Mein Freund sieht sich überall als Opfer

Hi ihr lieben. Was denkt ihr darüber? Er sieht sich überall als Opfer. Bei der Arbeit, Jugendamt, Ex und mich.

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Ich kenne ihn ja nicht.

Aber ich hatte mal einen Ex, der auch so war. Schuld waren IMMER die anderen. Seine ganze Familie war so. Die haben wirklich viele Probleme gehabt und einiges selbstverschuldet; aber da fehlte jegliche Reflexion.

Ich fand das wirklich anstrengend, denn wenn man kritisch hinterfragt oder was angemerkt hat, kam immer nur „du hast ja keine Ahnung.“ Hm.

Ich bin froh, dass ich mit dieser Familie nix mehr zu tun hab (zumindest kaum noch, ab und zu hört man über gemeinsam bekannte voneinander) und diese Familie ist einfach immer noch so!

Es gibt Leute, die viel Pech haben, die auch mal jammern dürfen. Aber den Fehler NIE bei sich suchen oder zu überlegen, wo der eigene Anteil liegt, ist für mich tatsächlich eine nicht tolerierbare Charaktereigenschaft geworden!

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Ohne konkrete Beispiele schwer einzuschätzen. Aber ich denke eine neutrale Meinung würde ihm ganz gut tun. Leider wollen diese Menschen meistens nur Bestätigung ihrer Meinung.

Oder lies mal das Buch "Der geile Scheiß vom glücklich sein". Da gibt es ein Kapital wie man am besten mit Leuten, die sich im "Opferland" (Begriff des Buches) befinden umgehen sollte.

https://www.amazon.de/-/en/Andrea-Weidlich/dp/3747400531/ref=sr_1_1?crid=2CAG7E47TSOWB&dchild=1&keywords=der+geileschei%C3%9F+vom+gl%C3%BCcklichsein&qid=1610615539&sprefix=der+geile%2Caps%2C191&sr=8-1

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Kann man nicht viel machen. Um sich zu ändern, muss man die Dinge erstmal sehen. Wenns Probleme beim Sehen gibt, gibt es wenig, was man als Außenstehender machen kann.

Lieb ihn so wie er ist oder nehme einen anderen.

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Nimm*

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Ein Beitrag mit unglaublich viel Mehrwert ;)

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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es immer Menschen gibt, bei denen das Gals partout halb leer statt halb voll ist, die immer nur schwarz sehen und denen dazu noch die Fähigkeit fehlt, ihr eigenes Handeln zu reflektieren. Ist ja auch immer bequem, die Schuld bei anderen zu suchen, keine Frage. Wenn man schon immer negativ an Dinge rangeht, können die ja auch nicht gelingen. Ist ne Spirale, die derjenige selbst durchbrechen muss. Aber wahrscheinlich ist das ein Verhaltensmuster, das man schon seit frühester Kindheit mitbekommt oder was durch irgendeine Situation ausgelöst wurde. Das kann man vielleicht ein wenig abschwächen, aber richtig ändern wird man solche Menschen wohl nie. Dein Partner wird ja auch schon immer so gewesen sein. Sowas fällt halt mit der Zeit immer mehr ins Gewicht und nervt alle Außenstehenden (und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man selbst mit so einer Einstellung und Sicht auf die Dinge und Mitmenschen glücklich durchs Leben gehen kann).
Vielleicht kannst du ihm immer mal einen Anstupser geben und deine Sicht auf die Dinge schildern, falls er das nicht als Angriff wertet und dich damit verteufelt (nach dem Motto: "du bist ja auch gegen mich"). Mehr fällt mir da aber tatsächlich nicht ein.

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Mein Ex sah sich auch überall als Opfer. Die Kollegen haben ihn gemobbt, die Exfreundin gestresst (die Ex wusste noch nicht mal, dass sie mal zusammen waren), der Vater hat ihn nicht respektiert usw..

Am Ende hat er mich regelmäßig zu sexuellen Handlungen gezwungen. Danach hat mir seine Schwester erzählt wie sehr er unter mir leiden würde, weil er mich regelmäßig verprügeln musste. Der arme Mann konnte leider auch nichts im Haushalt machen. Deshalb musste er androhen mich umzubringen.
Er war also auch bei mir das Opfer.


So jemand ist in erster Linie für mich ein passender Ex.

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