Abschied vom ungezeugten Kind

Ein Grund, warum ich nie ein 2. Kind haben wollte, ist die Trauer. Diese elende Trauer, die man spürt, wenn wieder die Periode, anstatt einer Schwangerschaft eingetreten ist...
Nachvollziehen kann das nur jemand, der seinen Kinderwunsch ebenfalls nicht im Vorübergehen erfüllt bekommt.
Wie kann das sein? Wie kann man um den Verlust von etwas trauern, was nie existierte?
Nun, es ist die Trauer um eine Möglichkeit. Man begräbt buchstäblich die Hoffnung. Man begräbt einen sehr tiefen Wunsch auf ein kleines großes Wunder. Die Möglichkeit, ganz bald Mutter ( und auch Vater ) zu sein.
Neuer Zyklus, neues Glück, könnte man ganz einfach denken. Nach vorne schauen! Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Neue....
Dieses Gefühl der neuen Hoffnung stellt sich tatsächlich irgendwann nach ein paar Tagen ein. Aber mit dem Gefühl der neuen Hoffnung wächst auch die Angst. Die Angst davor, bald wieder trauern zu müssen. Spätestens dann, wenn die nächste Periode eintrudelt...
Genau diese Trauer ist seit heute wieder ein Teil von mir. Weil sich der tiefe Wunsch nach einem zweiten Kind irgendwann einfach nicht mehr wegschieben ließ sind wir wieder "am üben". Leider kam heute die Mens.

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Du sprichst mir aus der Seele... So viele Anzeichen, es konnte gar nicht anders sein und was kommt heute??? Die Mens. Ich bin traurig. Und meine Kleine fragt jeden Tag, ob das Baby schon in Mamas Bauch ist. Ihr Wunsch nach einem Geschwisterchen ist genauso groß...
Auf in einen neuen Zyklus...

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Na ja. Wenigstens alleine ist man hier nicht. Mein Sohn ist schon 11. Er ist in den Kinderwunsch nicht eingeweiht. Er hat aber unlängst gesagt, dass er froh ist, ein Einzelkind zu sein. Weil er so unsere ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt. Viel Glück uns beiden für den nächsten Zyklus...

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Ich kann gut nachempfinden wie es dir geht. Mit jedem negativem Test, mit jedem Vorboten der Mens wird diese Hoffnung zerstört, wäschst diese Traurigkeit, die Leere. Ich wünsche mir auch so sehr ein zweites Kind. Und dann schau ich meinen Kleinen an und schätze mich überglücklich, ihn zu haben. Dann wächst die Zuversicht, denn wenn es einmal klappt, wird es auch ein zweites Mal klappen.

Alles Liebe Dir#klee

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Danke. Dir auch alles Liebe! Mein erstes Kind bekam ich mit 26. Und selbst da brauchte ich schon 2 Jahre, um schwanger zu werden. Von daher ist es für mich echt schwer, positive Hoffnung zu verspüren.

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Ich versteh dich. Hab mein erstes mit 36 bekommen und hatte davor eine FG in der 11 ssw. Jetzt bin ich 39 und hab auch Angst, dass es nimmer klappt. Es ist zwar nicht leicht damit umzugehen, aber ich vertraue drauf, dass es noch einmal klappt.

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Fühle DIch erstmal ganz fest gedrückt!!!!
Ich kenne diese Trauer nach der Hoffnung und die Hoffnung nach der Trauer.
Und je nach Tagesform gelingt es mir, besser oder schlechter damit fertig zu werden. So nach dem Motto: "irgendwann wird es sicher klappen" oder "vielleicht ist es besser, wenn ich allein mit meinen beiden Kindern glücklich werde".
Meine Söhne sind in unsere Pläne eingeweiht und sprechen immer davon, was sein wird, wenn das Baby da ist.... Das macht mich immer sehr traurig und gleichzeitig froh und optimistisch. Schwer zu beschreiben,

Wir versuchen es weiter, und ich kann nur hoffen, dass irgendwann unser kleimer Engel zu uns kommen wird.

UNd die ganz wichtige Botschaft: WIR SIND NICHT ALLEIN!!!

LG

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Du hast es auf den Punkt gebracht!!!

Fühl Dich gedrückt.

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Vielen lieben Dank!

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Fühl dich gedrückt!

Ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen. Wir haben recht lange für unser 1. Kind "geübt" und hatten davor eine MA in der 8. Ssw. Als unsere Tochter geboren wurde, war ich 37 Jahre alt.

Mein Mann wollte unbedingt ein zweites Kind. Ich auch, aber...

Die Angst vor der KiWu-Zeit, das Hibbeln, Pimp my eggs-Tabletten, Temperatur messen, eventuell KiWu-Klinik und Stimulation... die seelische Belastung... Ich wollte das alles nicht mehr. Ich war dankbar für und glücklich mit unserer Tochter.

Trotzdem willigte ich ein, es nochmal zu versuchen. Es klappte relativ schnell wieder. Ein Schock! Soviel Glück kann es doch gar nicht geben. Ich war zu der Zeit Ende 37.

Und dann auch noch Zwillinge... wir waren überglücklich. Dann wieder ein Schock... beim 2. US hatten sich beide Würmchen nicht weiterentwickelt. MA in der 9. Ssw. Für mich brach eine Welt zusammen. Ich wollte das nie mehr erleben!

Dann wurde ich 38 und mein Mann wünschte sich immer noch so sehr ein 2. Kind. Wir haben viel darüber gesprochen. Zwei Sätze, die er mir sagte, haben mich letztendlich überzeugt weiter zu machen:

1. Es braucht nur EINEN Glückstreffer, einen Einzigen.

2. Wir hören sofort auf, wenn du es nicht mehr ertragen kannst. Du bestimmst.

Tja, wir haben weitergemacht und ich wurde wieder schwanger. Die Angst ist groß... unbeschreiblich, aber die Hoffnung schwingt auch jeden Tag mit und gleicht die Angst wieder aus. Ich bin auch ein bisschen stolz auf mich, dass ich trotz der Fehlschläge so mutig war weiter zu machen. Bei der Geburt werde ich wahrscheinlich 39 sein.

Lg, babyelf mit babygirl (15 Monate), babyboy im Bauch (15+5) und ⭐⭐⭐

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Alles Gute Dir! Du hast echt Power!

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Hallo,
ich kann das, leider, sehr gut nachvollziehen. Meine Tochter bekam ich mit 31 nach 2 Jahren klappte es endlich.

Seit März 2015 wünschen wir uns Nr.2. Hoffnung das es noch klappt ist eigentlich keine mehr da. Zusätzlich läuft uns langsam auch die Zeit davon. Ich bin jetzt 37.

Ich wollte immer 3 Kinder... :-(


Es tut mir für meine Tochter sehr leid, das sie vermutlich nie Geschwister haben wird.

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Ich bin schon 38. Und wollte ursprünglich auch 3 Kinder.

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Und jetzt komm ich mit Logikkeule: was sagt denn dein Arzt dazu?

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Beim Arzt war ich noch nicht.

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Also bevor ich mich vom KiWu verabschieden würde, würde ich mal alles durchchecken lassen.

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Ich Reihe mich auch ei😞 Menschen seit Freitag wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht 😪

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Scheiss autokorrektur... mens nicht Menschen 🤦‍♀️

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Schade! LG

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Wenn man so an die Sache heran geht, dann darf man auch keinen Blumenstrauß aufstellen, weil er irgendwann verwelken würde, man dürfte kein Haustier haben, weil es irgendwann sterben würde, man dürfte keine Freundschaften beginnen, weil sie irgendwann ieder enden, man dürfte keine Liebesbeziehung eingehen, weil der Partner sterben könnte und einen all dass dann traurig machen würde. Trauer gehört zum Leben dazu. Wenn man sich vor der Traurigkeit schützen will, dann verpasst man auch die Freude und die schönen Momente im Leben....

Ich kenne die Traurigkeit und die Hoffnungslosigkeit beim einsetzen der Mens auch... aber das geht vorbei, deswegen sollte man sich nicht den Wunsch auf ein zweites Kind verbieten.

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Ich habe es mir aber viele Jahre verboten. Ich habe schon genug Trauer in meinem Leben gehabt. Jetzt muss ich da wohl durch, bis es hoffentlich klappt. Aber Du hast recht. Die Trauer geht vorbei! Um Freude empfinden zu können, muss man auch Trauer spüren können.

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