Ausziehen? Was ist der nächste Schritt?

Was soll ich tun?

Ich bin verheiratet und habe zwei kleine Kinder mit meinem Mann. Außerdem bin ich aktuell wieder schwanger im 6. Monat, allerdings war dieses Baby nicht geplant und hat sich trotz Spirale eingenistet!
Da für uns beide absolut keine Abtreibung in Frage kam, stand fest dass wir das Kind behalten.
Allerdings kriselte es zu dem Zeitpunkt schon sehr und ich war etwas "müde" die Ehe noch retten zu wollen. Ich habe immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt, zu gehen mit den Kindern.
Nun war das Baby unterwegs... wir führten viele Gespräche. Es wirkte so als würden wir uns wieder annähern und haben wirklich schöne Wochen miteinander verbracht, sehr harmonisch. Dann folgte wieder Streit, Vorwürfe. Ich finde einfach keine konstruktive Ebene mehr zu meinem Mann.
Wie ein sturer Bock sitzt er auf seinen Prinzipien und wartet immerzu, dass ICH den Karren aus dem Dreck ziehe und wieder unendlich viel Energie in uns reinbuttere und auf ihn zugehe. Selbst vom Thron runtersteigen? Fehlanzeige. Man könnte sich ja einen Zacken aus der Krone brechen. Fehler zuzugeben fällt ihm extremst schwer. Insofern kann man auf Entschuldigungen lange warten.
Nun spiegele ich ihm seit einigen Tagen sein Verhalten und mache ebenso wie er einfach dicht nach dem letzten Streit den wir hatten, komme also nicht wie immer angekrochen und versuche nicht wie immer die Wogen zu glätten. Ich bin es einfach Leid. Ich bin müde davon...
So leben wir also nun in "harmonischer" Ignoranz nebeneinander her. Die Kinder tuen mir unendlich Leid. Ihm wohl irgendwie nicht, zumindest sitzt er weiterhin auf seinem hohen Ross. Soll er gerne. Zwischendurch tut er dann freundlich so als wäre alles normal. Wirklich absurd die Stimmung hier.
Ich habe heute nach Wohnungen geschaut, weil ich wirklich kurz davor bin, zu packen.
Aber: die Schwangerschaft. Die Kinder. Er ist eigentlich ein guter Vater und die Kinder können nichts für diesen kalten Krieg... ich kann und will aber nicht mehr diejenige sein, die immer und immer wieder auf allen vieren angekrochen kommt, sogar wenn ER sich im Ton vergriffen hat oder sich blöd verhalten hat! Ich bin keine Therapeutin die sein Kommunikationsproblem mit ihm aufarbeitet. Und außerdem versuche ich das ja schon seit Jahren.
Er hat vor kurzem, in unserer guten Phase, Hausbau vorgeschlagen. Ein Grundstück reserviert.
Aber ganz im Ernst: ich baue doch jetzt so kein Haus mit diesem Mann!
Ich glaube, dass er tatsächlich überrascht wäre wenn ich ausziehen würde. Er betont immer, dass er ja nicht zum Spaß heiratet und das Streit dazugehört usw. Dass wir Kinder zusammen haben und uns zusammenraufen müssen.
Das beinhaltet offensichtlich aber nicht, dass er beim oder nach dem Streiten auch mal auf mich zugeht wenn er offensichtlich Mist gebaut hat.

Ich weiß einfach nicht, was ich noch tun soll. Habe keine Kraft mehr für dieses Theater. Liebe ich ihn? Natürlich. Aber manchmal reicht Liebe nicht.
Eine Paartherapie wäre evtl eine Idee aber so langsam geht es echt bergab und ich weiß nicht, ob ich diese Keaft investieren möchte und frage mich vor allem, ob es am Ende tatsächlich Sinn macht.
Er hat mir schon so viel Gemeines an den Kopf geworfen und sich nie dafür entschuldigt oder gar eingesehen, dass es daneben war. Das Fass ist ganz schön voll.
Ich habe Angst davor, mit drei Kindern allein zu sein, Angst vor der Zukunft generell. Die Kinder wären unendlich traurig. Und ich vermutlich stark überlastet... aber deswegen hier bleiben?

Hilfe. Ich brauche irgendwie Mal einen Rat...

1

Es tut mir sehr leid, dass ihr euch in dieser Situation befindet. Wegen der Kinder zusammenbleiben, würde ich nicht. Du nimmst ihnen den Vater ja nicht weg. Besser zwei glückliche getrennte Eltern als Eltern, die zusammen unglücklich sind.

2

Ein guter Papa kann er ja auch weiterhin sein. Aber er scheint kein guter Partner zu sein und das ist nun mal für dich wichtig!

Haus bauen - bitte nicht.

Ich würde das Gespräch suchen und ihm sagen: „Ich kann nicht mehr. Ich spiele mit dem Gedanken, auszuziehen. Ich hab viel investiert und jetzt keine Kraft mehr, da ich das Gefühl habe, nur ich kämpfe für uns. Wie siehst du das?“ also ihm echt sagen, es ist 5 vor 12 und du schaffst das nicht alleine.

Wenn für dich der Zug eh abgefahren ist, dann schau dich um und ziehe aus. :)

7

Ich kann esistjuli nur zustimmen. Sag IHM das so deutlich, wie du es hier schreibst.

Ich war mal in der gleichen Lage wie du jetzt. 5 vor 12, "ich liebe diesen Mann aber ich habe keine Kraft mehr, ich gehe kaputt" Auch ich hatte mich nach Wohnungen umgesehen. Als ich eine fand wurde mir klar, dass ich jetzt handeln muss. Gehen oder mit ihm sprechen und bleiben. Er ist aus allen Wolken gefallen hat sich SOFORT gebessert. Wir haben es zusammen geschafft und ich bin sehr froh, dass ich nochmal mit ihm geredet habe.

3

Du Liebe!
Dein Text berührt mich sehr und ich finde dich sehr reflektiert. Aber vermutlich kreisen deine Gedanken auch schon sehr lange.
Für mich die wichtigste Aussage im Text ist, dass du ihn noch liebst.
Ich verstehe aber auch deine Müdigkeit weiter zu investieren. Und genau da solltest du ansetzen.

Wenn er sich in den wichtigsten Punkten ändern könnte, also dich wahrnehmen, entschuldigen, vom Thron steigen, an seiner Kommunikation/Streitverhalten ändern etc, wäre er dann (wieder) dein Mann, den du liebst und mit dem du leben möchtest?

Wenn du das ehrlich und überzeugt mit JA beantworten kannst würde ich ihm sehr deutlich das sagen was du hier geschrieben hast, vielleicht legst du ihm den Text auch einfach hin, dann kann er ihn ggf. mehrfach lesen um die Dringlichkeit wirklich zu verstehen. Und ihm dann ganz klar zu verstehen geben, dass er jetzt dran ist. Möchte er die Ehe aufrecht erhalten, sich ändern, gemeinsam arbeiten, dann muss ER sich jetzt (!) um eine Paartherapie kümmern (vorausgesetzt du bist weiter bereit mitzuarbeiten, aber vielleicht nicht die Anfangsenergie der Therapeutensuche, ihn zum mitmachen zu überzeugen etc. aufzubringen).
Wenn er dann den Ernst der Lage versteht, eine Therapie für euch sucht, in dieser auch bereit ist an sich und euren Problemen zu arbeiten, dann habt ihr meiner Meinung nach noch eine Chance.

Beantwortest du meine Frage oben mit nein, also, dass die Liebe nicht (mehr) reicht, auch wenn er sich jetzt ändern würde, dann solltest du für dich die Konsequenz ziehen und gehen. Den Vater behalten deine Kinder.

Und Hausbau solltet ihr natürlich lassen.

Alles Gute wünsche ich dir 🍀

4

Du tust Deinen Kindern keinen Gefallen, wenn sie in einem kalten Krieg groß werden müssen und sowas als normal in einer Beziehung vorgelebt bekommen. Und auch nicht, wenn sie vorgelebt bekommen, dass Dein Mann Dir Gemeinheiten an den Kopf wirft und sich nie entschuldigt.

Hast Du mal 1-2 Beispiele, worum es bei Euren Streits geht und was er dann so von sich gibt, damit man das einschätzen kann, wie arg es ist? Ich kann an Deiner Schilderung zwar erkennen, dass Du unglücklich bist drüber, aber schwer einschätzen, ob es daran liegt, dass er echt so schlimm ist oder ob Du vielleicht etwas sensibel bist. Worum geht es denn beim aktuellen Streit? Und wie oft kommt sowas vor? Ließe sich vielleicht manches vermeiden, z.B. weil der Anlass zu nichtig ist, um dann wieder das Kriegsbeil mit den bekannten Folgen auszugraben?

Weil das Problem ist ja, dass Streit normalerweise eine Situation klären soll. Das klappt aber bei ihm nicht, daher würde ich wohl Streit vermeiden und weder einen anzetteln noch mich zu einem provozieren lassen von ihm, wenn er so ist, verstehst Du, was ich mein? Daher wäre gut zu wissen, worum es genauer geht und wie die Streitereien kommen und eskalieren.

Du sagst, Du liebst ihn noch. Hättest Du das nicht gesagt, würde ich sagen: Geh. Eure Kinder können nicht glücklich sein, wenn IHR nicht glücklich seid. Wieso so viele Eltern meinen, sie tun ihren Kindern einen Gefallen, in einer vergifteten Umgebung großzuwerden, wird mir nie einleuchten.

5

Hallo meine Liebe, ganz ehrlich, dein Text liest sich so ähnlich wie meine Situation. Bei uns war allerdings das zweite unterwegs und wir haben tatsächlich noch weiter versuchen bis die kleine fast sieben Monate alt war. Das Ergebnis war das ich jeden Abend nur geweint habe und er immer frustrierter wurde und Starke zerfressende Schuld Gefühle entwickelt hat.
Allerdings habe ich ihn gebeten auszuziehen, da ich aktuell mit Sicherheit keine Wohnung für uns mit drei Zimmern findet im Gegensatz zu ihm mit einem Zimmer.
Das wäre noch eine zweite Option. So wie es sich anhört, ist die Sache bei euch genauso verfahren weil er wohl genauso stur ist wie mein Mann. Du beschreibst das wirklich beinahe identisch. Ein toller Vater ist meiner auch.
Daher würde ich mir auch keine Gedanken machen, dass du danach ganz alleine bist mit den Kindern. Allerdings sind drei Kinder natürlich etwas heftiger als zwei wie bei mir.
Ich würde mir an deiner Stelle einen richtigen Plan machen, was du möchtest, vor allem auch von ihm nach der Trennung. Dann würde ich mit ihm in Ruhe sprechen, die Kinder vielleicht irgendwo anders unterbringen falls es knallt.also zu Streit kommt.
Wenn du das Gefühl hast es bringt etwas, dann nimm noch jemand anderen dazu. Ist allerdings schwierig eine neutrale Person zu finden, die man dabei haben möchte 😅

Hast du finanziell schon Möglichkeiten klar zu kommen, hast du dir denn Unterhalt ausgerechnet? Das gab mir ein wenig Sicherheit und mehr Mut das Ganze anzugehen. Natürlich ist Geld nicht alles, aber ohne geht’s halt auch nicht.
Wir haben vereinbart, dass ich meine zwei Jahre Elternzeit trotzdem nehme und er mehr arbeitet um das auszugleichen. Würde ich früher arbeiten gehen, würde das gerade für die Kinderbetreuung und mein Auto reichen und das macht überhaupt keinen Sinn.

LG

6

Du liebst ihn noch, oder? Wenn alles harmonisch ist, wenn er nicht so ein destruktives Streitverhalten zeigen würde, dann würdest Du ihn nicht verlassen wollen?

Falls ja, zähl ihn deutlich an. Druck die Wohnungsanzeigen aus und lass sie irgendwo liegen, so dass er sie sieht. Falls er Dich dann darauf anspricht, sag ihm erstmal nur, dass Du darüber mit ihm redest, wenn die Kinder im Bett sind. Und dann sag ihm ganz deutlich, wo Ihr steht. Dass Du die Trennung willst, weil Du nicht mehr kannst. Bleib hart, auch wenn er Besserung verspricht, sag ihm auch, die einzige Möglichkeit, das abzuwenden, ist eine Ehetherapie. Damit Ihr lernt, konstruktive Auseinandersetzungen zu führen.

Lass Dich nicht einlullen, auch nicht die Tage/Wochen danach. Wenn Du das jetzt nicht so weit durchziehst, dass er einknickt und merkt, so gehts nicht weiter, dann wird es wirklich in der Scheidung enden.

8

Es hat sich anscheinend ein Muster bei euch entwickelt. Er bleibt auf seiner Meinung hocken und darf" frech" sein und du hast in Vergangenheit die Wogen geglättet. Er musste ja auch nichts ändern, weil du schnell nachgegeben hast. Bleib gern mal bei deinem veränderten Verhalten und warte ab, wie sich die ganze Sache entwickelt.

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