Wenn bei Organscreening was blödes rauskommt,was kann man dann machen?

Hallo!

Wollte mal fragen, wenn man ein Organscreening machen läßt und dabei irgendetwas rauskommt, was nicht in Ordnung ist, kann man dann überhaupt etwas dagegen machen, also behandeln? Oder ist die Feindiagnostik nur dafür gedacht, daß man dann abtreiben könnte, wenn man will?

LG, Brilli

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Also bei mir wurden in der 23 SSW alle Organe kontrolliert. Hauptsächlich weil ich einen Herzfehler habe und der FA gucken wollte ob bei der Maus alles i.O. ist.
Ich denke wenn eine ziemlich große Behinderung vorliegt könnte man abtreiben, aber ich hätte das nicht mehr übers Herz gebracht. Die Maus hat bei dem Screening gegrinst und war putzmunter. Mhh aber ich denke im Notfall ja, aber davon gehen wir ja nicht aus :-)

lg Maren mit der Prinzessin in der 33 SSW die kerngesund ist und prächtig gedeiht.

alles gute

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wenn du z.B eine hausgeburt / geburt im geburtshaus machen möchtest und beim organscreening käme heraus das dein kind ein herzfehler hat (der ja garnicht sooo schlimm sein muß) wäre das ein faktor der für eine geburt im kh spricht, da dann ein kinderkardiologe etc. bei der geburt dabei sein könnte der dein kind direkt versorgt.
etc.

Stephka

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Hallo Brilli

Also ich habe den Organultraschall auch machen lassen und es kam bei mir heraus, dass der Verdacht auf einen Darmverschluss beim Kleinen bestünde. Der Arzt hat halt gesehen, dass der Darm Flüssigkeitsgefüllt ist, was in der 22. SSW eigentlich nicht sein sollte und auch relativ selten vor kommt. Nun ja.

Die Frage, die du dir gerade stellst, habe ich mir dann auch gestellt. Was kann man machen ...

Ich bekam auch eine Antwort darauf. Man kann es beobachten, ob es von allein weg geht (was wohl in neunzig Prozent so ist) oder es wird halt eine Schwangerschaft unter besonderer Beobachtung und die Geburt hätte dann auch in einem Krankenhaus stattfinden müssen, wo eine sofortige OP möglich gewesen wäre.

Tja, bin in der 28 SSW nochmal hin ... und was soll ich sagen, es hat sich von allein aufgelöst.

Man kann, wenn etwas sein sollte somit vor die Entscheidung gestellt werden abzutreiben oder sich halt so einrichten, dass die Schwangerschaft besonders begleitet wird in Hinblick auf das, was halt festgestellt wurde und auch dementsprechend die Geburt "planen".

So waren zumindest meine Gedanken und so wurde es mir auch von Hebamme und Arzt nahe gebracht.

LG Chari, die jetzt tot ins Bett fällt :-)

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Ich hatte in meiner ersten SS auch ein Organscreening.
Weil bei meiner Tochter der Verdacht bestand das sie nur eine Niere hat. Der sich dann durch das Screening leider bestätigt hat.
Als das Screening vorbei war wurde ich zumindest vom Arzt gefragt ob ich nich abtreiben will und das in der 33. Woche.

Aber es ging alles gut und die kleine is kerngesund. Abgesehen von der Niere die ihr entfernt wurde.

Ich weiß das ich in dieser SS rechtzeitig um ein Organscreening bemühen werde. Einfach um auch gewissheit zu haben

LG
Nici mit Jenny (13.07.04) + Krümel 9. SSW

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Kommt drauf an, um was es dann geht. Manche körperlichen Fehlbildungen können schon vor der geburt versorgt werden, manche gut nach der Geburt, manche kompliziert nach der Geburt, manche gar nicht.

Manche sind schwerwiegend, manche leicht, mit manchen kann ein Kind leben, an anderen wird es sterben.

Und es gibt Fehlbildungen, die eine medizinische Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch rechtfertigen. Andere wiederum nicht.

Vorteil ist, sich im Falle des Falles auf die Geburt besser einstellen zu können, mit Bedacht ein gutes Krankenhaus mit erfahrenem Personal wählen zu können, die Schwangerschaft bis dahin engmaschiger überwachen zu lassen usw.

Nachteil ist gegebenenfalls, dass man gut die Hälfte seiner Schwangerschaft als stressig empfindet, weil man trotz allem nie genau wissen kann, was durch die festgestellte Besonderheit alles auf einen zukommt.

Daher ist auch folgendes wichtig zu wissen:

Bei vielen Fehlbildungen, z.B. bei Herzfehlern, ist es schwer, eine sichere Diagnose und vor allem Prognose zu stellen. Eine Bekannte mir vor einiger Zeit beschrieben, wie das bei ihr war. Es ist ihr Diagnose-Prognose-Weg bei ihrem Kind Alex (mit Verzicht auf Erläuterung der einzelnen Diagnosen, wichtig ist nur zu sehen, wie stark die Prognosen voneinander abweichen und wie stark eine „kleine“ Änderung in der Diagnose die Prognose beeinflusst):


22.SSW Fein-US Professor A:
Diagnose: Double Outlet Right Ventricle, Atriumseptumdefekt ( =ASD) fraglich - anschließend Chorionzottenbiopsie: Freie Trisomie 21, Prognose: mit ASD gut, operabel, OP mit ca. 9-12 Monaten, nicht lebensbedrohlich, Prognose ohne ASD: Not-OP unmittelbar im Anschluss an Geburt, lebensbedrohliche Situation.

26.SSW fetale Echokardiographie Professor B:
Diagnose: Verdacht (!) auf Double Outlet Right Ventricle, Atriumseptumdefekt nicht vorhanden, komplette Pulmonalatresie (=Verbindung zwischen Lunge und Herz fehlt ganz), hypoplastischer rechter Ventrikel, Prognose: aussichtslos

28.SSW fetale Echokardiographie Professor C:
Diagnose: überreitende Aorta, großer ASD, kleiner VSD, Klappen nicht beurteilbar, nur leicht hypoplastischer rechter Ventrikel, Pulmonalarterie, stark hypoplastisch aber darstellbar;
Prognose: nicht einfach, nicht ungefährlich, aber mit mehreren OPs korrigierbar bzw. zumindestens mit einem Umwegkreislauf ist eine zufriedenstellende Lebensqualität zu erreichen

32. SSW fetale Echokardiographie Professor C:
Diagnose: Double Outlet Right Ventricle, V. a. AV-Kanal, leicht hypoplastischer rechter Ventrikel, Pulmonalarterie sehr schmal mit mehreren starken Stenosen, Prognose: nicht einfach, ziemlich riskant, aber prinzipiell mit mehreren OPs korrigierbar bzw. mit Umwegkreislauf gut zu versorgen

36.SSW:fetale Echokardiographie Professor C:
Diagnose: Double Outlet Right Ventricle, V. a. Fallotsche Tetralogie, kompletter AV-Kanal, leicht hypoplastischer rechter Ventrikel, Pulmonalarterie schmal mit starken Stenosen (=Einengungen) Prognose: technisch sehr schwierige OP, nicht hoch riskant, mehrere OP´s nötig, dann aber gute Lebensqualität zu erreichen.

Auch die Diagnose nach der Geburt war auch in drei Herzkliniken leicht unterschiedlich, die operierende Herzchirurgin Dr. D, eine der besten Kinderherzchirurginnen europaweit, hat uns vor der OP erklärt, dass sich gar nicht so selten manche Detailfrage (die aber sehr wichtig sind für die optimale OP-Technik und die zukünftige Prognose ist) erst nach Eröffnung des Herzen durch den Chirurgen klären lassen.

Noch was zum Nachdenken: bei Felix, dem kleinen Sohn einer Freundin von Alex` Mutter, lautete die Herzdiagnose übrigens gleich wie bei Alex (Double Outlet Right Ventricle, Fallotsche Tetralogie, kompletter AV-Kanal, leicht hypoplastischer rechter Ventrikel, Pulmonalstenose). Auch bei ihm wurde im Fein-Ultraschall die Herzfehlbildung diagnostiziert. Die Diagnose lautete bei ihm vorgeburtlich: nur AV-Kanal.

Inzwischen hat Felix sieben Monate Krankenhaus nach der Geburt, 3 kardiologische OP´s und 2 Reanimationen hinter sich. An Felix Herzen war keine Korrektur möglich, er hat nun einen auf Umweg funktionierenden Kreislauf bekommen und starke Undichtigkeiten an einer Herzklappe, die als nächste OP ansteht.

Die Diagnose von Alex ist auf dem Papier exakt die gleiche. Allerdings hat Alex eine einzige Herz-OP gehabt und lebt nun mit einem perfekt korrigierten Herzen, einer ganz leichten Stenose und einer milden Klappenundichtigkeit quasi-gesund. Prognose: Mindestens 10 Jahre beschwerdefrei.

Soviel zu den Erfahrungen meiner Bekannten, vielleicht hat sie einiges deutlich werden lassen.

Liebe Grüße
Sabine
... Freundin von Matthias (5 Jahre), problemlos korrigierter AV-Kanal und Verena, inoperabler AV-Kanal mit Eisenmenger-Reaktion. Vorausgesagte Lebenserwartung nach der Geburt: 1 Jahr. Sie wird im April 13 ;-)

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