Nackenfaltenuntersuchung

Hallo Leute,

war noch nicht oft hier, aber mich plagt eine Frage.
War heute bei meine FA. Bin in der 7ssw+4
Mein FA hat vorgeschlagen, dass wir beim nächsten Mal (ab ssw 13) eine Nackenfaltenuntersuchung machen können, um festzustellen, ob das Risiko für ein mongolides Kind gross ist.
An sich kein Thema für mich, auch wenn mann es in unserem Staat selber zahlen darf.
Aber die Unsicherheit, dass was negativ sein könnte und danach durch ne FW-Untersuchung ein bösese Ergebnis rauskommt .... ich weiss nicht, ob ich damit umgehen könnte.:-(
Andererseits nichts zu wissen, ist auch nicht gut.
Habt IHr Erfahrung damit? Bin froh, um jede Info!#gruebel

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Hi. Habs bei meinem Sohn gemacht und die Nackenfalte war viiiiel zu dick. 3,5 cm.#schwitz Tolles 3D Bild von ihm bekommen. Daraufhin wurde mir Blut abgenommen. 3 Tage später erfuhr ich, dass alles ok ist. Die Blutuntersuchung ist sehr eindeutig. Dennoch bekam ich danach im KKh danach 2X umsonst Organsceenings, um auszuschließen, dass er einen Organfehler hat. Da hab ich ganz tolle Bilder mitbekommen.
Heute ist mein Sohn fast 2 und kerngesund!!!
Kann die Untersuchung nur empfehlen :-)

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Die Nackenfaltenmessung ist ja selbst auch nur eine Ermittlung eines statistischen Wertes. Selbst wenn bei der FW Untersuchung was negatives bei rauskommt, kann dies auch immernoch fehlerhaft sein.
Eine 100%ige Sicherheit gibt es da nie.
Gab es in deiner Familie schonmal einen Gendefekt ähnlicher Art? Ich meine du bist erst 30, das Risiko ist ja nicht groß und wenn du dann auch keinen weiteren bekannten Defekt in deiner Familie hast, sogar noch geringer.

Es könnte auch ganz anders laufen. die FWU ist völlig ok und trotzdem wird bei dem Kind T21 bei der Geburt festgestellt. Oder bei der FWU gibt es eine Wahrscheinlichkeit von (ich glaube) 1:350 dass dadurch ein FG ausgelöst wird und hinterher muss man dann feststellen, das es garnicht notwendig war, weil alles ok war.

Du solltest dir das einfach mal überlegen und nochmal mit dem Arzt darüber sprechen wie hoch dein Risiko wirklich ist. Meins liegt laut Statistik bei 1:1900. Kam für mich also nie in Frage. Bei anderen Menschen ist das ja wiederum berechtigt.

Wie meine Vorrednerin schon sagte, das schöne ist das mein sein Kleines sieht, aber es könnte halt auch viel Streß bedeuten. Naja von dem Geld mal ganz abgesehen.

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Ups falsch gepostet. Sorry#hicks

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Die Nackenfaltenmessung ist ja selbst auch nur eine Ermittlung eines statistischen Wertes. Selbst wenn bei der FW Untersuchung was negatives bei rauskommt, kann dies auch immernoch fehlerhaft sein.
Eine 100%ige Sicherheit gibt es da nie.
Gab es in deiner Familie schonmal einen Gendefekt ähnlicher Art? Ich meine du bist erst 30, das Risiko ist ja nicht groß und wenn du dann auch keinen weiteren bekannten Defekt in deiner Familie hast, sogar noch geringer.

Es könnte auch ganz anders laufen. die FWU ist völlig ok und trotzdem wird bei dem Kind T21 bei der Geburt festgestellt. Oder bei der FWU gibt es eine Wahrscheinlichkeit von (ich glaube) 1:350 dass dadurch ein FG ausgelöst wird und hinterher muss man dann feststellen, das es garnicht notwendig war, weil alles ok war.

Du solltest dir das einfach mal überlegen und nochmal mit dem Arzt darüber sprechen wie hoch dein Risiko wirklich ist. Meins liegt laut Statistik bei 1:1900. Kam für mich also nie in Frage. Bei anderen Menschen ist das ja wiederum berechtigt.

Wie meine Vorrednerin schon sagte, das schöne ist das mein sein Kleines sieht, aber es könnte halt auch viel Streß bedeuten. Naja von dem Geld mal ganz abgesehen.

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Hallo,

ich bin zwar schon 31 und in der 10. Woche, aber ich werde KEINE NFM vornehmen lassen. Mein Mann und ich sind uns einig, dass ein krankes Kind nicht unsere Entscheidung das Kind auszutragen ändern würde. Von daher ergäbe eine solche Untersuchung kein für uns relevantes Ergebnis. Eher fürchte ich, wenn das Ergebnis schlecht wäre, man sich mehr Sorgen machen würde. Außerdem bedeutet jeder Ultraschall - so spannend und aufregend ich ihn finde - Stress für das Kind. Von daher ein klares NEIN dafür.

Liebe Grüße,
lotti118

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Um vorgeburtliche Untersuchungsverfahren (diagnostische ebenso wie nicht-diagnostische) dahingehend zu hinterfragen, ob sie für einen selbst und das Ungeborene nützlich sein können, sollte man sich mit jeder einzelnen Untersuchung genau beschäftigen. Es sollte immer geprüft werden, ob sich die eigene Erwartungshaltung an die Untersuchung realistisch betrachtet mit den tatsächlichen Möglichkeiten des Verfahrens deckt und ob die eigene Entschlossenheit ausreicht, um mögliche (negative) Konsequenzen langfristig zu (er)tragen. Nicht zuletzt beinhaltet die Entscheidungsfindung zu pränatalen Untersuchungen auch das Einholen von aktuellen und zeitgemäßen Informationen über mindestens die häufigsten Behinderungen und Erkrankungen, um die es bei den in Frage kommenden Verfahren geht. Das wären beispielsweise die drei häufigsten Formen der Trisomie (Trisomie 13, 18 und 21).


Ich habe in Bezug auf die Nackentransparenzmessung bzw. das First-Trimester-Screening den Eindruck, es kommt hier sehr darauf an, was sich die einzelne von dieser Untersuchung verspricht. Es ist KEINE diagnostische Untersuchung, sondern eine Wahrscheinlichkeitsrechnung, ausgedrückt in einer individuellen Risikoziffer (1:x). Man muss mit diesem Ergebnis gucken, ob einem das genügt oder ob man größtmögliche Sicherheit will. Dann müsste man weiterführende Untersuchungen in Anspruch nehmen, die teils nicht risikolos sind (z.B. die Amniozentese / Fruchtwasseruntersuchung). Es hängt viel vom persönlichen Umgang mit dem Ergebnis und der individuellen Einstellung ab, ob Nackentransparenzmessung bzw. First-Trimester-Screening als hilfreich eingestuft werden oder nicht.

Ich persönlich bin nicht so ein großer Freund der Nackentransparenzmessung bzw. des First-Trimester-Screenings (Combined Test / Bluttest + Nackentransparenzmessung mit Ultraschall).

Diese Untersuchung(en) werden sehr häufig deshalb gemacht, weil man sich davon eine gewisse Sicherheit verspricht. Im Grunde möchte man danach hören: „Alles ok mit Ihrem Kind.“ Das ist so aber nicht möglich. Man bekommt nur zu hören, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Dinge vermutlich ok sind beim Kind. Keine Diagnose, kein Ausschluss einer Diagnose, keine Garantie für irgendetwas.

Viel zu oft für meinen Geschmack gehen Schwangere die Nackentransparenzmessung bzw. das First-Trimester-Screening mit dem Gedanken an, dass ja „nur mal schnell geguckt wird, dass es dem Baby auch gut geht“ und man ja außerdem so schönes Baby-TV geboten bekommt. Die Untersuchung wird oft als harmlos eingestuft Aber vergessen wird dabei, dass sie mitunter Auffälligkeiten zeigen kann, die jedoch nicht diagnostisch bewertet werden können. So mündet die Untersuchung nicht selten in einer Situation großer Beunruhigung und verlangt von der Schwangeren eine Entscheidung über die Inanspruchnahme oder Ablehnung zwar diagnostisch sehr sicherer, aber teils nicht risikofreier Untersuchungen.

Viele Schwangere stehen nach der Inanspruchnahme von Nackentransparenzmessung bzw. Erst-Trimester-Screening plötzlich tief verunsichert da durch vermeintlich schlechte Ergebnisse, lassen nach bangen Tagen oder sogar Wochen des Wartens diagnostische Folgeuntersuchungen machen (auch oft mit viel Angst) und nach weiteren stressreichen Tagen oder Wochen, in denen sich manche werdende Mami die Freude an der Schwangerschaft und die Vorfreude auf das Baby verleidet durch die Angst, stellt sich die ganze Aufregung in vielen Fällen als falscher Alarm heraus. Viele nehmen sich dann vor, diese Untersuchung in einer Folgeschwangerschaft nicht nochmal machen zu lassen, weil sie den Eindruck gewonnen haben, nur relativ viel Geld für Sorgen, Verunsicherung und Stress bezahlt zu haben.

Es ist tendenziell so, dass Schwangere, die unauffällige Werte bescheinigt bekommen haben, die Untersuchung meistens weiterempfehlen und solche, die auffällige Werte hatten und dadurch in den Entscheidungszwang über Folgeuntersuchungen geraten sind, eher von der Inanspruchnahme abraten. Aber auch hier gilt wie bereits geschrieben: Es hängt viel vom persönlichen Umgang mit dem Ergebnis und der individuellen Einstellung ab, was als hilfreich eingestuft wird und was nicht.

Es gibt Fallbeispiele, in denen die Nackentransparenz- bzw. First-Trimester-Screening-Werte auffällig sind, aus diesem Grund diagnostische Folgeuntersuchungen in Anspruch genommen werden und sich dadurch nach einigen Tagen oder auch erst Wochen herausstellt, dass das Kind eine körperliche Fehlbildung (z.B. einen Herzfehler) oder eine chromosomal bedingte Behinderung hat (z.B. eine Form der Trisomie). Diese Diagnosen sind jedoch erst durch weitere Untersuchungen möglich und nicht (!) durch die Nackentransparenzmessung bzw. das First-Trimester-Screening. Deren Werte können lediglich Anlass für die Entscheidung der Schwangeren zu weiteren Untersuchungen mit hoher diagnostischer Sicherheit sein, diese Verfahren jedoch nicht (!) ersetzen.

Dann gibt es diejenigen Schwangeren, die unauffällige Werte bescheinigt bekommen, durch die Ergebnisse beruhigt sind, sich gegen diagnostische Untersuchungen entscheiden und ein Regelkind bekommen. Wichtig hierbei ist, dass Nackentransparenzmessung bzw. First-Trimester-Screening KEINE Vorsorgeuntersuchungen sind. Eine Prävention von Behinderungen und Fehlbildungen ist dadurch NICHT möglich, sodass es für den Zustand des Kindes keinen Unterschied macht, ob sich die Mutter für oder gegen die Untersuchung entscheidet.

Bei anderen Schwangeren, die sich für die Untersuchung entschieden haben, kommen ebenfalls statistisch gesehen unauffällige Ergebnisse heraus, die Beruhigung verschaffen und die Entscheidung gegen diagnostische Untersuchungen bestärken. Aber ihre Kinder sind keine Regelkinder, sondern Beispiele für die Möglichkeit einer sogenannten „falsch-negativen“ Prognose. Zwei Beispiele sind Eric und Louis:

Die Nackentransparenz von Eric, dem Sohn einer Freundin, war vorbildlich im Normbereich, ebenso wie die Blutwerte seiner Mutter. Im August 2004 kam der kleine Fratz #liebe mit Freier Trisomie 21, einer der vier Formen von Down-Syndrom, zur Welt ( http://www.ericmagnus.de #blume). Ähnlich lief es bei Louis #sonne , der im März 2006 geboren wurde und im First-Trimester-Screening ebenfalls unauffällige Werte hatte (http://www.louisgrossewelt.de). Soviel zur Zuverlässigkeit dieser Untersuchung(en), die die Möglichkeit falscher Prognosen einschließt. Sicherheit, hohe Aussagekraft und vor allem Diagnostik sind einfach was anderes, denn Eric und Louis sind nicht die großen Ausnahmen.

Ein weiterer Punkt ist die Ausbildung der ÄrztInnen: Sie können je nach erworbener Lizenz nach Methode und Qualitätsstandard der deutschen oder der englischen FMF (Fetal Medicine Foundation) arbeiten. Entsprechend hat das Labor, das beim First-Trimester-Screening die Wahrscheinlichkeit für ein Kind mit Behinderung für eine Schwangere errechnet, zwei verschiedene Auswertungsprogramme. Und leider unterscheiden sich beide insofern, als das die errechneten Wahrscheinlichkeiten bei ein und der selben Schwangeren mitunter ganz erheblich voneinander abweichen. Eben je nach Programm: http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=1052808

Wer größtmögliche Sicherheit über bestimmte körperliche Besonderheiten möchte, sollte sich meiner Meinung nach besser für den Feinultraschall entscheiden, wer größtmögliche Sicherheit bezüglich bestimmter Chromosomenbesonderheiten will, muss sich wohl oder übel in den Bauch pieksen lassen und die damit verbundenen Risiken (u.a. eventuell das einer Fehlgeburt) in Kauf nehmen. Auch weil es ohne eine anständige Diagnose, deren individuelle Tragweite es dann im konkreten Fall abzuwägen gilt, nicht erlaubt wäre, eine Schwangerschaft abzubrechen (http://www.regenbogenzeiten.de/abbruch.html).
Diese Entscheidung könnte dann auf einen zukommen, wenn man diagnostische Untersuchungen in Anspruch nimmt. Ob man es sich und seiner Familie zutraut, es psychisch unbeschadet zu überstehen, sich gegebenenfalls für den Tod des eigenen Kindes zu entscheiden, sollte man bei seinen Überlegungen zur Untersuchungswahl nicht außeracht lassen.
Ein Schwangerschaftsabbruch ist erst nach einer richtigen Diagnose erlaubt (dann aber prinzipiell bis zum Einsetzen der natürlichen Eröffnungswehen). Und eine richtige Diagnose bekommt man weder bei der Blutuntersuchung noch bei der Nackentransparenzmessung und auch nicht bei der Kombination aus beidem (= First-Trimester-Screening), sondern insbesondere was die häufigsten (aber längst nicht alle!) Chromosomenbesonderheiten angeht eben nur eine statistische Wahrscheinlichkeitsangabe. Sonst nichts, denn Chromosomen sind nunmal schlicht und einfach nicht im Ultraschall zu sehen und im Blut der Mutter sind sie (noch) nicht nachweisbar bzw. untersuchbar.

Alles, was bei der Nackentransparenzmessung bzw. beim First-Trimester-Screening herausgefunden wird, müsste daher im Grunde durch weitere Untersuchungen auf seine Richtigkeit hin überprüft werden. Und – wie die Beispiele von Eric und Louis zeigen – eben eigentlich auch, wenn die Werte unauffällig sind. Denn es sind eben nur Wahrscheinlichkeiten, die auf Statistiken basieren und keine Diagnosen oder Ausschlüsse von möglichen Diagnosen.


Mehr dazu kann man z.B. hier nachlesen:
http://www.regenbogenzeiten.de/nt.html


Meinungen / Erfahrungen von Schwangeren:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=615362

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=646810

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=977737


„Glücksspiel mit hohem Einsatz“ - Blut- und/oder Nackentransparenzwerte auffällig:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=609251

http://www.urbia.de/forum/index.html?area=complete&bid=2&tid=1052808


Pränataldiagnostik (Video)
http://www.lexi-tv.de/lexikon/thema.asp?InhaltID=3302
Ein netter kleiner Film. Am Ende steht hier zwar ein auf Hilfsmöglichkeiten gerichteter Ausblick auf den tieferen Sinn der Sache, der in der Praxis jedoch mittlerweile echten Seltenheitswert hat. Weitaus häufiger ist der Abbruch der Schwangerschaft.


Auf der Website http://www.regenbogenzeiten.de sind u.a. ausführliche Texte zum Thema Pränataldiagnostik zusammengestellt. Eingegangen wird unter anderem auf einige der gängigsten derzeit möglichen Untersuchungen (Was wird gemacht? Was sind die Vorteile, wo liegen Risiken? Welche Konsequenzen könnten sich durch das Ergebnis ergeben?), die Untersuchungszeitpunkte sowie auf die Erkennbarkeit verschiedener Formen von Behinderungen und Fehlbildungen. Die Texte sind auch für medizinische Laien gut verständlich; schwierige Begriffe werden z.B. erläutert. Die Texte geben keine persönliche Meinung wieder, sondern es sind Sachinfos, die allgemeine Informationen bieten, nach denen man selbst entscheiden kann, was für einen persönlich sinnvoll und langfristig tragfähig erscheint.

Liebe Grüße
Sabine

P.S. Für Interessierte hier ein paar Bilder von Nackentransparenzmessungen:

unauffällige Nackentransparenz
http://www.praenatal.de/cms/uploads/pics/ersttrimester.jpg
http://www.iwan-thein.de/images/leistungen/normale-nackentransparenz.jpg

Nackentransparenz 5mm
http://9monate.qualimedic.de/bilder/9monate/nackenfalte_5mm.gif

Nackentransparenz 8mm
http://www.thieme.de/fz/ultraschall/images/titel995.jpg

...und weil es um Wahrscheinlichkeiten geht, hier mal noch eine: Es ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% anzunehmen, dass es von dem Kind mit der 8mm-Nackentransparenz nicht viele andere Bilder gibt. Bei ihm wurde durch eine invasive Folgeuntersuchung (wahrscheinlich Amniozentese) ein Down-Syndrom (Trisomie 21) diagnostiziert. Die Wahrscheinlichkeit, dass es danach immer noch erwünscht war und es von ihm Bilder gibt, wie es mit Mama schmust, von Papa gefüttert wird, sitzen, krabbeln, stehen und laufen lernt, wie es lacht, wie es in den Kindergarten und in die Schule kommt...., liegt bei 5%. Auch viele Mütter, die die Untersuchung eigentlich nur machen lassen wollten, „um es vorher zu wissen um bessere Vorbereitungen zu treffen“ entscheiden sich dann gegen ihr Kind, weil es „plötzlich doch anders war in der Situation.“

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Noch eben schnell ein kleines großes P.S. zum Ausdruck "Mongolismus", "mongoloid" und anderen "M"-Wörtern, denn man lernt ja nie aus ;-)

Der Ausdruck Mongolismus sowie seine Ableitungen sollten aus verschiedenen Gründen nicht mehr verwendet werden, u.a. aus Rücksichtnahme auf die in der Mongolei lebenden Menschen: Ein 1965 von der Mongolei an die WHO gerichteter Antrag, den Begriff aufgrund seiner negativen, rassistischen Besetzung nicht mehr zu benutzen, wurde einstimmig angenommen. Auch Deutschland hat der Vereinbarung zugestimmt!

Doch auch heute, mehr als vierzig Jahre später, werden Angehörige des mongolischen Volkes oftmals noch mit behinderten Menschen assoziiert.

Obgleich solche Gedankenverknüpfungen sachlich nicht zutreffend sind und auch nie zutreffend waren, werden insbesondere die damit verbundenen diskriminierenden gesellschaftlichen Einstellungen und die veralteten und falschen Ansichten von den Menschen aus der Mongolei als herabsetzend und rassistisch empfundenen.

Auch den heute lebenden Menschen, die man früher als mongoloid bezeichnete, wird diese Bezeichnung längst nicht mehr gerecht: Mit diesem Ausdruck belegte Menschen galten als "Idioten", als vom "Schwachsinn Befallene", als Menschen, die nicht lernfähig sind und nie wirklich erwachsen werden können, die früh starben usw. All diese Vorurteile sind mittlerweile entschieden wiederlegt und in keiner Weise richtig!

Im Nationalsozialismus wurden Menschen mit dieser Behinderung aufgrund entsprechender Assoziationen als lebensunwertes Leben, als "Balastexistenzen" ermordet; heutzutage werden die meisten Kinder, bei denen die Diagnose vorgeburtlich gestellt wird, oft noch bis kurz vor der Geburt abgetrieben. Zu einem Großteil deshalb, weil den Eltern keine aktuellen Informationen zur Verfügung standen und sie auch von ÄrztInnen mit veralteten Erläuterungen zum "Mongolismus" abgehandelt werden und dadurch verständlicher Weise Angst vor dem offenbar überaus traurigen und schweren Leben mit einem Kind mit "mongoloider Idiotie" hatten. Dass das Leben mit einem so besonderen Kind für die meisten Familien, die ein Kind mit dieser Behinderung haben, sehr, sehr schön, erfüllt und glücklich ist, wurde ihnen nicht gesagt und ihnen wurden auch keine AnsprechpartnerInnen vermittelt, die aktuelle Infos hätten geben können.

Auch der Ausdruck "Mongo" wird ausschließlich eingesetzt, um zu beleidigen und die gemeinte Person herabzusetzen.

Heute sind nicht zuletzt im Zuge wissenschaftlichen und medizinischen Fortschritts die veralteten, unrichtigen und diskriminierenden Ansichten zugunsten eines positiven Menschenbildes überholt:

Man weiß mittlerweile, dass die Menschen trotz ihrer genetischen Besonderheit bis ins hohe Alter lernfähig sind. Sie sind bildungsfähig, die meisten können mit geeigneter Unterstützung im Erwachsenenalter ein selbständiges, in der Regel sehr glückliches und relativ langes Leben führen, das im Durchschnitt heute 60 Jahre dauern kann!

Durch die weitere Verwendung des Ausdrucks Mongolismus und seiner Ableitungen werden allerdings ausschließlich veraltete, unrichtige, diskriminierende und rassistische Vorstellungen weitergetragen, obgleich diese längst zum Positiven hin überholt sind.

Eine schon vor Jahren vorgenommene Neubewertung zeigt sich auch in einer neuen Wortwahl:

Zeitgemäße Ausdrücke für die gemeinte Form von Behinderung sind Down-Syndrom und Trisomie 21. Der Mongolismus-Begriff und seine Ableitungen sollten vollständig weggelassen werden, denn solange sie angeführt werden, bleiben die damit verbundenen Assoziationen bestehen.

Liebe Grüße
Sabine, die gleich nach Velbert fährt, um sich die neue Down-Syndrom-Ambulanz im Klinikum Niederberg anzuschauen #freu

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Hallo Mimi,

wir haben keine NF-Untersuchung machen lassen.

Wir lieben unser Baby bereits jetzt. Egal ob es krank oder behindert sein sollte, könnten wir es doch nicht töten (=abtreiben) lassen.

Die meisten Behinderungen sind übrigens nicht genetische Natur und können weder über eine NF-Messung noch über eine Fruchtwasserpunktion vor Geburt ermittelt werden.

LG Multivitamin

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