1000 Fragen zum Thema Gestationsdiabetes

Nachdem ich mich ein wenig beruhigt haben und mein Freund meinte das schaffen wir schon und ich soll mir doch bitte keine Sorgen mehr machen, dann "diäten"(er wird ebenfalls nur noch Wasser trinken und nie wieder Süßigkeiten kaufen) wir jetzt gemeinsam habe ich mich im Internet ein wenig durch die Thematik gelesen und ich muss sagen:
Ich bin mehr als geschockt.

Ich wusste das der Diabetes Folgen für Mutter und Kind haben kann, aber das ich sogar nur dadurch eine Totgeburt haben kann, fand ich schlimm.

Ebenso habe ich auch erst meinen Termin beim Diabetologen am Montag. Den hat meine Praxis einfach mal ohne mich zu fragen gemacht und mich angerufen und gesagt ich habe dann und dann da zu sein.
Ist ja an sich sehr nett, aber wie ich dahin komme, gute Frage. Werd' ich dann sehen. Der Diabetologe ist nämlich ca. 2 Stunden fahrt von hier entfernt.

Aber irgendwie habe ich so viele Fragen nun.

Was wird beim Diabetologen gemacht?

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für eine Frühgeburt oder im schlimmsten Fall sogar Totgeburt.
Was sollte ich jetzt am besten essen?
Darf ich nur noch Wasser trinken und Gemüse essen??
Muss ich mir das Blutzuckermessgerät dann selber kaufen??
Werde ich nach der Geburt wieder "gesund"
Wie sehen die weiteren Risiken für mein Baby aus?? Stimmt es das manche Babys dadurch behindert werden?
Ist es nicht eventuell schon zu spät festgestellt worden? Immerhin bin ich in der 32. Woche und ich habe das heute erfahren.
Werde ich jetzt engmaschiger von meinem FA untersucht??

Darf ich ihn nochmal um eine Feindiagnostik bitten, da ich gelesen habe das bei einem spät erkannten Gestationsdiabetes die Lunge etc. schon komplett geschädigt sein können.
Wenn mein Baby im Laufe der Zeit jetzt doch noch zu groß etc. wird oder das Fruchtwasser zu viel wird, darf ich dann auch einleiten lassen vor ET?
Ich möchte nicht unbedingt einen Kaiserschnitt haben. Ist der zwingend notwendig??

Vielleicht könnt ihr mir ja sagen wie eure Erfahrungen so sind. Ich bin durch die ganzen verschiedenen Berichte im Internet etc. sehr verwirrt.

Liebe Grüße
Thiana mit Pia im Bauch (31+1 SSW)

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Hallo

so jetzt erstmal durchatmen......
Ich hatte auch in meiner ersten SS Gestationsdiabetis. Und habe das mit leichter Diät gut in den Griff bekommen. Du wirst beim Diabetologen noch einmal einen großen Zuckertest machen. Der wird dann zusammen mit dir besprochen und wenn du Diät halten musst, bekommst du ein Blutzuckermessgerät (in der ss "gratis") so war es bei mir. Es wird ausführlich mit dir besprochen, auch was du essen darfst und was nur in kleinen Mengen. Ich fühlte mich kaum eingeschränkt. Zucker und Kohlenhydrate sollte ich in Maßen essen.
Bei dem Arzt solltest du deine Bedenken auch noch einmal äußern.

Ich habe eine gesunde Tochter zur Welt gebracht, die mittlerweile 7 Jahre alt ist und immernoch ganz gesund ist.

Nach der ss musste ich die nächsten Jahre, alle 6 Monate zum großen Zuckertest. Bei mir war immer alles unauffällig. Jetzt wo ich wieder schwanger bin, muss ich mit Gestationsdiabetis rechnen denn oft hat man sie in den folge-ss auch.

Es kann auch sein. dass man nach der ss weiterhin Diabetis hat. Zu wieviel % kann ich dir leider nicht sagen.

Mach dich nicht verrückt. Natürlich sollte man das nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber meist kriegt man es gut in den Griff.

Lg Anni

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So, erst mal tief durchatmen.

Wenn man sich noch nie mit dem Thema beschäftigt hat, ist es natürlich erst mal ein Schock, was alles sein kann. Aber das ist mit allem so. Bei einer PDA kann theoretisch auch eine Querschnittslähmung passieren, ist aber mehr als selten. Und so ist es auch mit der SS-Diabetes, vieles kann, aber muss nicht passieren. So nun zu deinen Fragen.

Ich hab selber das 3. mal SS-Diabetes.
Es kann sein, dass der Diabetologe einen weiteren OGT machen möchte. Aber vielleicht auch nicht, das handhabt jeder anders. Dann wirst du ein Blutzuckermessgerät von dort gestellt bekommen bzw. ein Rezept für die Apotheke. Genau so wirst du in das korrekte Messen eingewiesen, also was man alles falsch machen kann und so. Dann wirst du gesagt bekommen, wann du immer zu messen hast und ein Protokoll für deine Werte bekommen.

Evtl. wirst du gleich noch eine Ernährungsberatung haben. Dabei wird dir dann auch ein Ernährungsplan aufgestellt, wann du was und wie viel essen kannst. Keine Angst, das ist kein vorgefertigter Plan, sondern wird nach deinen Angaben erstellt.

Dann wirst du erst mal Tagesprofile anlegen. Das heißt, du misste 6 mal täglich deinen Blutzucker, immer vor und nach den Hauptmahlzeiten. Nach diesen Werten wird dann geschaut, wie es weitergeht. Wenn du schon die Ernährungsumstellung hattest und immer noch zu hohe Werte hast, dann gibts Insulin. Wenn die Werte mit der Umstellung passen, wird nur weiter diätet.

Zum Essen:
Am besten sind jetzt Vollkornprodukte und eher Fruchtzucker (Obst), Milchzucker und Stärke (Kartoffeln) als Haushaltszucker (Süßigkeiten). Du kannst weiterhin alles essen, aber in Maßen. Tee kannst du auch trinken, zum Süßen kannst du Süßstoff oder Stevia verwenden.
Ansonsten achte einfach immer auf die Kohlenhydratangaben auf den Verpackungen. Wenn da z.B. pro Glas in dem Getränkt etwa 2,5g Kohlenhydrate (nicht Zucker) drinn ist, ist das nicht schlimm. Aber auch das lernst du bei der Ernährungsberatung. Gemüse kannst du immer essen. Fleisch auch. Nudeln, Kartoffeln und Reis haben Kohlenhydrate, also wieder in Maßen.

In der Regel ist die SS-Diabetes nach der Geburt wieder weg.

Ein KS ist nicht erforderlich, so lange dein Kind nicht zu groß für den Geburtskanal ist.

Zum Thema Frühgeburt: Diese sind meist durch einen vorzeitigen Blasensprung durch zu viel Fruchtwasser begründet oder aber durch vaginale Infektionen (die durch die Diabetes gehäuft auftreten können) oder aber weil das Kind vorzeitig geholt wird, weil es sonst viel zu groß ist. Dies kann aber durch eine gute Einstellung vom Blutzucker umgangen werden.

Was richtig ist, ist dass Diabetes-Kinder häufig eine Reifeverzögerung haben. Mein letztes Kind hatte das (leider) auch. Dies entsteht durch dauerhaft zu hohe Werte. Dein Kind versucht dann durch eigene Insulinproduktion deine Werte zu senken und ist dann so sehr mit Insulin produzieren und zunehmen beschäftig, dass es das Reifen hinten anstellt. Dies kann man aber leider nicht per US sehen.

Ich hoffe, ich hab dir die Angst etwas nehmen können. Wenn du noch weitere Fragen hast, dann frag mich ruhig :-)

LG Sarah

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