Neue Frage BV - AG will erteilen, jetzt Kontakt mit Berufsgenossenschaft!?

Hallo und guten Abend!

Die Vorgeschichte: Ich (23. SSW) bin im Textil-Einzelhandel in einer Filiale eines großen Konzerns und muss viel laufen und mich bücken. Ich bediene Kundinnen und lege zwischendurch die Wäsche auf niedrigenTischen zusammen. Schon seit Beginn der Schwangerschaft habe ich nach längerem Arbeiten Unterleibsschmerzen. An einem Tag vor etwa einer Woche wurde es so schlimm dass auch Hinsetzen nichts mehr half und ich früher heim gefahren bin.

Dort half auch Schlaf nichts und ich bin abends noch ins KKH gefahren da die Schmerzen menstruationsartig waren und in Schüben kamen. Der Arzt dort erkannte keine Fehlgeburtsgefahr, nur "Wachstumsschmerzen".

Erst im Nachhinein erklärt sich somit auch mein noch sehr kleiner Bauch: Da das Baby anscheinend nur wächst wenn ich arbeite ist das ja kein Wunder **Ironie off**. Will sagen: Ich habe nur Schmerzen wenn ich arbeite oder sonstwie lange auf den Beinen bin.

Zudem hatte ich vor ein paar Jahren eine Bandscheiben-OP und immer noch Rückenprobleme, deren Verspannungen auch in die Bauchmuskulatur ausstrahlen.

Empfohlen wurde mir daher ein Arbeitsverbot. Auch meine Chefin ist mittlerweile dafür. Die Vertretung meiner FÄ hat mir aber keins ausgestellt und gemeint, in so einer Situation wäre der AG zuständig.

Meine Chefin (angeblich nach 20 Jahren Filialleitung in einem anderen Unternehmen) war zunächst überfragt, setzte sich dann aber mit dem Betriebsarzt in Verbindung. Dann erfuhr ich von ihr, dass nun erst einmal Kontakt mit der Berufsgenossenschaft aufgenommen werden müsse. Und das könne - laut Chefin - dauern.

Ich frage mich jetzt: Soll ich selbst aktiv werden? Macht es Sinn der BG oder dem Betriebsarzt von meiner Bandscheiben-OP zu erzählen (meine Chefin weiß nichts davon)? Zu wem darf ich wie ehrlich sein?

Wie lange dauert so ein Verfahren? Kann jemand berichten bei dem das BV auch über den AG lief?

Im Moment bin ich noch krank geschrieben.

Für Erfahrungsberichte oder Tipps bin ich sehr dankbar!

Einen schönen Abend!

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Wenn es körperliche Bedenken gibt-seies für die Mutter ODER das Kind,dann darf dein FA das Berufsverbot ausstellen (auch ein partielles sprich Stundenreduzierung).Wenn Dein AG Dir kein Arbeitsumfeld schaffen kann,was den Mutterschutzrichtlinen entspricht dann stellt er das BV aus...also ist in Deinem Fall der FA der richtige Ansprechpartner!!!!
Alles Gute!

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Hi!

Da es aus Sicht meiner FÄ keine Gefahr für die Schwangerschaft gibt wollte sie mir kein BV aussprechen :-(.

Bzw. bisher habe ich ja wegen Urlaub nur mit der Partner-FÄ in der Praxis gesprochen. Aber sie meinte, ihre Kollegin wird da wohl auch nicht anders entscheiden.

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Das ist aber eigentlich nicht korrekt!
Wurde letzte Woche lange durch meinen FA beraten, da ich nach meinen Diensten (bin im Krankenhaus und da sind Überstunden die Regel) auch immer heftige Rückenschmerzen habe und abends oft einen harten Bauch. Habe Kontraktionen, aber sie sind zum Glück nicht muttermundwirksam...bin jetzt in engmaschiger Kontrolle.

Er würde mir sofort ein partielles Berufsverbot erteilen (4 o 6 Std/d), wenn ich sagen würde ich packe es körperlich nicht mehr und wenn etwas mit dem Kleinen wäre natürlich sofort! Momentan versuche ich aber noch normal zu arbeiten - ich liebe meinen Job& so lange es keine Gefahr für den Kleinen gibt will ich versuchen weiterzumachen...
Hoffe, Du findest eine gute Lösung mit deinem FA und gute Besserung#winke

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Hallo,

darf ich wissen aus welchem Bundesland du kommst? Vielleicht kann ich dann besser helfen :-).

Grüße
Szalona

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Schleswig-Holstein. Aber die Betriebszentrale sitzt in Halle (NRW).

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Ah okay, NRW ist gut. Da sitze ich nämlich beim Arbeitsschutz :-).

Aaaalso, prinzipiell hat deine Ärztin erstmal Recht. Solange keine Gefährdung für Mutter oder das Kind bestehen, wird auch kein Beschäftigungsverbot ausgesprochen. Liegt natürlich auch daran, dass dieses Sozialsystem geschützt werden muss, sonst gibt es irgendwann kein Geld mehr für Mütter im BV.
Das Gesetz regelt aber auch andere Sachen, ein Auszug :

(2) Werdende Mütter dürfen insbesondere nicht beschäftigt werden
1. mit Arbeiten, bei denen regelmäßig Lasten von mehr als fünf Kilogramm Gewicht oder gelegentlich Lasten von mehr als zehn Kilogramm Gewicht ohne mechanische Hilfsmittel von Hand gehoben, bewegt oder befördert werden. Sollen größere Lasten mit mechanischen Hilfsmitteln von Hand gehoben, bewegt oder befördert werden, so darf die körperliche Beanspruchung der werdenden Mutter nicht größer sein als bei Arbeiten nach Satz 1,
2. nach Ablauf des fünften Monats der Schwangerschaft mit Arbeiten, bei denen sie ständig stehen müssen, soweit diese Beschäftigung täglich vier Stunden überschreitet,
3. mit Arbeiten, bei denen sie sich häufig erheblich strecken oder beugen oder bei denen sie dauernd hocken oder sich gebückt halten müssen.....

Für diese Arbeiten, besonders unter 2. und 3. muss dein ARBEITGEBER sich Alternativen ausdenken. Deine Chefin muss also dafür sorgen, dass du nicht so lange stehst, dich nicht so oft bückst etc. damit du garnicht erst Schmerzen bekommst und sie MUSS dir sogar eine Möglichkeit geben, wo du dich hinlegen kannst. Das heißt also, die muss sich VORHER Gedanken machen, was die tun muss damit du garnicht erst Schmerzen bekommst.

Wenn sie das NICHT kann, was jedoch im Einzelhandel eigentlich kein Problem sein sollte, kann man erst über ein eingeschränktes BV sprechen, also Stundenreduzierung z.B. Aber wie gesagt, im Einzelhandel sollten die Möglichkeiten machbar sein.

Und wie gesagt, nur wenn deine Chefin keine Maßnahmen ergreifen kann bekommst du ein BV. Oder wenn du oder dein Kind unabhängig von deiner Tätigkeit irgendwie gefährdet seid. z.B. weil du eine Risikoschwangerschaft hast oder sonstige Probleme.

Google mal "Arbeitsschutz in Schleswig Holstein". In NRW machen das die Bezirksregierungen, in SchleswigH. weiß ich jetzt nicht genau. Die Leute sind aber dafür da, dir genau sagen zu können, was du machen darfst und was nicht, Und die können deine Chefin dazu bringen, sich um vernünftige Maßnahmen zu kümmern.

Hoffe das hilft ein bisschen.
Wenn noch Fragen da sind, kann ich morgen wieder antworten :-)

Grüße :-)

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