Verzweifelte Gedankengänge

Hallo,
ich weiß nicht ob es dieses Unterforum passt. Ansonsten bitte gerne verschieben.

Das golgende sind ein paar meiner Gedankengänge, die ich zum ersten mal auf irgendeiner Weise preisgebe. Es wird vielleicht ein wenig wirr geschrieben sein. Aber Gedanken sind oft wirr.

Nun zum Thema:
Ich bin 36 und mit meiner Frau (35) seit 15 Jahren zusammen und seit 6 Jahren verheiratet. Die Verhütung haben wir erst nach der Hochzeit aufgegeben. Nach etwa 18 Monaten erfolglosem ''üben" haben wir eine Wunschklinik aufgesucht. In den letzten Jahren haben wir 5 x ICSI plus 1 x Kryo in zwei verschiedenen Kliniken hinter uns. Alles erfolglos. Sämtliche Tests wurden gemacht. Anhand der Tests ist es so, dass wir beide zwar "angeschlagen" sind, eine ICSI aber definitiv Erfolg bringen KANN.

Nun ist es ja so, dass eine ICSI für den Mann körperlich nicht viel abverlangt. Etwas Blut spenden. Etwas Spaß mit sich selbst. Viel Mehr ist es nicht. Die Frau hingegen belastet ihren Körper sehr stark. Unzählige Medikamente, Hormone, und was sonst noch. Nur um nach zig Wochen wieder am Telefon zu hören "Leider hat es diesmal nicht geklappt." Es ist sehr frustrierend. Es ist nämlich die andere Art von Belastung. Die seelische. Wenn ein Mann einen starken Drang nach einem eigenen Baby hat, dann belastet ihn absolut gleichwertig wie die Frau. Die dritte Belastung ist das Portemonnaie. Für mich aber die Kleinste. Ich würde den letzten Cent hergeben, wenn ich wissen würde, dass man letztenendes doch beschenkt wird. Das selbe denkt sich meine Frau auch beim Körper. Wenn ich beschenkt werde, ist mir mein Körper egal. Ich weiß nicht ob der Gedanke so richtig ist, aber er ist nun mal so.

Ich möchte aber über die zweite Belastung schreiben, die seelische. Mittlerweile ist man ja in einem Alter, in dem auch das letzte befreundete Paar den Wunsch hat ein Baby zu bekommen. Wir haben im Freundeskreis keine Freunde mehr, die nicht ein Baby oder zumindest Schwanger sind. Wir freuen uns bei jedem einzelnen Freund, dass sie Eltern sind oder werden. Aber wir können nicht verheimlichen, dass wir neidisch sind. Wir sprechen nicht darüber, aber wir tragen beide einen großen Korb voller Frust mit. Frust auf was? Keine Ahnung. Auf die ungerechte Welt? Vielleicht.
Um mal ein kleines Beispiel vorzuschieben. Wir können nicht einmal mehr gemeinsam TV schauen, weil immer irgendein dummer Spruch von einem von uns kommt, wenn ein Babythema gezeigt wird oder irgendwer schon wieder schwanger ist oder in der Art. Wir sind frustirert über Freunde, die ständig absagen und deren Kinder und die große Verantwortung als Eltern vorschieben.
Normalerweise sind wir ein ganz normales Aggressionsfreies Ehepaar. Aber die Belastung durch das unerfüllte Glück steigt der Frustpegel und auch die Verbalaggression ständig höher. Das will ich aber nicht. Das ist nicht meine Art.

Ich für mich habe akzeptiert, dass vermutlich niemals Papa werde. Ich weiß aber nicht ob ich mich damit abfinden kann, mit meiner Frau niemals Papa zu werden. Ich bin momentan nicht glücklich. Wirklich nicht glücklich. Ich weiß zum jetzigen Zeitpunkt nicht, ob ich jemals wieder richtig glücklich werde, solange ich mit meiner Frau kinderlos zusammen bin. Und dieser Gedanke macht mich zusätzlich kaputt. Ich weiß nicht ob ich sie noch liebe. Ich will mich nicht trennen. Aber ich weiß nicht ob es nicht die bessere Alternative wäre. Ich habe seit meiner Jugend nie geweint. Egal wie traurig etwas war. Ich hatte ein trauriges Empfinden. Aber nie geweint. Seit etwa einem halben Jahr weine ich. Manchmal viel. Manchmal weniger. Während ich diesen Abschnitt schreibe, musste ich auch weinen. Ihre Gefühle für mich sind nach wie vor unverändert. Zumindest zeigt Sie mir es.
Über meine Gedanken habe ich mit ihr noch nicht geredet. Aus Angst, dass es ein erster Anstupser zur tatsächlichen Trennung werden könnte. Und wie erwähnt. Ich will mich nicht trennen, habe aber nur den Gedanken, dass es für beide vielleicht die bessere Alternative wäre. Oder wäre es vielleicht besser, weiter mit ihr zusammenzubleiben, mit dem Risiko nie wieder richtig glücklich zu werden, Sie aber nicht zu verletzen. Ich mein, das sind 15 Jahre. Die schmeißt man ja nicht einfach weg. Außerdem leidet sie an einer Autoimmunerkrankung, bei der Sie über kurz oder lang auf Hilfe angewiesen sein wird. Und ich will nicht das Arschloch sein, dass sie verlassen hat, weil Sie krank ist. Ich fühle mich in der Verantwortung für Sie da zu sein.
Seit Tagen plagen mich die Gedanken: Was soll ich tun? Was soll ich machen? Was ist richtig? Was ist falsch.
Aber alles was ich weiß ist: Ich bin kaputt. Ich bin müde. Ich brauche Kraft. Ich brauche Hilfe.

Vielen Dank fürs lesen und habt Verständnis für das Durcheinander.

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Ich habe das noch mal im Unterforum "Trennung" gepostet, weil ich denke, dass es dort besser hinpasst.
Bitte hier schließen und löschen. Danke

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Hallo!

Ihr habt beide sehr viel durchgemacht bzgl. Kinderwunsch. Sowas geht an niemanden spurlos vorbei. Ich würde mir professionelle Hilfe- sprich Paartherapie - holen. Ich denke aus dieser Spirale kommt ihr alleine nicht mehr raus.

Alles Gute.
Gabi

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