24.1. vor zwei Jahren: Diagnose Down-Syndrom (Erfahrungsbericht-Buch)

Marianne Neeb: Lysander - Grenzerfahrung einer Mutter

„Nun ist er weg und ich muss noch 30 Jahre auf der Erde leben. Für mich ist es eine unendlich lange Zeit. Am liebsten wäre ich tot gewesen und mitgegangen.“ - Marianne Neeb erhielt am 24.01.2006 nach einer Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) in der 19. Schwangerschaftswoche die Diagnose Down-Syndrom / Trisomie 21 für ihren ungeborenen Sohn. Acht Tage später geht sie zur Abtreibung ins Krankenhaus. Die Wehen werden künstlich eingeleitet, Lysander wird am 02.02. mit einem Gewicht von 270g bei einer Größe von 22 cm auf natürlichem Weg aber tot von seiner Mutter entbunden.

Er wird am 9.2. im Familiengrab beigesetzt, bekommt einen Grabstein und am 23.6., dem errechneten Geburtstermin, erscheint seine Todesanzeige. In ihrem Buch berichtet Frau Neeb über die Zeit vor und nach dem Schwangerschaftsabbruch und möchte Frauen in einer ähnlichen Situation aufzeigen, auf was sie selbst von niemandem vorbereitet wurde: Den Tod des eigenen Kindes zu wollen und sich für einen legalen Schwangerschaftsabbruch wegen einer Behinderung zu entscheiden, reißt tiefe, schmerzhafte Wunden in die Seele der Mutter und hinterlässt Spuren in ihrer Familie, die sich nicht so einfach „wegmachen“ lassen, wie ein behindertes Kind...

In einem Artikel über das Buch schreibt Frau Neeb über Gespräche mit anderen Müttern mit ähnlichen Erfahrungen und muss erkennen: „Das kann keine verkraften. Manche holt es noch Jahrzehnte später wieder ein. Ein Arzt berichtet, dass noch Jahre später Mütter nach Unterlagen ihrer toten Kinder suchen würden.“ (LmDS, 9/2006, S.45) Frau Neeb sagt ein halbes Jahr nach dem Abbruch, mit ihrem heutigen Wissen würde sie sich nie wieder zu einem solchen Schritt entscheiden: „Gerade das, was man doch zusammenhalten wollte, wird im Nachhinein zerstört.“(ebd., S.46)

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Hallo!!

Ich habe sehr interessiert deinen Bericht und deine VK gelesen....
Das Thema Down-Syndrom ist fuer mich ein gespalltenes Thema...
Wir wuenschen uns nun auch ein Kind... da hatten wir mal dieses Thema... mein Schatz sagt er haette da kein Problem...
Wenn wir diese Dianose hoeren wuerden... wuesste ich ehrlich gesagt auch nicht was ich machen wuerde... wir leben in Griechenland und hier ist es leider nicht so einfach fuer "behinderte Menschen" ein rein gar nichts!!!

Ein grosses Bravo von dir fuer deine Hingabe...

lg
#herzlich
rena

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Hallo rena,

ein Down Syndrom bedeutet aber nicht, dass das Kind schwer behindert ist! Mein Mann arbeitete eine Zeit lang in einer Behindertenwerkstatt mit einigen solcher Jungen Menschen zusammen im Kuhstall und sie sind teilweise nicht viel anders als du und ich.
Wenn ihr ein Kind woolt, dann würde ich mir über diese Dinge wenige Gedanken machen, oder seid ihr vorbelastet?
In unserem nachbarort ist ebenfalls ein kleiner Junge mit Down Syndrom geboren und man merkt es ihm nur minimal an (vom Aussehen her ist es klar), aber er ist so ein süßer Junge, ich würde mir in diesem Fall gar keine Gedanken über Abtreibung verschwenden. Da gibt es schwerwiegendere Behinderungen, mit denen ich nicht klar käme.

Lg vb_82

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--- ohne Worte ---

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nja dass es ihr so schlecht geght hat sich diese Frau wohl selbst gesucht.
ich habe neulich eine Frau mit einem baby von 10 Monaten getroffen der hat DS.War das ein süsses sonniges baby. Die mutter war auch sehr stolz auf ihren Kleinen und berichtete mir wie sie den kleinen noch immer morgens und abends stillt (es ist gut für seine Mundmuskulatur) und wieviel Freunde ihr der kleine Nils macht! Sie hatte auch schon die Diagnose in der 16, Woche und sie entschied sich für ihr Kind. Ein grosses Bravo für diese Frau.
Beei DS würde ich jedenfall das kind behalten, diese menschen leiden nicht , ganz im gegensatz sind es oft sehr lebensfreudige Menschen ,die heutzutage auch als Erwachsene mehr oder weniger autonom leben können.

Cu Naomi

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danke für deinen hinweis auf das buch.

ich habe die nft nie messen lassen. aber es war mir auch immer klar, dass ich ein down-syndrom-kind behalten würde.
und trotzdem - die ganze erste und jetzt die zweite ss über verfolgen mich die gedanken, ob es wohl gesund ist. du hast den richtigen teil aus dem buch zitiert: "gerade das, was man doch zusammenhalten wollte, wird im nachhinein zerstört.".

ich hatte in der 2. ss viel mehr das gefühl, eine sicherheit betreffend der gesundheit des kindes zu brauchen, weil doch das erste unter einer allfälligen krankehit des 2. kindes leiden würde. aber es stimmt: mit dem wissen zu leben, einen bruder/schwester zu haben, der nicht lebt - das ist auch belastend.

ich wünsche mir ein gesundes kind - aber ich weiss, dass es kein recht darauf gibt.