Unordentlicher Mann

Hallo liebe Community,

mein Partner ist chaotisch, unordentlich und unorganisiert.

Dadurch habe ich viel mehr Arbeit. Wenn ich morgens aufstehe, ist die Küche unordentlich, die ich am Abend erst geputzt und aufgeräumt habe. Oder er stellt Sachen irgendwo hin und ich muss sie erst mal suchen, wenn ich sie brauche. In der Spielecke von unserem Kind liegt Kleidung. Das regt mich vor allem auf, da ich versuche, unserem Kind Ordnung beizubringen. Wir räumen zusammen die Spielsachen weg und am Morgen liegt dann Papas Jacke über dem Holzofen, seine Hose vor dem Regal mit den Spielsachen und seine Tasche auf den Musikinstrumenten. Was lernt unser Kind denn dadurch?

Auf Kritik reagiert mein Partner sehr unterschiedlich. Manchmal ist er einsichtig und sagt, ich solle ihn darauf hinweisen, bis er es lernt. An anderen Tagen meckert er mich an, ich sei auch nicht perfekt.

Meistens komme ich gut damit zurecht, aber heute bin ich einfach müde und erschöpft und da ist mir das dann zu viel.

Viele Grüße

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Hallo,

ich befürchte das ist etwas, was sich nicht ändern wird.
Entweder man lernt damit zu leben, oder man kann halt nicht zusammen leben.
Ich war 25 Jahre mit so einem Mann verheiratet und hatte mich irgendwann damit abgefunden. Mein neuer Partner hat die gleiche Vorstellung von Ordnung wie ich und ich bin immer wieder fassungslos wie schnell wir mit allem fertig sind und was für Zeit ich damals fürs aufräumen investieren musste und es war trotzdem nie schön.
Ich habe mich nicht wegen der Unordnung getrennt, aber ich glaube die innerliche Unordnung und Unfähigkeit sich zu Organisieren und mich auch wichtig zu nehmen spiegelte sich einfach auch durch seine äußerliche Unordnung wieder.
Vielleicht ist das bei Dir ja aber anders, dann könnte man ja vielleicht damit leben.


Liebe Grüße und alles Gute!

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Danke für deine Antwort. Es stimmt, dass es wirklich sehr zeitaufwendig ist, wenn man für jemand anderen auch noch alles wegräumen muss. Schön, dass dein neuer Partner dir da ähnlicher ist.

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Ich denke schon, dass sich Ordnung grundsätzlich lernen lässt, wenn Dein Mann es möchte. Es reicht aber nicht, dass Du ihn nur darauf aufmerksam machst.

Du müsstest ihn mehr an die Hand nehmen und ihm die Routinen beibringen. Wenn er die Routinen immer wieder macht, prägt es sich auch bei ihm ein.

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Danke für deine Antwort. Ich frage mich gerade nur, wie sich das umsetzen lässt. Es würde sich komisch anfühlen, ihm alles genau so wie unserem Sohn zu erklären. Und wenn ich ihn darauf hinweise, dass er seine Sachen vom Tisch räumen soll, weiß er (mehr oder weniger), was zu tun ist. Manchmal sage ich noch etwas wie: "Das Salz kommt zu den Gewürzen." Seine eigenen Sachen wirft er meistens einfach in seinen Kleiderschrank, aber ich finde, dass das seine Angelegenheit ist. Oder kannst du deine Anregung vielleicht etwas weiter ausführen?

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Ich wollte vorhin nicht die Wortwahl nehmen, aber im Prinzip ist es nicht viel anders als beim Kind. Dein Mann hat diese Ordnungsroutinen nicht von Zuhause mitbekommen und müsste das nachlernen.

Je nachdem womit er gut zurecht kommt, könnte man ihm zum Beispiel eine Checkliste an die Hand geben, den er zu gegebener Zeit abhackt, zum Beispiel:

Abends:
- Durch die Wohnung gehen, Kleidung wegräumen
- Müll rausbringen
- Geschirr in die Spülmaschine
etc.

Anfangs wird es mühsam sein, wie alles neue. Es ist wie beim Autofahren lernen, am Anfang würgt man den Motor ab und vergisst den Blinker, nach einer Weile schleift sich alles ein und man fährt fast automatisch. Er muss nur dran bleiben.

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Das ist ein Problem ja, ihr solltet gemeinsame Routinen entwickeln. Sowas wie: vor dem zu Bett gehen aufräumen, vor dem Haus verlassen aufräumen.
Feste Plätze für bestimmte Dinge, gerne auch beschriften. Usw.
Er hat Ordnung nicht gelernt und muss es halt jetzt lernen.

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Ich weiß nicht. Wenn ich alleine gewohnt hatte musste ich nie vor irgendwas aufräumen. Es war einfach immer ordentlich, weil ich direkt alles weg mache und besonders NIE leer gehe. Bis auf alle paar Tage mal durch putzen musste ich nicht viel aktive Zeit aufwenden oder mir irgendwelche Routinen einprägen.🤷🏻‍♀️

Aber egal mit welchem Mann ich bisher zusammen gewohnt habe, es endete immer in Mehrarbeit für mich und es sah trotzdem meistens unordentlicher aus. Klar räumten sie es dann weg, wenn ich drum gebeten habe, aber da hat doch niemand Lust drauf.

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Das ist bei uns genau so. Erst seit ich mit ihm zusammen lebe, investiere ich wirklich Zeit ins Aufräumen. Vorher ein paar Minuten nach dem Essen Küche aufräumen und solche Aktionen, die nicht vergleichbar sind mit dem Chaos, das er hinterlässt. Dann bekamen wir noch ein Kind. Und seitdem habe ich das Gefühl, ständig aufzuräumen oder Sachen zu suchen, die nicht an ihren Plätzen sind.

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Sag ihm einfach, dass seine Sachen die nicht aufgeräumt sind das nächste mal im Mülleimer landen - und mach das dann aber auch. Du wirst sehen wie lernfähig er ist.

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So leid es mir tut, aber diese Art der Auseinandersetzung werdet ihr wohl auch zukünftig austragen. Warum?- Ganz einfach, eure Grundwesen sind verschieden:
Du liebst Ordnung und das alle Sachen ihren festen Platz haben. Dein Mann hingegen findet auch im Chaos seine eigene Ordnung.

Jetzt gilt es einen für euch möglichst guten Kompromiss zu finden.

Auch ich bin ein Chaot durch und durch: meine Sachen werden dort abgelegt wo ich gerade stehe/sitze etc und trotzdem finde ich alles was ich brauche. Manchmal dauert es halt länger- aber mich stört es nicht. Mir ist hingegen Sauberkeit wichtiger, als Ordnung. Natürlich stelle ich die Grundordnung irgendwann wieder her- aber eben nach meinem Empfinden und nicht unmittelbar nach Gebrauch.
Mein Mann ist eher wie du: Alles hat einen festen Platz (ich betone einen von ihm definierten festen Platz!).

Der einzige Ort wo meine Sachen einen festen Platz haben ist die Küche. Und was soll ich sagen, er bringt mir diese einzige Ordnung durcheinander- weil es in seinem Sinne dort „besser“ aufgehoben ist. Aber: wenn es mich stört, mache ich es einfach selbst.

Und das ist auch unser Kompromiss: Wenn es einen selbst stört, dann mache es doch auch selbst weg, weil es einen selbst stört. Wenn ich es selbst nicht wegmachen will, dann kann es gar nicht so wichtig sein.
Ehrlich gesagt wäre es mir als Chaot zu umständlich, den anderen erst herzitieren zu müssen um ihn mit erhobenen Zeigefinger zu ermahnen (er nennt es bitten), dass er etwas wegräumen soll. In der Zeit hätte ich es schon längst weggeräumt und meine Welt wäre für mich wieder in Ordnung- denn für den anderen war sie es ja auch vorher. Will ich es selbst nicht wegräumen, warte ich halt bis es den Partner selbst stört.

Deinem Kind kannst du immer noch Ordnung beibringen!

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Danke für deine Antwort.

Zu den festen Plätzen: Ich habe ihm auch schon angeboten, dass wir meine Ordnung verändern. "Möchtest du die Gewürze / Teller / Töpfe woanders aufbewahren? Was müsste sich in der Garderobe verändern, damit du deine Jacke aufhängst und die Schuhe wegräumst?" Aber er hat kein Konzept, das ihm lieber wäre.

Natürlich räume ich viele seiner Sachen schon selbst weg. Ich würde sagen, dass ich ihn vielleicht jedes dritte oder vierte Mal darauf hinweise, dass er bitte den Tisch abräumt, nachdem er gegessen hat oder seine Kleidung aus der Spielecke nimmt. Es nimmt nämlich einfach viel Zeit in Anspruch, wenn man gerne in einer ordentlichen Wohnung wohnt, aber mit einem Chaoten zusammen lebt.

Die leeren Gläser und Tassen auf seinem Nachtschrank und das Chaos in seinem Schrank ignoriere ich. Auf leere Shampooflaschen in der Dusche oder leere Kekspackungen im Schrank spreche ich ihn schon gar nicht mehr an. Meistens räume ich die einfach weg. Manchmal lege ich sie ihm auch mit anderen Sachen, die ich in der Wohnung eingesammelt habe, auf den Schreibtisch.

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Hm, nun frage ich mich, ob er ein Chaot ist oder einfach nur faul ist :D.
Hast du mal beobachten können, wie lange etwas liegen/ stehen bleiben muss, bis er es wegräumt?
Ich mache mir oft den Spaß mit meinem „Ordnungsfreak“: wenn die Klorolle alle wird, dann entsorgt er nie, wirklich nie die leere Rolle und das obwohl der Eimer direkt neben dran steht. Komischerweise stört ihn das nicht. Nach der dritten leeren Rolle habe ich es aufgegeben(Für mich ist es trotzdem lustig als Chaot).

Hat er jemals einen Raum komplett ordentlich und sauber gemacht? Vielleicht hilft es ihm einen konkreten Raum zuzuweisen, den er wöchentlich 1xputzen muss (mit allem was dazu gehört). Vielleicht merkt er dadurch, dass es einfacher wird, wenn man den Raum erst gar nicht so verkommen lässt im Laufe der Woche;). Nur so als Tipp.

Für mich hört es doch eher aktuell so an, dass er die Rolle des Aufräumens bei dir sieht und das ist nicht ok- Chaot hin oder her- jeder muss im Haushalt mit anpacken.

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Ja, so ein Exemplar hab ich auch zuhause. Ändert sich nicht, da kannst du machen was du willst.

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Ich auch. Das ist der Grund dafür, dass ich nie wieder mit einem Kerl zusammen ziehen würde. Manchmal tagträume ich davon, allein in einer ordentlichen Wohnung zu leben, in der ich mich nur um meinen eigenen Dreck kümmern muss. *seufz*

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"Manchmal tagträume ich davon, allein in einer ordentlichen Wohnung zu leben, in der ich mich nur um meinen eigenen Dreck kümmern muss. *seufz*"

Das ist etwas, was ich seit meiner Trennung vor 2 Jahren sehr genieße. Mein Ex war/ist nämlich auch so, dazu noch "Jäger und Sammler", der sich nur schwer von Dingen trennt. Ich habe ihm damals schon zig Schachteln und Schubladen und Fächer überlassen für sein ganzes Sammelsurium von Dingen, die eigentlich nicht mehr gebraucht wurden aber trotzdem "vorsichtshalber" noch mal aufgehoben wurden, aber wenn das Fach voll war, sammelte er einfach davor oder daneben weiter, anstatt einfach mal auszumisten. Jedes Staubwischen dauerte ewig, weil ich sein ganzes Zeug dazu immer von rechts nach links und wieder zurücklegen musste. #augen

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Du sollst ihn darauf hinweisen? Bist du seine Mutter? Braucht er eine Mutti, die hinter ihm her räumt, oder ist er schon groß und kann das alleine?
Wirf ihm seinen Plunder doch aufs Bett.
Sollte er einfach alles auf den Boden werfen, wirfst du es in den Müll.

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Als wenn das tatsächlich fruchten würde...

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Und was bringt dann was?
Gebetsmühlenartig auf ihn einreden? Es einfach hinnehmen?
Er weiß doch längst, dass die Frau es macht, wenn er es nicht macht. Er weiß seine Frau stört es.
Da rede ich doch nicht mehr weiter um den heißen Brei rum.

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Hallo. Mein lieber Mann ist auch so ein Exemplar. Und es belastet ihn sehr. Er hat mich von sich aus gebeten, ihm zu helfen da eine Lösung zu finden. Wir schreiben jeden Tag einen Plan und es funktioniert recht gut. Zu Anfang musste ich ihn an die Hand nehmen und mit der Nase in sein Chaos stupsen. Jedesmal war er schockiert und es tat ihm unheimlich leid, dass er mir doppelte Arbeit angetan hat. Wir wollen gemeinsam durchs Leben gehen und ich bin froh das er an Lösungen interessiert ist. Was ihm unheimlich geholfen hat ist das alle gemeinsam mithelfen. Abends geht jedes Familienmitglied mit einer Kiste (für jeden eine persönliche mit Namen drauf) durch die Wohnung und sammelt alles ein was einem gehört und sortiert es anschließend dahin, wo es hingehört.

Lg

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Ich fürchte das könnte ne harte Nuss werden, aber eventuell habe ich eine Anregung für Dich, die vielleicht ein Kompromiss sein könnte...

Bei uns sind es die Kinder, die hauptsächlich Chaos machen, weil sie alles liegen lassen. Zu den Zimmern sage ich nicht mehr viel, außer 1x im Monat, da bestehe ich dann auf Aufräumarbeiten.
Ansonsten habe ich im Haus verteilt schicke Körbe stehen, in die schmeiße ich alles was mir im Weg liegt.
So hab ich es ordentlich im Wohnzimmer/Küche/Esszimmer usw., muss aber nicht lange rumräumen.
Wer seinen Kram sucht, kann gerne in die Körbe schauen 😊
Vielleicht wäre das was für Euch???

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Vielen Dank! Das ist eine tolle Idee.

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