Demenz-Erfahrungen, bitte!

Hallo ihr Lieben,
weiss garnicht, wo ich anfangen soll.
Unsere Oma (88 J.) fing vor 2 Wochen an extrem unter Demenz zu leiden, richtige Wahnvorstellungen, ganz böse Filme hat sie sich eingebildet. (Teufel, Hexen, das Haus brennt, alle wollen uns umbringen,... ganz furchtbare Dinge) Etwas vergesslich war sie im letzten Jahr schon, aber das ging jetzt so schnell, wir stehen total neben uns ...
Haben sie letzten Freitag ins KKH gebracht, da sie nicht mehr genug getrunken u gegessen hat u wir hatten Angst sie allein zu lassen, müssen alle arbeiten. Sie muste die ganze Woche liegen u hat viel geschlafen (beruhigungsmittel ?) Sie verfluchte die Schwestern,...
Warum geht das jetzt so schnell, kann man das aufhalten? Sie sagt sie möchte nicht mehr, will zu Hause sterben, aber so bekommen wir sie nicht mit nach Hause.
Heute wurde sie in die Geriatrie (?) gebracht. Was heißt denn das?
Bitte hat jemand Erfahrungen, ich weiss nicht mehr weiter!
LG

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Hallo.

http://de.wikipedia.org/wiki/Geriatrie

Wenn Deine Oma nicht mehr allein zu Hause leben kann, dann ist sie in einer geriatrischen Station wirklich besser aufgehoben. Allein zu Haus kann sie sich und andere gefährden, z.B. wenn sie vergißt den Herd auszumachen und es anfängt zu brennen.
Das wenige Trinken spielt auch eine sehr große Rolle, daß die Demenz/Verwirrtheit zugenommen hat.

Ich wünsche Deiner Oma und Deiner Familie alles Gute.


Gruß Mary

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Hallo,

ich hatte mal eine ganz liebe Bekannte. Sie war eine herzensgute Person, immer. Hatte immer einen lieben Spruch, wenn man ihn gebraucht hat.
Sie würde älter.... immer vergesslicher. Dann wurde sie bei ihrer Tochter aufgenommen. Diese kümmerte sich rührend um sie. Aber sie wurde immer vergesslicher, wurde manchmal sogar richtig, richtig böse.
Da die Tochter weiter berufstätig sein mußte, entschloss sie sich schweren Herzens, ihre Mutter ins Pflegeheim zu geben. Wenige Tage später verstarb sie.
Man schreibt es wohl der Demenz zu, daß diese Menschen manchmal "bösartig" werden.
Mehr kann ich nicht dazu schreiben, möchte Dir und Deiner Familie aber viel viel Kraft wünschen!

LG

magda

3

Hallo,

ich habe dir gerade eine Nachricht zukommen lassen...

LG Nathalie #blume

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Hallo!
Wie kommst du darauf, dass die Symptome mit der Demenz zu tun haben.
Das was du beschreibst hört sich für mich eher wie Wahnvorstellungen oder Delir an. Diese können viele Ursachen haben: zu wenig Flüssigkeit, Medikamente,..
Und dagegen kann man was machen, was nicht heißen soll das alles wieder wie vorher wird. Dies kann auch im Zusammenhang mit einer (beginnender) Demenz stehen. Häufig kommt die schleichend bzw man bekommt die Symptome kaum mit. aber irgendwann wird es dann zu viel und es fällt auf.
Geriatrie ist die Altenheilkunde. Da ist die wahrscheinlich viel besser aufgehoben, da die sich viel mehr auf deine Oma einlassen werden und mit einem ganz anderen Konzept behandeln.
Also ich denke diese akuten Symptome von Verkennungen wird man in den Griff bekommen, ob sie mit der sogennanten Demenz weiter
selbständig leben kann muß man abwarten. Aber da gibt es mittlerweile ja auch viele Hilfsangebote.
LG

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Meine Bekannte hatte auch Demenz, es fing mit Vergesslichkeit an, die man auf das Alter (fast 80) schob, später hat sie Dinge vergessen, die man kurz vorher noch erklärt hatte... kurze Zeit später kamen die Wahnvorstellungen - Aliens...

Meiner Freundin ihr Vater haben sie zu Fuß auf der Autobahn aufgegabelt, er hat die Konservendosen versucht die Toilette herunter zu spülen, das Bett auseinander geschlagen, nachts um 3 anfgangen zu "kochen" - auch er bekam Wahnvorstellungen.

lg bambolina

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Danke, für eure lieben Antworten.
Ich weiss nicht, was ich machen soll, wenn sie nicht wieder nach Hause darf, ein Pflegeheim wäre ein absoluter Alptraum für sie. Die Geriatrie haben wir ihr als KUR verkauft, sonst wäre sie sicher nicht mit. Die klaren Momente werden immer weniger. Sie sagte noch, dass wir ja nicht ihre Püppi (unsere Tochter, 2J)mit bringen sollen, die würden sie verhexen. Das geht alles so schnell, man hat hatte keine Zeit sich damit zu beschäftigen. Ich weiss (sie sagte mal), so wöllte sie nicht leben, sie war immer eine sehr stolze Frau, der es immer sehr gut ging. Meinem Mann macht das sehr zu schaffen, aber er edet viel darüber, wir mußten uns noch nie wirklich mit der Angst, dass jemand stirbt aus einander setzten. Wir wissen, dass sie gehen will, hatte sich zu Hause zu Sterben hin gelegt. Ich hoffe, das sie nicht wartet, dass wir ihr zusprechen. Das bekomme ich nicht über die Lippen...
Danke nochmal!

6

Mein Schwager ist krankenpfleger und der war mal auf einer Fortbildung über Demenz. Da wurde ihm erzählt, das Menschen, die eigentlich sonst immer lieb und nett gewesen sind, sich plötzlich im Laufe der Krankheit wie umwandeln. Sie werden agressiv und neigen zu Tobsuchtanfällen. Ich selber habe auch einige Monate einen Menschen erlebt, der unter Demenz lit. Es waren ca. 3 monate und von Tag zu Tag wurde es schlimmer, man konnte den Verfall zusehen. Es ist furchtbar was man da mitmachen muß. Aber ich glaube und das könnte ein kleiner Trost sein, der Demenz kranke Mensch, bekommt von seiner Art nicht mehr viel mit. Ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft für die Pfelge deiner Oma, es wird wahrscheinlich sehr hart werden.

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Hallo!

Ich mache gerade eine Ausbildung zur Krankenpflegerin und bin seit 2 Wochen auf einer Geriatrie eingesetzt. Dort leidet jeder 2. Patient an Demenz. Ich finde es sehr hart, mit diesen Menschen umzugehen, da ich natürlich noch nicht so viel Erfahrung habe. Und Demenz ist nicht gleich Demenz. Es äußert sich bei jedem anders. Allerdings ist mir auch aufgefallen, daß dementkranke Menschen zum Teil sehr bösartig sind bzw. solche Phasen haben, und es ist manchmal sehr sehr schwierig, diesen Patienten etwas liebes und gutes abzugewinnen, ich gehe da zur Zeit wirklich an meine Grenzen emotional - es reicht von Wut über Trauer bis hin zu Angst, daß ich auch mal so werden könnte. Ich pflege und betreue sie nur, stelle es mir aber für die Angehörigen sehr schlimm vor, wenn ihr geliebter Mensch sich so verändert.

Wie geht es Deiner Oma denn körperlich? Das Schlimme ist ja oft, daß der Körper noch ganz gut funktioniert, so daß das auch Jahre dauern kann, bis sie endlich sterben können. Wenn Deine Oma tatsächlich im Sterben liegen sollte, würde ich sie auf jeden Fall nach Hause holen. Im Krankenhaus sterben die Menschen ganz oft alleine, das finde ich sehr schlimm. Die Schwestern haben einfach keine Zeit, sich dazu zu setzen und die Hand zu halten oder sonst irgendwie länger da zu sein. So würde ich es jedenfalls machen. Ansonsten kann ich Dir und Deiner Familie nur ganz viel Kraft, Mut und Geduld wünschen und daß Deine Oma irgendwann ruhig einschlafen wird.

Alles Gute,
Cosmic

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Hallo

Eine Demenz ist nicht aufzuhalten.Es gibt zwar Medikamente wie z.B.Normabrain ect.aber die ändern an der Situation meist wenig und gar heilen kann man eine Demenz nicht.
Wenn deine Oma nichtmehr alleine zu Hause sein kann,wird sie wohl in ein Pflegeheim müssen,oder jemand von euch gibt den Beruf auf um sie zu Hause zu Pflegen.
Es gibt auch die Möglichkeit eine private Pflegerin zu sich nach Hause zu holen,das hab ich in der ambulanten Pflege schon gesehen,die Frauen kamen meist aus Polen und lebten mit in der Wohnung.
Man muß sich aber auch vor Augen halten,dass eine Demenz sich immer weiter entwickelt.Und so leid es mir jetzt tut,es wird nicht besser werden,eher schlimmer.
Viele Demente werden agressiv,weil sie die alltäglichen Zusammenhänge nichtmehr verstehen und sich dadurch angegriffen fühlen.
Meiner Meinung nach sind hier professionelle Pflegekräfte gefragt wie sie im Altenheim zu finden sind.
Eine Geriatrie ist eine Station speziell für kognitiv erkrankte alte Menschen.

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Noch was vergessen:
Ich bin staatlich anerkannte, examinierte Altenpflegerin und arbeite seit 9 Jahren in dem Beruf.
Auf der Station auf der ich arbeite haben alle Bewohner eine Demenz.
Das fängt schleichend an mit vergesslichkeit und geht fließend über in abnormales, irrationales Verhalten.
Dann kommt eine gesteigerte Weglauftendenz hinzu-aber nicht bei allen.
Dann geht es soweit,dass die Menschen in ihrer eigenen Welt leben,meist in der Vergangenheit.
Sie sprechen wirr,können keine gezielte Antwort mehr geben.Dann verdrehen sie Buchstaben und reden irgendwann nur noch so,dass keine normalen Wörter mehr zu erkennen sind.
Im Endstadium sind sie meist Bettlägerig, sie müssen komplett gepflegt werden (waschen,Toilettengänge,Essen anreichen).Eine Inkontinenz ist meist unumgänglich,da das Gefühl zur Toilette zu müssen nicht als solches erkannt wird.
Ein dementer Mensch zu Hause ist ein 24 Stunden Job!!!
Ein Mensch der absolut dement ist erkennt auch meist die Angehörigen nicht mehr.
Diese Erkrankung ist furchtbar und für eine Familie so zum größten Teil nicht zu managen.

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Nochmals vielen Dank für eure offen und vorallem ehrlichen Antworten, habe zwar immer noch einen Kloß im Hals, wenn ich immer mehr darüber erfahre, aber es wird schon, irgendwie. Werde nachher mal anrufen, um zu hören, ob sie die Faht & Nacht gut überstanden hat. Leider ist die Klinik sehr weit weg :-(.
Ein sonniges Wochenende, wünsche ich euch!

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