KEIN Herz für Tiere - mich macht das wütend

Hallo ihr Lieben,

ich muss meinen Frust loswerden...
Bei uns ist der Hund ständiger Streitpunkt.
Nach vielen tierlosen Jahren haben wir nun seit einem knappen Jahr einen Hund.
Die meiste Zeit verbringe ich mit ihm, trainiere und gehe zum Trailing.
Der Hund ist dementsprechend hauptsächlich an mir orientiert.
Mein Mann kann sein Herz ggü. Tieren nicht so richtig öffnen, akzeptiert ihn mehr als dass er ihn mag. Soweit ok, es war von Anfang an klar, dass es eher mein Hund wird.
Was mich aber stört, ist seine mangelnde Bereitschaft dem Hund seine Charaktereigenschaften zuzugestehen. Manches kann man einfach nicht abgewöhnen.
Der Hund ist jung und sehr dynamisch. Außerdem mag er in Menschennähe sein. Mein Mann hätte am liebsten, dass er ganztägig auf seiner Decke bleibt.
Der Hund schlägt an, wenn es klingelt. Ich finde das gut und gebe ihm dann zu verstehen, dass ich sein Bellen gehört habe, er aber aufhören kann, weil ich die Situation unter Kontrolle habe. Das mache ich ruhig, denn mit Hektik dreht man ihn richtig hoch. Mein Mann schnauzt ihn an, wird "wütend" und wundert sich, dass der Hund nicht entspannt.
Der Hund klaut (leider!) Essen vom Tisch etc., sobald man der Raum verlassen hat.
Das lässt sich leider nicht so einfach abgewöhnen, weil es nunmal ein Verhalten ist, welches im (Hunde)Rudel normal ist. Ich schaue immer, dass nichts erreichbar rumliegt.
Heute hat er den Hund deswegen angebunden, an eine 1,2 m Leine, damit er gar nicht auf die Idee kommt nach Futter zu gucken. Hätte ich das nicht gesehen, wäre der Hund mind. 2 Stunden so angebunden gewesen.
Vielleicht ist das alles eine Banalität, aber in diesem Punkt gibt es häufig Streit.
Ich will nicht dass der Hund aus Angst folgt, sondern weil er Vertrauen hat. Aber irgendwie gehen hier die Empfindungen total auseinander 🤨

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Naja... sehr offensichtlich möchte dein Mann keinen Hund als Haustier haben. Haustiere sollte man sich nur nehmen, wenn alle einverstanden sind und alle Freude haben.
Ich bin auch absolute Haustierverweigerin und wenn ich mein Essen, meine Gewohnheiten und meine Freizeit nach einem Tier richten müsste, würde ich auch ranzig werden.
Dass ein Hund Essen vom Tisch klaut ist für mich ein absolutes Nogo. Da kann ich deinen Mann verstehen. 2 Stunden an einer über 1 Meter langen Leine finde ich jetzt auch nicht so schlimm. Kompromissvorschlag: der Hund kommt gar nicht erst in die Küche/ Esszimmer.

Wenn man Hunde nicht sonderlich mag, kann vieles an ihnen eklig sein. Der schleimige Sabber, die ewigen Hundehaaren, der Dreck, Hundehaufen auflesen kann total den Würgereiz auslösen, das Fell stinkt, die Fürze riechen bestialisch, das Hundefutter stinkt,... dazu kommen noch hohe Kosten, Tierarztbesuche, was macht man mit dem Hund in den Ferien, xmal spazieren gehen mit dem Hund,...

Entweder ihr findet Kompromisse oder der Hund muss wieder weg. Sorry, ich kann deinen Mann gut verstehen. Aber ich würde mich auch mit Händen und Füssen gegen ein Haustier wehren.

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Es ist ja nicht so, ald hätten wir nicht vorher darüber gesprochen... ich hätte es nie ohne seine Einwilligung in die Tat umgesetzt.

Mein Vorschlag war ja, den Hund aus dem Küchenbereich auszusperren, wenn wir selber nicht anwesend sind, wir haben extra ein Gitter! Mich ärgert, dass er ihn stattdessen angebunden hat ohne was zu sagen. Da frage ich mich was der Quatsch soll.
Ich vermute dass ihm der Hund mehr Frust bereitet als er zugeben will. Das ist eine sehr blöde Situation. Ich möchte ihn deswegen auch nicht abgeben. Aber ich möchte auch nicht ständig solche Konflikte aufkommen lassen.
Irgendwie blöd... vielleicht sind wir aber auch gerade alle überreizt. Corona, Homeoffice, kein Ausgleich wie sonst und Homeschooling 😏
Da reifen auch mal Kleinigkeiten zu größeren Konflikten heran 🙄

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Wollte dein Mann einen Hund? Wie war die Absprache?
Ich mag Hunde solange es nicht mein eigener ist. Bekannte/Freunde dürfen ihren Hund mitbringen, aber der muss im Garten bleiben

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Ich wollte schon lange wieder einen Hund, er hat dann zugestimmt... Er hat keine Erfahrungen mit Hunden und will viel mit Druck und Zwang durchsetzen. Ich verstehe auch, dass ein bestimmtes Verhalten Ziel sein sollte, gehe aber anders an die Dinge.
Und da wir beide IMMER Recht haben wirds schwierig 😅

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Was heißt er hat „zugestimmt.............“ genervt abgenickt? Da hättest du eigentlich schon sehen müssen, dass es sicherlich mehr als einmal eine Belastung für die Beziehung wird, weil er EIGENTLICH lieber keinen will..... du hast deinen dickkopf (du meintest ihr seid beide so) durchgesetzt.....

Ich denke auch, es wäre besser gewesen keinen zu holen, denn das wird auf ewig ein Streitpunkt bleiben zwischen euch und stört die Harmonie. Ich glaube am Ende, wenn gar nix mehr geht, wird der Hund einfach abgegeben.... der Arme.

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Der Charakter eines Menschen zeigt sich im Umgang mit Tieren, Alten und Kindern. Raten kann ich dir nicht. Du hast dir beides „zugelegt“.

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Ich bin da auf deiner Seite. Ich liebe Tiere und ärger mich über Typen wie deinen Mann. Klar, man muss Hunde nicht mögen, aber man muss eben anerkennen, dass es ein Lebenwesen mit Bedürfnissen und Gefühlen ist und nichts dafür kann in eure Familie gekommen zu sein. Das heißt artgerechtes Verhalten muss zugestanden und ermöglicht werden. Alles andere ist Quälerei. Er hat dem Tier zugestimmt, also wird es auch vernünftig behandelt. Zwei Stunden irgendwo anbinden muss echt nicht sein und für menschenbezogene und noch junge agilere Tiere ist das sicherlich nicht schön angebunden zu werden für eine so lange Zeit.

Eine Bekannte von mir hat auch einen Hund und ihr Freund ist der gleiche Schlag Mensch wie dein Partner. Ehrlich gesagt tut mir der Hund extrem leid, weil er ebenfalls sehr menschenbezogen ist, agil und groß. Er muss immer und ständig auf der Decke liegen.🙄 ich kann es nicht nachvollziehen. Entweder ich informiere mich und mache das Beste draus oder ich stimme der Anschaffung nicht zu. Ich befürchte einen Tierliebhaber wirst du aus ihm nicht machen können, nur dazu bringen dass er sich beliest um besser auf das Tier reagieren zu können.

Tiere sind nun mal Tiere. 🤷‍♀️

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Vorweg: ich liebe Hunde und hätte - sofern es die Zeit zulässt - aus gerne einen. Aber:
„Das lässt sich leider nicht so einfach abgewöhnen, weil es nunmal ein Verhalten ist, welches im (Hunde)Rudel normal ist.“
NEIN! Dieses Verhalten kann man sehr wohl abgewöhnen, gerade WEIL es ein Rudelverhalten ist. In einem Rudel würde sich ein rangniedriger Hund niemals trauen, einem ranghöheren Hund das fressen zu klauen. Und wenn doch, wird er von diesem gewaltig in die Schranken gewiesen. Da würde ich unbedingt - unabhängig von der Abneigung deines Mannes - ansetzen! Wenn ihr es alleine nicht schafft, holt euch professionelle Hilfe.

Ihr seid das Rudel und du bist der Anführer. Danach kommt dein Mann. Dann die Kinder. Auf euch muss der Hund hören. Nur wenn Grenzen aufgezeigt werden, kann der Hund seinen Platz im Rudel finden.

Meiner Meinung nach bringt es nichts, wenn Menschen mit im Haushalt leben, die das Verhalten eines Hundes nicht verstehen. Du kannst von deinem Mann kein Verständnis erwarten, wenn er es nicht kennt. Also versuche, deinen Mann davon zu überzeugen, dass es nur besser wird, wenn auch er lernt, wie ein Hund tickt und wir Mensch sich verhalten muss. Das sollte er aber nicht von dir lernen sondern von einer unabhängigen dritten Person.
Ansonsten sehe ich ehrlich gesagt schwarz. Es ist jetzt zwar DEIN Hund, aber auch SEIN Haus.

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Im Rudel dürfen die Rangniedrigeren ans Fressen, wenn der Chef "fertig" ist und die Fressstelle verlässt... von daher nicht ungewöhnlich solange er nicht das Essen klaut, wenn der Boss noch dran ist. Und das macht er nicht!
Glaub mir, ich beschäftige mich wirklich mit diesen Themen und tausche mich wöchentlich mit der Trainerin beim Trailing aus...

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Aber das wäre ja auch ein Argument dafür, dass er Essensreste aus dem Abfall klauen darf. Darf er doch bestimmt auch nicht oder? Er muss halt lernen, dass er nur dann ans Essen darf, wenn der Ranghöhere es ihm hinstellt. Das kann man (und auch dein Mann) von einem gut erzogenen Hund erwarten. Das mit natürlichem Verhalten zu rechtfertigen, finde ich etwas schwach. Du sagst doch auch nicht, dass es natürliches Verhalten ist, wenn der Hund das Kaninchen der Nachbarstochter reißt. Oder Omas Katze. Es gibt durchaus natürliche Verhaltensweisen, die man antrainieren kann und sollte. Ansonsten funktioniert es in einem Menschenhaushalt eben nicht...

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Dein Partner hat einfach klein bei gegeben. Ich würde mir niemals ein Haustier zulegen wenn es nicht auch der Partner deutlich wünscht. Nachdem du so ein Hundeliebhaber bist hättest du dir einen Mann suchen sollen, der deine Leidenschaft teilt. Und Essen vom Tisch schnappen, sorry geht gar nicht. Wie wäre es den Hund vom Esstisch fern zu halten?

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Erst mal kann ich deine Enttäuschung verstehen. Dass er deine Hundeleidenschaft nicht teilt, ist eine Sache, eine ganz andere aber, dass der Hund für ihn mehr ein Störenfried zu sein scheint. Du beschreibst ihn so, als wäre es ihm am liebsten, wenn man vom Hund möglichst wenig sieht und hört. Ein so soziales Lebewesen wie ein Hund nimmt das entsprechend wahr. Fehlverhalten wird mit Motzen und Anbinden quittiert, kurz: Dieser Hund ist nicht willkommen im Haus, zumindest nicht bei allen Familienmitgliedern.

Und da ist im wahrsten Sinne des Wortes der Hund begraben: Eigentlich wollte er ganz offenbar keinen Hund, er hat aber zugestimmt, jetzt nervt ihn das alles. Hand aufs Herz: Hattest du denn den Eindruck, dass er wirklich einen Hund mit allem drum und dran wollte oder war es eher doch so, dass er halt irgendwie "nur" einverstanden war, sich das dann aber nicht so - aus seiner Sicht - doof vorgestellt hat?

Bei uns wäre kein Hund ins Haus gekommen, wenn nicht alle einverstanden gewesen wären und zwar nicht einverstanden im Sinne von "meinetwegen", sondern "ja, wünsche ich mir auch". Ich muss aber auch sagen, dass Tierliebe bei mir groß geschrieben wird und ein nicht tierlieber Partner für mich eher schwer in Frage gekommen wäre. Für uns war beide lange vor dem Zusammenziehen klar, dass wir uns ein Leben mit Tieren wünschen. Nicht beim Kennenlernen, aber im Lauf der Zeit war das klar.

Unter den Voraussetzungen hätte dir als echte Hundefreundin klar sein müssen, dass du keine optimalen Bedingungen für eine Hundehaltung hast und Konflikte vorprogrammiert sind. Du siehst nun, auf welche Art und Weise dein Partner mit einem vollkommen abhängigen Lebewesen umgeht, das macht ihn auch aus meiner Sicht – harmlos ausgedrückt - wenig sympathisch, ich würde das als Charakterschwäche einordnen und sehe das auch als empathielos. Wohlgemerkt: Ich will damit nicht sagen, dass Menschen, die keine Tiere haben wollen, empathielos sind. Ich meine solche Menschen wie deinen Mann, die sich für ein Tier entscheiden und sich gleichzeitig nicht auf es einlassen und mit den eigenen Bedürfnissen annehmen wollen.

Jetzt ist das Kind im Brunnen und ihr könnt nur das Beste daraus machen. Und da sehe ich auch dich in der Pflicht.

Was du hier teilweise als Charakter des Hundes beschreibst oder mit typischem Rudelverhalten ist in Teilbereichen ein Erziehungsdefizit. Dass der Hund Essen klaut, ist ein Unding. Wenn du das nun entschuldigst mit isso im Rudel und du kennst dich schließlichaus, wundert es mich nicht, dass das die Begeisterung deines Mannes nicht gerade steigert.

Daher sehe ich hier nur einen Weg: Setzt euch zusammen und sprecht ohne Vorwurfshaltung klar an, was euch stört und wie ihr das ändern könnt. Du arbeitest an den Hausstandsregeln, er sollte umgekehrt bereit sein, sich in Grundzügen mit Hundeverhalten auseinanderzusetzen und zu akzeptieren, dass er mir seiner Zustimmung zur Hundehaltung als erwachsener Mann auch dafür gerade stehen muss, dass es dem Hund bei euch gut geht.

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Dein Mann hat offensichtlich nur zugestimmt, weil du wolltest. Jetzt überrollt ihn die Realität und er kann wohl nicht damit leben.

Das ist für alle Seiten schade. Bitte sprich mit deinem Mann. Welche Lösungen und Kompromisse können gefunden werden? Möchte er vllt doch mal mehr Kontakt und kann was mit dem Hund unternehmen? Und ne Beziehung aufbauen?

Oder bist du nun zu 100% verantwortlich?

Wir haben eine Katze. Mein Mann war auch immer „dagegen“, viel genervt, usw. Ich musste irgendwann mal für ein paar Tage weg und hatte so ein schlechtes Gewissen, dass mein Mann und die Katze alleine sind. Aber es lief gut. Ab da haben sie öfter gekuschelt, wenn sie krank war (und einmal unauffindbar) hat er fast mehr gelitten als ich. Also der „Zwang“ eine Verbindung aufzubauen tat ihnen beiden gut.

Ob das bei euch auch klappen wird - keine Ahnung. Aber ein ehrliches Gespräch tut sicher gut.

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Ich mag Hunde sehr gern, wenn sie erzogen sind, aber Essen vom Tisch nehmen ist nicht gut erzogen, Sorry!
Und was ich persönlich mega nervig finde, auch für Mitbewohner, falls ihr kein eigenes Haus habt, ist, wenn der Hund beim Klingeln anfängt zu bellen.
Wenn es Dein Mann eh nicht mit Hunden hat, solltest Du noch mehr auf die Erziehung achten und Dir notfalls professionelle Hilfe holen.

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