Wie war das früher ohne KS?

Hallo,

Ich werde meine Kleine mit KS zur Welt bringen müssen weil laut meinem FA die Plazenta vor dem Muttermund (?) liegt.
Und so wie ich das weiß werden Babys die nicht mit dem Kopf nach unten liegen auch mit KS geholt.
Ich möchte jetzt einfach mal wissen wie früher Babys geboren wurden als es noch keinen KS gab. Ich geh einfach mal davon aus dass es früher ohne KS trotzdem diese falsch liegenden Plazentas gab und Babys die mit dem Kopf überall, nur nicht unten, waren.

LG
Karina + #ei 31.SSW

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Nicht zwangsläufig müssen alle Kinder die nicht in Schädellage liegen mit dem KS geholt werden. Mit einer entsprechend ausgebildeten Hebamme und einem guten Arzt und einem passenden Becken geht auch da eine Spontangeburt, sofern es nicht gleich ne komplette Querlage ist. Hebammen können (und konnten) die Lage des Kindes ertasten und manchmal wurde ein Baby noch während der geburt im Mutterleib gedreht- nicht ganz ohne!

Da es früher eben auch noch keinen US gab sind die Risisken wegen solcher "Banalitäten" damals natürlich höher gewesen dass Mutter und Kind nicht heil aus der Geburt rauskommen.

Und: Den KS gibt es schon sehr sehr lange! Auch wenn ganz früher oft das Todesurteil für die Mutter mit dem KS begründet wurde.

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natürlich gabs das damals auch alles aber das risiko das man bei der Geburt gestorben ist war auch viiiieeel größer ;-)

Und in der heutigen Zeit ist es so das man auch in BEL spontan entbinden kann, wenn es möglich ist. Dafür gibt es halt bestimmte vorraussetzungen, das zb. das Becken der Mutter breit genug sein muss ... etc.

LG

Claudia #baby 35 SSW

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Hallo,

Ich würde sagen das die natürliche auslese Stattgefunden hat, wer nicht richtig "funktioniert" hat, hat es nicht überlebt und so haben nur die überlebt, bei denen alles richtig läuft! Wie bei den Tieren auch.

Können wir nur froh sein, dass wir heute leben!;-)
Früher sind ja auch mehr frauen, Kinder gestorben!

Melanei

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Und früher gab es auch schon KS... Diese wurden allerdings nur im äußersten Notfall gemacht.. Es wurde dann auch nicht diskret über Schambein geöffnet, sondern der ganze #Schock Bauch senkrecht aufgeschnitten...

Ich denke auch, dass heutzutage sehr "voreilig" ein KS gemacht wird... Aber besser so, als wenn irgendwas mit dem Baby ist!

Für mich wäre ein KS das aller allerletzte Übel :-(

LG
ivi 39. SSW

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Bereits das Römische Recht kannte die Verpflichtung, an einer im Sterben liegenden oder soeben verstorbenen Schwangeren einen Kaiserschnitt vorzunehmen, um möglicherweise das Kind zu retten oder es zumindest getrennt beerdigen zu können. Diese „lex caesarea“ wird in den Digesten als „lex regia“, also als Gesetz aus der Königszeit (753–510 v. Chr) bezeichnet und dürfte demnach sehr alt sein:

Dig. XI.8.2: negat lex regia mulierem, quae praegna mortua sit, humari, antequam partus ei excidatur. Qui contra fecerit, spem animantis cum gravida peremisse videtur.
Ein königliches Gesetz verbietet, dass eine Frau, die schwanger verstorben ist, beerdigt werde, bevor die Leibesfrucht aus ihr herausgeschnitten wurde. Wer dem zuwiderhandelt, setzt sich dem Vorwurf aus, ihre Hoffnung auf Überleben mit der Schwangeren getötet zu haben.

Laut dem römischen Schriftsteller Plinius (Naturalis historia 7, 47) leitet sich der Name "Caesar" daraus her, dass der erste Träger dieses Namens aus dem Mutterleib geschnitten wurde (von lat. „caedere“ = aufschneiden, herausschneiden). Da aus „Caesar“ der Begriff Kaiser entstand, wurde analog aus der sectio caesarea („cäsarischer Schnitt“) der Kaiserschnitt. Im englischen Sprachraum heißt der Eingriff noch heute „Caesarean section“. Dass Julius Caesar selbst durch Kaiserschnitt entbunden worden sei, ist hingegen mit Sicherheit eine Legende, da seine Mutter die Geburt überlebte. Dies kam zur damaligen Zeit praktisch nicht vor und hätte daher Eingang in die Geschichte gefunden.

Der katalanische Heilige Raimund Nonnatus, Patron der Schwangeren, Ammen und Kinder, für eine glückliche Entbindung und gegen Wochenbettfieber, trug seinen Beinamen (lat. non natus = nicht geboren), weil er durch Kaiserschnitt zur Welt kam, da seine Mutter vor seiner Geburt starb.

Bis in die Neuzeit war der Kaiserschnitt fast immer mit dem Tod der Mutter verbunden. Normalerweise wurde er daher nur an Toten vorgenommen, zum Beispiel um das Kind ordnungsgemäß bestatten zu können. Der erste bekannte erfolgreiche Kaiserschnitt an einer Lebenden wurde im Jahre 1500 in Siegershausen in der Schweiz von dem Schweinekastrierer Jacob Nufer vorgenommen. Seine Frau überlebte die Prozedur nicht nur, sondern brachte im nächsten Jahr auf natürlichem Wege Zwillinge zur Welt. In Deutschland erfolgte der erste Kaiserschnitt am 21. April 1610 in Wittenberg durch Jeremias Trautmann. 1769 wurde von Joachim Friedrich Henckel der erste Kaiserschnitt im Verlauf der Linea alba durchgeführt.
Operationsnarbe eines Pfannenstielschnittes, mit chirurgischen Klammern

Am 25. September 1881 wurde von Ferdinand Adolf Kehrer in Meckesheim der erste konservative klassische Kaiserschnitt durchgeführt. Diese Kaiserschnittmethode, bei der die Bauchdecke und die Gebärmutter nicht wie bisher üblich von oben nach unten, sondern quer aufgeschnitten werden und danach die Gebärmutter fest mit dem Bauchfellüberzug vernäht wird, war bahnbrechend und wird in der Modifikation nach Hermann Johannes Pfannenstiel, nach dem diese Technik auch benannt ist, auch heute noch überall angewendet.[7][8] Im Jahre 1895 führte Alfred Dührssen den vaginalen Kaiserschnitt ein.[9]

Dank verbesserter Operationstechniken, der Einführung der Asepsis, Fortschritten in der Anästhesie, Bluttransfusionen und Antibiotika konnte die Müttersterblichkeit beim Kaiserschnitt, die in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts noch bei über 80 % lag, auf 0,04 ‰ (Deutschland 2000 lt. BZgA) gesenkt werden. In den letzten Jahren „konkurriert“ der Kaiserschnitt als Geburtsmodus daher zunehmend mit der natürlichen Geburt (vgl. die Diskussion unter dem Stichwort Wunschkaiserschnitt). In einigen Privatkliniken in Brasilien beispielsweise liegt die Kaiserschnittquote heute bei über 70 %.

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Wow, das ist informativ. Danke :-)

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Na das war ja mal richtig interessant - das meiste war mir jetzt echt neu. #winke

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Tja, ohne KS sind eben wesentlich mehr Frauen bei der Geburt gestorben, das ist nun mal so..


Allerdings frage ich mich wie die Menschheit überlebt hat, bevor es Wunschkasierschnitte gab#cool

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Baby wurden aus Beckenendlage spontan geboren, aus Querlage in Längslage gewendet. Kaiserschnitte gibt es schon ewig. Aber die Gründe einen zu machen werden ja immer weitläufiger ausgelegt leider.

lg

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damals war auch das risiko groß das mutter und baby sterben.
man wusste eben nichts, gar nichts man konnte nur abwarten und hoffen.
heute ist die technik da gott sei dank besser ;-)