Entscheidung über Leben und Tod in der 20. SSW

Hallo ihr Lieben,

leider weiß ich nicht mit wem ich reden soll in meinem Umkreis, denn es hat Jeder so eine festgefahrene Meinung...

Ich fühle mich so zerrissen!!!

Ich bin in der 20. Ssw und seit 2 Wochen weiß ich, dass mein Ungeborenes Kind Trisomie 21 hat. Wir wollen die Feinultraschalluntersuchung noch abwarten, dann müssen wir über das Leben oder den Tod unseres Kindes entscheiden :-(

Das Problem an der ganzen Sache ist vor allem, ich möchte das Kind und mein Mann nicht...

Wir haben noch 3 Kinder, einer kommt gerade in die Pubertät, der Andere hat warscheinlich das Asperger Syndrom und meine Kleine Prinzessin ist 17 Monate. Ich denke wir schaffen das auch mit dem Down Syndrom, aber mein Mann befürchtet wir sind der Sache nicht gewachsen und vor allem wissen wir nicht ob es gesundheitliche Probleme hat.
Mit seinen Eltern ziehen wir in 3 Monaten in ein Haus und die sind auch gegen das Kind #aerger!

Was würdet ihr machen??? Kann ich gegen die Angst meines Mannes entscheiden...? Es gibt kein Richtig und kein Falsch so weit sind wir schon. Eine Abtreibung kann ich warscheinlich kaum verkraften...

Liebe Grüße
Tanja

2

Kinder mit T21 sind so liebe und tolle Menschen! Sie können gut gefördert werden und ein tolles Leben genießen! Klar dass es für euch anstrengend wird aber ich würde mich nie gegen das Kind entscheiden! Vor allem nicht nur um es anderen Recht zu machen!

Hoffe du entscheidest gut dich richtig und kannst dich danach noch selbst im Spiegel betrachten #liebdrueck
Alles Gute #blume

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Hallo,

so ganz verstehe ich nicht, daß diese Behinderung so dargestellt wird, als wären betroffenen Menschen dauerglücklich. Menschen mit Trisomie 21 können sehr wohl wütend werden, traurig sein. Sie sind nicht immer lieb und toll - Mensch, das das sind keine Kuscheltiere auf LSD!

Viele müssen sich Herz-OPs unterziehen. Und sorry, aber die wenigsten Menschen sind begeistert, wenn sich ein Mensch mit dieser Krankheit an Fremde kuschelt und sie anhimmelt.
Weißt Du, wie der Alltag eines Erwachsenen mit dieser Krankheit aussieht?

Viele Grüße
Carmen

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Danke mein Bruder hat T21 und ich weiß sehr wohl wie der Alltag aussieht aber auch gesunde Kinder sind nicht nur pflegeleicht und die reinsten Sonnenscheine!

Ich sehe eben lieber die guten Seiten als mich an den anstrengenden aufzuhängen!
Was machst du wenn dein Kind gesund ist und durch Komplikationen während der Geburt danach behindert ist?

Ich hab jediglich meine Meinung dazu geäußert und sie muss niemand gefallen nur als meine Meinung eben akzeptiert werden!

LG

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Tu. Es. Nicht.

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Was soll denn der Schrott?:-[
Eine ernsthafte Antwort ist dir wohl nicht eingefallen!?

So was wäre eher für die Frage, ob auf Matratze xyz noch ein Spannbettlaken gehört - mal abgesehen davon, dass es dafür eigens Extraforen gibt...

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Ich würde es bekommen wollen! Und gerade deshalb lasse ich auch keine Nackenfaltenmessung machen, damit solche Konflikte garnicht erst auftreten! Wünsche Dir ganz viel Glück!!
Lg (7+2)

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Erst mal ein #liebdrueck

So eine Entscheidung zu treffen ist unglaublich schwer. Ich denke, dass man als Außenstehender da auch immer leicht zu reden hat. Wir haben auch immer gesagt, dass wenn es ein behindertes Kind gibt, dass wir es wegmachen würden. Seitdem ich selber schwanger bin, sehe ich das auch anders. Du spürst sicherlich schon das Kleine und hast somit eine Bindung aufgebaut, die den anderen fehlt.

Tipps kann ich dir leider nicht geben. Ihr müsst abwägen und sicherlich sind beide Entscheidungen sehr schwierig. ihr müsst euch bewusst sein, dass sich euer Leben und das eurer Familie komplett verändert wird. Die einfachere Entscheidung ist sicher, das Baby wegmachen zu lassen, ob es aber die richtige ist, dass kann dir hier auch keiner beantworten.

Ich drück euch die Daumen, dass ihr für euch die richtige Entscheidung treffen werdet.

Liebe Grüße

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Hallo meine Liebe

meine persönliche Meinung dazu.....ich würde es nicht tun. Ich wüsste ebenfalls dass ich eine Abtreibung nur schwer verkraften könnte, deshalb hab ich auch die ganzen Tests zB gar nicht machen lassen.

Deine Situation ist sehr schwierig, denn es würde sicherlich auch nicht einfach sein, dich gegen dein gesamtes Umfeld zu stellen.

Aber du musst dir immer denken, dass Du es bist, die das dann für den Rest Deines Lebens mit Dir herumträgst und wenn es Dir so schwer fällt, dann wirst du sicherlich lange Zeit daran zu knabbern haben.

Wie gesagt...ich würde es nicht machen. Aber ich weiß auch nicht ob ich ein gutes Beispiel für vernünftiges Handeln bin. Hab mein ersten Kind in einer sehr schwierigen Situation bekommen und sehr viele in meinem Umfeld haben mir zur ABtreibung geraten bzw mich schon fast gedrängt. Hab es nicht machen lassen. hab meinen Preis dafür gezahlt, aber ich würde es immer wieder so machen, weil ich einfach nicht anders könnte!

Ich wünsche Dir viel Kraft für Deine Entscheidung!

LG#liebdrueck

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Ich glaube dir, dass du dich zerrissen fühlst, aber dies ist wahrlich keine Entscheidung, die ein Forum für dich übernehmen kann.

Warst du schon bei Pro Familia, oder anderen Beratungsstellen oder einer Psychologin?

An deiner Stelle würde ich versuchen mich so gut wie möglich über das Leben von Down Syndrom Kindern zu informieren, Erlebnisberichte von Eltern lesen, welche Pflege diese Kinder benötigen und dann evaluieren, ob du dich dieser Aufgabe gewachsen fühlst.

Mit am Wichtigsten würde ich, wenn du dich ausreichend informiert hast, aber auch mit deinem Mann über seine Motive reden ohne hierbei ihn zu Beschuldigen, sondern versuch konstruktiv zu bleiben.

Am Ende müsst ihr als Paar eine Entscheidung fällen, oder du als Einzelperson unter Akzeptanz der möglichen Folgen.

LG Bonnie

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Ja. Stimme dir voll und ganz zu. ich würde auch zu Beratungsstellen wie z.B. Pro Familia raten.

Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es in dieser Situation schwierig ist dann auch noch Gegenwind von der Familie zu bekommen. Idealerweise sollten diese Personen einen ja in den eigenen Entscheidungen unterstützen.

Vielleicht liegt es ja auch daran, dass die Familie uninformiert ist. Vielleicht lassen die sich ja auch auf ein Informationsgespräch in einer Beratungsstelle ein. Oder man sucht Kontakt zu Betroffenen, die einem das Leben mit so einem Kind mal schildern können.
Es ist meiner Ansicht nach einfacher wenn so eine Entscheidung von allen mitgetragen wird.

Ansonsten: Ja. Letztendlich müssen die Eltern sich entscheiden. Das kann ihnen leider niemand abnehmen.

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Ihr habt recht, bei der Beratungsstelle war ich bisher alleine, ich werde versuchen mit meinem Mann noch hinzugehen. Der Besuch bei einem Down Kind mit 11 Jahren, war für mich positiv und für meinen Mann eher negativ, weil er z.B. Tagsüber nicht von alleine aufs Klo geht und Nachts Windel trägt...

Wir versuchen uns zu informieren wo es nur geht, meine Freundin arbeitet in der Lebenshilfe mit DSlern.
Mein Mann ist mit der ganzen Situation überfordert und ich verfluche diese blöde Untersuchung, die uns eigentlich beruhigen sollte...

Vielen Dank euch :-)

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okay, machen wir uns nichts vor. ein behindertes Kind braucht immer besondere Aufmerksamkeit. Leichter wird es dadurch ganz sicher nicht.

Aber: mein älterer Bruder ist Autist. Ich weiß, das ist nicht Trisomie 21, aber es ist eben auch eine Behinderung. Dadurch kann ich dir sagen: Jeder, der nichts mit behinderten Menschen zu tun hat, verpasst etwas. Sie bringen viel Aufregung, aber auch Freude mich sich.

Natürlich kann ich euch die Entscheidung nicht abnehmen. Ich kann dir nur sagen, mein Leben wäre ohne meine Bruder sicherlich anders verlaufen. Ob es besser wäre weiß ich, aber es wäre sicherlich anders.

Setz dich auf jeden Fall noch mal mit deinem Mann zusammen und sag ich auch, dass du eine Abtreibung wohl nicht verkraften könntest. Frag ihn aber auch, wie es ihm dabei geht.

Und dann entscheidet ganz in Ruhe gemeinsam, denn meiner Meinung nach solltet ihr beide die einzigen sein, die da was dran zu sagen haben. Deine Schwiegereltern geht diese Entscheidung nichts an.

Ich wünsche euch so oder sehr viel Kraft.

Gruß

Karin

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Hallo liebe Tanja,

scheiße sag ich dir, wie will man sowas entscheiden, ich kann mir kaum vorstellen wie schwer das sein muss. Ich kann dir nur sagen was ich glaube machen zu würden ...

Ich bin zum zweiten mal Schwanger, nun in der 30. SSW und ich wollte keine der Untersuchungen machen die mir sagen könnten das was nicht stimmen könnte, mir wäre es egal und glücklicherweise war auch mein Mann der Meinung, was sein soll, das soll sein und wir kriegen das irgendwie hin. Irgendwie, wohl bemerkt, für nichts gibt es ein Rezept. Ich glaube auch das ich nie damit klar kommen könnte ein Krümmelchen welches ich schon in mir wahrnehmen kann zu töten. Ich glaube ich könnte nicht damit klar kommen, ich glaube auch das ich stärker wäre mein Leben neu zu Regeln und umzukrämpeln, als am Ende mein Kind getötet zu haben.

Sorry das ist vielleicht krass geschrieben, aber ich könnte bei so einem Thema auch nicht Lügen und dir Blümchen umschreiben. Hilfe diese entscheidung wird nicht einfach sein, egal wie du dich entscheiden wirst, für mich wäre sie dennoch klar fürs Kind.

LG Isabelle

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So wie du schreibst, kommt es für dich nicht infrage dein Kind "wegmachen" zu lassen. Also lass es ! Bitte!
Auch wenn es für die ANDEREN Personen bestimmt am. Anfang nicht leicht sein wird. Denke an dich!!!
Du schreibst, dass du das nicht verkraften könntest. Handel nach DEINEM Gefühl. DU musst mit der Entscheidung leben!!!
Ich persönlich könnte diese Entscheidung auch nie gegen mein Herz entscheiden

Und: Downies sind tolle Menschen (ich arbeite seit 4 Jahren mit behinderten Menschen und kenne dadurch einige)

Mach was DU für richtig hälst!!!

Ganz liebe Grüße

Moka

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