

Ich weiß auch nicht, wo ich mich mit diesem Problem hinwenden kann. Beim Frauenarzt hatte ich das bislang noch nicht angesprochen, weil ich immer dachte, ist nicht so schlimm. Aber wie gesagt es wird von Woche zu Woche schlimmer.....

Ich bin jetzt schon ganz dankbar für Eure Tips!!!

LG

Nini (20ssw)

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Wenn dich das arg belastet würde ich mir Hilfe suchen an deiner Stelle, war ich auch kurz davor weil ich wirkliche Angst um meinen Keks hatte durch 4 Fehlgeburten vorher und mich irre gemacht habe #schwitz

Ich hoffe das sich das bald legt ist ja nicht schön sowas zu haben zu den normalen Wehwechen wo wir so haben

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Hallo,

das komische ist ja, dass ich Null Angst um das Baby habe. Es ist haupsächlich so ein Gefühl und ich kann es nicht beschreiben, aber es lähmt mich in dem Moment was zu tun.

Es ist ätzend und ich hoffe das spätestens nach der Geburt "alles wieder normal" ist.

LG

3

Hallo Nini,

das kann ich so gut verstehen. Mir ging es in dieser Schwangerschaft ganz genauso. Die letzte war entspannt und ruhig, in dieser hier mache ich mir ständig wegen irgendwas Gedanken und hatte auch Panikattacken aufgrund total hirnrissiger Gedanken.

Mir hat ein Hypnobirthingkurs da echt geholfen. Bewusste Entspannung und Vertrauen lernen, dass die meisten Schwangerschaften gesund verlaufen.

In der Regel ist es mit Panikattacken so, dass uns irgendein Stressor bewegt, die Angst sich aber auf was anderes projiziert, was wir leichter greifen können. Ich weiß nicht genau, wie ichs verständlich machen soll, aber z.B. kann man permanenten Stress mit irgendwas haben und es äußert sich nicht in Angst vor dem Stressor selbst, sondern etwas, was wir leichter vermeiden können. (Z.B: ich kann den Stress mit meinem Partner nicht so leicht umgehen, bekomme plötzlich höllische Flugangst. Die kann ich gut vermeiden, indem ich nicht fliege).
Dieses Wissen hat mir ganz gut geholfen, mich zu fragen: Wovor habe ich eigentlich *tatsächlich* Angst?

Außerdem gibt uns dieses "Gedankenspiel" das Gefühl der Kontrolle über zukünftige Ereignisse.

Diese Seite hier hat mir zB ganz gut geholfen, das mal genauer auseinander zu nehmen:

http://www.persoenlichkeits-blog.de/article/8305/eine-erstaunliche-methode-gegen-aengste-sorgen-und-gruebeleien

Ich weiß nicht, ob es dir hilft, dich damit zu beschäftigen - mir hat es jedenfalls sehr viel gebracht (bei mir kamen die Panikanfälle daher, dass die Geburt der Großen traumatisch war und ich es nicht 'geschafft' habe, darüber zurückzudenken.). Vielleicht nützen dir die Tipps und Gedanken etwas.

Liebe Grüße und alles Gute!

Angst ist überwindbar :)

Wolfswelpe

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Hallo Wolfswelpe,

vielen lieben Dank für Deine Antwort.

Was der eigentliche Stressor ist, kann ich mir nach Deinem Beitrag schon denken (wir müssen Haus und Hof verkaufen und wissen nicht so richtig wie es weitergeht).

Und ich habe in letzter Zeit auch gemerkt, dass ich ein bisschen Angst vor der Geburt habe. Bei meinem Sohn wurde nach Blasensprung eingeleitet und er kam dann in nicht einmal drei Stunden zur Welt. Die Wehen waren der Horror durch die Einleitung und ich bin auch kurzzeitig ohnmächtig geworden. Bislang schiebe ich den Gedanken an die Geburt noch ganz weit von mir. Vielleicht sollte ich zumindest diesen Punkt mal mit der Hebamme besprechen. Ich habe sie zwar nur für die Nachsorge, darf mich aber auch immer melden wenn was ist. Und sie hat mich vor der Geburt und nach der Geburt von meinem Sohn auch betreut.

Den Link schaue ich mir gleich mal an. Danke dafür!

LG

Nini

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Ohje, das klingt nach viel Aufregung.

Ich kann bezüglich der Geburt die HB-Kurse wirklich empfehlen - oder zumindest das Buch. Das hat mir auch nochmal deutlich geholfen, weil ich in der Kursleiterin gerade bei psychischen Fragen eine angenehmere Ansprechpartnerin habe als bei der Hebamme.

(http://www.amazon.de/HypnoBirthing-nat%C3%BCrliche-sicheren-sanften-leichten/dp/3938396202/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1408358772&sr=8-1&keywords=hypnobirthing).

Ich hab das früher immer für esoterischen Unfug gehalten, aber es beruhigt wirklich.

Liebe Grüße und alles Gute,
Wolfswelpe

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"Wie gesagt, meist kommen diese Attacken völlig unvorbereitet und ohne das ich einen Gedankengrund dazu habe."

Das kann ich gut nachvollziehen, man bekommt nämlich gar nicht mit, was im Kopf so abgeht.

Eine Bekannte sagte früher immer, dass sie das Licht in ihrem Kopf anknipst, wenn sie wieder die Angst überfällt. Sie hat in einer Therapie gelernt die Gedanken, die zur Angst führen, wahrzunehmen. Wenn man die Gedanken kennt, dann weiß man, wovor man tatsächlich Angst hat und kann diese Angst überwinden.

Ich würde nicht sagen, dass du direkt eine Therapie brauchst, aber es kann nicht schaden mit jemandem zu reden, der sich auskennt. Es gibt ja auch Beratungsstellen oder vielleicht hilft dir tatsächlich ein Buch.

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Hallo,

danke Dir.

Ich glaube für das Licht anknipsen benötigt man ein bisschen Übung :-) Kann mir zumindest nicht wirklich vorstellen, wie das funktioniert.

Ich werde nach der Mittagspause meine Heilpraktikerin anrufen, die hat auch immer noch ganz gute Tips für mich.

LG

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Hey,

das kenne ich sooo gut.

Bei mir sind es in der Regel Dinge, die andere ein kleines bisschen nachvollziehen können (man könnte die Ängste also z.T. "realistisch" nennen), aber manchmal auch kleinigkeiten, und ich steigere mich oft ohne ende da hinein und höre nicht auf zu googlen oder mir einfach gedanken zu machen. So war ich aber manchmal auch ein bisschen schon vor der SS, nur nicht so extrem wie jetzt.

Der Link, der da in einem der Beiträge gepostet wurde hört sich für mich ganz gut an, dem werde ich nachgehen und die Tricks mal versuchen.

Alles alles liebe Wünsche ich dir!
Merili, 38.ssw

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Hallo,

den Blog lese ich auch immer wieder zwischendurch weiter.

Dir auch alles Gute - Du hast ja nicht mehr sooo lange ;.)

LG

Nini

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