Thema Hochzeit nochmals ansprechen, ja/nein?

Hi,
Mein Partner (34 J.) und ich (27 J.) kennen uns seit 8 Jahren und sind seit 5 Jahren zusammen. Wir haben von Beginn an regelmässig über unsere Zukunftspläne gesprochen, die da hiessen: Haus, Ehe, Kinder. Wir beide hatten diese Wünsche.

Vor zwei Jahren wurde unser KiWu so stark, dass wir losgelegt haben. Da es lange Zeit nicht geklappt hat, waren wir in einer KiWu Klinik. Dank einer IUI hat es dann geklappt. Wir sind nun, überglücklich, in der 20SSW. Mein Partner ist wahnsinnig fürsorglich und schaut sehr gut zu mir.

Nun zu meiner Frage: Das letzte Mal über das Thema Hochzeit haben wir vor einem Jahr gesprochen. Da meinte er dann plötzlich, dass er sich nicht mehr sicher sei, ob er je heiraten möchte. Heutzutage sei dies ja nicht mehr zwingend notwendig. Er fände, unser KiWu, der baldige Hauskauf und meine Tätigkeit in seinem Familienbetrieb schweisse uns viel mehr zusammen und zeige seine Liebe viel deutlicher, als ein Ring am Finger. Die Ehe könne ausserdem gleich schnell wieder annulliert werden, wie sie geschlossen wurde und zeuge deshalb noch lange nicht von wahrer Liebe. Und... wenn er nur schon an eine Hochzeitsfeier denke, bereite ihm dies Bauchschmerzen, da es dann einen Tag nur um uns gehen würde und wir total im Mittelpunkt stehen würden.

Ich hab ihm damals gesagt, dass mich dies sehr überrascht, da wir wirklich oft über das Thema Heirat gesprochen hatten... wen wir einladen würden, wo wir feiern würden, etc. Nur eben der Antrag fehlte noch. Er sagte, dass er selbst nicht weiss, woher dieser Sinneswandel plötzlich kommt. Ich denke persönlich, es hat damit zu tun, dass zwei seiner engen Freunde nun bereits in Scheidung sind... Habe das dann aber weit in meinen Hinterkopf verbannt und versucht, nicht mehr daran zu denken, da wir wie gesagt sonst sehr glücklich sind und alles passt.

Vor ca. einem Monat sagte er dann, dass er sich eine Hochzeit/Ehe nun doch vorstellen könnte. Er fände den Gedanken schön, dass wir und das Baby alle denselben Namen haben und dann Mann und Frau sind. Ich war so erstaunt, da dies aus dem Nichts kam, dass ich nichts drauf entgegnet habe.

Nun beginnen meine Gedanken aber doch wieder um das Thema zu kreisen. Was würdet ihr mir raten? Soll ich mich mit ihm hinsetzen und sagen, ich wolle das Ein für alle Mal besprechen und wissen, woran ich bin. Oder soll ich ihm noch mehr Zeit geben? Oder es besser ganz ruhen lassen und mich damit abfinden, dass wir nicht heiraten?

Ich danke euch vielmals für eure Tipps.

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Na, da hat er schon recht, dass Hauskauf und Kind ein Paar mehr zusammenschweißen als eine Hochzeit und ein Ring keine Liebe beweist;-).
Der Sinn einer Hochzeit ist aber nicht, euch zusammenzuschweißen, zusammengeschweißt seid ihr hoffentlich schon, wenn ihr Kind und Hauskauf plant; sondern ganz profane Dinge zu regeln, zum Beispiel, euch davor zu bewahren, mal Unsummen an Erbschaftssteuer zu bezahlen bei einem gemeinsamen Haus.

Dieses "im Mittelpunkt Stehen" war uns auch nicht so geheuer; wir haben deshalb nur klein gefeiert, mit Eltern, Geschwistern mit Partner und Freunden.

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Hm ich glaube es gibt zwei Möglichkeiten.
Du fragst ihn ob er doch heiraten möchte.
Oder.... du wartest bis er dichbfragt ob du ihn heiraten möchtest.

Eigentlich spricht ja gar nix gegen die erste Variante, denn du bist schwanger in der Halbzeit angekommen und er möchte das ihr drei eine Einheit seit.

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Vielen Dank, Kiki #herzlich

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Wie habt ihr euch denn sonst so abgesichert?
Krankheitsfall? Sorgerecht? Unfall? Patientenverfügung? Kredit? Wer steht im Grundbuch? Rentenausgleich Kinderbetreuungszeit? Pflegefall? Altersvorsorge?
uvm.

Meine Eltern waren verheiratet. Für den Pflege- und Krankheitsfall hatten sie sich noch zusätzlich Vollmachten ausgestellt.

Scheidung kann schwierig sein. Gemeinsame Immobilie aufteilen aber auch. Auch ohne verheiratet zu sein: wer übernimmt den Kredit usw.

Also auch ohne Hochzeit sollten einige Dinge besprochen werden!
Mit Hochzeit auch. Am besten vorher. Wenn ihr wisst, was ihr wollt, könnt ihr das ein oder andere notariell beglaubigen lassen.
Ohne Hochzeit solltet ihr das auch tun. Dann sogar noch intensiver.

Welche Posten habt ihr schon geklärt, bevor ihr das Haus gekauft habt? Bevor ihr Kinderwunsch gestartet habt?
Was müsstet ihr noch ergänzen?

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Vielen Dank für Deine Gedankenanstösse. Wir leben in der Schweiz, daher kann es Abweichungen zu Deutschland geben... Unsere Bank hat uns damals, als wir das erste Gespräch zu Finanzierungsmöglichkeiten hatten, ein Gespräch mit einer Anwältin zum Thema Vorsorge und Erbschaft "geschenkt". In diesem Gespräch sind wir alles durchgegangen und die Dame hat dann ein Testament vorgefertigt; entsprechend unseren Wünschen. Dieses Testament liegt jetzt beglaubigt bei der Bank. Da war auch eine Patientenverfügung separat dabei.
Das Haus hat er mit seinen Eigenmitteln/Firmenanteilen gekauft und mir eine Schenkung gemacht. Mir gehört 1/10 vom Haus. So steht es im Grundbuchauszug. Bei einer Trennung würde er das Haus behalten und mich auszahlen. So hatten wir das abgemacht.
Dann ist es in der Schweiz so, dass man für ein "uneheliches" Kind, die Vaterschaft beim Notariat anerkennen lassen muss. Das haben wir gemacht. Er hat als Papa daher die selben Rechte, wie ich als Mama, sobald das Kind auf der Welt ist. Über das Sorgerecht nach einer Trennung haben wir noch nie gesprochen. Wir würden aber sicher das gemeinsame Sorgerecht anstreben, sofern es bei ihm berufsbedingt geht, da er immer wieder 2-3 Wochen am Stück im Ausland ist.

Der Unterschied von unserem Testament zur Ehe ist in der Schweiz, dass man unverheiratet nur über einen kleinen Anteil seines Vermögens entscheiden kann. Denn ein grosser Teil geht gesetzlich an seine Eltern bzw. Geschwister, wenn wir nicht verheiratet sind. Erst wenn man verheiratet ist, fällt dieser Pflichtteil weg. Das war/ist für ihn ein Entscheidungsgrund, warum er heiraten würde, denn seine Eltern sind finanziell sehr gut abgesichert. Ich mit einem kleinen Kind, ohne ihn, jedoch nicht.

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Wir haben auch oft und lange über eine große Feier gesprochen, wen wir einladen würden, wo wir feiern, was das ganze Kosten würde usw.

Mein Partner steht wie deiner nicht gerne im Mittelpunkt. Und für ihn wäre zum Beispiel ein First Dance vor allen der blanke Horror.

Auch haben wir eher eine Hand voll enge Freunde und sonst nur viele Bekanntschaften.
Wir sind dann irgendwann zu dem Entschluss gekommen, dass wir nicht für einen Tag mit Bekannten und etwas wobei wir uns nicht 100% wohl fühlen 15.000-20.000 ausgeben wollen.

Wir heiraten nun im ganz engen Kreis im Ausland. Wir haben ein großes Haus für 3 Nächte gemietet und nur enge Familie und Freunde eingeladen. Wir wären aber auch nicht traurig gewesen, wenn niemand zugesagt hätte. Es ist ja schon speziell. Die Trauung findet draußen statt ohne viel Aufregung und danach wird zusammen die Insel besichtigt, später suchen wir uns einen netten Imbiss. Die restlichen Mahlzeiten werden einfach zusammen eingekauft und gekocht. Also sehr ungezwungen und familiär. Das passt eher zu uns.

Nach den 3 Tagen besichtigen wir die Insel weiter zu zweit. Und viele Gäste machen das ähnlich und nutzen die Gelegenheit.
Das ganze kostet auch deutlich weniger, obwohl es für uns „mehr“ ist.

Was ich damit sagen will. Lass dir doch mal durch den Kopf gehen was zu euch passen würde und vergiss dabei was andere erwarten. Es geht schließlich dabei nur um euch. Und schlage das dann deinem Partner vor. Vielleicht hat er nämlich einfach Bammel für einer großen Feier und ist deswegen nicht so sehr hinterher.

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Vielen Dank für Deine Erfahrung. Ja, vielleicht sollte ich es auch mal aus dieser Sicht durchspielen, wie wir das Ganze ohne möglichst viel Tamm-Tamm im kleinen Rahmen machen könnten.

"Leider" haben wir beide grosse Familien, da unsere Eltern jeweils neu geheiratet haben und die Stiefeltern ebenfalls Kinder mitbrachten. Somit wäre der allerengste Kreis (Eltern und Geschwister mit Lebenspartner) bereits 27 Personen. Noch keine Grosseltern, andere Verwandte oder gute Freunde eingeschlossen...

Da ich weiss, dass die meisten Familienmitglieder schon sehr gerne dabei wären, ist es mit dem Ausland dann evt. doch zu umständlich und wird auch teuer. Ich habe deshalb mal an eine Berghütte gedacht (wir wohnen in der Schweiz), wo wir es auch einfach halten könnten.

Ich finde eure Feier klingt aber sehr harmonisch. Wünsche euch jetzt schon ein schönes Fest.

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Frag ihn doch einfach.
Und dann frag ihn auch, wie er sich eine Hochzeit genau vorstellen würde, wie groß, was für eine Feier oder keine oder wie auch immer.
Man muss doch ganz ehrlich darüber sprechen können.

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Hier auch jemand aus der Schweiz.
Heiraten, trotz Heiratsstrafe bei der Steuer (ich hoffe immer noch die fällt). Die Absicherung von Kind und Dir ist so deutlich besser und wenn Euch ein Übel je treffen sollte sollte nicht noch ein zweites nachkommen.

Wir haben ganz klein am Zivilstandsamt geheiratet. 1/2 Stunde (war schon die lange Version) und mit 10 Gästen Familie/Freunde. Schönes gemeinsames Abendessen. Fertig.
Es muss nicht immer das Riesen Brimborium mit Seeblick sein.

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