Schwangerschaftsdiabetes

Hallo,

ich suche auf diesem Wege Gleichgesinnte um Erfahrungen und Tips auszutauschen.

Bei mir wurde Schwangerschaftsdiabetes festgestellt und ich bin irgendwie etwas ratlos.

Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass mein Diabetologe keinerlei Infos von sich gibt und sich auch keine Zeit nimmt. Habe arge Probleme mit der Umstellung der Ernährung.

Wäre echt total froh hier Gleichgesinnte zu finden da ich mir irgendwie hilflos vorkomme und ich Angst haben meinem Baby zu schaden. Bin jetzt 30+5 hatt vor einer Woche den 3. US bei meiner Frauenärztin und die meinte, dass sie sehr zufrieden ist, unsere Kleine ist genauso wie sie sein sollte, also zeitgerecht entwickelt.

Würde mich sehr freuen wenn sich jemand melden würde.

LG

Und schon mal im Vorraus Danke :)

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Hallo...

Das ist meine 3.ss und ich habe das 3. mal ss -diabetes... Diesmal muß ich abends Basalinsulin spritzen... in den Schwangerschaften zuvor mußte ich nur die Ernährung umstellen...

was willst du denn genau wissen...

LG eselchen

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Hi,

Also:
- wie sieht denn dein "Essensplan" aus?
- ab welchen Werten muss man denn Insulin spritzen? Welche Werte hattest du denn?
- weist du denn ab welchen Werten es dem Baby schadet?
- hattest du trotzdem eine natürliche Geburt?

- Hast du bei der Auswahl wo du denn entbinden wirst auf etwas spezielles geachtet?
- Wie schnell warst du denn nach den Entbindungen das Diabetes wieder los?

Ich versuche so gut es geht mit Bewegung dagegen zu steuern, jedoch kann ich leider nicht mehr meine 3- 6 km am Tag gassi gehen (hab nen Hund), da ich ständig das Gefühl hab aufs KLo zu müssen und das auch nach einiger Zeit noch mit Stechen im Bauch vervollständigt wird.

Vielen Dank für deine schnelle Antwort.

4

Huhu...

Also ich versuche überwiegend auf Weißmehlprodukte, Zucker zu verzichten... Ansonsten esse ich normal... Gucke hat dass ich weniger beilgen wie Nudeln etc esse dafür mehr Gemüse und auch Fleisch...

Mein nüchtern Wert war plötzlich imme rüber 90... seit ich spritze ist er deutlich drunter...

Es schadet dem Baby wenn er dauerhaft über 90 nüchtern und nach ner Std dauerhaft über 140 ist... Mal erhöht ist nicht schlimm...

Ich gönne mir auch mal ne Schoki oder so

Leider hatte ich bisher keine spontane Geburt und mein 3. wir diesmal mit nem geplanten KS geholt... Hat aber nix mit der Diabetes zu tun... Man soll nur nicht mit Diabetes übertragen

Ja ich habe bewußt ne Klinik mit Kinderklinik ausgesucht aber das hätte ich auch ohne Diabetes

Die Diabetes war nach der Entbindung eigentlich immer sofort weg...

Falls du noch fragen hast, einfach her damit

LG eselchen

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schreib mir doch ne PN - welche werte nicht passen. ich habe auch Ss-diabetes!

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Hallo,

hast du denn eine Ernährungsberatung bekommen? Und weißt du zumindest wie hoch deine Werte maximal sein dürfen?

Ich würde so oder so sagen: geh in eine andere Praxis, wenn du dort nicht gescheit beraten und betreut wirst. Das ist wichtig, dass du den Zucker in den Griff bekommst, es geht schließlich um die Gesundheit deines Babys - nicht nur darum, ob es größer zur Welt kommt, sondern auch, ob es selbst später ein erhöhtes Diabetes-Risiko hat.

Bezüglich der Grenzwerte kann ich dir schon mal sagen, dass diese u.U. in verschiedenen Bundesländern unterschiedlich hoch sind. Nüchtern darf der Wert maximal bei 90 liegen, und eine Stunde nach dem Essen (d.h. nach Beginn des Essens) habe ich aktuell den Grenzwert 140 vorgegeben bekommen. Allerdings beobachte ich meinen Zucker zur Zeit nur, kann aber noch so gut wie alles essen. In meiner letzten Schwangerschaft weiß ich noch sicher, dass ich nach einer Stunde nicht über 120 kommen sollte (kann ich auch anhand meiner notierten Werte von damals nachvollziehen). Diese Werte stammen aus Hessen, und von ein und dem selben Arzt.

Nun zum Thema Ernährung.

Getränke: auf der sicheren Seite bist du mit Wasser und ungesüsstem Tee. Diät-Cola und ähnliches geht in Maßen, wenn man mal gerade den "Jeeper" hat. Vorsicht mit Säften. Kaum etwas geht schneller ins Blut als der natürliche Fruchtzucker aus Säften (viele Dabietiker trinken Saft, wenn sie zu unterzuckern drohen). Auch bei Milch musst du ausprobieren, wie viel du zu dir nehmen kannst, wegen des Milchzuckers. Jeder reagiert halt individuell, da hilft nur testen.

Essen: Fisch, Fleisch, Gemüse, Nüsse, Eier, Quark und Käse darfst du auch in größeren Mengen essen, da sie kaum oder gar keinen Zucker bzw. Kohlenhydrate enthalten (nur bei Mais und Hülsenfrüchten bin ich mir unsicher, da man aus diesen ja Stärke/Mehl gewinnen kann, und da meine Ernährungsberatung vier Jahre zurück liegt). Bei Obst ist Vorsicht geboten, wegen des Fruchtzuckers, jedoch geht der Zucker z.B. aus einer Orange viel langsamer ins Blut als der aus dem Orangensaft. Auch bei Joghurt etc. musst du schauen wie viel du "verträgst", wegen Milchzucker. Kohlenhydrate kannst du in Maßen zu dir nehmen, d.h. Brot, Nudeln, Kartoffeln, Reis, sowie daraus hergestellte Produkte. Auch hier gilt: du musst durch das Blutzuckermessen selbst herausfinden wie viel du wovon essen kannst, ohne über die Grenze zu kommen.

Generell gilt:

Meide alle Produkte, bei denen Zucker unter den ersten fünf Zutaten steht (sind nämlich nach Menge aufgezählt), wie z.B. bei Fruchtjoghurts (alles was auf -ose oder -sirup endet, ist ein Zucker, z.B. Maltose).
Vollkornprodukte sind den Weißmehlprodukten immer vorzuziehen, da auch hier die Kohlenhydrate langsamer in Zucker umgewandelt werden, und somit langsamer ins Blut gehen.

Also mal ein paar Beispiele für Zuckerfreundliche Mahlzeiten:
Zum Frühstück ein (eher kleines) Vollkornbrot mit etwas Frischkäse und viel Putenbrustaufschnitt, dazu ein Ei, eine Tomate und Käsewürfel.
Mittags z.B. Chili con Carne mit etwas Brot oder Reis, oder Gyros mit Zaziki und griechischem Salat. Oder wie wäre es mit Bratwurst mit Sauerkraut und ein bisschen Kartoffel dazu? Um Kalorien aus Fett muss man sich aus meiner Erfahrung keine Sorgen machen, da die Ernährungsumstellung wie eine Low-Carb-Diät wirkt. Ich habe jedenfalls in meiner letzten Schwangerschaft wirklich nur das nötigste zugenommen, ob wohl ich mit etwas zu viel Zunahme gestartet bin. Das hat sich dann mit dem Diabetes wieder relativiert.
Abends vielleicht ein Salat mit Hähnchenbrust, oder Gemüse(creme)suppe mit geringem Kartoffelanteil.
Zwischendurch z.B. Gemüsesticks mit Kräuterquark, oder ein Naturjoghuert mit etwas Obst (hier könnte es aber eng werden, je nachdem wie ausgeprägt der Diabetes ist).
Wenn du gern Nüsse isst, können die dir über manchen Riesenhunger helfen, wenn die letzte Mahlzeit noch nicht so lange zurück liegt, da sie recht sättigend sind.

Ganz wichtig:
Bewegung fördert den Abbau des Zuckers im Körper, d.h. dein Zuckerspiegel sinkt deutlich, wenn du nach einer Mahlzeit z.B. eine halbe Stunde spazieren gehst.

Ich habe in meiner letzten Schwangerschaft immer zwei mal gefrühstückt, weil wirklich nicht viele Kohlenhydrate auf einmal gingen, und ich es gerade beim Frühstück schwer fand, mit wenigen auszukommen. Also habe ich morgens eine halbe (mehr ging bei mir nicht!) Scheibe Brot mit viel Belag, Käsewürfeln und Rohkost gegessen, sowie ab und zu ein gekochtes Ei oder Rührei. Und zwei Stunden später gab es dann noch mal ein kleines Müsli aus etwas Obt, einem ungezuckerten Vollkornmüsli und Milch.

Viele Grüße
Angel08

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Hi,

Vielen vielen Dank für deine Antwort!! Sie ist wirklich sehr umfassend und hilfreich werd mir gleich einmal einige Sachen herausschreiben!!! Ich werd morgen mal bei einem anderen Arzt anrufen. Ja ich werd jetzt auch versuchen immer nach dem Essen gleich etwas spazieren zu gehen ( Mein HUnd wird sich freuen wenns dann atatt 2x 3x zum Gassi gehen geht ;-) ). Ich jetzt echt beruhigter! Sag mal was hast du denn immer abends gegessen? Salat mit Putenstreifen ist echt eine gute idee ich glaub den wirds heute gleich geben. :-)
LG und nochmals tausend Dank!!

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