fernehe? vorsicht lang!

hallo zusammen,


ich bin sehr am grübeln und bräuchte mal eure meinungen.

ich lebe mit meinem mann und unseren beiden kindern in einer stadt die ich nicht besonders mag, mich aber einigermaßen eingelebt habe. wir sind hier weil mein mann hier arbeitet, mittlerweile haben wir hier auch ein paar freunde. meine mutter wohnt 300km entfernt und der rest der familie 600km,
genau wie unsere besten freunde.
jetzt hat sich vor kurzem eine gelegenheit für uns ergeben in meine heimatstadt zu gehen, mein mann hat dort ein jobangebot bekommen. ich hab mich tierisch gefreut und mir ist erst da aufgefallen wie groß mein "heimweh" eigentlich ist. ich vermisse meine alten freunde und fänd es super wenigstens eine oma in der nähe zu haben. abgesehen davon wäre für mich beruflich dort mehr möglich, auch wenn das noch zukunftsmusik ist, da unsere kleine erst 4 monate alt ist.

nur leider will mein mann lieber hier bleiben, er ist glücklich in seinem job und bezweifelt das der neue job genau so viel spaß machen könnte. er sieht zwar auch das es für uns in erster linie vorteile hätte, hängt aber sehr an seinem job. dann kam die überlegung ob wir nicht trotzdem in die stadt ziehen, er aber weiterhin hier arbeitet, was bedeuten würde das er nur wochenends zuhause wäre, nichtmal jedes, da er oft auch an den wochenenden arbeiten muss.

auf der einen seite verletzt es mich zu hören das ihm die arbeit hier so wichtig ist das er es in kauf nehmen würde mich und die kinder nur noch am wochenende zu sehen. auf der anderen seite ist es natürlich wenigstens für mich die möglichkeit viele leute die ich vermisse wieder in der nähe zu haben und nur noch einen zu vermissen, allerdings ist es mir wichtiger mit meinem mann zusammen zu sein als mit meinen freunden und meiner mutter. ich kann nicht abwägen was besser ist. freunde und familie in der nähe zu haben ist sicherlich auch für unsere kinder toll (überhaupt das ganze umfeld dort), aber der papa ist doch eigentlich wichtiger.
ich vermisse das alles aber so sehr und die vorstellung abends oder am wochenende zeit mit freunden zu verbringen, statt allein darauf zu warten das mein arbeitstier nach hause kommt ist zu verlockend.
irgendwie macht es mich aber auch wütend das mein mann nicht einfach sagt: "gut, du hast jetzt 5 jahre lang zurückgesteckt und mit mir alles daran gesetzt meinne träume zu verwirklichen, jetzt stecke ich mal zurück und helfe dir deine träume zu verwirklichen." das würde uns nämlich auch unserem gemeinsamen traum (einen resthof im umland meiner heimatstadt kaufen) zu mindest örtlich ein stück näher bringen. das macht mich wütend und verletzt mich und an abenden wie heute (er ist jetzt erst auf dem nach hause weg, obwohl er versuchen wollte rechtzeitig zum essen da zu sein), denk ich, leck mich wir ziehen dahin und dann kann er in der woche meinetwegen 24 std am tag arbeiten und uns am wochenende "besuchen" kommen. ich weiß aber das ich mir vorwürfe machen würde wenn unser großer traurig nach dem papa fragt oder die kleine ihn anfremdelt. die selbstvorwürfe würden wahrscheinlich in wut auf meinen mann übergehen, schließlich gäbe es ja eine chance das wir alle dort glücklich werden, er versucht es ja nichteinmal.

er hat das angebot noch nicht abgelehnt obwohl er mir gesagt hat das er hier bleiben will. er bleibt mit der firma im gespräch, weil er sagt er will dem ganzen wenigstens die chance geben es sich genau anzugucken. das macht mich wahnsinnig denn ich hoffe dadurch immer noch. hätten die nur nie ein angebot gemacht... seit ich davon weiß, geht es mir nicht mehr aus dem kopf. ich weine fast täglich weil ich so gerne zurück will und nicht weiß wie. dabei hatte ich mich in dieser verhassten stadt hier gerade einigermaßen arrangiert und mich auf den sommer gefreut.

es ist einfach zum kotzen, egal wie ich es drehe und wende. sollte er doch auf das angebot eingehen, weiß ich das er seiner jetzigen arbeit hinter her trauert und dadurch besteht die möglichkeit das er dort nicht glücklich wird. das würde er mir vorwerfen und das ehedrama wäre perfekt. aber mir fällt es sehr schwer ihm nicht vorzuwerfen das ich seinedwegen in dieser beschissenen stadt hier sitze und das ja auch die meiste zeit ohne ihn.



vielen dank fürs lesen, ich bin echt ziemlich ratlos.

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Ein Kompromiss wäre wahrscheinlich wirklich nur die Fernehe. Du bist in Deiner Umgebung und Er in seiner Firma.

Wenn es dir wirklich wichtig ist, nimm den Kuhhandel an. du kannst jederzeit Deine Verwandten besuchen und bist nie auf dich allein gestellt. Wenn Dein mann zu Hause ist, wirst du ihn kaum mit Vorwürfen quälen sondern froh sein, daß er da ist und ihm das auch zeigen. So eine Fernbeziehung hat eben auch ihre Vorteile. Man streitet weniger und freut sich mehr auf den anderen.

Ja, wenns denn nicht anders geht, warum nicht? Ich würd es nicht NUR negativ sehen. Probiert es doch einfach mal aus. Wenn es nicht gut geht müsst ihr Euch eh was anderes überlegen!

lg
Mia

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"So eine Fernbeziehung hat eben auch ihre Vorteile. Man streitet weniger und freut sich mehr auf den anderen."
Sprichst du aus Erfahrung? Ich denke eher nicht.

Wenn beide partner die ganze woche getrennt verbringen, haben auch beide mit anderen menschen andere dinge erlebt.
Das ist nicht immer kompatibel.

Ich habe mal, zwangsweise eine WE-ehe geführt, ca ein jahr lang( da waren wir schon vier jahre verheiratet).

Am WE sah man sich wieder, er mit seiner Erfahrung, was im Job war, ich mit meinen Dingen...aber das passte irgenwie alles nicht.
Das kam bei mir so weit, dass ich mich gar nicht mehr freuen konnte, wenn er zum WE kam, war irgendwie fremgeworden und ein Störfaktor in dem Leben, das ich mir eingerichtet hatte.

Nach diesem jahr gings dann wieder, als wir zusammenlebten und vor zwei Jahren haben wir 25. Hochzeitstag gehabt... :-)

Aber eine längere Fernbeziehung hätte, aus meiner sicht gesehen, unsere Ehe kaputt gemacht.

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