Komme nicht über den Tod meiner Oma hinweg

Hallo,
ich komme einfach nicht über den Tod meiner Oma hinweg. Sie ist am 3. August letzten Jahres gestorben und ich habe so viele unbeantwortete Fragen. Durch meine schwere Schwangerschaft konnte ich leider nicht zur Beerdigung geschweige denn sie ein letztes Mal sehen. Ich wüßte so gerne wie die letzten Tage und Stunden mit ihr waren. Es tut mir so unendlich doll weh das sie mir einfach so genommen wurde.
Ich liege nachts so oft wach und weine weil ich einfach nicht damit fertig werde. Mein Mann meint schon ich sollte vielleicht mal drüber nachdenken ob ich nicht mit einem Seelsorger sprechen möchte, aber ich wüßte nicht wo ich so jemanden finde und wie ich das Gespräch anfangen soll.
Hat von euch jemand so geliiten und wußte nicht weiter?
Würde mich ffreuen wenn mir hier jemand weiterhelfen könnte.
LG
Nadine

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Hallo Nadine,

ich weiß wie du duch fühlst.
Ich habe meine Oma am 20. Dezember 2006 verloren. Ich durfte die letzten Stunden bei ihr sein,.... habe aber sehr sehr doll geweint. Unter den Angehörigen gabs streit. ich bin im Zimmer meiner sterbenen Oma zusammengebrochen. krankenschwestern und Krankenpfleger kamen vorbei, haben aber nicht einmal gefragt ob ich etwas zur beruhigung brauch. Dank meiner Schwester lebe ich noch! Da ich Hyperventiliert habe, bekam ich keine luft mehr, Sie zog mich aus dem Zimmer auf den Flur und hat mich in den Arm genommen und mit mir Atemübungen gemacht! Wäre sied nicht da, wäre ich erstickt! kein scherz..


Das komplette erste jahr habe ich nur geweint! ich war sehr sensibel . Hatte ganz viele Albträume. keiner kam an mich heran.. Ich wollte keine Hilfe.. ich hab mir gesagt ich muss es selbst schaffen...

nun fast 3 jahre her, habe ich heute mit meiner Familie eine Gedenkfahrt gemacht, da meine Oma in der Ostsee beigesetzt wurde. Es war sehr hart für mich.... meine ganzen Gedanken wurden in meinem Kopf durchgeschüttelt. Alles kam wieder hoch..
Ich habe ihr vorher einen Broef geschrieben... wie sehr ich meine Oma immer noch liebe und dass sie mir fehlt...

es tut immer wieder gut, an deine Oma Briefe schreiben, und wenn du die Möglichkeit hast an den Ort bringen wo sie beerdigt wurde...


ich wünsche dir ganz ganz viel Kraft1 ich weiß wie du dich fühlst!
Sei ganz lieb gedrückt!

lg woman222

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hallo nadine,

auch mir geht es so wie dir...
ich habe meine oma vier jahre bis zum tod begleitet...tag für tag, stunde für stunde und jeden tag ein stückchen näher am tod...diese zeit war für uns beide schrecklich und doch hat sie unser verhältnis noch viel mehr gestärkt und uns noch mehr zueinander gebracht...ich hätte es nie für möglich gehalten, aber noch heute - mehr als zwei jahre nach ihrem tod - ist da dieses band zwischen uns...es gibt keinen menschen, der mir näher steht als meine oma, nichteinmal mein eigener mann...auch wenn ich sie nicht mehr berühren kann, so weiß ich, dass sie immer bei mir ist...das erste jahr habe ich jeden tag geweint, war täglich am grab und habe irgendwie versucht damit klarzukommen...irgendwann - ich weiß den auslöser nicht mehr - konnte ich nicht mehr ans grab gehen, weil es mir danach immer schlechter ging...
ich habe damals mit meinem arzt gesprochen, der mich damals auch während dieser pflegephase meiner oma betreuut hat und der hat mir nahegelegt eine therapie zu machen...
der gedanke daran war schwer, weil ich mir immer einredete "andere verlieren auch einen menschen und schaffen es allene", dennoch habe ich diesen schritt gewagt...und was soll ich sagen - es hat mir geholfen...natürlich bin ich immernoch sehr traurig und weine oft, aber ich kann diese gefühle inzwischen anders zulassen...
wenn du keine therapie machen möchtest - es gibt in vielen städten trauerbegleitungen, die z.b. von bestattern ausgeführt werden...dort sitzt man mit anderen trauernden in einer gruppe und spricht über seine emotionen...vielleicht hilft dir das ja ein wenig...
und wenn du dich doch für eine therapie entscheiden solltest, frag deinen hausarzt nache einem guten psychologen...ich musste auch erst lernen, dass es nichts schlimmes ist zu "so jemandem" zu gehen...heute bin ich froh, dass es solche menschen gibt...denn freunde mit denen man reden kann sind das eine - wirklich helfen kann meiner meinung nach nur ein fachmann, der die situation ganz nüchtern und von aussen betrachtet...

alles #herzlich und ganz viel kraft,

saskia

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lass dich mal#liebdrueck.

ich weiß wie es dir geht:-(. auch ich vermisse meine oma fürchterlich-und sie ist jetzt fast 5 jahre tot:-(.

Ich frage mich immer wieder ob es normal ist, dass ich immer noch nicht ohne anfangen müssen zu heulen auf den friedhof gehen kann etc.

Sie wird auch bei dir eine geliebte person gewesen sein-das tut wahnsinnig weh#heul

Wenn du magst kannst du dich gerne mal über VK melden#herzlich.

lg kathrin

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Liebe Nadine

ich weiß was du meinst. Meine über alles geliebte Oma ist im Sept. 07 gestorben, eigentlich ziemlich plötzlich.
Ich war die letzten zwei tage bei ihr und habe mich dann an ihrem Strebetag abends um 17 Uhr verabschiedet ("hab dich lieb" - "ich dich auch"#heul) und um 21Uhr ist sie gestorben.
Als ich sie das letzte mal umarmt habe, wusste ich schon das es das letzte mal ist, obwohl es meiner Oma endlich nach etlichen Wochen wieder besser ging.

Ich habe viele Wochen/Monate jeder Tag um sie geweint und tue es auch heute noch oft. Soooo vieles erinnert mich an sie. Ich war alleinerbin obwohl sie noch 5 Kinder hatte. Du kannst dir sicherlich den streit vorstellen der dadurch entstanden ist, aber meine Oma und ich waren ein Herz und eine Seele.
Das erste Jahr nach ihrem Tod war sehr schrecklich. Ständig waren die Gedanken da "vor einem Jahr haben wir noch ... getan, gefeiert, telefoniert ect" doch nun wird es immer erträglicher. Hört sich jetzt auch nicht schön an, aber ich habe meine Oma immer im Herzen und sie begleitet mich überall hin.
Was ich manchmal ganz schlimm finde ist, das ich das Gefühl habe, es gab sie gar nicht. Ich sehe die Fotos und all meine Erinnerungen (habe z.T. ihre alten Möbel) und trotzdem hab ich dieses Gefühl. Sie ist schon so lange nicht mehr da...

Ich wünsche dir ganz viel Kraft für deine Zukunft. Sprech dich aus und such dir hilfe.
Ich habe viel mit meiner Mutter sprechen können, aber irgendwann wurde es mir auch zu viel und ich musste meine Ruhe finden. jeder ist anders, also scheue dich nciht Hilfe anzunehmen.

glg Nina

#kerze meine allerliebste Oma
#kerze für unseren Opa Wolfgang den wir leider am Donnerstag beerdigen müssen#schmoll

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