Chancen auf natürliche Geburt nach Kaiserschnitt?

Ich bin ja sonst eher eine stiller Mitleserin, aber in dieser Sache hätte ich gern mal Euren Rat!

Und zwar geht es um die bevorstehende Geburt unseres zweiten Kindes. Bei Nummer 1 hatte ich einen Kaiserschnitt, allerdings ungeplant. Die Geburt verlief zunächst normal (nach Einleitung), der Muttermund war vollständig geöffnet, aber der Kopf unserer Tochter wollte und wollte einfach nicht tiefer ins Becken und in den Geburtskanal rutschen. Hebamme und Arzt haben noch alles Mögliche versucht (Seitenlagerung, Wehentropf,...), aber nach mehreren Stunden, in denen nichts voranging, wurde die Kleine per Kaiserschnitt geholt. Meine Frauenärztin meinte, womöglich sei der Kopf (37,5 cm) zu groß für mein Becken gewesen, und auch in meinem Mutterpass steht "relatives Missverhältnis".

Nun stelle ich mir die Fragen, ob ich es angesichts dieser Fakten bei Nummer 2 überhaupt mit einer natürlichen Geburt versuchen soll? Hatte jemand von Euch eine ähnliche Geschichte oder Erfahrungen aus dem Bekanntenkreis? Ich persönlich kenne nur einen Fall, dass jemand nach einem Kaiserschnitt eine natürliche Geburt hatte, aber da war es beim Ersten ein Notkaiserschnitt gewesen.

Vielen Dank für Eure Rückmeldungen!

#danke juli-75

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Hallo, ich kenne es aus meinem Bekanntenkreis das eine normale Geburt nach KS möglich ist.

Bei Dir kann das aber nur der FA beantworten, wenn es am Missverhältnis gelegen hat wird es m.M.n. darauf ankommen wie das jetzige baby sich entwickelt.

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so wie sich deine Geburt liest, lag kein wirkliches Missverhältnis vor.

Dass sich Kinder nach Einleitung, Wehentropf und viel Liegen nicht richtig ins Becken einstellen ist ganz häufig. Der weibliche Körper ist evolutionär so gemacht, dass Frauen aufrecht gebären und das meist aus ihrer täglichen Arbeit heraus. D.H. sie stehen und laufen viel, arbeiten körperlich und gebären dann aufrecht.

Unsere heutige Angewohnheit liegend zu gebären entspricht nicht unserer Anatomie und es kommt häufiger zu solchen vermuteten Missverhältnissen.

Eine gute Hebammenbegleitung bei der Geburt, keine Einleitung und möglichst wenig Eingriffe in den Geburtsverlauf, dann steht einer spontanen Geburt nichts im Wege.

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Also,

mein erstes Kind kam auch per Kaiserschnitt nach laaaangen Wehen - ebenfalls Einleitung, Wehentropf, lange Seitenlage, Geburtsstillstand irgendwann.... blöd. Kaiserschnitt. (War aber auch 4250 g schwer und 56 cm groß mit 'nem KU von 38 cm.
Kind Nr. 2 kam spontan (mit Hilfe der Saugglocke) - war aber auch viel kleiner (50 cm) und knapp 1/2 Kilo leichter, KU auch kleiner.
Nr. 3 spontan (ganz ohne Hilfsmittel), Nr. 4 ebenfalls. Waren aber auch beide nur 50 cm groß und weit weg von den 4 kg!
Also nach Nr. 1 echt keine Probleme mehr.

Und jetzt warten wir auf Nr. 5 - ganz ohne Bedenken! :-)

LG, Susanne (10. SSW)

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hi!
mir ging es bei meiner ersten tochter genau wie dir!Einleitung, 22h wehen, geburtsstillstand und dann ks. meine tochter passte laut fa nicht durch mein becken!sie war allerdings auch riesig mit 4700g, 54cm und 37 cm ku. mein fa sagte das einer spontanen geburt nach ks normalerweise nichts im weg steht. aber meine kleine bauchmaus scheint wieder so groß zu werden und das passt dann wohl wieder nicht. deshalb bin ich echt am überlegen gleich nen ks machen zu lassen!!
was meint denn dein fa?
ich selbst kenne 2 die nach ks spontan entbunden haben ,es scheint also zu gehen!!!

wünsch dir alles gute!!!

lg miss-kalle

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Hallo

bei mir war es das gleiche und ich hab meine zweite Tochter als geplante Hausgeburt bekommen.

Natürlich besteht die Möglichkeit das es tatsächlich ein Mißverhältnis gab, aber du schreibst von Einleitung, Wehentropf und dann sind solche Geburtsverläufe leider keine Seltenheit.

Auch meine zweite Tochter war zu Geburtsbeginn mit dem Kopf nicht im Becken und es hat ewig gedauert bis der Mumu vollständig war und selbst als dann die Fruchtblase gesprungen war hat es noch 5 Stunden gedauert bis der Kopf innerhalb von zwei Wehen komplett durch's Becken geschossen ist. Mein Vorteil war aber eben das ich zu hause geboren habe und mir niemand im Nacken saß der wollte das es schneller ging und irgendwas beschleunigt hat. Der KU meiner zweiten Tochter war übrigens genau so groß wie der meiner ersten, die ziemlich sicher auch noch ins becken gerutscht wäre, wenn man ihr und mir Zeit gelassen hätte.
ich würde es auf jeden Fall immer erstmal spontan versuchen, allerdings dafür sorgen das dei Umstände so gut wie nur möglich sind. Für mich hieß das eien geplante hausgeburt, aber du kannst auch in der Klinik Einleitung ablehnen, Wehenverstärkende Maßnamen ablehnen und soalnge es Mutter und Kind gut geht gar nichts weiter unternehmen als aufrechte Körperhaltung, die sich für dich bequem anfühlt. Und sollte Trotz vollständigem Mumu, offener Fruchtblase dir irgendwann dei Kraft ausgehen oder du nicht mehr abwarten wollen dann eben nen KS machen lassen. Aber dann mußt du dich zum einen nie fragen ob es doch spontan geklappt hätte und zum anderen kann dein baby seinen Termin selbst bestimmen und hat wenisgtens einen natürlichen Geburtsstart erlebt. Wehen sind ja auch für's Baby wichtig

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relatives Mißverhältbnis ist im besten Fall der Ausdruck für dieses eine Kind passte nicht durch's Becken (trotzdem kann ein nächstes und evtl sogar größeres Kind plötzlich flutschen) im schlimmsten Fall ist es der medizinische Ausdruck für "wir haben's vermasselt". In deinem Fall würde ich ganz stark von letzterer Variante ausgehen

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Hallo Juli,

bei mir war es bei der ersten Geburt ähnlich. Fruchtblase geplatzt, keine Wehen, Einleitung, Muttermund öffnete sich trotzdem nicht, Kind wollte einfach nicht weiter ins Becken rutschen. Am Ende nach 2 Tagen dann Kaiserschnitt, weil Infektionsgefahr durch die geplatzte Fruchtblase steigt.

Mein Kleiner war 4500 gr. schwer, 54 cm groß und hatte nur einen Kopfumfang von 35 cm. Bei mir wurde auch gesagt, dass er unter diesen Umständen nicht durchgepasst hätte und sich deshalb auch nicht auf den Weg machen wollte und mein Körper auch gesagt hat, dass es nicht geht ... Bei uns lag es aber eher an den breiten Schultern (unser Mops sah aus wie ein Preisboxer).

Jetzt bin ich wieder schwanger und ich mache mir über die Geburt Gedanken, weil ich nach dem Kaiserschnitt schon ganz schön lange "am Stock ging". Ich würde es gerne nochmal natürlich versuchen. Meine FÄ ist allerdings von der zaghaften Sorte und rät mir zum KS, wenn das Kind wieder so groß werden sollte.

Übrigens haben meine Schwester und meine Mutter und auch meine Schwiegermutter nach einem ersten Kaiserschnitt normal entbunden. Es geht also. Die Kinder waren allesamt übrigens über 4 kg - es kommt nicht so auf das Gewicht an ...

Ich lasse es noch auf mich zukommen :-) Ganz sicher werde ich auf jeden Fall in eine Klinik mit Kinderstation gehen (bin dann doch ein Schisser :-))

VG
B

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Vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten! Wie ich mich entscheide, weiß ich noch nicht, aber Ihr habt mir auf jeden Fall ein paar hilfreiche Denkanstöße gegeben!

juli-75

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