Fast drei Jahre w√§re sie jetzt ūüėĒ

Hallo ihr Lieben.

Ich muss mir das mal von der Seele schreiben. Meine Tochter w√§re nun schon fast drei Jahre alt und zur Zeit muss ich wieder echt k√§mpfen. Ich erlebe diese Zeit zur Zeit schon wieder sehr intensiv. Ich muss sehr oft an sie denken und dann kommen mir auch schon die Tr√§nen.ich habe solche Sehnsucht,dass ich manchmal das Gef√ľhl habe es zerrei√üt mich. Mein kleiner Sohn gibt mir viel Kraft aber wenn ich allein bin √ľberrollt es mich manchmal einfach.


Meine Tochter hat nur viel Wochen gelebt und ist dann verstorben.die Zeit war sehr schwer,da die ss auch sehr schwer war und ich eine schwere gestose hatte.irgendwie h√§ng ich zur Zeit oft in dieser Zeit fest mit meinen Gef√ľhlen.


Och danke euch f√ľr eure Zeit und das ihr es gelesen habt. Ich w√ľnsche euch einen sch√∂nen Abend.

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Hey,

es tut mir sehr leid, dass eure Maus nicht bei euch sein kann. Unsere erste Tochter wäre nun auch schon 6 Jahre und auch ich kenne immer wieder solche Phase, wo die Gedanken wieder kreisen und die Sehnsucht so groß wird.

Kennst du dich Geschichte vom Trauerkind? Sie beschreibt sehr gut, dass es auch noch vielen Jahren immer wieder solche Tage geben kann.

Alles Liebe und versuch die Gef√ľhle einfach so anzunehmen, wie sie halt im Moment sind.

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Das Trauerkind
Der Moment, an dem wir unser Kind gehen lassen mussten, ist der Moment der Geburt unserer Trauer.
Und wie ein Neugeborenes verh√§lt sie sich auch. Sie f√ľllt unser ganzes Wesen aus, unseren ganzen Tag, unser ganzes Dasein. Wie ein S√§ugling den ganzen Tag von uns getragen wird, tragen wir die Trauer 24 Stunden. Wir sp√ľren ihr Gewicht k√∂rperlich in Form von Schmerz. Die Trauer liegt auf unserer Brust, nimmt uns die Luft zum Atmen, und trinkt unsere Energie. Es gibt nichts Anderes in dieser ersten Zeit, nur den Schmerz, die Kraftlosigkeit, die Trauer.
Aber ein S√§ugling entwickelt sich, zun√§chst unmerklich, dann mit kleinen Spr√ľngen. Pl√∂tzlich kann es von der Mutter wegrobben, eigenes Terrain entdecken. Es wird nicht mehr 24Stunden am Tag an der Brust getragen, will das auch nicht. Es braucht noch immer sehr viel K√∂rperkontakt, aber auch Freiraum. Und irgendwann schl√§ft es zum ersten Mal durch.
Und unsere Trauer? Verbl√ľfft stellen wir fest, dass wir die Trauer zwar noch st√§ndig sp√ľren, dass der k√∂rperliche Schmerz aber Pausen macht, Pausen an denen man zwar noch sehr intensiv trauert, aber wieder atmen kann. Die Lebensenergie wird nicht mehr unendlich abgezogen, Kleinigkeiten des Alltags sind uns wieder m√∂glich. Manche M√ľtter k√∂nnen das erste Mal nach langer Zeit wieder nachts schlafen, bei Anderen waren (wie bei manchen "lebenden Kindern") die N√§chte eigentlich kein so gro√ües Problem. Wieder ist das "Schlafenk√∂nnen" nicht das Ma√ü unserer Trauer oder gar unserer Liebe zu unseren Sternchen.
Dann kommt das Kind in den Kindergarten. Am Anfang macht sich die Mutter gro√üe Sorgen, denkt die ganzen 4 Stunden ununterbrochen an ihr Kind. Manche Kinder f√§llt der √úbergang leicht, andere klammern. Liebt eine Mutter ihr Kind weniger, wenn das Kind losl√§sst und geht? Nat√ľrlich nicht. Liebt eine Mutter ihr Kind weniger oder mehr, wenn das Kind mit 5 Jahren mehr oder weniger K√∂rperkontakt braucht? Nat√ľrlich nicht. Und nach dem Kindergarten kommt das Kind in die Arme der Mutter geflogen, holt sich die Geborgenheit die es braucht, und will erz√§hlen
Genauso ist es mit unserer Trauer. Nicht einschneidend, aber schleichend, gibt es Momente, an dem wir die Trauer nicht sp√ľren, an dem wir vielleicht √ľber Witze lachen k√∂nnen, einen Kuschelabend mit unserem Partner verbringen oder richtig aufmerksam einen Film ansehen k√∂nnen, ohne st√§ndig an unseren Verlust zu denken. Und wie bei den lebenden Kindern, so ist diese Entwicklung auch bei unseren Engelchen bei jedem Anders. Aber die Liebe ist immer die Gleiche. Und der Schmerz kommt dann auch zur√ľck, genauso nah genauso heftig wie man es schon gew√∂hnt ist.
Manchmal bekommt das Kind ein Geschwisterchen. Es ist eifers√ľchtig, weil das neue "Neugeborene" mehr Zeit und k√∂rperliche N√§he beansprucht, f√ľhlt sich vom Thron gesto√üen und f√§llt in alte Babygewohnheiten zur√ľck.
So kann es auch unserem Trauerkind gehen, wenn ein Folgekind kommt. Schon in der Schwangerschaft stellt sich oft die k√∂rperliche Trauer ein, diesmal verbunden mit Angst. Und ist das Folgebaby erst einmal da, sp√ľren wir den vorwurfsvollen "Blick" unseres Trauerkindes, manchmal wie k√∂rperlich "Und ich? F√ľr mich hast Du keine Zeit mehr, liebst Du mich nicht mehr?", und wir bekommen ein schlechtes Gewissen, glauben eine schlechte Mutter zu sein, die ihr totes Kind vernachl√§ssigt.
Irgendwann hat sich aber alles eingespielt. Das Trauerkind merkt, dass es auch Zeit f√ľr es gibt, dass es nicht vergessen ist. Auch das Folgekind lernt, dass noch ein Geschwisterkind auch die Liebe seiner Eltern mit beansprucht. Es wird zum Grab mitgenommen und wenn es √§lter wird, werden ihm Fotos gezeigt und es wird ihm erkl√§rt, was passiert ist. So wie Geschwister ganz selbstverst√§ndlich miteinander gro√ü werden, lernt auch das Folgekind, dass das Sternenkind das Trauerkind bei seinen Eltern gelassen hat, an seiner statt. Und da auch bei der gr√∂√üten Geschwisterliebe Streit unvermeidlich ist, werden auch da Machtk√§mpfe um die elterliche Aufmerksamkeit nicht ausbleiben. Manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn man sein Folgekind richtig gl√ľcklich anlacht, dann wieder wird das Folgekind zum "Kasper" oder "Haustyrann" wenn es merkt, dass Mama "zu lange" heute so still und nachdenklich ist. Aber irgendwie gibt es dann auch schnell wieder Vers√∂hnung.
Dann kommt das Kind in die Pubert√§t, lehnt sich gegen die Eltern auf, es gibt Zoff. "Lass mich in Ruhe. Du hast mir √ľberhaupt nichts zu sagen" etc. Die Liebe der Mutter wird ausgetestet bis zum geht nicht mehr, aber sie ist (meistens) immer noch da, auch wenn viele Jugendliche den Kontakt zu ihren Eltern fast ganz ablehnen, die T√ľren verschlie√üen.
Und unser Trauerkind: Jetzt passiert es zum ersten Mal, dass wir z.B. einen Kinderwagen ansehen, hineinschauen und das Baby bewundern, wartend auf das so bekannte Gef√ľhl des Schmerzes- und es kommt nicht. Wenn das zum ersten Mal passiert, erschrecken wir uns wahrscheinlich, denken "Ich liebe mein Baby nicht mehr. Ich sp√ľre den Schmerz nicht. Was bin ich f√ľr eine Rabenmutter". Aber die Trauer will nicht mehr "abrufbar" sein. Will einfach nicht mehr irgendwelchen Ritualen und Signalen gehorchen, will kommen und gehen, wann es ihm passt. Jetzt kann es sein, dass man von heftiger Trauer mitten in der Nacht geweckt wird, was wahrscheinlich schon lange nicht mehr passiert ist. Wie ein Jugendlicher, der nachts um 3 beschlie√üt seiner Mutter doch von seinem Liebeskummer zu erz√§hlen.
Dann irgendwann ist das Kind erwachsen, verlässt das Elternhaus. Stirbt damit die Liebe der Mutter? Nein. Nach einer Eingewöhnungszeit fängt die Mutter an, ihr Leben wieder ganz so zu leben, wie sie es möchte. Sie liebt ihr Kind, aber es ist aus dem Haus. Und jedes Kind ist anders. Einige rufen ihre Mutter 2 mal die Woche an, einige lassen sich noch eine Weile die Wäsche waschen und sie sehen sich häufig, wieder andere melden sich nur zu Weihnachten und Neujahr. Aber die Mutterliebe bleibt.
Und die Trauer. Auch die zieht irgendwann vielleicht aus, nur das warme Gef√ľhl der Liebe zu diesem Kind bleibt. Und der gelegentliche Anruf, das gelegentliche Gef√ľhl, das an den alten Schmerz erinnert, aber doch ganz anders ist.
Und wie es bei lebenden Kindern sein kann, dass auch nach vielen Jahren, die erwachsene Tochter mit einem Koffer in der Hand in der T√ľr steht, weinend in die Arme der Mutter fliegt und erst einmal wieder f√ľr ein halbes Jahr zur√ľck ins alte Kinderzimmer zieht, kann auch unser Trauerkind zur√ľckkommen, mal f√ľr einen Kurzbesuch, dann vielleicht sogar f√ľr eine ganze Phase. Aber ob das nun passiert oder nicht, die Mutterliebe ist die Gleiche.

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Oh Gott. Danke! Kannte diesen Text nicht
Poste ihn doch bitte auch mal im Forum dr√ľben.

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Hab ich mal gemacht. Ich finde mich in dem Text total wieder.

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