Alzheimer

Hallo...

muss mich hier mal ein wenig ausheulen und mir was von der Seele schreiben. Mein Vater hat seit 6 Jahren Alzheimer. Jetzt ist noch eine Darmentzündung dazugekommen und er ist inkontinent geworden. Meine Mutter pflegt ihn und wohnt mit ihm zusammen. naja... sie pflegt ihn mehr schlecht als recht und mit Ratschlägen kommt man überhaupt gar nicht an sie ran. Ich selbst habe auch unter Darmentzündungen ab und an zu leiden (Colitis ulcerosa) und kenn mich ja aus. Aber sie will keinen Rat annehmen. Alles wird abgelehnt ... Stattdessen ruft sie jeden Tag an und jammert mich voll wie schlimm das alles ist und was nicht wieder alles passiert ist.

Ich kann nimma. Ich bin im 6. Monat schwanger und hab schon genug mit mir zu tun. Ich kann nicht noch Müllhalde für andere sein. Ich liebe meinen Vater. Und mach mir echt sorgen um ihn. Und was mich sehr trifft ist, dass er früher so viel für mich getan hat.... und ich kann ihm das alles nicht mehr zurückgeben.... Es kommt ja nix mehr an bei ihm. Er ist fast nur noch wie eine leblose Hülle... so krass sich das anhört. und in mir im Gegenzug wächst ein neues Leben heran! Ein Enkelkind, dass er vielleicht nie sehen wird. Geschweige denn er kann es begreifen, wer das ist....

Oh man... diese Krankheit ist so ungerecht und entwürdigend. Wenn man meinen Vater, den einstmals so stolzen und tollen Mann sieht, könnte man nur noch heulen. .....

Stellarjay

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und was ist mit Pfelgedienst?

Ich habe auch eine chronische Darmentzündung, Morbus Crohn, und ich weiß wie unangenehm sowas ist.

Ist die Ernährung dementsprechen umgestellt worden?

Es ist ja für beide kein Zustand, deine Mutter möchte so gerne alles für deinen Vater machen, aus Liebe oder auch aus Verantwortungsgefühlt. Aber deine Mutter wird ja auch nicht Jünger. Aber... wie es ihr vermitteln?

Man kann sie ja wegen sowas ja auch nicht übergehen, aber... ich würde vielleicht mal einen Termin mit der Krankenkasse ausmachen und wegen einer Pfelgestufe nachfragen. Vielleicht als Hausbesuch bei deinen Eltern?

Aber ich weiß nicht ob man jemanden diese Hilfe aufzwingen kann, weil einen Antrag könnte nur dein Vater oder Mutter stellen.

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Na dann kannst du ja genau wie ich verstehen, was da alles "passieren" kann....

Ernährung haben sie nicht umgestellt. Kortison bekommt er auch (noch) nicht. ... Aber es ist wohl schon extrem schwierig einem großen schweren Mann Zäpfchen einzuführen, die er nicht "halten" kann.... Er hat ja auch zusätzlich noch durch das Alzheimer das Inkontinenzproblem...

Pflegestufe hat der (II). Aber meine Mutti will keine Hilfe in Anspruch nehmen (mega stur)....

Stellarjay

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ohh mann,

Meine Schwester hatte mal eine nette Dame gepflegt, auch Alzheimer, fast bis zum Ende, aber dann hatte sie Pfelgestufe drei bekommen und dann hieß es, das man jemanden mit Pfelgestufe drei nicht mehr zu Hause Pflegen könnte.

Also, hat man die Gute Frau mit über 90 Jahren in Heim gesteckt. Aber wie heißt es.. eine Alte Eiche kann man nicht umpflanzen.

Aber, abwarten bis was schief läuft kann man ja auch nicht.

Da deine Mutter aber keine Leistungen in Anspruch nimmt, kommt ja auch keiner vom MDK kontrollieren?!?

Es würde dir nur der rechtliche Schritt helfen, falls deine Mutter kein einsehen hat. Das dir die medzinische Vormundschaft zugesprochen werden könnte.

Aber wer will sich schon mit seiner Mutter verzürnen?!?

Anonyme Anzeige wegen Unterlassung?

2

Deine Mutter braucht ganz dringend Entlastung. ABER nicht von dir!!!, sondern von einem kompetenten Pflegedienst.

War der MDK schon da und erhält dein Vater Pflegestufe I oder II?

Wendet euch an die deutsche Alzheimer-Gesellschaft. www.deutsche-alzheimer.de

Sprecht den Hausarzt an.

Einen Angehörigen mit Alzheimer zu pflegen ist wahnsinnig anstrengend und psychisch belastend. Deine Mutter als Angehörige braucht Hilfe.

Vielleicht kannst du ihr helfen, Hilfe zu bekommen?

LG
Christina

3

Hallo Christina,

mein Paps hat Pflegestufe II. Leider wollte meinem Mum bisher nichts in Anspruch nehmen wie Pflegedienst oder ne angehörigengruppe oder so .... ich hoffe nur, dass sie es selbst bald von alleine einsieht, dass es so nicht mehr geht. Sie ist psychisch total fertig und sie kann meinen Dad ja auch nicht mehr stützen, heben oder so weil er schon einiges mehr als sie wiegt. Sie ist dagegen nur noch ein halbes Hemd... Raucht, trinkt und ist nicht richtig.

Mache mir echt Sorgen um die beiden..

6

Ich kann deine berechtigte Sorge auch gut verstehen. Das Problem ist nur, wenn deine Mutter sich keine Hilfe holt und selbst zusammenklappt, ist deinem Vater -langfristig und kurzfristig- gar nicht geholfen.

Vielleicht mag deine Mutter sich selbst nicht eingestehen, dass sie Hilfe braucht in dieser schwierigen Situation.

Mach ihr einfach Mut (verbal) aber lass dich körperlich und sonstwie nicht zu doll einspannen. Vielleicht kontaktierst du mal -unverbindlich- einen Pflegedienst und holst dir Infos, die du dann deiner Mutter geben kannst.

Alles Liebe
Christina

5

Hallo,

du arme, ich danke, dass die ganze Situation auch für deine Mutter sehr belastend ist.

Ich stimme den anderen zu, es ist wichtig, dass dein Vater auch von einem Pflegedienst betreut wird. Die können ihm dann auch die Hilfe und Pflege geben, die er braucht. Außerdem kommen dann die Tipps und Anregungen für deine Mutter auch von außen und nicht von dir!

Sprich mit ihr oder mache einfach mal einen Termin vor ort, dann sieht vielleicht deine Mutter auch dass der Pflegedienst ihr eine Hilfe ist.

Euch alles gute
lisboeta

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Hatte/hab nen ähnlichen Fall in der Verwandschaft.
Mein Onkel zeigte vor drei Jahren auch alzheimertypische Anzeichen, weigerte sich aber stur, einen Arzt aufzusuchen.
Nach langem Zureden durch meine Tante, wurde dann wenigstens ein Hausbesuch "geduldet",
und der Arzt stellte die befürchtete Diagnose: Alzheimer.

Zwar wirkte das verschriebene Medikament (Reminyl) bei meinem Onkel sehr gut, aber andere körperliche Schwächen führten nach einem Jahr zu Bettlegrigkeit. Seitdem kümmerte sich meine Tante alleine um ihren Mann und weigerte sich, auch nur ansatzweise Hilfe (von uns nicht, von einem Pflegedienst shcon gar nicht) anzunehmen...
bis sie selber einen Schwächeanfall erlitt. Ihre Kinder (mein Cousin/Cousine) haben dann einen Pflegedienst beauftragt, der jetzt zumindestens vier Tage in der Woche meiner Tante die Arbeit abnimmt, und so kann sie auch wieder die benötigte "Ruhe" genießen und Kraft für ihre Aufgabe tanken.

Innerhalb der Familie ist es leider immer schwer, objektiv zu urteilen und Hilfe anzunehmen.

9

Liebe Urbianer,
dieses Forum ist wirklich großartig, sowohl um sich zu informieren, sich Rat&Tat zu holen oder durch die Beiträge Anderer einfach nur aus der "Ich steh alleine da"-Lethargie gezogen zu werden.

Da meine Oma seit zwei Jahren an Alzheimer erkrankt ist,
surfe auch ich regelmäßig durchs Netz, um nach neuen Ekrenntnissen der Forschung zu suchen oder mich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Heute bin ich bei meiner Tour durchs Gesundheits-Netz auf eine Studie gestoßen, die für alle Alzheimer-Betroffenen und deren Angehörige von Interesse sein könnte.
Die PAULA-Studie (Patienten- und Angehörigen-Unterstützung im Leben mit Alzheimer) hat untersucht wie die Lebenssituation von Alzheimer-Patienten aussieht und auch einen Blick auf die Erfahrungen mit den verschiedenen Präparaten aussieht. Hier einmal ein kleiner Auszug:

"Bei der Bewertung der vier für die Therapie von Alzheimer-Patienten zugelassenen Wirkstoffe sei Galantamin (Reminyl®) von den meisten beurteilenden Kollegen als die bei mittelschwerer Alzheimer-Demenz insgesamt am besten wirksame Medikation bewertet worden, so das Unternehmen. Die positive Wirkung auf die Lebensqualität der Angehörigen sowie deren Betreuungsaufwand sei nach Ansicht der meisten befragten Ärzte bei Galantamin am besten dokumentiert."

Kann nur empfehlen, sich in die Studie einzulesen:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/demenz/?sid=495929


Alles Gute und viel Kraft für alle!
Jukka

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